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Monat: Juli 2016

Recherche für Roman-Autoren – Informationen finden

Recherche für Roman-Autoren – Informationen finden

Recherche gehört zum Schreiben vieler Bücher dazu, nur so kann man einen Roman ohne logische Fehler und Ungereimtheiten verfassen. Wie groß der Aufwand bei der Beschaffung der notwendigen Informationen ist, hängt vor allem vom Genre ab. Eine aufwendige Recherche benötigen natürlich vor allem historische Romane. Aber auch Science Fiction und Krimis verlangen ein genaues Arbeiten. Schreibst Du SF, musst Du auf eine Vielzahl von technischen Feinheiten achten und  selbstverständlich ein gewisses Verständnis für Technik mitbringen. Ebenso müssen gerade angehende Krimi-Autoren viel recherchieren. Es reicht hier nicht nur, sich einen besonders raffinierten Mord auszudenken. Willst Du einen Krimi schreiben, musst Du im Vorfeld zum Beispiel folgende Fragen stellen und klären: Wie funktioniert Polizeiarbeit in den Land, wo deine Handlung spielt? Wie geht ein privater Ermittler vor? Wie arbeitet ein Richter?

Ja, selbst für Fantasy-Autoren ist Recherche wichtig. Zwar spielt hier die Handlung des Romans in einer völlig anderen Welt, doch diese Welt muss für den Leser nachvollziehbar sein. Wichtige Fragen je nach Handlung wären: Wie funktioniert das Regierungssystem? Wie ist die Armee organisiert, welche den Orksturm aufhalten soll? Für Fantasy-Autoren ergeben sich mitunter schwierige Fragen, welche sich oft nur schwer beantworten lassen. Wie viel Kilo wiegt zum Beispiel ein Troll? Diese Frage kann relevant sein, wenn man einen glaubwürdigen Kampf mit einem solchen Ungetüm darstellen möchte. Selbst auf solche Fragen weiß das Internet eine Antwort, wobei die Meinungen über das Gewicht von Trollen doch recht weit auseinandergehen.

Recherche Online
Heute kann viel Recherche für einen Roman online machen, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Das gute Internet. Dank dem World Wide Web ist Recherche für Autoren heute viel leichter. In früheren Zeiten mussten Schriftsteller für ihren Roman noch zig Bibliotheken abklappern und in dunkle Archive hinabsteigen. In Zeiten der Internetrecherche ist dies vorbei. Jedoch solltest Du einige Regeln beachten, damit Du auch die richtigen und vor allem verlässlichen Informationen findest.

Recherche für Autoren im Internet – Wikipedia und Co

Unendliche Weite – So könnte man heute das Internet beschreiben. Hier findet man schnell jede Info, welche man benötigt. Auf der anderen Seite kann auch jeder der möchte, Informationen einstellen. Grundsätzlich ist eine Online Recherche ein guter Weg, um zum Beispiel sich über die Schlacht bei Tannenberg 1410 zu informieren, wenn man einen historischen Roman über den Deutschen Ritterordnen schreibt. Gibt Du den Suchbegriff bei Google ein, findest Du zahlreiche Artikel und Landkarten zur Bewegung der Truppen auf dem Schlachtfeld. Dazu verweist Google auf YouTube-Videos mit Dokumentationen zur Schlacht. Auf diesem Weg kannst Du schon sehr viele Informationen für dein historisches Buch gewinnen.

Doch ganz egal, aus welcher Quelle deine Informationen aus dem Netz stammen, Du solltest diese Fakten immer zweimal checken. Wie bereits erwähnt: Jede Person kann heute etwas im Internet veröffentlichen. Doch hat diese Person vor einer Veröffentlichung sauber recherchiert? Man weiß es nicht. Vielleicht hält sich nur jemand für einen Experten auf einem Fachgebiet. Oder die Person will im Extremfall sogar bewusst Fehlinformationen verbreiten. Geht man richtig an die Sache ran, ist Online Recherche hilfreich und ergiebig. Doch Du solltest Dich nicht nur auf das Internet verlassen.

Recherche Bibliothek
In Bibliotheken findet man detailierte Informationen für sein Buch, Bild © by I-vista / pixelio.de

In Bibliotheken kannst Du wichtige Informationen für deinen Roman finden und das Thema vor allem vertiefen. Hier findest Du Fachliteratur, die das Thema deines Buches viel ausführlicher behandelt als es im Internet möglich ist. Achte dabei jedoch auf möglichst aktuelle Literatur, denn sonst könnten die Forschungsergebnisse bereits überholt sein. Man denke zum Beispiel an neue Erkenntnis bei der historischen Forschung, welche alte Annahmen über einen Schlachtverlauf über den Haufen werfen. Wer zum Beispiel einen historischen Roman über die Varusschlacht schreibt und sich hier auf ältere Forschungsliteratur bei der Recherche stützt, wird mitunter einige Fakten falsch darstellen. Neben dem Besuch in einer Bibliothek kannst Du für deinen Roman auch Zeitzeugen (vielleicht nicht unbedingt von der Varusschlacht) befragen wie Museen und Archive aufsuchen. Am Ende kommt es bei der Informationsbeschaffung für dein Buch auf die richtige Mischung an. Wie die Arbeit eines Autors bei der Recherche aussehen könnte, verdeutlich der Erfolgsautor Andreas Eschenbach überzeugend in einem Beitrag auf seiner Seite.

Wie viel Recherche ist notwendig?

Wie intensiv muss man für seinen Roman eigentlich recherchieren? Dies hängt natürlich vor allem vom Thema und Vorwissen des Autors ab. Doch die Frage ist durchaus berichtigt. Recherche kann schnell zum echten Zeitfresser werden. Muss man wirklich noch das fünfte und sechste Buch zum höfischen Leben in Versailles durchschauen? Wohl eher nicht. Man könnte es auf diese Formel bringen: Das Buch muss nicht perfekt sein. Fehlen Dir jedoch wichtige Informationen zu deinem Roman, muss Du diese recherchieren, Du solltest jedoch bei der Recherche nicht dem Perfektionismus verfallen.

Bei fast jedem Roman wird es immer wieder Leser geben, welche von logischen Fehlern oder fehlendem Realismus sprechen. Man nehme nur den Roman „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes. Gerade Personen, welche Erfahrungen mit Menschen im Rollstuhl haben, kritisierten den Roman von Moyes (z.B. in den Rezensionen auf Amazon) als stellenweise nicht realistisch. Dabei mögen einige Einwände durchaus stimmen. Doch ein Roman ist immer noch Fiktion und kann nicht in allen Punkten die Realität abbilden. Am Ende kann man nur sagen: Dem Roman von Jojo Moyes haben die Kritiken nicht geschadet. Das Buch hat sich weltweit erfolgreich verkauft, viele Leser begeistert und wurde am Ende sogar verfilmt.

Lektorat für Romane – Was müssen Autoren beachten?

Lektorat für Romane – Was müssen Autoren beachten?

Das Lektorat des eigenen Romans wird häufig stiefmütterlich behandelt. Das Buch ist fertig und soll endlich zum Verlag. Wer dazu sein Werk als Self-Publisher veröffentlicht, nimmt es mit den Korrekturen vielleicht nicht ganz so ernst. Über ein paar Fehler im Text werden die Leser schon hinwegsehen, es zählen doch vor allem die Handlung und der Inhalt. Dieses Vorgehen mancher Autoren mag etwas überspitzt klingen, doch die Botschaft dahinter dürfte klar sein: Du solltest das Lektorat deines Romans sehr ernst nehmen. Wer sein Buch mit zahlreichen Fehlern an einen Verlag schickt, hat schon von Anfang an verloren. Kein Lektor wird sich näher mit einem Manuskript befassen, welches bereits auf der ersten Seite mehrere Fehler in Rechtschreibung und Zeichensetzung hat.

Lektorat
Der Duden – Dein bester Freund beim Lektorat, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

Auch für Self-Publisher gilt. Wer seinen Roman ohne ausreichende Korrekturlesung einfach veröffentlicht, könnte sich über Rezensionen wie folgt ärgern: „Spannende Story. Doch ein Lektorat hätte dem Buch gut getan.“ Oder „Gutes Buch, jedoch der Autor hätte noch einen Lektor darüber lesen lassen sollen.“ Willst Du wirklich solche Rezensionen unter einer Veröffentlichung mit deinem Namen lesen? Eigentlich wäre es doch sehr schade, um die ganze Mühe, die Du Dir mit deinem Werk gemacht hast? So ist es an der Zeit, wieder einen guten alten Freunden kennenzulernen: Konrad Duden.

Drei Schritte beim Lektorat für Romane

Doch wie sollte ein Autor bei einem Lektorat vorgehen? Ein Verfahren in drei Schritten kann gewährleisten, dass am Ende ein möglichst fehlerfreier Text steht. In einem ersten Schritt solltest Du dein „fertiges“ Buch lesen und immer wieder lesen, um möglichst viele Fehler in Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung auszumerzen. Hast Du an einigen Stellen Zweifel, wie es zum Beispiel bei der Kommasetzung aussieht, frage Freunde und Bekannt um Hilfe. Dazu gibt es verschiedene Seiten und Foren im Internet, wo man Zweifelsfälle diskutieren kann. Zum einem Lektorat gehören natürlich auch die Verbesserung der Stilistik und das Auffinden von logischen Fehlern. Feile ruhig noch etwas an einzelnen Formulierungen, auch wenn Du auf der Jagd nach Rechtscheibfehlern bist, dies wird deinem Text gut tun. Erst wenn Du das Gefühl hast, mehr keine Fehler zu finden, kannst Du dein Buch zum Lektorat an eine zweite Person geben.

Vielleicht hast Du einen guten Freund oder Bekannten, der das Korrekturlesen deines Romans übernehmen kann. Natürlich sollte dieser einigermaßen felsenfest in der deutschen Sprache sein. Im Regelfall dürfte es dann so laufen: Die Person dürfte beim Lektorat deines Romans noch eine größere Anzahl von Fehlern finden. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn man ist gegen seine eigenen Fehler betriebsblind. Sicherlich bleiben bei der Korrektur des Buches noch einige Fehler unentdeckt. Wer ein weitgehend perfektes Manuskript möchte, sollte sich an einen Lektor wenden.

Hier wären wir beim besagten dritten Schritt auf dem Weg zum fehlerfreien Text, welcher vor allem für Self-Publisher gedacht und sinnvoll ist. Wer sein Buch in Eigenregie veröffentlichen möchte, sollte zumindest über ein professionelles Lektorat nachdenken. Dies ist natürlich eine Kostenfrage. Im folgenden Abschnitt erfährst Du, was ein Lektor in etwa kostet und wie man den Preis für das Lektorieren berechnen kann. Wer sein Manuskript an einen Verlag schickt, sollte sich diesen dritten Schritt sparen. Kann man mit seinem Roman einen Buchverlag oder Literaturagenten überzeugen, erfolgt im Regelfall ein kostenloses Lektorat oder zumindest Korrektorat. Sollte der Verlag hingegen vor der Veröffentlichung Geld hierfür verlangen, sollten bei Dir die Alarmglocken klingeln. Möglicherweise bist Du an einen der berüchtigten Zuschussverlage geraten.

Was kostet ein Korrektorat oder Lektorat für Autoren?

Es sind bereits die Begriffe Korrektorat und Lektorat gefallen. Bevor man überhaupt über die Preise für ein professionelles Lektorat redet, sollte man die Unterschiede kennen. Ein Korrektorat umfasst im Regelfall die Durchsicht von Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Ein Lektorat eines Romans geht noch wesentlich weiter. Hier erfolgt eine Überprüfung auf inhaltliche und logische Fehler, dazu stehen einzelne Formulierungen und die Stilistik auf dem Prüfstand. So ist es nicht verwunderlich, dass diese umfassende Form der Textkorrektur teurer als ein Korrektorat ist. Ein mittlerer Preis für ein Lektorat liegt bei 6 bis 7 Euro pro Normseite. Damit Du einschätzen kannst, was Dich ein professioneller Lektor kosten würde, musst Du die Zeichenzahl deines Buches auf Normseiten umrechnen.

Normseite
Die Normseite mit 1800 Zeichen aus dem Schreibmaschinenzeitalter, Bild © by Tim Reckmann / pixelio.de

Eine klassische Normseite umfasst 1800 Zeichen mit Leerzeichen. Dies entspricht einer Buchseite mit 30 Zeilen á 60 Zeichen (etwa 300 Wörter). Diese Definition stammt noch aus der Zeit der Schreibmaschinen, wo man eine Seite von oben bis oben vollgeschrieben hat. Die VG Wort sieht eine Standardseite mit 1800 Zeichen als nicht mehr zeitgemäß und definiert die Normseite mit 1500 Zeichen mit Leerzeichen. An dieser Definition orientieren sich heute viele Lektorate und Übersetzer. Damit Du die Kosten für ein Lektorat deines Romans richtig einschätzen kannst, musst Du dein Manuskript in Normseiten umrechnen. Dazu nimmst Du bei Word einfach die Zeichenzahl mit Leerzeichen (unter Wörter zählen) und teilst diese durch 1500. Schon hast Du die Anzahl der Normseiten ermittelt.

Doch bevor Du überhaupt eine Normseite ermittelst, solltest Du Dich beim Dienstleister erkundigen, wie dieser eine solche Seite definiert. Diese Informationen findet man im Regelfall auf der Internetseite des Anbieters. 1500 Zeichen sind die Definition der VG Wort. Doch einige Lektorate rechnen auch mit 1600 Zeichen oder mit 250 Wörtern pro Normseite. Doch nun haben wir genug über Zeichenzahlen philosophiert. Was würde nun das Lektorat eines Buches mit 300 Normseiten kosten. Bei 6 Euro pro Seiten wären dies 1800 Euro. Bei einem Korrektorat sind die Kosten einige hundert Euro niedriger. In jedem Fall ist es ein stolzer Preis für einen Self-Publisher, der seinen ersten Roman vielleicht in einer Auflage von 400 Exemplaren verkauft.

Möchtest Du für die Korrektur deines Buches nicht so tief in die Tasche greifen, gibt es eine interessante Alternative. Im Internet findet man eine Vielzahl von ehrenamtlichen Lektoren, welche jungen Autoren gerne weiter helfen. Einen solchen Service bietet auch die Leselupe an. Hierbei handelt es nicht um ein professionelles Lektorat. Vielmehr steht das inhaltliche Rezensieren wie ein Austausch zwischen Autor und Lektor im Vordergrund, der für beide Seiten vor allem Spaß an der literarischen Arbeit bedeutet.

Ein Lektorat ist wichtig

In diesem Beitrag wurde das Thema Lektorat ausführlich behandelt. Vielleicht findest Du es übertrieben, deinen Roman in drei Schritten zu korrigieren. Hinzu kommt noch die Frage der Kosten für einen professionellen Dienstleister. Doch es ist wichtig, dass Du nach einer gründlichen Überarbeitung deines Werkes es zumindest noch eine zweite Person lesen lässt. Bekanntlich ist man gegen seine eigenen Fehler betriebsblind. Lasse dieser Person ausreichend Zeit für die Korrekturen. Du hast vielleicht über ein Jahr an deinem Buch geschrieben und kannst nun nicht einige Wochen auf die Textkorrektur warten?

Dieser Ratgeber soll alle Autoren ein wenig für die Bedeutung eines Lektorats sensibleren. Mit einem Roman mit wenigen Fehlern steigen die Chancen auf eine Veröffentlichung im Verlag. Um es deutlicher zu formulieren: Erst dann besteht die Chance auf eine Veröffentlichung. Oder würdest Du dich als Verlagslektor längere Zeit mit einem Manuskript mit Fehlern in Grammatik und Rechtschreibung widmen, wenn auf deinem Schreibtisch so viele Einsendungen liegen, dass das Wort rechtzeitiger Feierabend zur Utopie wird? Auch als Self-Publisher solltest Du auf einen möglichst fehlerfreien Text achten. Eine oberflächliche Überarbeitung des eigenen Romans rächt sich spätestens bei den Rezensionen. Ob man Geld in ein professionelles Lektorat investieren möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden.