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Monat: Oktober 2016

Eine Buchidee finden – Tipps für Autoren

Eine Buchidee finden – Tipps für Autoren

Am Anfang eines jeden Romans steht die Buchidee. Doch wie findet man eine gute Idee für ein Buch? Man muss grundsätzlich eins sagen: Den meisten Autoren dürfte es nicht an Ideen fehlen, Dir dürfte es genauso gehen. Häufig kommt die Romanidee ganz von alleine und ist für viele Menschen erst der Anlass, mit dem Schreiben zu beginnen. Doch reicht ein Geistesblitz bereits für einen Roman mit 200 oder 300 Seiten? Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten. Kannst Du den Handlungsstrang deiner Romanidee grob ausformulieren und zumindest eine DIN-A4-Seite damit füllen. Oder wird es vielleicht noch umfangreicher? Gratulation, dann hast Du offenbar  eine passende Idee für ein Buch gefunden. Solltest Du hingegen deine gute Not haben, deinen Geistesblitz näher auszuformulieren, dann reicht es vielleicht nur für eine Kurzgeschichte.

Inspiration
Oft bringt uns ein Geisblitz eine tolle Buchidee, Bild © by Peter Bast / pixelio.de

Hast Du deine Buchidee gefunden, ist es wichtig, dass sie Dir gefällt und Du voll dahinter stehst. Schreibe auf jeden Fall über ein Thema, welches Dir gefällt. Beim Schreiben von Romanen ist es nie wirklich sinnvoll, aktuellen Trends hinterherzulaufen. Trends können nämlich sehr schnell wieder Geschichte sein. Dazu ist es nicht ratsam zum Beispiel ein Buch über SM zu schreiben, wenn einem das Thema nicht liegt und man nur auf ein erfolgreiches Buch spekuliert.

Inspirationsquellen für eine Buchidee

Doch wie findet man nun eine Romanidee, wenn der Geistesblitz völlig ausbleibt. Es gibt eine ganze Reihe von Inspirationsquellen, um eine passende Idee für sein Buch zu finden. Das erste Werk vieler Autoren hat häufig einen autobiographischen Hintergrund. Dies ist sicherlich ein Weg, eine passende Romanidee zu finden, jedoch nicht die einzige Möglichkeit.

– autobiographische Erlebnisse und Familiengeschichten: Gerade im ersten Roman verarbeiten viele Schriftsteller autobiographische Stoffe. Manche Autoren nutzen auch Familiengeschichten für ihre Buchidee. Mit einem solchen Thema sollte man genügend Material für ein ganzes Buch haben. Bei autographischen Inhalten als Romanstoff besteht jedoch immer die Gefahr, dass man sich rechtlich angreifbar macht. Darfst Du zum Beispiel deine gescheiterte Beziehung  ausführlich in einem Roman verarbeiten, ohne dass dabei Persönlichkeitsrechte verletzt werden? Oder wie verhält es sich, wenn Du über dein näheres Familienumfeld schreibst? Dies sind alles Fragen, welche im Einzelfall nur ein Anwalt für Medien- und Urheberrecht beantworten kann.

– Bücher, Film und Fernsehserien: Eine große und gute Inspirationsquelle für eine Buchidee bilden Romane. Du kannst Dich von der Handlung eines Buches inspirieren lassen. Vielleicht hast Du vor kurzem ein Buch gelesen, welchem Du von Anfang an eine völlig andere Handlung gegeben hättest. Oder eine Nebenhandlung inspiriert Dich und Du könntest darüber ein ganzes Buch schreiben. Es kann auch Sinn machen, einen ganzen Roman in eine andere Zeit zu versetzen. Wie würde Romeo und Julia als SF funktionieren, wenn beide Liebenden zu zwei verfeindeten Rassen gehören. Oder wir verfrachten eine Figur wie Harry Potter mitten ins tiefe Mittelalter an eine strenge  Klosterschule. Wie würde man da wohl auf seine Zauberkräfte reagieren und welche Probleme hätte er als Zauberer. Neben Büchern können Filme und Fernsehserien ebenso eine Buchidee liefern.

In historischen Archiven kann man eine Idee für einen Roman finden, Bild © by MF / pixelio.de
In historischen Archiven kann man eine Idee für einen Roman finden, Bild © by MF / pixelio.de

– Historische Ereignisse, Quellen und Berichte: Interessierst Du Dich für historische Stoffe und Motive? Dann kommt jetzt deine Inspirationsquelle. Zahlreiche Buchideen basieren auf historischen Quellen. Vielleicht interessierst Du Dich besonders für eine Epoche oder eine historische Person. Dies könnte ein Ausgangspunkt für eine Romanidee sein. Auch historische Quellen und Berichte bieten eine ausgezeichnete Grundlage für ein Buch. In faktisch jeder Unibibliothek der Historiker findest Du einen Quellenlesesaal. Dort gibt es zum Beispiel Reiseberichte oder andere Zeitquellen. Ein solcher Lesesaal kann sich als wahre Fundquelle für eine Buchidee entpuppen. Gerade wer einen historischen Roman schreiben möchte, findet hier geeignete Motive für ein Buch. Solltest Du dich für einen historischen Stoff als Buchidee entscheiden, dürftest Du für die Recherche für deinen Roman noch einige Stunden in der Bibliothek verbringen.

– Zeitungsmeldungen und Zeitschriften: Auch in Zeitungen und Zeitschriften kann man eine passende Buchidee finden. Hier kann es sinnvoll sein, Zeitschriftenarchive in einer Bibliothek auf der Suche nach Inspiration durchzuschauen. Es gibt noch immer Bibliotheken, welche ganze Jahrgänge gebundener Tageszeitungen in den Regalen haben. Das Schleppen solcher Bände zum Lesetisch ist nicht nur ein ausgezeichnetes Fitnesstraining, gerade Krimiautoren könnten hier fündig werden und eine Romanidee entdecken. Vielleicht stößt Du ja auf einen 10 Jahre alten Artikel über einen Mordfall, welche Dich inspiriert. Oder Du bist kein Krimiautor, findest aber eine andere spannende Geschichte aus dem wirklichen Leben in einer alten Zeitung oder Zeitschrift. Auch hier solltest Du darauf achten, wie bei einem autobiographischen Roman keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen.

– Klassische Motive und Themen neu verarbeitet: Es ist immer wieder reizvoll, ein klassisches Thema der Literatur völlig neu zu bearbeiten. Die Neuinterpretation von Romeo und Julia war nur ein Beispiel. In der Literatur tauchen immer die gleichen Motive auf und sie werden immer wieder neu bearbeitet. Wie oft wurde schon über unerfüllte Liebe, Bruderstreit, vertauschte Kinder oder Dreiecksbeziehungen geschrieben. Doch immer haben die Autoren diesen Motiven ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Willst Du über nach der Geburt vertauschte Kinder schreiben, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeit, diese Buchidee umzusetzen. Dein Roman kann eine Tragödie oder Komödie werden, je nachdem wie Du den Stoff interpretierst.

Mit diesen Inspirationsquellen sollte eigentlich jeder Autor eine Buchidee finden. Hast Du hingegen noch immer keine Idee, worüber Du schreiben kannst, können auch einzelne Kreativitätstechniken weiterhelfen. Es gibt eine Reihe von Techniken, mit welchem man Ideen für Romane aber auch Kurzgeschichten, Charakternamen oder auch Projekte finden kann.

Die perfekte und einmalige Buchidee gibt es nicht

Der Abschnitt über die Motive deutet es bereits an: Es gibt nur selten völlig neue Romanideen. Es gibt vielmehr eine größere Anzahl von literarischen Themen, welche in verschiedenen Variationen immer wieder neu bearbeitet werden. Am denke nur an „Ein ganzes halbes Jahr“ von Joyo Moyes. Immer wieder konnte man lesen, dass der Roman letztendlich nur eine Kopie des Filmes „Ziemlich beste Freunde“  wäre und Moyes hier einfach eine Liebesgeschichte daraus gemacht hat. Auch wenn Ähnlichkeiten vorhanden sind, greift diese Kritik letztendlich ins Leere. Joyo Moyes hat der Geschichte von Lou und Will eben Ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Wäre der Roman dazu einfach eine freche Kopie, wäre das Buch sicherlich nicht so erfolgreich.

Jeder Autor muss seiner Buchidee seinen ganz individuellen Stempel aufdrücken. Ein gutes Buch lebt von der Umsetzung der Geschichte, dem Schreibstil des Autors und den Figuren. Denn mit einer tollen Buchidee alleine kann man noch keinen Verlagslektor überzeugen.