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Autor: Marius

Ein Buch schreiben – Wie erreiche ich den Leser?

Ein Buch schreiben – Wie erreiche ich den Leser?

Die Rhetorik hat eine Vielzahl von Strategien entwickelt, wie man den Zuhörer erreicht. Viele dieser Strategien lassen sich direkt auf den Leser übertragen. Wie erreichst Du den Leser mit deinem Roman? Dieser Beitrag behandelt vier Tipps aus der antiken Rhetorik, welche bis heute aktuell sind und Dir helfen sollen, dein Buch genauer auf deine Zielgruppe auszurichten. Ein kleiner Exkurs soll verdeutlichen, warum es überhaupt sinnvoll ist, sich mit einer Theorie aus der Antike zu beschäftigen. Zahlreiche antike Reden waren Prozessreden vor Gericht, es ging darum, die Richter zu überzeugen und für sich zu gewinnen. Eine ganz zentrale Rolle spielte die Erzählung (narratio) des Falles. Bei der Darlegung des Sachverhaltes wurde der Fall (z. B. ein Mordfall, Korruption oder Betrug) in allen Details vorgetragen. Häufig ging es darum, das Mitleid der Richter zu erregen oder Wut auf den Angeklagten hervorzurufen. Um die Adressaten zu erreichen, wurde eine ausführliche und ausgeklügelte Theorie entwickelt.

Leser erreichen
Wie erreiche ich Leser? – Die Rhetorik hat Strategien entwickelt, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Die antike narratio-Theorie ist der Kern der späteren Erzähltheorie in Literaturwissenschaft und Poetik. Ganz viele Strategien der antiken Rhetorik lassen sich auf das Schreiben von Büchern und auf die Leserschaft übertragen. Das Erreichen von Zuhörer und Leser funktioniert mit den gleichen Techniken. Damit man mit seiner Erzählung den Adressaten überzeugt, kennt die antike Rhetorik vier Tugenden: Angemessenheit (aptum), Sprachrichtigkeit (latinitas), Klarheit (perspicuitas) und Stilmittel (ornatus). Wenn Du diese vier Tugenden beim Schreiben deines Romans einhältst, kannst Du deinen Leser wesentlich besser erreichen.

Angemessenheit – Die Zielgruppe beachten

Kennst Du eigentlich die Zielgruppe deines Romans? Hast Du ein klares Bild davon, für wen Du schreibst? Bevor Du überhaupt mit dem Schreiben beginnst, solltest Du Dir über dein Genre und deine Leser klar werden. Ein Kinderbuch stellt ganz andere Anforderungen als ein Krimi oder Erotikroman. Jedes Genre folgt bestimmten Regeln und sie solltest Du als Autor kennen. Angemessenheit heißt, dass Du die richtigen Mittel wählst, um deine Leser zu erreichen. Dies lässt sich an zwei Beispielen erläutern. In einem Kinderbuch ist es sinnvoll, eine leicht verständliche Sprache zu wählen und Fremdwörter wie auch Anglizismen zu vermeiden. In der modernen Kinderliteratur ist es dazu nicht üblich, dass der Konflikt im Handlungsverlauf durch Mord und Totschlag gelöst wird.

Schreibst Du wiederum Fantasy, sind ganz andere Mittel angemessen, um Konflikte im Handlungsverlauf zu lösen. Du kannst den Leser auch mit einem pathetischen Schreibstil erreichen. Selbst altertümliche Wörter wie „Altvordere“ oder „holde Maid“ dürften bei der Leserschaft Gefallen finden. Wer einen Roadmovie als Roman schreibt und dort unterwegs eine „holde Maid“ abschleppen möchte, wird nicht ganz den Geschmack seiner Leser treffen. Quintilian, der erste Rhetorik-Professor der Geschichte, hat es in seinem Hauptwerk (Ausbildung des Redners) sehr schön auf den Punkt gebracht. Man solle nicht den Fehler begehen „Erhabenes mit Niedrigem, Altes mit Neuem, Poetisches mit Gewöhnlichen zu vermischen; […]“ (Quint. VIII, 3, 60)

Quintilian rät von einer Vermischung des Sprachstils ab, weil man so häufig gegen die Regeln des Genres verstößt und am Ende seine Leserschaft nicht erreicht. Aus diesem Grund raten auch viele Verlagsexperten von Genremix ab. Mit einem Genremix will man es besonders vielen Lesern recht machen und erreicht man Ende keine klare Zielgruppe. In manchen Ratgebern wird der Genremix auch als klassischer Fehler beim Buch schreiben benannt.

Sprachrichtigkeit – Ein fehlerfrei Text im üblichen Sprachgebrauch

Die Angemessenheit ist die Haupttugend in der Antike für die Erzählung, dem aptum sind die drei weiteren Tugenden untergeordnet. Bevor sich ein angehender Redner in der Antike überhaupt mit Themen wie Argumentationstheorie oder Redeaufbau beschäftigen konnte, durchlief er die Grammatikschule. Es wäre undenkbar gewesen, eine politische Rede in falschem Griechisch vor der Volksversammlung zu halten. Korrekte Rechtschreibung und Grammatik in einem Buch sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, wirst Du jetzt sicherlich bemerken. Doch wie viele Texte gibt es im Internet, welche von Fehler strotzen? Auch mancher Self-Publisher nimmt es mit dem Lektorat nicht so ernst. Verlage können ein Lied davon singen, wie viele fehlerhafte Manuskripte sie am Tag bekommen. Auch dies gehört zur Angemessenheit, einen Buchverlag eine fehlerfreie Textprobe und ein korrektes Exposé zu schicken. Nur so hat man überhaupt eine Chance auf eine Veröffentlichung.

Das Thema Lektorat ist nicht wirklich beliebt bei den Autoren. Wenn Du dein Buch als Self-Publisher veröffentlichen möchtest, lese es schon während des Schreibens immer und immer wieder Korrektur. Wenn dein Manuskript fertig ist, gib es einer weiteren Person zur Korrektur, es muss nicht zwangsläufig ein professioneller Lektor sein. Es reicht ein Freund oder Bekannter, der mit Rechtschreibung und Grammatik vertraut ist. Es geht darum, möglichst viele Fehler zu finden. Der Leser wird es Dir am Ende danken und positive Rückmeldungen (durch gute Rezensionen) sollten nicht ausbleiben.

Lektorat
Der Duden als wichtigste Orientierung für eine moderne Sprache, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

Die antike Tugend latinitas meint nicht nur Sprachrichtigkeit im Sinne von korrekter Grammatik und Rechtschreibung. Es geht auch um eine angemessene Wortwahl, welche sich am modernen und geläufigen Sprachgebrauch orientiert. Auch hier hat Quintilian einen wertvollen Rat parat, um den Leser zu erreichen. Im ersten Teil eines Hauptwerkes, der die Grammatik behandelt, heißt es, man solle sich am üblichen Sprachgebrauch orientieren, „denn es wäre fast lächerlich, die Redeweise, wie die Menschen (früher) gesprochen haben, der Redeweise, wie man jetzt spricht, vorzuziehen.“ (Quint. I, 6, 43). Verstöße gegen diese Regeln sind möglich, wenn es der Angemessenheit entspricht.

Klarheit – Verständlicher Text und nachvollziehbare Handlung für den Leser

Die Entscheidung für einen modernen und geläufigen Sprachgebrauch hat viel mit der Klarheit zu tun. Der Text sollte für den Leser allgemein verständlich sein. Es heißt nicht, dass Du auf eine poetische Sprache verzichten musst oder deinen Roman in einer plumpen Alltagssprache schreibst. Für einen klar verständlichen Text solltest Du zum Beispiel auf regional gebräuchliche Begriffe, Fremdwörter, veraltete oder gekünstelte Wörter verzichten. Der Satzbau muss nicht so verschachtelt sein, dass der Leser jeden Satz zweimal lesen muss. Auch bei der Namenswahl spielt das Prinzip der Klarheit eine wichtige Rolle. Hast Du zum Beispiel Figuren mit sehr ähnlichen Namen, verwirrt dies den Leser vielleicht. Lassen sich komplizierte Namen nicht vermeiden, weil dein Roman in einem für deutsche Leser fremden Kulturkreis spielt, kann eine kleine Charakterübersicht am Anfang des Buches Abhilfe schaffen.

Das Thema der Klarheit spielt besonders in Fantasyliteratur und historischen Romanen eine Rolle. In einem Fantasyroman kann es den Leser verwirren, wenn eine Vielzahl von neuen Namen und Personen auf ihn einströmt. So kann es durchaus irritierend sein, wenn gleich im ersten Kapitel König Theokrates vom Bund von Alderney in seiner Hauptstadt Vexmor auf dem Thron sitzt. Er ist übrigens die mächtigste Person des Kontinents Cunaxa. Ein guter Fantasy-Autor weiß, wie er die zentralen Begriffe seiner erfundenen Welt einführt. Auch ein Schriftsteller historischer Romane hat das richtige Gefühl dafür, wann er bei historischen Details erläuternd eingreifen muss und wann sich Dinge von selbst erklären.

Zur Klarheit gehört es auch, logische Fehler im Handlungsaufbau zu vermeiden. Wenn Du deinen Roman Korrekturlesen lässt, bitte die Person ebenso darum, auf Logikfehler in deinem Buch zu achten. Entscheidest Du Dich für ein professionelles Lektorat, wird der Lektor auch logische Fehler in deinem Manuskript vermerken. Über dem Prinzip der Klarheit steht erneut die Angemessenheit. Schreibst Du zum Beispiel einen regionalen Krimi, ist es sogar erforderlich regional gebräuchliche Wörter zu verwenden. Das Beispiel mit veralteten Wörtern in Fantasy-Literatur hatten wir bereits.

Stilmittel – Sprachfiguren durchaus erwünscht

Mit rhetorischen Stilmitteln kann man ganz Bücher füllen und dies wurde in der Vergangenheit auch mehrfach gemacht. Hier ist die Frage, ob es heute noch angemessen ist, seinen Text mit Metaphern, Alliterationen und Inversionen zu überfrachten und auszuschmücken. Kann man heute so Leser noch erreichen? Literatur ist keine Alltagssprache und bedient sich nie einfacher Worte. Wenn Du aktuelle Romane zur Hand nimmst, findest Du dort häufig Sprachfiguren, sicherlich dezenter eingesetzt wie in anderen Literaturepochen. Auch in diesem Fall hilft die antike Rhetorik weiter. So unterscheidet die Theorie zwischen einem schlichten, mittleren und erhabenen Stil.

Stilmittel
Stilmittel – Nur noch etwas für das Poesiealbum, Bild © by Ilse Dunkel (ille) / pixelio.de

Der schlichte Stil eignet sich für die Lehre und zeichnet sich durch einen treffsicheren wie prägnanten Ausdruck aus. Wer Lehrbücher schreibt, sollte diesen Sprachstil wählen. Beim pathetischen und erhabenen Stil geht es um starke Affekterregung und Gegenstände von hoher Bedeutung. Dieser Sprachstil kommt zum Beispiel in großen politischen Reden zum Einsatz. Der mittlere Sprachstil dient der Unterhaltung der Zuhörer wie Leser und hierzu gehört die Literatur. Es geht um einen Schreibstil, der keine Alltagssprache für belanglose Dinge wie einen Einkauf oder Gespräche über das Wetter ist. Denke immer daran, dein Buch behandelt keine Belanglosigkeiten, sonst würdest Du deine Geschichte nicht erzählen.

Bemühe Dich um eine ansprechende und unterhaltsame Sprache, mit welcher man den Leser erreichen kann. Es geht nicht darum, künstlich und geplant Sprachfiguren zu setzen. Es ist letztendlich dein eigener Schreibstil, der die Figuren aus deiner Feder fließen lässt. Um es abschließenden mit den Worten von Quintilian zu sagen, der den mittleren Sprachstil wie folgt umschreibt: „wie ein Strom, der ruhiger und zwar in klarem Licht, aber an seinen Ufern von grünenden Wäldern beschattet dahinströmt.“ (Quint. XII, 10, 60). Mancher Autor würde sich über einen solchen stetigen Schreibfluss freuen.

Den Leser mit den vier Prinzipien erreichen

Für die antike Rhetorik sind Angemessenheit, Sprachrichtigkeit, Klarheit und Stilmittel die vier Tugenden für eine überzeugende Erzählung. Bei genauer Betrachtung sind die recht alten Strategien, um Zuhörer und Leser zu erreichen von erstaunlicher Aktualität. Orientierst Du Dich bei deinem Roman an diesen vier Prinzipien, sollte es für Dich wesentlich leichter sein, deine Zielgruppe zu erreichen. Überlege Dir genau, welche Personen Du ansprechen willst und halte die Regeln deines Genres ein. Mit einer korrekten, verständlichen und ansprechenden Sprache solltest Du den Leser erreichen. Dies ist leicht gesagt, doch bereits die Antike sah im Verfassen der Erzählung die größte Herausforderung. Letztendlich kann Dir die Theorie nur helfen und Ideen bieten, die Umsetzung ist die Kunst des Autors.

Lebendige Charaktere entwickeln – 5 Tipps für Autoren

Lebendige Charaktere entwickeln – 5 Tipps für Autoren

Wie entwickelst Du überzeugende und lebendige Charaktere für deinen Roman? Im Internet und in Autorenratgebern findet man hierzu eine Vielzahl von Tipps. Dabei gibt es kein Rezept oder einen Baukasten für lebendige Romanfiguren. Wer wissen will, wie man einen überzeugenden Helden entwickelt, schaut sich am besten unsterbliche Charaktere aus der Literatur an. Es gibt eine Vielzahl von fiktiven Romanfiguren, welche uns gerade wie lebende Personen erscheinen und von Autoren meisterlich entwickelt wurden.

Charaktere
Mit unseren fünf Tipps werden Charaktere keine Schatten ihrer selbst, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Dieser Beitrag beschäftigt sich vor allem mit der Entwicklung von Hauptcharakteren. Es geht darum, wie Du eine besondere und unverkennbare Figur für dein Buch entwickelst. Der Leser soll mit deinem Helden mitfühlen, sich über seine Rückschläge ärgern und seine Fortschritte bejubeln. Es geht um die Entwicklung des ganz besonderen Charakters. Er hebt sich von den anderen Figuren ab und Du gibst deinem Roman eine unverkennbare Note.

1. Entwickle einen aktiven Helden

Ein überzeugender Romancharakter ist kein passiver Charakter, auf diese kurze Formel kann man es bringen. Der Hauptcharakter deiner Geschichte ist der Held, er muss die Handlung aktiv vorantreiben. Ein passiver Held ist letztendlich eine schwache Figur und gewinnt die Sympathie der Leser nicht. Dabei geht es nicht um eine perfekte Romanfigur, welche problemlos alle Hindernisse aus dem Weg räumt. Dein Held kann und soll sogar Schwächen haben. Es ist vielmehr wichtig, dass dein Buchcharakter sich dem Konflikt stellt und alle Energie aufwendet, die Handlung des Romans voranzutreiben. Nur so können Charaktere eine Entwicklung durchmachen.

Passive Charaktere kommen beim Leser nicht gut an , Bild © by MF / pixelio.de

Eines der schönsten Beispiele für einen Helden, der mit Energie auf sein Ziel zustrebt, ist Frodo aus dem Herrn der Ringe. Obwohl der Ring seinen Willen immer mehr beherrscht und mit jedem Schritt etwas schwerer wird, bewegt er sich auf den feurigen Berg zu und vernichtet den Ring am Ende. Auch Don Quijote ist ein gutes Beispiel für einen aktiven Charakter. Auch wenn ihn die Realität immer wieder böse Streiche spielt und Sancho Panza keine echte Hilfe ist, stellt er sich dem Konflikt und wirklich jeden Konflikt im Roman von Cervantes. Du siehst bereits an diesen Beispielen, aktive Helden müssen nicht perfekt sein und wirklich lebendige wie auch sympathische Figuren sind es auch nicht.

2. Verzichte bei Charakteren auf Stereotypen

Wenn Du deine Romanfigur entwickelst, ist es ratsam nicht mit Stereotypen zu arbeiten. Im Krimi kennt man besonders viele Stereotypen. Hierzu gehören zum Beispiel Draufgängertypen, der tollpatschige Anfänger, Wissenschaftler oder halbkriminelle Ermittler. Du kannst Dir denken, wie viele Geschichten in der Vergangenheit mit solchen Charakteren geschrieben wurden, welche letztendlich immer gleich und damit austauschbar sind. Eine blasse und auswechselbare Figur möchtest Du sicherlich nicht als Hauptcharakter in deinem Buch haben. Doch Du kannst bei deiner Figur mit den Stereotypen spielen und aus typischen Charakterzügen etwas völlig Neues erschaffen.

Wie so etwas funktionieren kann, verdeutlicht eine kleine Geschichte aus der Antike. Zeuxis von Herakleia war griechischer Maler etwa im 4 Jahrhundert v. Chr. Er erhielt den Auftrag, Helena für den Tempel von Kroton zu malen. Der Auftrag war im gewissen Sinne anspruchsvoll, schließlich ging es darum, die schönste Frau der Antike ohne Vorlage zu malen. Doch Zeuxis hatte eine Idee und ließ die fünf schönsten jungen Frauen von Kroton rufen. Die Mädchen hatten auf ihre Art eine perfekte Seite, Zeuxis kombinierte dies und schuf daraus das Bildnis der Helena. Hier liegt eine interessante Kombinationstechnik vor, welche Du auch für Charaktere nutzen kannst. Es wäre ebenso denkbar, dass Du Charakterzüge von stereotypen Figuren niederschreibst, diese kombinierst und damit experimentierst.

3. Gibt deiner Romanfigur ein unverkennbares Merkmal

Viele Romanhelden haben eine Besonderheit, welche diese Figuren unverkennbar macht. Bei Sherlock Holmes ist es seine Tabakpfeife. Oskar Matzerath von Günther Grass wird durch seine Trommel charakterisiert. Harry Potter wiederum hat seine unverkennbare Brille und dazu eine Narbe auf der Stirn. Dann gibt es wiederum unverkennbare Paare wie Don Quijote und Sancho Panza. Diese Charaktere aus ganz unterschiedlichen Zeiten und Genre haben alle ein unverkennbares Merkmal. Es reicht schon ein Bild oder eine graphische Darstellung, damit man jede dieser Romanfiguren ganz einfach erkennen kann. Diese kleinen Besonderheiten sind eine Strategie, um einen lebendigen Buchcharakter zu gestalten.

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Gibt deiner Romanfigur ein unverkennbares Merkmal, Bild © by Hans-Joachim Köhn / pixelio.de

Oft reichen Kleinigkeiten, um eine Figur unverkennbar zu charakterisieren. Las hierbei etwas deine Fantasie spielen. Diese besondere Äußerlichkeit und dieses einzigartige Merkmal sollte nur für deinen Hauptcharakter oder ein Charakterduo deines Romans sein. Dadurch hebt sich dein Held von den anderen Charakteren deines Romans ab. Viele Autoren geben sich auch immer wieder sehr viel Mühe, besonders klangvolle Namen für ihre Romancharaktere zu finden und verwenden sehr viel Energie darauf. Doch man kann darüber streiten, ob eine Hauptfigur einen besonders klangvollen Namen braucht. Sind Charakternamen wie Sherlock Holmes oder Harry Potter besonders originell oder erscheinen sie uns so klangvoll, weil wir sie immer wieder gehört haben. Ein schöner Namen macht zumindest noch keinen lebendigen Charakter.

4. Charaktere sollen Schwächen haben

Neben einer unverkennbaren Besonderheit sollte deine Figur eine oder besser mehrere Schwächen haben. Dadurch wird der Romancharakter menschlich und für den Leser sympathisch. Es können Kleinigkeiten oder Macken sein. Doch diese Schwächen sollten für die Handlung von Bedeutung sein und den Charakter beim Erreichen eines Ziels im Weg stehen. Alibi-Schwächen wie die Angst vor Spinnen oder Flugangst, obwohl im ganzen Roman keine Spinne oder ein Flugzeug vorkommen, sind letztendlich Scheinschwächen und werden vom Leser eiskalt durchschaut. Es ist ratsam, dass Du deine Figur im Verlauf der Handlung einige Schwächen ablegen lässt und so eine Entwicklung stattfindet.

Ein schönes Beispiel für einen Charakter, der immer mit seinen Schwächen zu kämpfen hat, ist Pierre Besuchow aus Krieg und Frieden von Leo Tolstoi. Sein Hang zum übermäßigen Essen und Trinken behindert ihn immer wieder. Auch seine Gewohnheit auf einem adligen Gesellschaftsabend mehr dem Wein als seinen Gesprächspartnern, Aufmerksamkeit zu schenken, bringt ihn immer wieder in Schwierigkeiten. Erst gegen Ende von Tolstois Wälzer, wo sich Pierre in französischer Gefangenschaft befindet, beginnt er langsam diese Laster abzulegen. Wenn Du einfallsreich bist, kannst Du aus der Schwäche deines Romancharakters eine echte Stärke machen. John Franklin als Hauptfigur in Entdeckung der Langsamkeit (Sten Nadolny) macht sein Handicap im Verlauf des Romans zu einer Stärke, indem seine Schwäche der Langsamkeit besondere Ruhe und Genauigkeit entgegensetzt.

5. Erstelle ein Charakterblatt für deine Figuren

Es ist sinnvoll, für die wichtigsten deiner Figuren ein kleines Charakterblatt zu erstellen. Dort kannst Du alles notieren, was Dir wichtig erscheint. Hierzu können zum Beispiel die äußerlichen Merkmale, Eigenschaften oder die Vorgeschichte der fiktiven Figur gehören. Es ist ratsam dieses Charakterblatt immer zu pflegen und bei Bedarf zu erweitern. Selbst wenn Du nicht alle diese Details für dein Buch brauchst, gibst Du damit deinen Figuren auf diese Weise mehr Tiefe und so entstehen lebendige Charaktere. Perfektionisten sollten hier jedoch nicht übertreiben und zu viel Zeit in die Figurenentwicklung investieren.

Es gibt verschiedene Programme, welche Dir die Erstellung von Figuren-Datenbanken ermöglichen. Das bekannteste deutschsprachige Programm hierzu ist Papyrus Autor. Aus Österreich kommt Patchwork. Das Autorenprogramm bot zuletzt einen immer größeren Leistungsumfang. Viele Autoren schwören auf das englischsprachige Scrivener mit umfangreichen Funktionen für Schriftsteller. Die drei genannten Programme sind kostenpflichtig. Sucht Du nach einer kostenlosen Software, empfiehlt sich das englischsprachige yWriter. Auch mit diesem Programm kann man Charaktere verwalten. Doch wenn es Dir wirklich nur um eine Figuren-Datenbank geht, kannst Du selber Charakterbögen nach deinen Wünschen mit einem Textverarbeitungsprogramm erstellen. Selbst die gute alte Karteikarte kann diesen Zweck erfüllen. Du hast diese Karten dazu jederzeit griffbereit, selbst wenn Du nicht am Computer an deinen Roman arbeitest.

Nicht alle Figuren werden mit Autorenratgebern und am Schreibtisch entwickelt

Zu Beginn wurde es schon gesagt: Es gibt kein Rezept für gute Charaktere. Doch wenn Du diese fünf Tipps befolgst, wird der Held deines Romans überzeugender als die Figuren in vielen anderen Büchern. Dazu ist es nicht sinnvoll, alle Romancharakter am Schreibtisch zu entwickeln. Beobachte Menschen in deiner Umgebung. Lasse Dich von Freunden, Bekannten und Verwandten inspirieren. Auch wenn es etwas platt klingt: Das Leben schreibt die besten Geschichten und erfindet die originellsten Charaktere. Im Alltag findest Du sicherlich die richtige Inspiration und Ideen für Romanfiguren. Mit den 5 Tipps für lebendige Charaktere kannst Du dann eine Figur entwickeln, welche den Leser anspricht.

Einen Roman schreiben: Der Er-Erzähler als Erzählperspektive

Einen Roman schreiben: Der Er-Erzähler als Erzählperspektive

Bevor Du mit der Arbeit an deinem Roman beginnst, ist es sinnvoll sich über die Erzählperspektive Gedanken zu machen. Der Er-Zähler ist eine weit verbreitete Erzählform in der Literatur. Sicherlich hast Du einige Romane gelesen, welche in der Er-Form geschrieben wurden. Die Kurzgeschichten und Bücher (Der Prozess, Das Schloss) von Franz Kafka sind ausgezeichnete Beispiele für den Er-Zähler. Aus der Schulzeit kennst vielleicht noch Werke wie Berlin Alexanderplatz (Alfred Döblin) oder Das Parfüm (Patrick Süskind). Dabei gibt es durchaus Unterschiede beim Er-Erzähler, man denke nur an die beschränkte Erzählperspektive bei den Figuren von Kafka oder den allwissenden Erzähler im Roman von Süskind.

Er-Erzähler
Auktorialer (Süskind) vs. personaler Er-Erzähler (Kafka)

In der Erzähltheorie unterscheidet man hier zwischen dem personalen und auktorialen Er-Erzähler. Diese Typologie basiert auf der Theorie des Literaturwissenschaftlers Frank K. Stanzel. Die Erzählsituationen, wie sie Stanzel benennt, dienen vor allem für die Erzählanalyse und kommen häufig im Schulunterreicht zum Einsatz. Doch gerade für angehende Autoren ist es ratsam, sich etwas näher mit Erzähltheorie zu beschäftigen. Hier lernst Du viel über mögliche Erzählperspektiven für deinen Roman.

Der Erzähler in der Er-Form ist eine interessante Perspektive für Autoren. Du kannst deiner Figur über den personalen Er-Erzähler eine beschränkte Sicht auf die Welt geben oder Dich für einen allwissenden Erzähler entscheiden, welcher sich außerhalb deiner fiktiven Welt befindet. Im Gegensatz zum Ich-Erzähler ermöglicht die Perspektive in der Er-Form auch das Erzählen in einer Multiperspektive.

Der Er-Erzähler und die Varianten bei der Erzählform

Bei dieser Erzählperspektive kennt man zwei Varianten. Der auktoriale Erzähler ist allwissend und steht außerhalb der fiktiven Welt. Dieser Er-Erzähler ist nahezu gottgleich und hat deutlich mehr Wissen als jeder Charaktere des Romans. Er kennt alle Zusammenhänge der beschriebenen Welt wie auch der Figuren und kann so dem Leser eine Vielzahl von Informationen liefern. Dies geschieht im Regelfall durch Kommentare oder Vorausdeutung. In dieser Perspektive ist es häufig üblich, dass der Erzähler den Leser direkt anspricht. Welche Informationen Du jedoch an deine Leserschaft weitergibst, entscheidest letztendlich Du. Durch die allwissende Erzählform ist dazu auch problemlos möglich, in Rückblenden zu erzählen oder vorauszublicken.

Ganz anders ist wiederum die beschränkte Perspektive des personalen Er-Erzählers. Hier sieht der Leser die fiktive Welt durch die Augen einer Figur oder aus der Sicht mehrerer Charaktere. Man kann zwischen einer einfachen Perspektive und der Multi-Perspektive unterscheiden. Die Figuren haben die gleichen Informationen wie der Leser. Beschränkst Du Dich nur auf die Sichtweise einer Figur, kann dies mitunter monoton auf die Leser wirken. Die Multi-Perspektive erlaubt es wiederum, aus der Sicht einer Vielzahl von Figuren zu schreiben. Mit dem personalen Er-Erzähler in dieser Form ist es besonders einfach, die Orte der Handlung zu wechseln

Wie wirkt der Er-Perspektive auf die Leserschaft?

Wie der Er-Erzähler auf den Leser wirkt, hängt vor allem davon ab, ob Du Dich für die auktoriale oder personale Perspektive entscheidest. Mit der allwissenden Erzählform kannst Du den Leser direkt beeinflussen und seine Erwartung steuern. Dies geschieht im Regelfall durch Kommentare oder Andeutungen. Auf diese Weise lässt sich Spannung aufbauen. Du kannst zum Beispiel darauf hinweisen, dass die Charakter nicht ahnen können, in welcher Gefahr sie sich gerade befinden. Hat der Leser eine enge Bindung zu den Figuren, fiebert er mit den Charakteren mit. Beim auktorialen Er-Erzähler ist auch üblich, den Leser direkt anzusprechen. Die auktoriale Erzählform findet man häufig im historischen Roman (Krieg und Frieden von Leo Tolstoi) oder Gesellschaftsroman (Jahrmarkt der Eitelkeit von William Makepeace Thackeray). Hier kann der allwissende Erzähler als Außenstehender historische Ereignisse oder gesellschaftliche Entwicklungen kommentieren.

Beim personalen Er-Erzähler ist die Perspektive der Figuren beschränkt. Der Leser sieht alles durch die Augen einer Figuren oder mehrerer Figuren. Schreibst Du aus der Sichtweise nur eines Charakters, kannst Du Dich alternativ für den Ich-Erzähler in deinem Roman entscheiden. Diese Erzählform ist persönlicher, Du stehst dem Leser deutlich näher. Doch vielleicht ist dies gerade nicht deine Absicht. Ein personaler Er-Erzähler aus der Sicht eines Charakters kann Distanz zum Leser schaffen und dürfte auch nicht sympathisch wirken. Die Figuren von Kafka, der Autor ist ein Paradebeispiel für diese Erzählform aus einer Perspektive, sind sicherlich keine Sympathieträger.

Er-Erzähler
Der Er-Erzähler ermöglicht eine Multi-Perspektive, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Doch auch der Er-Erzähler aus der Multi-Perspektive ist eine interessante Erzählform. Hier erzählst Du aus der Sichtweise von einer Vielzahl von Figuren. Dazu ist es besonders einfach, immer wieder die Schauplätze der Romanhandlung zu wechseln. Spielt dein Roman an vielen Orten und hast Du eine Vielzahl von Figuren, kann diese Erzählperspektive Sinn machen. Auch diese Erzählsituation eignet sich gut für historische Romane. Ein Beispiel für den personalen Er-Erzähler mit Multi-Perspektive ist Quo vadis? von Henryk Sienkiewicz. Vom 17. bis 19. Jahrhundert war noch die auktoriale Perspektive bei historischen Romanen weit verbreitet. In der heutigen Literatur dominiert jedoch im Allgemeinen der personale Er-Erzähler. Die Welt des 21. Jahrhunderts ist kompliziert geworden, dies schlägt sich auch in der Literatur wieder und der allwissende Erzähler verliert zunehmend an Bedeutung.

Ein Buch schreiben: Der Ich-Erzähler als Erzählperspektive

Ein Buch schreiben: Der Ich-Erzähler als Erzählperspektive

Wer ein Buch schreiben möchte, sollte sich im Vorfeld über die Erzählperspektive klar werden. Der Ich-Erzähler gehört zu den beliebtesten Erzählformen in der Literatur. Diese Erzählperspektive ist Dir sicherlich schon in verschiedenen Büchern begegnet. Der Ich-Erzähler kommt besonders häufig im Bereich der Abenteuerliteratur vor. Bekannte Beispiele sind Robinson Crusoe von Daniel Defoe oder zahlreiche Romane von Karl May. Vielleicht erinnerst Du Dich auch noch an die klassische Literatur für den Schulunterricht wie die Ansichten eines Clowns (Heinrich Böll) oder Homo Faber (Max Frisch). Auch hier nutzt der Erzähler das Ich als Erzählperspektive.

„Beliebte“ Schullektüre mit dem Ich-Erzähler

Die hier beschriebene Erzählsituation wird Dir sicherlich in Teilen bekannt vorkommen und basiert weitgehend auf der Erzähltheorie des Österreichers Frank K. Stanzel. Die Typologie des Literaturwissenschaftlers ist jedoch nicht nur für den Schulunterricht und die Erzählanalyse von Interesse. Auch Du als Romanautor kannst von der Systematik viel lernen und bekommst einen Überblick über mögliche Erzählperspektiven.

Der Ich-Erzähler ist eine interessante und klassische Perspektive, wenn Du ein Buch schreiben möchtest. Hier wird die Geschichte aus der Sicht einer einzigen Figur erzählt. Das Geschehen des Romans ist immer da, wo sich der Erzähler befindet. Der Ich-Erzähler kann nicht wissen, was andere Charakter denken, sofern diese es ihm nicht mitteilen. Du kannst dabei entscheiden, ob Du deinem Leser die Innensicht deines Charakters (z.B. Gefühle, Gedanken) mitteilen möchtest. Es ist auch möglich, sich beim Schreiben des Buches ganz auf die Außensicht zu konzentrieren und keinen Einblick ins Innenleben zu gewähren.

Der Ich-Erzähler und Varianten bei der Erzählperspektive

Beim Ich-Erzähler gibt es verschiedene Varianten. Es gibt die Erzählperspektive des erlebten Ichs. Der Erzähler befindet sich mitten im Geschehen der Handlung und weiß nicht mehr als der Leser selber. Hier ist ein besonders emotionales Erzählen in Lesernähe möglich. Weiterhin kennt man in der Erzähltheorie das erzählende Ich. Hier blickt die Erzählfigur mit einer gewissen Distanz auf das Geschehen zurück. Diese Variante des Ich-Erzählers kann auktoriale Züge (allwissend) haben. Hier wird aus der Retrospektive erzählt, die Erzählfigur kann Andeutungen auf den weiteren Handlungsverlauf machen (Damals wusste ich noch nicht) oder es können Werturteile erfolgen. Ebenso muss der auktoriale Ich-Erzähler nicht zwangsläufig in linearer Zeitfolge erzählen.

Das Ich muss nicht die Hauptfigur in Roman sein, sondern kann auch eine Nebenfigur darstellen. So kann der Erzähler in einer Art Biographie, Chronik oder einem historischen Roman über eine andere Person berichten. Hier haben wir dann den sogenannten personalen Ich-Erzähler (was würde wir ohne die Systematik von Stanzel machen). Mit der personalen Erzählsituation wird eigentlich der Er-Zähler bezeichnet, da hier das Ich nicht die Hauptfigur ist, wählt man auch beim Ich-Erzähler diese Bezeichnung. Wie Du siehst, gibt es hier durchaus einige Varianten bei der Erzählperspektive.

Wie wirkt die Ich-Erzählperspektive auf den Leser?

Diese Erzählform gilt als besonders authentisch, Du stehst damit den Lesern sehr nah und kannst bei Wunsch einen Einblick ins Gefühlsleben der Figur geben. Es ist nicht verwunderlich, dass viele Autoren von Abenteuerliteratur eben diese Erzählperspektive gewählt haben, damit der Leser die Ereignisse direkt erleben kann. Ähnlich verhält es sich bei Krimis. Durch die Ich-Perspektive kann man zum Beispiel über einen Mordfall besonders spannenden schreiben, hier weiß der Charakter des Romans nicht mehr als der Leser und muss den Fall Schritt für Schritt aufklären. Auch im autobiographischen Roman spielt die Ich-Erzählsituation eine ganz zentrale Rolle. Entscheidest Du Dich für den auktorialen Ich-Erzähler, kannst Du durch kleine Andeutungen die Geschichte für den Leser spannenden machen. Du blickst dann aus der Retrospektiv auf die Handlung zurück.

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Mit der Ich-Perspektive ist der Leser Mitten im Geschehen, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Der Ich-Erzähler hat auch eine nicht zu unterschätzende Schwäche. Kann sich der Leser mit der Erzählfigur nicht anfreunden, weil die Figur unsympathisch oder unreif auf ihn wirkt, kann dies dazu führen, dass das Buch weglegt wird. Die Ich-Perspektive macht auch nicht bei jedem Romanthema Sinn. Hast Du zum Beispiel häufig wechselnde (weit entfernte) Schauplätze in deiner Handlung und eine Vielzahl von Figuren in deinem Roman, ist es wohl sinnvoll sich für den Er-Erzähler zu entscheiden. Ein Beispiel wäre Krieg und Frieden von Leo Tolstoi. Hier spielt die Handlung in Moskau, Petersburg, an der Front und an vielen weiteren Orten mit einer Vielzahl von Charakteren.

Der Roman von Tolstoi hätte sicherlich nicht die gleiche Wirkung beim Leser erzielt, hätte sich der russische Autor für einen Ich-Erzähler entschieden. Doch letztendlich entscheidest Du als Autor, welche Erzählperspektive Du wählst. Nimm Dir jedoch ausreichend Zeit das Für und Wider der einzelnen Erzählformen abzuwägen, bevor Du mit dem Schreiben an deinem Roman beginnst.

Wie schreibt man ein Exposé für einen Roman?

Wie schreibt man ein Exposé für einen Roman?

Wie schreibt man ein überzeugendes Exposé für sein Buch? Diese Frage beschäftigt viele Autoren, bevor sie ihren Roman an einen Verlag schicken. Einheitliche Vorgaben für die Inhaltsangabe zum eigenen Buch gibt es nicht. Informiert man sich in Schreibratgebern und auf Internetseiten über das Thema, findet man teilweise sogar widersprüchliche Angaben. Bevor Du Dich an dein Exposé machst, ist es sinnvoll, den französischen Begriff (frz. Darlegung) zu definieren oder sich der Begrifflichkeit etwas zu nähern. Wikipedia bringt es eigentlich sehr schön auf den Punkt: „Ein Exposé oder Exposee ist eine vorausschauende Inhaltsangabe eines literarischen Werks; es soll die Grundidee und den groben Handlungsverlauf vorstellen. Es ist meist nur einige Seiten lang und enthält weder Dialoge noch Einzelheiten. Es skizziert die Hauptfiguren oder gibt die thematische Grundlinie eines Buchs wieder.“ (Quelle: Wikipedia)

Exposé
Frust beim Exposé schreiben – Mit 5 Tipps zur Inhaltsangabe, Bild © by Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Das Online-Lexikon verdeutlicht in wenigen Sätzen, was die Inhaltsangabe eines literarischen Werkes ausmacht. Mit einem Exposé gibst Du die Haupthandlung deines Romans und auf 2 bis 3 Seiten die Essenz deines Buches wieder. Beim Schreiben des Romanexposés solltest Du Dich nicht nur auf eine reine Inhaltsangabe konzentrieren, sondern den Lektor tatsächlich die Grundidee deines Werkes vermitteln. Beim Schreiben der 2 bis 3 Seiten sollte man auch den Zweck nicht aus den Augen lassen. Das Exposé soll dem Lektor vor allem vermitteln, ob dein Roman für das Verlagsprogramm relevant ist und sich verkaufen lässt.

Es wurde bereits erwähnt, es gibt keine verbindlichen Vorgaben oder gar einen Standard für ein Romanexposé. Du kannst Dich jedoch an einige Richtlinien halten, womit deine 2 bis 3 Seiten mehr Beachtung gewinnen und sich die Chance auf eine Veröffentlichung erhöht.

Die Anforderungen der Verlage an das Exposé beachten

Bevor Du überhaupt mit dem Schreiben eines Exposé beginnst, informieren Dich beim Verlag, welchen Du anschreiben möchtest, über die Anforderungen. Auf der Internetseite des Buchverlages könnte zum Beispiel stehen, dass ein Buchexposé nur zwei Seiten umfassen soll. Dies ist mitunter hart. Viele Autoren sind bereits der Ansicht, dass schon drei Seiten eigentlich viel zu wenig für ein Exposé sind. Manche Verlage machen dazu nähere Angaben, was sie von der Zusammenfassung eines Romans erwarten. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Piper Verlag aus München. Es gibt übrigens auch keinen Bonus für besonders umfangreiche Werke. Einen Wälzer von 800 Seiten muss man ebenso auf 2 bis 3 Seiten zusammenfassen wie ein Buch mit 250 Seiten.

Beachte die Vorgaben des Verlegers, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es ist nicht empfehlenswert, mit der Schriftart oder Schriftgröße zu tricksen. Schreibst Du dein Exposé in Schriftgröße 10, sind die 2 bis 3 Seiten vielleicht kein so großes Problem. Dies wir noch einfacher, wenn deine Seite 40 Zeilen umfasst. Dies mag jetzt etwas überspitzt klingen, aber Lektoren dürften solche Tricksereien nicht gefallen.

Äußere Form und Stil beachten

Es gibt keine äußeren Vorgaben an ein Romanexposé. Es empfiehlt sich jedoch, sich bei besagten 2 bis 3 Seiten an die Normseite (1800 Zeichen, 30 Zeilen) zu halten. In einer Kopfzeile können deine Adresse und gerne auch der Arbeitstitel deines Romans stehen. Eine gute Schriftart für deine Inhaltsangabe ist Courier New oder Times New Roman mit der Schriftgröße 12. Es ist dazu selbstverständlich, dass dein Exposé keine Fehler bei Rechtschreibung und Zeichensetzung enthalten darf. Auch der Stil deiner Inhaltsangabe ist wichtig und sollte den Lektor ähnlich wie deine Leseprobe ansprechen. Einige Schreibratgeber schlagen vor, dass der Stil in deinem Exposé dem Grundton deines Romans entsprechen soll. Dies ist eine interessante Idee, ist jedoch kein zwingendes Kriterium für dein Buchexposé.

Genre, Zielgruppe und Umfang deines Romans benennen

Es wird immer wieder in Ratgebern oder im Internet empfohlen, vor der eigentlichen Inhaltsgabe und der Charakterentwicklung einige grundlegende Angaben zu machen. Das Exposé sollte deine vollständige Adresse, einen Arbeitstitel für das Buch, Genre mit Zielgruppen nennen und den Umfang in Normseiten enthalten. Einige Ratgeber empfehlen dazu, ein Abstract mit 2 bis 3 Sätzen vor die Inhaltsangabe zu stellen oder auch etwas zur Erzählperspektive (z.B. Ich-Erzähler) zu schreiben. Im Abstract fasst Du die Handlung deines Romans in seiner ganzen Essenz zusammen. Ist ein solches Vorgehen sinnvoll? Bedenkt man, welchen Zweck ein Exposé verfolgen soll, machen solche Angaben durchaus Sinn.

Der Lektor will aufgrund deiner Angaben im Romanexposé eine erste Einschätzung treffen, ob dein Buch ins Verlagsprogramm passt und sich gut verkaufen lässt. Hier hilft es natürlich, wenn Du das Genre deines Werkes mit Zielgruppe möglichst klar benennst. Auch der Umfang deines Buches in Normseiten sollte im Exposé stehen. Es reicht, wenn Du deine Adresse, den Arbeitstitel, das Genre mit Zielgruppe und die Anzahl der Normseiten nennst. Diese Angaben gehören übrigens auch zu den 2 bis 3 Seiten des Buchexposés. Wer übrigens noch nach einer Bestätigung sucht, dass es keine klaren Vorgaben für ein Exposé gibt: Es gibt Beispiele im Internet, wo Autoren solche Angaben in Anschluss an die Inhaltsangabe und die Charakterentwicklung stellen und Erfolg bei einem Verlag hatten.

Inhaltsangabe und Charakterentwicklung im Exposé

Nun kommen wir zum eigentlichen Kern. In der Inhaltsangabe fasst Du die Haupthandlung deines Romans zusammen. Nebenhandlungen oder gar Dialoge gehören nicht in die Zusammenfassung. Der Lektor soll die Gesamtgeschichte deines Buches kennenlernen und deutlich erkennen, wie die Konflikte der Handlung aufgelöst werden. Hier geht es nicht darum, etwas möglichst spannend zu machen oder zu verbergen. Der Lektor ist kein Leser und es handelt sich nicht um einen Klappentext. Das Ende deines Romans gehört ins Exposé. Die Inhaltsangabe wird im Präsens geschrieben. Zum Beispiel: „Micky ist ein mittelmäßiger Geschäftsmann. Sein größter Traum ist es, amerikanischer Präsident zu werden. Zu Beginn glaubt niemand an ihn.“

Charakter
Die Charakterentwickung kann man ins Exposé aufnehmen, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es wird immer wieder empfohlen, etwas zur Charakterentwicklung der Hauptfiguren zu schreiben. Für einen Lektor ist es interessant, wenn er sieht, wie sich die Figuren entwickeln und wie glaubwürdig diese sind. Mit Inhaltsangabe und Charakterentwicklung sollte das Exposé tatsächlich nur 2 bis 3 Seiten enthalten, was natürlich schwierig ist. Solltest Du deinen ersten Entwurf wegen der Länge kürzen müssen, es ist ratsam, bei der Charakterentwicklung statt bei der Inhaltsangabe zu streichen.

Romanexposé: Nicht zu lang

Zum Schluss noch einmal der wichtigste Tipp: Das Exposé darf nicht länger als 2 bis 3 Seiten sein. Viele Autoren denken, dass ein Verlag gerade bei ihnen eine Ausnahme macht, wenn das Buchexposé von 4 oder gar 5 Seiten nur überzeugend ist. Doch die Verlage machen eben keine Ausnahme, vielmehr landet ein solches Romanexposé schnell im Papierkorb. Dies kann man hier so kurz und bündig sagen.

Ein gutes Exposé zu schreiben ist schwierig

Kein Zweifel, es ist schwierig ein gutes und überzeugendes Buchexposé zu schreiben. Ein Verlag möchte anhand dieser Darlegung von 2 bis 3 Seiten auch sehen, ob Autoren die Haupthandlung ihres Romans knapp und ohne logische Brüche darstellen können. Es wird sicherlich etwas Zeit erfordern, bis Du ein gutes Exposé geschrieben hast. Es ist nicht unüblich, dass Autoren mehrere Versionen schreiben und jede Fassung immer etwas kürzer wird bzw. werden muss, damit man auf die gewünschte Länge kommt.

Es kann auch sinnvoll sein, sich an Beispielen zu orientieren. Im Internet fehlt es nicht an guten Vorlagen erfolgreicher Romanexposés, welche den Autoren einen Vertrag bei einem Buchverlag brachten. Mit etwas Suche über Google findet man genügend gute Anregungen. Bevor Du dann dein Exposé an den ersten Verlag schickst, ist es sinnvoll es Freunden und Verwandten vorzulegen. Bitte um ehrliche Kritik. Sollten diese Personen nicht überzeugt sein, versuche noch einmal an deinem Romanexposé zu feilen.

Kann man Romane schreiben lernen?

Kann man Romane schreiben lernen?

Ein wahrer Autor lässt sich von der Muse wachküssen, um an seinen Schreibtisch zu eilen und sein geniales Werk niederzuschreiben. Vorher steht er gar nicht erst auf. Vielleicht kennt man deshalb nur so wenige Autoren, weil die meisten noch immer auf den Kuss der Muse warten und in ihren Betten vermodern?!

Kreatives Schreiben
Man kann lernen einen Roman zu schreiben, Bild © by Rainer Sturm/ pixelio.de

Goethe jedenfalls blieb nicht im Bett liegen. Er schrieb seine Werke auch nicht wie im Wahn herunter und beließ es dann dabei. Er arbeitete hart an ihnen, um wirklich gute Texte zu veröffentlichen – natürlich nach damaligen Kriterien. Die diskutierte er in einem fleißigen Briefwechsel mit seinem Kollegen Schiller. Sie besprachen ihre Schreibtechniken, verbesserten und strichen an ihren Texten herum, bis sie zufrieden waren.

In Deutschland glauben jedoch noch Viele, dass man ein Genie sein muss, um Romane schreiben zu können. Dass man das Schreiben nicht lernen kann, sondern – angeblich wie Goethe – es „von selbst“ können müsse. Dieser Geniemythos entstand in der Romantik und hat, wie eben auch Goethe schon bewiesen hat, nichts mit der Realität zu tun.

Hier also die gute Nachricht: Romane schreiben ist erlernbar. Die schlechte: Man lernt es nicht im Schlaf.

Also raus aus dem Bett!

Was muss man nun mitbringen, um es zu lernen?

Vielleicht Talent oder Begabung? Meiner Meinung nach sind das genauso mystifizierte Begriffe wie der, des Genies. Was genau ist denn schon Begabung? Nehmen wir an, es gibt sie, dann mag sie hilfreich sein. Aber ich halte sie nicht für unabdingbar. Ich vertrete die Meinung, alles ist lernbar. Entscheidend dafür ist nur, dass man aus dem Bett kommt, also genügend Interesse und Motivation mitbringt. Man sollte also Freude an der Tätigkeit haben, manchem hilft auch ein Ziel vor Augen. Vielleicht dauert es beim Einen länger als beim Anderen. Wer aber wirklich etwas lernen will, der wird das auch tun.

Aber man muss doch eine Idee haben und ganz viel Fantasie?!

Stimmt, und das ist das Geniale, was ich meinetwegen auch Goethe zuspreche. Aber ich bin der Meinung, dass wir bereits als kreative und damit auch geniale Wesen geboren werden. Manchmal gerät man ein wenig aus der Übung, seine Kreativität zu nutzen, aber die kann man wieder wach kitzeln.

„Dann kann ja jeder ein Buch schreiben?“, werde ich oft halbwegs entsetzt gefragt. „Ja!“, ist meinte Antwort. „Ist das nicht wunderbar?“

Und haben wir nicht schon genug Bücher in der Welt?

Nein! Geschichten wiederholen sich und sie wollen immer wieder neu erzählt werden, mit den Worten und den Techniken einer anderen Zeit. Warum sonst gibt es immer wieder das Aschenputtelmärchen, nur eben neu aufgelegt? Gute Geschichten wollen immer gelesen werden.

Wann ist denn ein Buch „gut geschrieben“?

Schwierige Frage, da hier persönlicher Geschmack mit im Spiel ist. Aber es gibt eben einen Zeitgeist oder modernen Geschmack. Dein Buch ist sicher schon mal ganz gut, wenn nicht nur Tante Frieda und deine Schwester Lust darauf haben, es bis zum Ende zu lesen.

Es gibt aber Techniken, mit denen du zum Beispiel einen spannenden Handlungsbogen entwerfen oder gut lesbaren Text schreiben kannst. Das heißt, du greifst auf funktionierendes Handwerkszeug zurück, um deinen Roman und dein Schreiben zu verbessern.

Muss man also nach Regeln schreiben?

Jein. Ich sehe diese Techniken eher als Richtlinien, die ihren Sinn haben, sonst gäbe es sie nicht. Aber es gibt immer wieder Geschichten, die diese Regeln brechen und dennoch wahnsinnig erfolgreich sind. Es bleibt immer dir überlassen, ob du die Regeln des Handwerkszeugs für dein Buch anwenden willst oder nicht. Für eine Sache ist es ganz sicher gut: für dein Selbstbewusstsein.

Wie hilft dir das Handwerkszeug?

Wenn du verinnerlicht hast, welche Techniken dir für was helfen, weißt du immer, was du machen kannst, um ein gutes Buch zu schreiben. Du wirst keine Schreibblockade mehr erleben, die sich eingeschlichen hat, weil du „nicht mehr weiter weißt“. Du brichst auch nicht mehr deinen dritten, vierten oder fünften Romanversuch an etwa der gleichen Stelle ab. Denn nun weißt du, wie du schreibst. Du hast nicht mehr nur noch ein „ungutes Gefühl“ bei einer Textpassage, sondern du weißt, was genau ihr fehlt, damit sie spannender oder lesbarer wird.

Zum Handwerkzeug des Schreibens gehört mehr als Papier und Stift, Bild © by I-vista / pixelio.de

Du wirst schon eine Menge über das Geschichtenschreiben wissen – nur eben unbewusst. Vielleicht reicht dir das auch aus, um dein Buch fertig zu schreiben. Aber wenn es mal hakt, wird es dir schwerfallen, den Finger auf das Problem zu legen und eine Lösung zu finden. Da reicht das Wissen im Unterbewusstsein nur selten aus.

Einmal das Handwerkszeug richtig gelernt, wird es dir nicht nur beim ersten, sondern auch beim zweiten und dritten Roman helfen.

Ist das nicht wie kochen nach Rezept und am Ende sind alle Bücher gleich?

Manches hat tatsächlich Ähnlichkeit mit Rezepten. Wer seinen Roman zum Beispiel nach der „Heldenreise“ schreibt, wird auf ein gängiges Erzählmodell zurückgreifen und damit im Aufbau Ähnlichkeit mit vielen anderen Geschichten haben. Aber dieser Aufbau ist genau das, was wir gern als Geschichten hören. Außerdem bietet die Heldenreise an sich schon genügend Überraschungen und eine Zutat kommt zu den Rezepten ja noch immer hinzu: Fantasie. Das macht jede Geschichte einzigartig.

Welche Dinge können denn erlernt werden?

Ich halte es hier mit der 80/20 Regel. 80 % Transpiration und 20 % Inspiration. Das Meiste kannst du also lernen. Zum Beispiel wie du Figuren aufbaust, die deinen Leser einladen, das ganze Buch miterleben zu wollen. Wie du einen Handlungsbogen entwirfst, der deinen Leser von Anfang bis zum Ende fesselt, aber auch wie du auf jeder Seite sicher bist, dass dein Leser noch interessiert am Fortgang ist. Natürlich kann man auch lernen, wie man auf der Wortebene den Leser fasziniert, sodass er die Geschichte vor seinem inneren Auge ablaufen sieht. Und zu guter Letzt ist die Überarbeitung ein ganz wichtiger Teil und gehört immer dazu, wenn man einen veröffentlichungsreifen Roman schreiben will. Und auch hier kann man fast alles erlernen.

Ist das Schreiben dann noch Spaß? Das klingt so nach Arbeit.

Ich denke, das kommt drauf an. Wenn du keinen Sinn darin siehst, das Handwerkszeug zu lernen, dann wird es dir vielleicht auch keinen Spaß bringen, es zu erlernen. Kläre also gut deine Motivation. Willst du wirklich einen veröffentlichungsreifen Roman schreiben, der Leser begeistern wird? Oder schreibst du nur für dich? Dann brauchst du auch das Handwerkszeug nicht unbedingt.

Hast du aber erkannt, welche tollen Möglichkeiten dir diese Techniken bieten, und siehst, wie dein Romanprojekt davon profitiert, wirst du auch Freude am Handwerkszeug finden. Das eine oder andere bleibt trotzdem mühsam? Dann betrachte es wie ein Amateur-Fußballspieler, der aufsteigen will. Auch er übt Torschüsse, nur um besser zu werden, auch wenn er lieber in der Abwehr spielt.

Du kannst Romane schreiben lernen!

Warum denn auch nicht? Man kann Malen und Musizieren lernen. Dafür gibt es extra Hochschulen. Und keiner erwartet von dir, dass du ein Konzert geben kannst, nur weil du in der Schule Musikunterricht hattest. Warum solltest du Romane schreiben können, nur weil du Deutschunterricht hattest und Buchstaben sinnvoll auf einem Papier verteilen kannst?

Also los, lernen wir, richtig gute Romane zu schreiben, und begeistern wir unsere Leser!

Über die Autorin

Kann man Romane schreiben lernen? – Ein Gastbeitrag von Jurenka Jurk (Bildquelle: Jurenka Jurk)

Jurenka Jurk von der Romanschule Schreibfluss ist selbst Romanautorin, aber hauptsächlich unterrichtet sie mit Leidenschaft und viel persönlicher Betreuung, wie man Romane schreibt. Sie hat 2009 den Studiengang „Kreatives Schreiben“ an der IB Hochschule Berlin abgeschlossen und seither mehr als 200 angehende Autoren Schritt für Schritt bei ihren Schreibprojekten begleitet.

Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Vielleicht kennst Du es, Dir fehlt immer wieder die Motivation zum Schreiben an deinem Roman. Fast jeder Autor kommt irgendwann an den Punkt, wo er Zweifel an seinem Buch hat. Die Story, welche Dich zu Beginn überzeugt hat, wirkt nun platt und wenig originell. Dazu zeigen deine Figuren nicht wirklich Tiefe und sind eigentlich stereotyp. Bedenkt man dazu die Fortschritte, welche Du mit deinem Roman machst, wirst Du irgendwann vor deinem Rentenalter fertig. Solche Selbstzweifel sind echte Motivationskiller und führen zu Schreibunlust. Doch Zweifel am eigenen Werk sind nicht der einzige Grund für fehlende Motivation zum Schreiben. Es kann zum Beispiel an fehlender Selbstdisziplin oder mangelnden Zeitmanagement liegen.

Schreibblockade
Wenn Seiten leer bleiben – Keine Motivation zum Schreiben, Bild © by Kersten Schröder / pixelio.de

Die Tipps richten sich an Autoren, welche regelmäßig keine Lust am Schreiben empfinden, obwohl es nicht an Zeit mangelt. Nicht jeder der Ratschläge sollte sich für jeden Autor eignen. Das Ziel ist es, wieder mit einem oder mehreren der Tipps in einen regelmäßigen Schreibfluss zu kommen und seinen Roman zu Ende zu bringen.

Einfach mit dem Schreiben beginnen

Fehlt Dir Motivation zum Schreiben an deinem Roman, kann es helfen, einfach mit dem Schreiben zu beginnen. Klingt irgendwie unlogisch? Dies kann aber funktionieren, wenn Du mit deinem inneren Schweinehund einen Deal machst. Ich schreibe eine halbe Stunde an meinem Buch und wende mich dann wieder anderen Dingen zu. Alternativ kannst Du auch eine bis zwei Seiten aushandeln. Die Idee dahinter: Wenn Du erst einmal im Schreibfluss bist, ist deine Schreibunlust vielleicht dahin und Du hast die richtige Motivation zum Schreiben. In der festgelegten Zeit solltest Du dann auch mit voller Konzentration an deinem Roman schreiben und diese effektiv nutzen. Beliebte Ablenkungen durch das Smartphone und die Sozialen Medien sind in dieser Zeit tabu.

Selbst wenn Du jeden Tag nur eine oder zwei Seiten deines Buches schreibst, wirst Du sehen wie dein Roman Fortschritte macht und die Seitenzahl wächst. Fortschritte beim Schreiben sind häufig eine Motivation um weiterzuschreiben.

Feste Schreibzeiten festlegen

Der erste Tipp hat es gezeigt: Wer regelmäßig an seinem Buch schreibt, dürfte es leichter mit der Motivation haben, als Autoren, welche alle Jubeljahre einmal zur Feder greifen. Es ist ratsam, regelmäßiges Schreiben zur Gewohnheit zu machen. Lege feste Schreibzeiten fest. So arbeitest Du zum Beispiel drei Mal die Woche eine Stunde an deinem Roman. Bekommst Du mit der Zeit richtig Lust am Schreiben, kannst Du diese Schreibzeiten auf vier Tage erweitern oder Dir ein Zeitfenster von über einer Stunde setzen. Das große Ziel ist es hier, Schreiben an deinem Roman zu einer selbstverständlichen Routine werden zu lassen, welche zu deinem Wochenablauf gehört.

Kreatives Schreiben
Lege regelmäßige Schreibzeiten für die Arbeit an deinem Buch fest, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Wer feste Schreibzeiten hat, sollte dies auch ruhig der Familie und den Freunden mitteilen. So schreibst Du zum Beispiel am Montag, Mittwoch und Freitag von 18 bis 19 Uhr an deinem Buch. Du machst auch keine Ausnahmen, um Dich mit Freunden im Café zu treffen. Nach 19 Uhr stehst Du dann deinen Freunden und Bekannten wieder voll zur Verfügung.

Einen schönen Schreibort und kreativen Ort finden

Für manche Autoren kann es Sinn machen, die Arbeit vom heimischen Schreibtisch an einen anderen Ort zu verlegen. Vielleicht motiviert Dich ein bestimmter Ort zum Schreiben an deinem Roman. Das Flair eines historischen Lesesaals in einer Universitätsbibliothek kann zum Beispiel Autoren einen Motivationsschub geben. Hier sitzt man zwischen vielen Gleichgesinnten, welche eifrig und konzentriert an Hausarbeiten schreiben oder für eine Prüfung lernen. Wer möchte, kann Schreiben hier auch etwas zelebrieren. Wenn Du die Bibliothek betrittst, bist Du in diesem Moment nur Schriftsteller und alle Zeit in der Bücherei gilt nur deinem Buch. Eine kleine Pause in der Cafeteria darf man sich auch gönnen, schließlich ist dein Werk in der letzten Stunde wieder einige Seiten länger geworden.

Ein Ortwechsel kann nicht nur motivieren, sondern auch wunderbar bei Schreibblockaden helfen oder wenn es an neuen Ideen fehlt. Kreative Orte können Bibliotheken, Cafés oder Parks sein. Jeder Autor findet seine Inspiration an einem anderen Ort und für jeden Schriftsteller sollte es zumindest einen kreativen Ort geben.

Deadlines setzen

Manche Menschen lieben Deadlines. Umso näher die Abgabefrist rückt, umso produktiver werden diese Personen. Am Ende halten diese Menschen die Deadline (wenn auch in letzter Minute) ein und liefern dazu noch gute Arbeit ab. Gehörst Du auch zu den Personen, welche eine Art Hassliebe zu Abgabefristen haben und unter Druck besonders produktiv wie motiviert sind. Dann kannst Du Dir für deinen Roman Deadlines setzen. Das sechste Kapitel muss zum Beispiel in zwei Wochen fertig sein. Man hört tatsächlich immer wieder von Autoren, welche sich zur Motivation zum Schreiben künstliche Abgabefristen setzen und die Deadlines dann auch einhalten. Dieses System funktioniert bei einigen Schriftstellern recht gut. Doch Du hast sicherlich schon die Schwäche des Konzepts erkannt: Eine künstliche Deadline ist keine verpflichtende Abgabefrist.

Manche halten es mit Douglas Adams und sagen sich: „Ich liebe Deadlines! Ich mag dieses zischende Geräusch, das sie machen, wenn sie vorbeifliegen!“ Siehst Du es ähnlich, wird Dich eine künstliche Deadline nicht motivieren, doch manche Autoren kriegen auf diese Weise einen echten Motivationskick.

Meilensteine feiern und sich belohnen

Gerade wenn Du neben Beruf, Studium oder Schule an deinem Roman arbeitest, wird es einige Zeit dauern, bis Du dein Werkes fertiggestellt hast. Das Schreiben eines Buches besteht aus vielen Etappen. Dazu gehören zum Beispiel die Planung und Gliederung des Romans, die Ausarbeitung der Figuren, das Schreiben der ersten Kapitel und Überarbeitungen. Häufig lassen sich Arbeitsphasen nicht klar trennen und jeder Autor arbeitet etwas anders an seinem Roman. Für die Motivation kann es sehr hilfreich sein, sich Meilensteine zu setzen und das Erreichen dieser Punkte ein wenig zu feiern. Ein Meilenstein könnten die ersten 100 Seiten oder die erste Fassung des Romans sein.

Mehrere Meilensteine setzen und beim Erreichen feiern, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Bist Du bis zu einen solchen Punkt gekommen, kannst Du Dich richtig schön belohnen. Wie die Belohnung am Ende aussieht, hängt ganz von deinen Vorlieben ab. Es handelt sich wohlgemerkt um Meilensteine. Nimmt man jede Kleinigkeit als Anlass zum Feiern, verliert man irgendwann die Motivation.

Sich anderen Aufgaben zuwenden

Trotz verschiedener Tipps hast Du an einem Tag einfach keine Motivation zum Schreiben? Doch die Arbeit an einem Buch besteht nicht nur aus dem Verfassen von Text. Vielleicht musst Du noch etwas zu deinem historischen Roman recherchieren und einen Fachartikel lesen. Oder Du kannst Dich auch für ein Lektorat deiner letzten Kapitel erwärmen? Eher keine so schöne Aufgabe? Manchmal macht es auch Sinn, die Vielzahl von Notizen am Schreibtisch zu ordnen und auszumisten, welche man sich zur seiner Geschichte gemacht hat. Diese vermeintlich unwichtige Aufgabe hat man immer vor sich hingeschoben, doch irgendwann muss man seinen Schreibtisch um einige Papierstapel erleichtern. Ein andere Aufgabe erfühlen hilft auch bei Schreibblockaden. Auch wenn man keine einzige Zeile schreibt, bringt man seinen Roman einen Schritt weiter.

Solltest Du übrigens an einem Tag überhaupt keine Motivation für deinen Roman haben, obwohl Du eigentlich an diesem Tag (feste Schreibzeit) immer schreibst, zwinge Dich nicht unter allen Umständen dazu. Die Gefahr ist ziemlich groß, dass das Niedergeschriebene schon bald im Papierkorb landet. Gelegentliche Schreibunlust ist erlaubt, solange es nicht zum Regelfall wird.

Eine Literaturgruppe finden

In jeder größeren Stadt sollte es eine oder mehrere Literaturgruppen geben. Es macht großen Sinn, sich einer solchen Gruppe anzuschließen. Hier triffst Du auf gleichgesinnte Autoren, kannst Dich austauschen und bekommst wertvolles Feedback. Eine Autorengruppe kann unheimlich zum Schreiben motivieren, schließlich kann und will man hier regelmäßig die Fortschritte seines Romans vorstellen. Hier können Deadlines als Motivation bei vielen Autoren wiederum funktionieren. Wenn Du ankündigst, nächste Woche das vierte Kapitel vorzulesen, bemühst Du Dich sicherlich um die Fertigstellung des Abschnitts. Es wäre doch schade, deine Autorenkollegen zu enttäuschen. Wenn es ideal läuft, ist eine Literaturgruppe eine sanfte Kontrollinstanz. Die Mitglieder motivieren sich gegenseitig und sorgen dafür, dass alle Schriftsteller Fortschritte machen.

Wo findest Du eine solche Literaturgruppen in deiner Stadt? Eigentlich sollte man alle gewünschten Informationen in Internet erhalten. Unter dem Stichwort Literaturgruppe Berlin oder Hamburg findet man gleich mehrere Einträge bei Google. Leider sind nicht alle Gruppen offen, manche sind geradezu „geschlossene Gesellschaften“ und nehmen keine neuen Autoren auf. Doch mit etwas Suchen und Glück sollest Du eine Literaturgruppe finden.

Die inneren Dämonen bekämpfen

Nun kommen wir zum letzten und wichtigsten Tipp gegen Schreibunlust. Es ist häufig der innere Kritiker, der einen zweifeln lässt und jede Motivation zum Buch schreiben eiskalt killt. So ist die Geschichte einfach nur platt, schon tausend Mal erzählt, die Figuren ohne Tiefe und man wird mit seinem Roman sowieso nicht fertig. Kennst Du solche Selbstzweifel und echte Motivationskiller. Es ist wichtig, dass Du solche innere Dämonen bekämpfst. Es ist ratsam dein aktuelles Projekt fertigzustellen und nicht mit einer neuen vermeintlich besseren Idee zu beginnen. In ein paar Wochen könnest Du wieder am gleichen Punkt sein und alles verwerfen. Am Ende hast Du eine Vielzahl unfertiger Manuskripte und letztendlich nur Fragmente deines Schreibens.

Inneren Kritiker bekämpfen und Motivation zum Schreiben finden, Bild: Markus Vogelbacher/ pixelio.de

Der Erfolgsautor Andreas Eschenbach hat es sehr gut auf den Punkt gebracht: „Wenn ich mir per Zeitmaschine einen einzigen Ratschlag in meine frühen Jahre schicken könnte, dann wäre es dieser: Brich Manuskripte nicht mittendrin ab, um andere anzufangen. Egal, wie schlecht es dir im Moment vorkommt – schreib es fertig!(Quelle: andereaseschbach.de) Eschenbach nennt schlechte fertigstellte Romane eine gelungene Trainingseinheit, unfertige Bücher hingegen reine Zeitverschwendung. Diese Einschätzung klingt vielleicht hart. Du sollest in jeden Fall deinen Roman fertigstellen und den Schlachtruf beherzigen: Nieder mit den inneren Dämonen! Nieder mit der Schreibunlust!

Weiterhin keine Motivation zum Schreiben? Was tun?

Trotz aller Tipps kannst Du keine rechte Motivation zum Schreiben finden. Hier machst es Sinn, Dir die Frage zu stellen: Warum habe ich überhaupt mit meinem Roman begonnen? War es der Wunsch eine Geschichte zu erzählen? Oder ist dein Wunsch eher, ein Buch zu veröffentlichen und ein bekannter, erfolgreicher Schriftsteller zu sein? Vielleicht macht das Schreiben einfach auch keinen Spaß mehr? Einzelne Personen beginnen einen Roman aus falschen Motiven (Bekanntheit, Geld) und nicht aus der Lust am Schreiben. Dann gibt es wiederum Autoren, welche sich unter einen Buch schreiben etwas anderes vorstellen. Es ist leider nicht so, dass die Seiten nur so aus der Feder fließen und man eine geniale Geschichte erzählt. Schreiben ist harte Arbeit und vieles läuft nicht wie gewünscht.

Die tolle Story, die man im Kopf hat, lässt sich nicht so leicht wie erwartet zu Papier bringen. Man hat mit Schreibblockaden zu kämpfen und die erste Fassung bedarf selbstverständlich einer Überarbeitung. Dazu steht am Ende noch das lästige Lektorat an. Ein Autorenleben ist nicht einfach und die erste Euphorie folgt häufig die Schreibunlust. Solltest Du nach mehrfachen Versuchen keine Motivation zum Schreiben finden, bist Du vielleicht nicht zum Autor geschaffen. Es soll niemand entmutigt werden, ein Buch zu schreiben. Doch wer bereits Jahre an einem Erstlingswerk schreibt, sollte zumindest seine Motivation für sein Schreiben hinterfragen.

„Langweiliger Roman“ – Umgang mit negativen Rezensionen

„Langweiliger Roman“ – Umgang mit negativen Rezensionen

Schlechte Rezensionen zum eigenen Roman treffen jeden Autor, dies gilt für Erstautoren wie auch alte Hasen auf dem Buchmarkt. Doch wie soll man auf eine schlechte Kritik oder Bewertung reagieren? Als erste Regel gilt eigentlich immer: Bewahre Ruhe und reagiere nicht sofort auf eine schlechte Rezension.  Wer in einem ersten Anfall von Ärger sofort antwortet und vielleicht seinen Kritiker sogar persönlich angreift, konnte es später bereuen und es besteht die Gefahr einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Rezensenten. Dazu lesen noch viele Personen (z.B. auf Amazon) mit und sehen eine solchen Streit im Internet kritisch. Als erster Schritt bei einer negativen Bewertung ist es ratsam, dass Du erst einmal tief durchatmest, die Kritik ein weiteres Mal in Ruhe liest und die negative Rezension richtig einordnest.

Gefällt mir nicht – Negatives Rezensionen sind ein Alptraum für Autoren , Bild © by Tim Reckmann / pixelio.de

Dieser Beitrag soll Autoren eine Orientierung geben, mit schlechten Bewertungen zum eigenen Roman richtig umzugehen. Durch die richtige Einordnung der Buchkritik fällt der Umgang mit solchen negativen Rezensionen häufig leichter. Dazu diskutieren wir die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, auf diese Form der Kritik zu reagieren und diese zu kommentieren. Der Text konzentriert sich auf Bewertungen bei Amazon mit den typischen 1 bis 5 Sternen, die Tipps lassen sich aber auch auf andere Internetseiten oder Blogs übertragen.

Richtige Einordnung von negativen Bewertungen

Bevor Du Dir über jede negative Rezension den Kopf zerbrichst, macht es erst einmal Sinn, diese bei Amazon richtig einzuordnen. Denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Bewertungen und nicht jede Kritik ist von Belang oder erfordert gar eine Antwort. Interessant ist immer die Frage: Was wird überhaupt kritisiert und wie konkret sind die Aussagen. Negative Rezensionen kann man grob in diese vier Gruppen teilen.

Kritik ohne Bezug zum Buch

Schlechte Rezensionen, welche eigentlich keinen direkten Bezug zu deinem Roman haben, gibt es auf Amazon immer wieder. Da hat der Postbote ein leicht beschädigtes Paket gebracht oder die Lieferung dauert länger als sonst. Vielleicht hat auch der Download eines eBooks auf den Kindle Probleme bereitet. Und wer trägt die Schuld an dieser ganzen Misere, natürlich dein Roman und schnell ist eine negative Rezension mit einem Stern geschrieben. Solche Bewertungen sind ärgerlich, sie verschlechtern unnötig den Durchschnitt (fünf Sterne) bei Amazon. Doch hat die Kritik etwas mit deinem Buch und deiner Art zu Schreiben zu tun? Nein, so ist auch sinnlos sich darüber zu ärgern. Dazu kannst Du sicher sein, dass jeder Leser dieser Bewertung, die „Kritik“ richtig einordnen kann. Sie sagt nichts über dein Buch aus und sollte den interessierten Leser somit nicht vom Kauf abhalten.

Negative Rezensionen ohne Aussage

Kritik ohne tiefere Aussage gibt es leider recht häufig bei Amazon. Hierzu gehören vor allem Kurzrezensionen. Die Buchkritik klingt dann zum Beispiel wie folgt „Langweiliger Roman, hat mir nicht gefallen.“, „Ich habe das Buch nach der Hälfte weggelegt.“ oder „Schlechtes Buch, schade ums Geld.“ Hier ist nur eines klar, dem Leser hat dein Roman ganz offenkundig nicht gefallen. Was dem Kritiker konkret an deinem Buch nicht gefallen hat, bleibt wohl immer ein Geheimnis. Solche negative Rezensionen sind nicht erfreulich, finden sich letztendlich bei jedem Autor ab einer gewissen Anzahl von Bewertungen. Interessierte Leser werden sich sicherlich bei ihrer Kaufentscheidung nicht an solchen Kritiken orientieren, sofern diese nicht häufiger auftreten. Ein potentieller Käufer orientiert sich eher an den sachlichen und ausführlichen Bewertungen.

Ausführliche und sachliche negative Rezensionen

Jeder Autor freut sich darüber, wenn sich ein Leser ausführlich mit seinem Buch auseinandersetzt. Weniger erfreulich ist es natürlich, wenn die Bewertung des ganzen Romans negativ ausfällt. Doch gerade diese ausführlichen Rezensionen sind wertvoll für Dich und Du solltest sie genau analysieren. Bemängelt der Leser eine Vielzahl von Rechtschreibfehlern in deinem Buch, ist es sinnvoll, darauf zu reagieren und deinen Roman noch einmal einem Lektorat zu unterziehen. Bei einem eBook kann man zum Beispiel recht problemlos eine neue und korrigierte Datei hochladen. Betrifft die negative Rezension nun wiederum den Handlungsstrang und die Figuren des Buches, lässt sich im Regelfall nichts ändern. Du kannst Dir solche Kritik nur zu Herzen nehmen und es beim nächsten Buch besser machen.

Selbst Bestseller sind nicht vor Bewertungen mit 1 Stern oder 2 Sternen sicher (Bildquelle: Amazon)

Wie wirken nun solche negative Bewertungen auf den potentielle Leser bei Amazon? Hier kommt es letztendlich darauf kann, wie es bei der Gesamtbewertung aussieht. Bewertungen mit 1 oder 2 Sternen finden sich fast bei jedem Roman beim Online-Händler. Selbst Bestseller sind nicht dagegen immun. Hast Du mehr Bewertungen mit 4 und 5 Sternen, solltest Du Dir negative Rezensionen nicht so sehr zu Herzen nehmen, diese gehören sozusagen zum Berufsrisiko eines Autors. Dein Buch kann und muss auch nicht allen Lesern gefallen. Solltest Du hingegen nur negative Bewertungen auf Amazon bekommen, ist es sinnvoll, diese sehr genau zu analysieren und daraus für dein nächstes Werk zu lernen.

Unfaire und persönliche Kritik

Leider gibt es auf Amazon auch immer wieder unfaire Kritik. Dies kann so weit gehen, dass ein Rezensent einen Autor persönlich angreift. Solche negativen Rezensionen können viele Gründe haben. Einem Leser gefällt das Thema deines Buches nicht und er kann deine Sicht der Dinge in deinem Roman nicht teilen. Dein Buch basiert auf einer wahren Geschichte, was der Kritiker anzweifelt, auf viele Ungereimtheiten im Handlungsverlauf und logische Fehler verweist. Dazu kann hinter einer unfairen Bewertung mit einem Stern auch ein missgünstiger Konkurrent stehen.

Gegen unfaire Rezensionen kann man bei Amazon vorgehen und diese über den Button „Missbrauch melden“ (mit genauer Begründung) bemängeln. Leider reagiert der Online Händler auf solche Meldungen nur sehr selten und lässt „Rezensenten“ eine sehr große Freiheit. Von 10 Meldungen hat etwa 1 Meldung Erfolg. Meldest Du eine solche unfaire Bewertung bei Amazon, ist es ratsam einige Tage Geduld zu haben. Wurde die Rezension nach einer gewissen Zeit noch immer nicht gelöscht, kann eine weitere Meldung Sinn machen. Dann bearbeitet vielleicht ein anderer Support-Mitarbeiter deine Meldung und Du hast Erfolg. Sollte die negative Rezension auch nach dem zweiten Versuch nicht verschwinden, ärgere Dich nicht. Interessierte Leser an deinem Roman können solche Bewertungen durchaus richtig einordnen. Hier ist es auf jeden Fall nicht ratsam, den Rezensent zu antworten. Schnell kann daraus eine kleine Fehde auf Amazon entstehen, welche Außenstehende vielleicht mit Kopfschütteln verfolgen.

Soll man auf negative Rezensionen antworten?

Am Ende sind wir wieder bei der Fragen angelangt: Soll man auf negative Rezensionen auf Amazon reagieren? Hierauf gibt es keine richtige Antwort. Wir raten davon ab. Der Beitrag hat es gezeigt, nur die wenigsten Bewertungen erfordern eine Reaktion des Autors. Das Kommentieren von schlechten Rezensionen kostet Dich Zeit und Energie. Dazu besteht immer wieder die Gefahr, dass der Kritiker auf deinen Kommentar antwortet und es zu einer Auseinandersetzung kommt.

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Die Auseinandersetzung mit dem Kritiker vermeiden, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Du solltest auf deine Leser vertrauen. Interessenten für dein Buch wissen negative Bewertungen durchaus richtig einzuordnen. Niemand wird sich gegen deinen Roman entscheiden, weil es die Post nicht schnell genug geliefert hat. Dazu wird sich kein potentieller Käufer nur an negativen Rezensionen orientieren. Entscheiden ist immer die Gesamtbewertung deines Romans.

Unaufgefordert eingesandte Manuskripte – Die Kriterien der Verlage

Unaufgefordert eingesandte Manuskripte – Die Kriterien der Verlage

Verlage in Deutschland erhalten jedes Jahr eine Vielzahl unaufgefordert eingesandter Manuskripte. Große Buchverlage wie Diogenes, Knaur oder Rowohlt bekommen nach Schätzung von Experten zwischen 3000 bis 6000 unverlangte Einsendungen pro Jahr, doch auch kleinere Verlage erhalten regelmäßig Post von potentiellen Autoren. Die Chancen, dass ein unverlangt zugesandtes Manuskript auch veröffentlicht wird, gelten als sehr schlecht. Diogenes meldete 2015, man hätte von 9000 solcher Einsendungen in drei Jahren nur einen Roman veröffentlicht. Im Internet findet man wenig konkrete Informationen zum Umgang von Verlagen mit unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Einen kleinen Einblick bietet der Bericht einer Praktikantin.

Manuskripte Post
Buchverlage bekommen täglich viel Post von Autoren, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Die Praktikantin in einem größeren deutschen Verlag hatte die Aufgabe unverlangt eingesandte Manuskripte zu sichten und interessante Einsendungen an den zuständigen Lektor weiterzuleiten. Dabei standen pro Roman 10 Minuten zur Prüfung zur Verfügung: „Unaufgefordert eingesandte Manuskripte lesen und begutachten. Hihihi. Das ist wirklich großartig. Denn 99% von denen sind schlichtweg ganz, ganz, ganz, ganz schlecht. Ehrlich wahr. Das ist ein bisschen wie DSDS. Man fragt sich, welcher Verwandte, Bekannte oder Freund den jeweiligen Personen ein Talent bestätigt hat.“ (Quelle: schriftverkehrt.de)

Gleichzeitig versucht der Bericht mit dem Mythos aufzuräumen, man könne als Autor mit einem Erstlingswerk von einem Verlag entdeckt werden: „Nette Idee. Ist aber leider nicht drinnen. Das passiert nicht, und wenn, dann vielleicht ein, zweimal in der gesamten Geschichte eines Verlages.Und die Chancen schwinden von Jahr zu Jahr.“ (Quelle: schriftverkehrt.de) Die genannten Zahlen zu wenigen Veröffentlichungen von Erstautor und der Bericht machen wenig Mut. Doch es gibt Möglichkeiten, dass Du bei deinem unaufgefordert eingesandten Manuskript die Chance auf eine Veröffentlichung zumindest erhöhst. Auf diese Kriterien achten deutsche Buchverlage.

1. Programmschwerpunkte davor studieren

Bevor Du überhaupt daran denkst, einen Verlag anzuschreiben, solltest Du das jeweilige Programm studieren. Passt dein Roman überhaupt zum Profil des Buchverlags? Welche Genre werden veröffentlicht? Hier reicht schon eine kurze Durchsicht der bisherigen Veröffentlichungen auf der Homepage, um bestimmte Programmschwerpunkte zu erkennen. Ein Kinderbuchverlag wird sicherlich keine Horrorliteratur veröffentlichen und umgekehrt. Wenn Du nur wenige Minuten investierst, um ein Verlagsprogramm zu studieren, sparst Du Dir viel Zeit und einige frustrierende Erlebnisse. Unverlangt eingesandte Manuskripte die nicht ins Programm passen, bekommen im besten Fall eine schriftliche Absage.

2. Anforderungen des Verlags an Exposé und Textprobe beachten

Hast Du nun einen passenden Buchverlag gefunden, solltest Du ganz genau darauf achten, was gewünscht wird. Die Verlage informieren auf ihrer Homepage detailliert darüber, was ein Autor einschicken soll. So erfährst Du zum Beispiel, wie lang eine Leseprobe maximal sein soll oder ob auch eine Autorenvita gewünscht wird. Dazu schreiben Buchverlage häufig etwas zum Umgang mit unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Hier erfährt man zum Beispiel, wie lange eine Überprüfung der Einsendung im Regelfall dauert oder wie man Kontakt mit Dir aufnimmt. Wird auf der Seite eine Bearbeitungszeit von 10 Monaten genannt, solltest Du auch die nötige Geduld haben.

3. Anschreiben an den Lektor adressieren

Ein richtig adressiertes Anschreiben an den zuständigen Lektor erhöht die Chance, dass dein unverlangt eingesandtes Manuskript die gewünschte Aufmerksamkeit bekommt. Schreibst Du hingegen „Sehr geehrte Damen und Herren“, wirkt es häufig so, als würdest Du ein solches Standardanschreiben an ganz viele Verlage schicken. Für einzelne Lektoren ist eine fehlende Adressierung bereits ein K.o.-Kriterium und die Einsendung wandert in den Papierkorb. Wer der zuständige Lektor für dein Genre in einem Buchverlag ist, erfährst Du im Regelfall auf der Verlagsseite oder durch einen Anruf. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall, den Namen der richtigen Person in Erfahrung zu bringen.

4. Ein gutes Exposé ist das A und O

Wie intensiv sich ein Lektor (oder Praktikant) mit einem unaufgefordert zugesandten Manuskript beschäftigt, hängt vor allem vom Exposé ab. Kannst Du mit der Zusammenfassung deines Romans überzeugen, liest der Verlagslektor häufig auch deine Leseprobe. Ein überzeugendes Exposé sollte maximal drei Seiten umfassen. Es muss den groben Handlungsverlauf (ohne Details) und die Grundideen deines Buches vorstellen. Die Zusammenfassung sollte auch das Ende deines Romans verraten und zugleich deutlich machen, warum das Manuskript für den Verlag interessant ist. Ein gutes Exposé ist schwierig, es erfordert viel Mühe und Zeit. Solltest Du eine Vielzahl von Absagen erhalten und Du bist vom Potential deines Werkes überzeugt, kann es sich lohnen, noch etwas am Exposé zu feilen.

5. Keine Fehler im Exposé oder in der Leseprobe

Der nächste Punkt ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Deine Einsendung an den Verlag ist mit einer Bewerbung für einen Job vergleichbar. Finden sich gleich im Anschreiben drei Fehler, wird sich der Praktikant oder Lektor sicherlich nicht die Mühe machen und den Rest lesen. Dazu gibt es für viele Verlagslektoren weitere K.o-Kriterien. Dazu gehören zum Beispiel Smileys im Anschreiben, farbliche Hervorhebungen im Text oder man liefert das Cover für seinen Roman gleich mit. Eine interessante Liste mit K.o.-Kriterien für unaufgefordert eingesandte Manuskripte hat der Lektor Bernhard Salomon zusammengestellt. Die dort genannten Fehler sollte man in jedem Fall vermeiden.

Lektorat
Rechtschreibfehler in Exposé und Textprobe vermeiden Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

6. Geduld haben und nicht nachhaken

Du hast deinen Roman an einen oder mehrere Verlage geschickt, nun heißt es erst einmal Geduld haben. Bis Du eine Antwort bekommst, können Monate vergehen. Buchverlage verweisen auf ihrer Seite im Regelfall daraufhin, dass die Durchsicht von unverlangt zugesandten Manuskripten viel Zeit in Anspruch nimmt. Häufig findet man den Hinweis, von schriftlichen und telefonischen Rückfragen nach dem Stand der Bearbeitung abzusehen. Einzelne Verlag schreiben dazu auf ihrer Homepage, dass sie keine Absagen verschicken. Grundsätzlich ist es immer sinnvoll nicht nachzuhaken und einfach Geduld zu haben. Eine telefonische Rückfrage erhöht zumindest nicht die Chancen auf eine Veröffentlichung.

Vorsicht vor Zuschussverlagen

Vielleicht hast Du schon mehrere Absagen für dein Buch bekommen. An einem Tag kommt dann ein Antwortschreiben, welche deinen Roman über den Klee lobt. Dein unverlangt zugesandtes Manuskript ist genau das Werk, was man schon lange gesucht hat. Dein Roman kommt auf den Buchmarkt, Du musst Dich nur mit einer bestimmten Geldsumme an der Veröffentlichung beteiligen. Dies sei jedoch nur eine Investition, dein Buch wird dieses Geld schnell wieder reinbringen. Bei aller Freude über diese Zusage solltest Du vorsichtig sein und zum Verlag recherchieren. Mit großer Sicherheit hast Du es mit einem Zuschussverlag zu tun. Ein normaler Buchverlag verlangt nie Geld für eine Veröffentlichung. Die Eingabe des Verlags bei Google mit dem Zusatz Erfahrungen sollte Dir endgültig Gewissheit verschaffen, ob Du es mit einem Zuschussverlag zu tun hast.

Zuschussverlag
Die Alternative zum Zuschussverlag – Sein Geld verbrennen, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Wer das Angebot eines solchen Verlags annimmt, kann zwar sein Buch veröffentlichen. Doch die investierte Summe (im Regelfall im vierstelligen Bereich) bekommt man über Buchverkaufe nicht mehr rein. Sollte die Verlage deine unaufgefordert eingesandten Manuskripte immer wieder ablehnen, sei nicht traurig. Vielleicht ist dein Buch nicht für eine Veröffentlichung in einem großen Verlag geeignet, weil der Roman zum Beispiel eine zu kleine Zielgruppe anspricht. In diesem Fall solltest Du zumindest über das Thema Self-Publishing nachdenken.

Social Media für Autoren – Der Einstieg in die Sozialen Medien

Social Media für Autoren – Der Einstieg in die Sozialen Medien

Die Sozialen Medien bieten Autoren eine große Chance, um auf sich aufmerksam zu machen und mehr Bücher zu verkaufen. Doch wie schöpfst Du das ganze Potential von Social Media aus? Wie solltest Du in den Sozialen Netzwerken als Autor agieren? Gibst Du „Social Media für Autoren“ bei Google ein, zeigt sich, wie komplex das Thema ist und dass es eine Vielzahl von Informationen hierzu gibt. So findet man zahlreiche Artikel, Videos, Hinweise auf Fachliteratur und Kurse für Marketingstrategien. Gerade junge Autoren mit ihrem ersten Roman sind hier schnell überfordert.

Social-Media-Like
Die Jagd nach dem Like in den Sozialen Netzwerken, Bild © by Tim Reckmann / pixelio.de

Dabei ist der Einstieg in die Sozialen Medien gar nicht so schwer, wenn man sich einige einfache Fragen stellt. Der Beitrag soll Autoren die ersten Schritte in den Sozialen Netzwerken erleichtern. Wir zeigen vor allem, wie man Facebook erfolgreich nutzt, gehen aber auch auf andere Soziale Plattformen ein. Bevor Du überhaupt eine Autorenseite erstellt, solltest Du Dir drei Fragen stellen: In welchen Sozialen Foren möchte ich neben Facebook noch aktiv werden? Wie viel Zeit möchte ich investieren? Was sind meine Ziele?

In welchen Sozialen Foren möchte ich neben Facebook aktiv werden?

Es gibt eine Vielzahl von Social Media, nicht alle eignen sich gleichermaßen für Autoren. Du solltest Dir im Vorfeld Gedanken machen, wo Du noch neben Facebook aktiv werden möchtest? Hast Du einen großen Bekanntenkreis bei Twitter, wäre es sinnvoll dieses Netzwerk zu nutzen. Auf dem Mikrobloggingdienst tummeln sich viele Schriftsteller und Buchblogger, die Plattform ist somit durchaus relevant für Buchmarketing. Hochinteressant für Autoren dürfte dazu LovelyBooks sein. Hier kannst Du Leserunden zu deinem Roman veranstalten, bekommst Feedback von den Lesern und machst dein Buch bekannter

Nun sind wir mit Facebook, Twitter und LovelyBooks bereits bei drei Netzwerken. Es empfiehlt sich, dass Du zu Beginn nicht in zu vielen Sozialen Medien aktiv wirst. Experten raten dazu, erst auf einer Sozialen Plattform zu starten und dann in einem Abstand von einigen Wochen oder Monaten in einem neuen Netzwerk zu beginnen. Auf wie vielen Plattformen Du aktiv sein möchtest, hängt auch von deiner Zeit ab.

Wie viel Zeit möchte ich investieren?

Social Media kann ein echter Zeitfresser sein und noch schlimmer: Man kann viel Zeit bei Facebook & Co verbraten, ohne einen nennenswerten Erfolg zu erzielen. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Du Dir ein bestimmtes Zeitfenster pro Tag oder Woche setzt. Du bist zum Beispiel jeden Tag eine Stunde auf Facebook aktiv. Diese Stunde widmest Du voll und ganz diesem Medium. Neben Social Media möchtest Du schließlich noch Zeit zum Schreiben finden.

Gerade wer nicht vom Schreiben lebt, dürfte nicht viel Zeit für die Sozialen Medien haben. Es geht jedoch darum, regelmäßig am Ball zu bleiben. Dabei ist es nicht wichtig, dass man möglichst schnell viel Fans sammelt, sondern es geht um mittel- und langfristigen Erfolg. Ziele in den Sozialen Netzwerken lassen sich nicht von heute auf morgen umsetzen.

Was sind meine Ziele?

Was sind deine Ziele in den Sozialen Medien? Dies dürfte für die meisten Autoren klar auf der Hand liegen: Mehr Buchverkäufe. Dieses Ziel wirst Du erst auf lange Sicht umsetzen. Zuerst sollte es Dir darum gehen, eine aktive Fanbasis aufzubauen und treue Leser zu gewinnen. Es sollte nicht zwangsläufig darum gehen, möglichst viele Fans auf Facebook oder Follower auf Twitter zu haben. Es geht letztendlich um aktive Nutzer, welche die Inhalte deiner Autorenseite kommentieren und teilen. Empfiehlt eine kleine, aber aktive Fanbasis deine Bücher weiter, kann dies zu mehr Buchverkäufen führen als 1000 passive Follower.

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Eine kleine, aber begeisterte Fansbasis wirkt Wunder, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Eine solche Fanbasis sollte auf jeden Fall ein Ziel bei deinem Social Media Auftritt sein. Weitere Ziele könnten sein: Ich möchte Kontakte mit anderen Autoren und Buchbloggern schließen. Ich möchte meinen eigenen Bekanntheitsgrad erhöhen. Ich will in direkten Kontakt mit meinen Lesern treten und Feedback erhalten. Alle Ziele dürften mittel- und langfrist zu mehr Buchverkäufen führen.

Eine aktive Fanbasis in den Sozialen Medien gewinnen

Nun hast Du deine Ziele festlegt und auch schon deine Autorenseite bei Facebook oder ein Profil bei Twitter erstellt. Nun fehlt nur noch eine Kleinigkeit. Richtig, die Fans. Ein erster Schritte könnte es sein, Freunde und Bekannte auf deinen neuen Social Media Auftritt aufmerksam zu machen. Doch nicht jeder Autor verfügt über einen großen Bekanntenkreis und auf lange Sicht ist es nicht ausreichend, Bekannte zu aktivieren. Auf Facebook gibt es eine Vielzahl von Gruppen für Autoren mit vielen Mitgliedern. Melde Dich in diesen Gruppen an und werde dort aktiv.

Du kannst Dich in solchen Gruppen bekannt machen, indem Du nach einer kurzen Vorstellung eifrig kommentierst, anderen Mitgliedern bei Fragen hilfst und Kontakte knüpfst. Als aktives Mitglied kannst Du sicherlich auch einmal auf deine Autorenseite, eine Lesung oder dezent auf dein Buch aufmerksam machen. Es sollte jedoch nicht so aussehen, dass Du alle paar Tage auf Amazon und deinen Roman verlinkst. Diese Form der Eigenwerbung in Social Media bringt eher keinen Effekt und ist in vielen Facebook-Gruppen ausdrücklich nicht erwünscht. Es ist übrigens nicht notwendig, in tausend Gruppen Mitglied zu sein. Mit einem aktiven und freundlichen Auftreten in einer Handvoll Gruppen sollest Du Dir bereits langsam und stetig eine aktive Fanbasis aufbauen.

Networking-Soziale-Medien
Networking in Sozialen Medien, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Bei Twitter ist es vereinfacht gesagt wiederum so: Man folgt bestimmten Personen und hofft natürlich insgeheim, dass diese einem zurückfolgen. Ein erster Schritt beim Mikrobloggingdienst könnte es sein, nach passenden Stichworten wie Buchblogger, Buchblog oder Rezensionen zu suchen. Auch spezifische Begriffe wie Fantasy oder Krimi machen Sinn. Auf diese Weise findest Du eine Vielzahl von Personen, welchen Du folgen kannst und ein gewisser Teil wird auch Dir folgen. So baust Du Dir eine erste Gefolgschaft in den Sozialen Medien auf.

Social Media braucht Zeit

Es empfiehlt sich, bereits an einer aktiven Fanbasis zu arbeiten, während Du noch an deinem Auftritt (z.B. deiner Autorenseite) in den Sozialen Medien werkelst. Es braucht Zeit, bis Du in einzelnen Facebook-Gruppen bekannt wirst und Dich etablierst. Grundsätzlich solltest Du immer bedenken, Social Media braucht Zeit. Du wirst in den ersten Wochen nicht gleich 100 Fans gewinnen oder gar deine Buchverkäufe steigern. Setze Dich dazu nicht zu sehr unter Druck oder vergleiche Dich mit anderen Autoren. Vielleicht dauert es bei Dir einfach länger, um die gewünschte Fanbasis in den Sozialen Medien zu etablieren.