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Autor: Marius

Eine Buchidee in Romanen finden und umsetzen

Eine Buchidee in Romanen finden und umsetzen

Romane können eine wunderbare Quelle für eine Buchidee sein. In den Büchern von vielen Autoren findest Du Geschichten oder Anekdoten. Sie dienen häufig dazu, die Handlung eines Buches auszuschmücken. Bei vielen Romanautoren steht auch einfach die reine Lust am Erzählen im Vordergrund, wenn sie immer wieder neue Geschichten erfinden. Eine Vielzahl kleiner Erzählungen findest Du zum Beispiel bei Victor Hugo (1802-1885). Wer die ungekürzten Werke des Franzosen liest, stößt auf zahlreiche interessante Buchideen. Ein Paradebeispiel ist sein umfangreicher, historischer Roman „Die Elenden“. Viele Geschichten, die Hugo in seinem Buch erzählt, spielen für die Haupthandlung nur eine sehr untergeordnete Rolle. In der Vergangenheit führte dies dazu, dass die Herausgeber bei diesem umfangreichen Roman großzügig gekürzt haben.

Roman-Verlag
Romane sind eine Quelle für eine Buchidee, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

So fielen seine ausführlichen Beschreibungen des Pariser Kanalsystems häufig den Kürzungen zum Opfer. Gerade diese Passagen bietet eine tolle Buchidee. Hugo erinnert an die Erforschung, Kartographierung und Säuberung der Pariser Kloaken durch den Ingenieur Pierre Emmanuel Bruneseau von 1805 bis 1812. Die Pariser Kloaken werden im Roman wortreich wie folgt beschrieben: „Ein unentwirrbares Labyrinth, die Wände voller Risse und Spalten, von Schluchten durchzogen, Gänge, die ohne Sinn und Verstand auf oder abwärts stiegen, dumpfig, grausig anzusehen, in Dunkel gehüllt, die Fliesen zerbrochen, das Mauerwerk baufällig, so bot sich der ehemalige Untergrund von Paris den Blicken dar. Verzweigungen nach allen Richtungen und Kreuzungen, Sterne, Sackgassen, mit Salpeter überzogene Gewölbe, ekelhafte Abzugslöcher, flechtenartige Ausschwitzungen an den Wänden, Tropfen, die von der Decke herabfielen, Finsterniß; […].“ (Die Elenden, Übersetzung (1910) von Dr. G. A. Volcher)

Sieben Jahre durch die Pariser Kloaken – Was für eine Buchidee!

In einem Zeitraum von sieben Jahren kämpft sich nun Bruneseau mit seinen Mitarbeitern durch dieses unterirdische Labyrinth von Paris. Zu dieser Zeit stecken die Kenntnisse von Desinfektionsmitteln noch in den Kinderschuhen. Immer wieder weigern sich die Mitarbeiter des Ingenieurs weiterzugehen und durch den Unrat zu waten. In diesem Zeitraum stößt die Expedition im Untergrund auf eine Vielzahl von Merkwürdigkeiten. Man findet zum Beispiel direkt unterm Justizpalast Halseisen im Mauerwerk, das Skelett eines Orang-Utans und sogar das Leichentuch von Marat. Weiterhin ist der Untergrund voller Reichtümer, es finden sich Silber, Gold und Edelsteine. Victor Hugo schreibt hierzu: „Ein Riese, der all das Wasser hätte filtriren können, würde sich in den Besitz großen Reichthums aus allen Jahrhunderten gesetzt haben.“ (Quelle: Die Elenden)

Untergrund
Sieben Jahre im Untergrund – Eine tolle Romanidee, Bild © by Harry Hautumm

Während sich der Fokus von Bruneseau auf die Unterwelt richtet, tut sich in dieser Zeit in der Oberwelt sehr viel. Der Krieg tobt über Europa und als die Expedition ihre Arbeit im Jahr 1812 gerade abschließt, erlebt die französische Armee eine Katastrophe in Russland. Was für ein Hintergrund und eine tolle Buchidee für einen historischen Roman, wird nun mancher sagen! Doch auch in anderen Büchern von Vitor Hugo findet man interessante Ideen.

Im Glöckner von Notre Dame ist zum Beispiel immer wieder die Rede von einem Knecht Ruprecht. Der verkleidete Claude Frollo, der nachts den Hauptmann Phoebus verfolgt, wird versehentlich für diese Gestalt gehalten: „Aber diese wandelnde Statue, dieser Stein gewordene Mensch machten ihn [den Hauptmann] starr vor Entsetzen. Es circulirten damals allerlei Geschichten von einem Knecht Ruprecht im Munde der Leute, der nachts in den Straßen von Paris sein Wesen treiben sollte, […].“ (Der Glöckner von Notre Dame, Übersetzung (1884) von Friedrich Bremer) Auch diese kleine Anekdote von Hugo birgt eine Buchidee. Hier kannst Du eine Geschichte über einem mysteriösen Mörder schreiben, der im Jahr 1482 sein Unwesen in den Pariser Straßen treibt.

Eine Buchidee umsetzen

Die Erlebnisse von Bruneseau wurden bisher noch nicht in einem Roman niedergeschrieben, die Geschichte hat scheinbar die Leistungen des französischen Ingenieurs vergessen. Wer über die Expedition recherchiert, hat es nicht einfach. Bruneseau hat in seinem offiziellen Bericht an den Polizeipräsidenten die kuriosen Funde in der Kanalisation verschwiegen. Victor Hugo hat Details über die sieben Jahre im Untergrund von einem Mitarbeiter des Ingenieurs erfahren. Möchtest Du eine solche Buchidee umsetzen, musst Du sicherlich eine Vielzahl von Spezialliteratur zur Pariser Kanalisation lesen. Für die Recherche solltest Du Englisch und Französisch können. Am Ende dürfte ein Roman mit viel künstlicher Freiheit entstehen, der zu einem Teil auf historischen Fakten beruht, da Informationen rar sind.

Wesentlich leichter ist die Buchidee mit Knecht Ruprecht umzusetzen. Es ist nicht klar, ob eine solche mysteriöse Gestalt zumindest im Volksglauben existierte oder ob Hugo diese Figur frei erfunden hat. Wer bei Google nach Knecht Ruprecht (Begleiter vom Nikolaus) sucht, findet alle möglichen Informationen, jedoch nichts zu einem Pariser Mörder aus dem Jahr 1482. Möchtest Du diese Buchidee umsetzen, hast Du alle künstlerische Freiheit der Welt.

Es dürfte nicht schwer sein, eine interessante Idee für ein Buch in einem Roman zu finden. Ein Problem ist die Recherche. Viele Geschichten sind dort nur angedeutet. Viele Dinge über welche zum Beispiel Vitor Hugo oder auch andere Autoren schreiben, sind heute vergessen.

Mini-Schreibkurs für Debütautoren

Mini-Schreibkurs für Debütautoren

Der Blog ein-buch-schreiben.com startet mit einem Mini-Schreibkurs für Debütautoren. Der kostenlose Kurs richtet sich vor allem an Erstautoren, aber auch an alle Schriftsteller mit Freude am kreativen Schreiben auf der Suche nach neuen Ideen und Impulsen. Der Mini-Schreibkurs besteht aus 8 Einheiten und läuft bis zum Mai 2018. Jede Woche veröffentlichen wir in unserem Autorenblog eine kleine theoretische Einheit und zwei Schreibaufgaben (Dienstag und Donnerstag). Der Kurs beleuchtet die gesamte Arbeit an einem Roman von der Ideenfindung bis zur Veröffentlichung. Besuche wöchentlich unseren Blog, um keine Aufgabe zu verpassen.

Einsteiger-Ratgeber
Der Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“

Wie läuft der Mini-Schreibkurs ab?

Jede Schreibaufgabe besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil der Aufgabe lässt sich in wenigen Minuten lösen, weiterhin wird es einen optionalen Teil geben, der etwas mehr Zeitaufwand erfordert. So kann jeder Teilnehmer selber entscheiden, wie tief er in die Materie einsteigen möchte. Im Schreibkurs wird die Praxis vor der Theorie den Vorrang haben. Die Schreibaufgaben hängen nicht voneinander ab. Ein Einstieg in den Mini-Schreibkurs oder das Auslassen von Aufgaben ist jede Woche möglich. Einzelne Schreibaufgaben werden genrespezifische (z.B. Fantasy, Krimi) sein, dies ist jedoch nicht der Regelfall.

Postet Euer Ergebnis einfach in den Kommentaren unter der Aufgabe auf unserer Facebookseite „Ein Buch schreiben“.

Einheit 1: Kreativitätstechniken

Es gibt eine Vielzahl von Kreativitätstechniken. Doch welche Techniken sind für Autoren interessant? In unserem Mini-Schreibkurs wollen wir Dir zwei effektive Methoden vorstellen. Bei der Lexikontechnik schlägst Du ein Wörterbuch oder Lexikon an unterschiedlichen Stellen auf. Suche vier bis fünf Begriffe aus. Die Worte können Dir als Denkanstoß dienen oder als Grundlage für eine Schreibaufgabe. Eine weitere interessante Methode für Autoren ist die Semantische Intuition. Notiere Dir eine Vielzahl von themenverwandten Wörtern und kombiniere diese, um neue Ideen zu finden.

Lexikontechnik

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Schreibkurs Aufgabe 1-1 Kreativitätstechniken (Lexikontechnik)

Beispiel für Aufgabe 1-1 (G4): „Und sie hatten mich noch gewarnt. Rühre nicht an der Lampe herum, darin befindet sich ein gestreifter Dämon. Doch ich hatte nur halb zugehört. Der böse Geist erschien, statt drei Wünschen bekam ich ein Ticket direkt zur Hölle.“ Optional in der Langversion mit 150-250 Wörtern.

Semantische Intuition

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Schreibkurs Aufgabe 1-2 Kreativitätstechniken (Semantische Intuition)

Beispiel für Aufgabe 1-2: „Der Steinkobold gehört zu den besonders hinterlistigen Geschöpfen in dunklen und tiefen Verließen. Viele Abenteurer halten ihn für eine Statue, doch wenn sie ihn den Rücken kehren, wird er lebendig. Das bösartige Wesen schleicht er sich von hinten an und klaut Proviant, Fackeln oder andere lebensnotwendige Dinge. Hüte Dich vor dem Steinkobold!!“ Optional in der Langversion mit 150-250 Wörtern.

Einheit 2: Buchidee finden

Es gibt nur selten völlig neue Romanideen. In der Literatur werden immer wieder die gleichen Motive und Themen bearbeitet. In unserem Mini-Schreibkurs geben wir Dir einen Überblick über klassische, literarische Stoffe. Entscheide Dich für ein Motiv und interpretiere es neu. Oder kombiniere Themen miteinander, um eine neue Romanidee zu gewinnen. Auch historische Personen können eine Inspiration für deinen Roman bieten. Als Autor musst Du deiner Buchidee deinen eigenen Stempel aufdrücken. Ein Buch lebt von der Umsetzung der Geschichte, deinen Schreibstil und den Figuren.

Klassische Themen und Motive

Schreibkurs Aufgabe 2-1 Buchidee finden (Klassische Themen und Motive)

Beispiel für Aufgabe 2-1: (Kombination der Motive „Künstlicher Mensch + Heimliche Liebe“): „Nach vielen gescheiterten Versuchen ist es Dr. Clive gelungen, den Roboter Prometheus zu entwickeln. Die künstliche Intelligenz empfindet sogar Gefühle. Die Welt staunte. Noch mehr staunte Dr. Clive, als er Prometheus mit seiner Frau Mary im Bett fand.“ Optional in der Langversion mit 150-250 Wörtern.

Historische Persönlichkeiten

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Schreibkurs Aufgabe 2-2 Buchidee finden (Klassische Themen und Motive)

Beispiel für Aufgabe 2-2: „Julius Cesar war in Wirklichkeit Gestaltwandler. Die Ermordung von Cesar durch Brutus basiert auf Fake News von CNN (Capitol News Network). Der Gestaltwandler wurde nie erdolcht, sondern regierte als Augustus noch viele Jahre weiter.“

Einheit 3: Recherche

Zur Arbeit an einem Buch gehört auch Recherche dazu. Einige Genre wie Historischer Roman, Krimi oder Reiseliteratur erfordern besonders viel Recherchearbeit. Dank dem Internet ist heute die Informationsbeschaffung viel einfacher geworden. Jedoch solltest Du Dich bei deiner Recherche nicht nur auf das World Wide Web verlassen. In Bibliotheken findest Du in Fachbüchern Informationen, die ein Thema tiefergehender behandeln. Bei der Recherche ist ein Autor im Regelfall mit zwei Problemen konfrontiert. Entweder gibt es nur sehr wenige Informationen zu einem Thema oder man muss mit einer wahren Informationsflut kämpfen.

Recherche (wenig Informationen)

Schreibaufgabe 3-1 Recherche (Wenig Informationen)
Schreibkurs Aufgabe 3-1 Recherche (Wenig Informationen)

Beispiel für Aufgabe 3-1: Wir habe ein Thema als Beispiel (Historischer Roman) gewählt, das sich nicht in der Grafik findet: “Korax gilt als der Begründer der Rhetorik. Er lebte im 5. Jh. v. Chr. in Sizilien und hatte ein einflussreiches Amt am Hofe des Tyrannen Thrasybulos. Nach dem Sturz des Tyrannen versuchte Korax seinen Einfluss zu behalten, indem er als politischer Redner in der neuen Demokratie auftrat. Aus dieser praktischen Tätigkeit entwickelte er die Grundzüge der antiken Rhetorik. Er arbeitete als erster Rhetor die fünf Produktionsstadien der Rede aus, sie gelten noch bis heute. Weiterhin verfasste er Musterreden und veröffentlichte sie in Handbüchern. Von seinen Schriften ist heute nichts mehr erhalten. Sein erster und zugleich bedeutendster Schüler war Teisias aus Syrakus. Gemeinsam mit seinem Schüler hat Korax offenbar mehrere der angesprochenen Handbücher verfasst, bis es zu einem Streit über die Zahlung des Lehrgelds kam. Wir wissen wenig vom Leben von Korax. In mehreren antiken Quellen wird er übereinstimmende als Begründer der antiken Rhetoriklehre genannt. Seine Leistung besteht ohne Zweifel darin, der praktischen Rhetorik eine theoretische Grundlage gegeben zu haben. Weiterhin hatte er enormen Einfluss auf die Entwicklung der Gerichtsrhetorik. ” (Quellen: Wikipedia, Der neue Pauly, Cicero (Brutus)).

Recherchequellen

Schreibkurs Aufgabe 3-2 Recherchequellen
Schreibkurs Aufgabe 3-2 Recherchequellen

Beispiel für Aufgabe 3-2: Top 5: Internet, Fachliteratur (Monographien), Lexikonartikel, Recherche über Facebook oder Internetforen ,Gespräch mit Experten.

Einheit 4: Ein Buch planen

Bevor Du mit dem Schreiben an deinem Roman beginnst, solltest Du diesen zumindest grob strukturieren. So vermeidest Du Fehler im Handlungsverlauf und bei der Charakterlogik. Es ist nicht notwendig, sein Buch anhand eines Plots bis ins letzte Detail durchzuplanen. Zu Beginn reicht es vollkommen aus, wenn Du deinen Roman in Grundzügen strukturierst. Während des Schreibprozess kannst Du dann einzelne Kapitel genauer planen. Bei einer Arbeit an einem Buch wechseln sich Phase des Schreibens und Planens ab. Wer gerne mit Software arbeitet, findet übrigens eine Vielzahl von Programmen zur Buchplanung.

Roman strukturieren

Schreibkurs Aufgabe 4-1 Buch strukturieren
Schreibkurs Aufgabe 4-1 Buch strukturieren

Beispiel für Aufgabe 4-2: „Chantal lernt Hannes kennen, Chantal heiratet, O1: Chantal macht mit Freundinnen Urlaub auf Mallorca (Ballermann), Chantal lernt Eduardo kennen, Chantal lässt sich scheiden, Chantal wird schwanger, Kevin kommt auf die Welt, Eduardo betrügt Chantal,  O2: Als Chantal völlig niedergeschlagen ist, erfährt sie überraschend von einer großen Erbschaft und beginnt ein neues Leben mit Kevin.“ Optional in der Langversion mit 150-250 Wörtern.

Schreibprogramme für Autoren

Schreibkurs Aufgabe 4-2 Programme für Autoren
Schreibkurs Aufgabe 4-2 Programme für Autoren

Beispiel für Aufgabe 4-2: Ich habe mir vor einigen Monaten das kostenlose Schreibprogramm yWriter6 heruntergeladen. Das Programm gab es in früheren Versionen nur in englischer Sprache, mittlerweile existiert auch eine Version mit deutscher Benutzeroberfläche. yWriter ist sicherlich nicht so umfangreich wie Scrivener oder Papyrus Autor, sollte jedoch für die Planung eines Romans völlig ausreichend sein. Es lassen sich zum Beispiel Szenen, Schauplätze, Charaktere und Gegenstände für jedes Kapitel erstellen. Interessant finde ich das Beispielsprojekt bei yWriter. Das Beispiel erleichtert den Einstieg ins Programm. Bei der Recherche nach Schreibprogrammen für Autoren bin ich auf WriteWay gestoßen. Das Programm existiert seit dem Jahr 2003 und wurde immer weiterentwickelt. Der Entwickler ist mittlerweile im Ruhestand und WriteWay (früher 40 Dollar) steht nun kostenlos zum Download bereit. In einem ersten Schritt muss man sich die Demoversion herunterladen und mit wenigen Klicks lässt sich Vollversion kostenlos aktivieren.

Einheit 5: Kreatives Schreiben

Du hast deine Buchidee konkretisiert und deinen Roman grob strukturiert. Nun beginnst Du mit dem Schreiben deines Buches. In dieser Phase zeigt sich die Schaffenskraft des Autors. Du drückst deiner Buchidee deinen eigenen Stempel auf. Während des Schreibens an deinen Roman erwarten Dich jedoch auch Schreibblockaden, fehlende Motivation oder Zeit zum Arbeiten und Zweifel an der Buchidee. Diese Probleme treten zumindest bei sehr vielen Autoren während des Schreibprozesses auf. Diese Hindernisse gilt es zu überwinden und es lohnt sich dagegen anzukämpfen. Irgendwann liegt es vor Dir: Dein eigenes Buch.

Die Schaffenskraft des Autors

Schreibkurs Aufgabe 5-1 Kreatives Schreiben
Schreibkurs Aufgabe 5-1 Kreatives Schreiben

Beispiel für Aufgabe 5-1: Es ist mir unerklärlich, wie ich in dieses dunkle Loch geraten bin. Ich erinnere mich an absolut nichts. Und noch schlimmer ich bin nicht allein. Dieses Wesen, nun kauert es in der anderen Ecke, ich kann seinen tiefen Atmen hören. Als ich aufwachte, hat es mich von oben bis unten beschnuppert. Es ist kein Mensch, wahrscheinlich ist es nicht einmal ein Tier. Ich hatte nicht gewagt, es anzufassen. Offenbar will es mir nichts Böses. Ich muss einen klaren Kopf  bewahren. Ich habe mein Gefängnis abgetastet. Die Wände sind kalt und rau, der Raum ist quadratisch und dürfte maximal zwei mal zwei Meter umfassen. Über mir genaugenommen über uns ist ein Eisengitter, von oben dringt nicht der kleinste Lichtstrahl. Ich höre Schritte von schweren Stiefeln, das Wesen wird unruhig wie in Erwartung von etwas. Ich sehe einen ganz schwachen Lichtschein über uns. Irgendetwas poltert herunter, das Wesen greift gierig danach, auch auf meiner Seite landet etwas. Die Schritte entfernen sich sofort wieder. Das Wesen verschlingt etwas und dann höre ich es schlucken. Ich befühle die Gaben von oben. Ein Schlauch mit einer Flüssigkeit und Brot, überraschend weich und frisch. Wer mich auch immer in dieses Loch steckt hat, verhungern lassen will er mich nicht. Ich muss herausfinden, wie ich hierhergekommen bin. Ich muss in Erfahrungen bringen, wie ich hier rauskomme.

Abstraktes beschreiben

Schreibkurs Aufgabe 5-2 Kreatives Schreiben
Schreibkurs Aufgabe 5-2 Abstraktes beschreiben

Beispiel für Aufgabe 5-2: „Es hatte mich unendlich viel Mühe gekostet, bis zu diesem Punkt zu kommen. Ich hatte das Vertrauen der Räuberbande gewonnen, sie hatten mich in ihren Kreis aufgenommen. Heute würde ich das erste Mal ihren Hauptmann von Angesicht zu Angesicht sehen, jenen Mörder meiner Familie, diesen schrecklichen Schurken und Halunken. Die Räuber hatten sich vor seinem Zelt in zwei Reihen aufgestellt und bildeten ein Spalier. Nun trat er aus dem Zelt. Doch was war das? Konnte dieser kleine, alte Mann, der durch die Reihen schritt und Hände schüttelte, ein Mörder sein? Viele der Räuber beugten das Haupt vor ihm. Er wirkt wie ein gütiger und doch strenger Vater. Nun gelangte er zu mir, blickte mich mit seinen blauen Augen an und sagte: „Wen haben wir hier?“ In seinen Augen lag so etwas wie Fürsorge. Sein Blick sagte mir, du raubst und mordest für mich, doch dafür biete ich dir meinen Schutz. Niemand in dieser Welt kann gegen dich, solange du mir treu bist. „Mein Name ist Brin“, antwortete ich. Und auch ich beugte mein Haupt vor dem Mörder meiner Familie.“

Einheit 6: Erzählperspektive

Der Ich- und Er-Erzähler gehört zu den häufigsten Erzählformen in der Literatur. Bevor Du mit dem Schreiben an deinem Roman beginnst, solltest Du Dir Gedanken für die Erzählperspektive machen. Je nach Genre eignen sich verschiedene Erzählformen. Der Ich-Erzähler befindet sich mitten im Gesehen, diese Perspektive passt zum Beispiel für actionreiche Thriller und Abenteuerromane. Bei einem historischen Roman mit vielen Figuren macht wieder der Er-Erzähler Sinn. Am Ende entscheidest jedoch Du als Autor, welche Erzählform Du wählst. Die Erzählperspektive hängt auch stark vom Schreibstil des Autors ab.

Ich-Erzähler

Schreibkurs Aufgabe 6-1 Erzähperspektive
Schreibkurs Aufgabe 6-1 Erzähperspektive (Ich-Erzähler)

Beispiel für Aufgabe 6-1 (Stalker): „Es war kurz vor meinem Geburtstag, da fand ich diesen Zettel im Briefkasten. „Bald ist dein Geburtstag, wie schade, dass Du diesen nicht mehr erlebst. Schreibe eine kurze Geschichte (150-250 Wörter).“ Etwas darunter stand in roter Schrift: „DIESE Geschichte wird mit Blut geschrieben.“ Die Zettel im Briefkasten hatten vor einigen Wochen begonnen. Ich leite einen Schreibkurs an der Volkshochschule, nach Kursbeginn fand ich regelmäßig kleine Geschichten in der Post. Der Autor bat mich, die Geschichten zu korrigieren und in eine hohle Eiche im Stadtpark zu stecken. Zu Beginn fand ich es witzig und tat den Autor den Gefallen, doch irgendwann wurde es mir zu bunt. Zuletzt legte ich einen Zettel mit der Botschaft in die Eiche, ich würde mehr keine Geschichten korrigieren. Danach war Ruhe und nun dieser Zettel. Dies konnte nur ein böser Scherz sein. So stand ich im Garten vor dem Briefkasten, das Schreiben in der Hand und es begann zu dämmern. Mir fiel ein Mann auf, der im Trenchcoat die Straße entlang schlenderte und in meine Richtung kam. Vor meiner Gartentür blieb er stehen und sagte spöttisch: „Ah der Herr Professor, ist sich mittlerweile zu fein, meine Texte zu korrigieren.“ Es war Kevin, ein eigenartiger Kauz aus meinem Kurs. Ich wurde ärgerlich „Kevin, Sie sind der anonyme Autor? Sie hatte ich im Verdacht. Der Schreibstil und die Formulierungen so wenig treffend.“ Doch dieses Mal war Kevin treffend. Das Letzte was ich sah, war das Aufblitzen einer Pistole, die er unter seinem Trenchcoat versteckt hatte.“

Er-Erzähler

Schreibkurs Aufgabe 6-2 Erzähperspektive
Schreibkurs Aufgabe 6-2 Erzähperspektive (Er-Erzähler)

Beispiel für Aufgabe 6-2 Stalker: „Es war kurz vor Marvins Geburtstag, da fand er diesen Zettel im Briefkasten. „Bald ist dein Geburtstag, wie schade, dass Du diesen nicht mehr erlebst. Schreibe eine kurze Geschichte (150-250 Wörter).“ Etwas darunter stand in roter Schrift: „DIESE Geschichte wird mit Blut geschrieben.“ Die Zettel im Briefkasten hatten vor einigen Wochen begonnen. Marvin leitete einen Schreibkurs an der Volkshochschule, nach Kursbeginn fand er regelmäßig kleine Geschichten in der Post. Der Autor bat ihm, die Geschichten zu korrigieren und in eine hohle Eiche im Stadtpark zu stecken. Zu Beginn fand Marvin es witzig und tat dem Autor den Gefallen, doch irgendwann wurde es ihm zu bunt. Zuletzt legte er einen Zettel mit der Botschaft in die Eiche, er würde mehr keine Geschichten korrigieren. Danach war Ruhe und nun dieser Zettel. Dies konnte nur ein böser Scherz sein. So stand Marvin im Garten vor dem Briefkasten, das Schreiben in der Hand und es begann zu dämmern. Ihm fiel ein Mann auf, der im Trenchcoat die Straße entlang schlenderte und in seine Richtung kam. Vor seiner Gartentür blieb der Mann stehen und sagte spöttisch: „Ah der Herr Professor, ist sich mittlerweile zu fein, meine Texte zu korrigieren.“ Es war Kevin, ein eigenartiger Kauz aus dem Schreibkurs. Marvin wurde ärgerlich „Kevin, Sie sind der anonyme Autor? Sie hatte ich im Verdacht. Der Schreibstil und die Formulierungen so wenig treffend.“ Doch dieses Mal war Kevin treffend. Das Letzte was Marvin sah, war das Aufblitzen einer Pistole, die der Schütze unter seinem Trenchcoat versteckt hatte.“

Einheit 7: Charakter entwickeln

Originelle und lebendige Charaktere sind die Seele eines Romans. Wenn Du die Figuren für dein Buch entwickelst, ist es ratsam, nicht mit Stereotypen zu arbeiten. Interessante Charaktere lassen sich zum Beispiel erschaffen, wenn Du schwer vereinbare Eigenschaften miteinander kombinierst. Spiele bei den Eigenschaften einige Kombinationen durch, am Ende könnte ein besonders origineller Charakter entstehen. Bei der Figurenentwicklung kannst Du Dich auch von Charakteren in Bücher oder Personen aus deinem Umfeld inspirieren lassen.

Originelle Charaktere entwickeln

Schreibkurs Aufgabe 7-1 Charakterentwicklung
Schreibkurs Aufgabe 7-1 Charakterentwicklung

Beispiel für Aufgabe 7-1 (Eigenschaften: eitel, brutal, philosophisch): „Die Verdächtigen stören sich beim Verhör nicht daran, dass Kommissar Bradley ein eitler Geck mit reichlich Pomade in den Haaren war. Sie konnten es sogar verkraften, dass der Ermittler manchmal handgreiflich wurde. Seine ewigen Vorträge über Kants Moralphilosophie und den kategorischen Imperativ empfanden die Verdächtigen jedoch als seelische Grausamkeit.“ (Optional in der Langversion mit 150-250 Wörtern)

Rollentausch

Schreibkurs Aufgabe 7-2 Charakterentwicklung
Schreibkurs Aufgabe 7-2 Charakterentwicklung

Beispiel für Aufgabe 7-2 (Heidi + Räuber): „Heidi war in einem ersten Entwurf die Anführerin einer Räuberbande. Sie sollten in den Schweizer Bergen arglose Wanderer überfallen und brutal niedermetzeln. Das erste Opfer war ein gewisses Fräulein Rottenmeier. Eine Freundin riet der Autorin Johanna Spyri von diesem Entwurf ab, der Stoff sei für ein Kinderbuch wenig geeignet.“ (Optional in der Langversion mit 150-250 Wörtern)

Einheit 8: Schreibstil

Show, don´t tell (Zeigen, nicht erzählen) ist DIE moderne Schreibregel, man findet sie in jedem Schreibratgeber. Die Regel fordert zum szenischen Schreiben und einer filmischen Erzählstruktur auf. Handlung und Dialog sollen im Vordergrund stehen. Mit szenischen Schreiben kommst Du den Rezeptions-Gewohnheiten (täglichen Fernsehkonsum) deiner Leser entgehen. Mit einer filmischen Erzählstruktur gewinnst Du in der Regel eher die Aufmerksamkeit deiner Leser.

Show, don´t tell

Schreibkurs Aufgabe 8-1 Show, don´t tell

Beispiel für Aufgabe 8-1 (René nimmt ein Paket an): Der Postbote stand mit einem Paket vor der Tür. „Ich habe nichts bestellt.“, sagte René. Der Zusteller erwiderte: „Es dürfte sich um ein Geschenk für Sie handeln.“ Auf dem Paket befand ein Aufkleber mit einem Smiley und darunter stand: Eine ganz besondere Überraschung für Dich. „Das ist aber nett, das Paket kommt bestimmt von meinen Vereinskollegen vom Schützenverein.“ In der Wohnung machte sich René sofort daran, das Paket zu öffnen. Doch was sprang in ihn als erstes entgehen. Ein Sexratgeber mit dem Mittel: Befriedigender Sex in der Ehe. So geht ihre Frau nicht fremd. Dieses Paket war sicher nicht um Schützenverein. Und es fand sich noch Reizwäsche darin, offenbar gebraucht. Dies war doch Unterwäsche von seiner Frau Elfi. Er kannte sie genau oder nicht mehr so genau, es herrschte schon lange Funkstille im Bett in seiner Ehe. Und noch etwas war im Paket. Ein beschriftete DVD mit dem Titel „Elfi Biest. Ein ficktives Drama einer Ehe mit Tiefgang.“ Dieses Drama auf DVD wollte sich René ersparen.

Klappentext verfassen

Schreibkurs Aufgabe 8-2 Klappentext

Beispiel für Aufgabe 8-2 (Kritik am Klappentext): Mir gefällt der Klappentext sehr gut, er hat vor allem eine ideale Länge. Der Text beschreibt treffend den Konflikt zwischen Verdi und Wagner. Ich hätte im Klappentext nicht den Tod von Wagner verraten, sondern diese Formulierung gewählt: „[…], entschließt er sich, endlich den Dialog mit Wagner aufzunehmen, doch eine Katastrophe verhindert das Treffen der beiden Männer.“ Für meinen Geschmack verrät der Klappentext am Ende zu viel.

Testleser für einen Roman finden

Testleser für einen Roman finden

Dein Buch ist fertig. Nun möchtest Du deinen Roman als Self-Publisher veröffentlichen oder an einen Verlag schicken. Bevor Du diesen Schritt tust, kann es sinnvoll sein, Testleser für deinen Roman zu finden. Doch wieso solltest Du überhaupt mit Testlesern arbeiten? Solche Leser können Dir helfen, deinem Buch vor einer Veröffentlichung oder dem Versenden an einen Verlag den letzten Schliff zu geben. Tester erkennen zum Beispiel logische Fehler im Handlungsverlauf, geben Feedback zu den Charakteren und verweisen auf unglückliche Formulierungen. Testleser können ebenso helfen, die letzten Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu finden. Jedoch solltest Du deine Tester nicht als Lektoren missbrauchen.

Testleser
Wie finde ich Testleser für meinen Roman? , Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Zuerst einmal stellt sich die Frage, wann Du das Manuskript aus der Hand gibst. Die Antwort ist einfach: Wenn es nach deiner Ansicht nichts mehr an deinem Roman zu verbessern gibt. Du hast dein Manuskript mehrfach korrekturgelesen und findest mehr keine Fehler? Der Plot deines Romans ist schlüssig und die Charaktere sind überzeugend? Nun ist der Zeitpunkt gekommen, Testleser für dein Buch zu finden.

Testleser finden und richtig auswählen

Die richtige Auswahl der Tester ist die schwierigste Aufgabe. Bei der Wahl stellen sich viele Fragen. Soll ich mich für Bekannt oder Fremde entscheiden? An wie viele Personen schicke ich mein Manuskript? Wie bestimme ich meine Zielgruppe? In welcher Form soll das Feedback erfolgen?

1. Bekannte oder Fremde als Testleser?

Zuerst solltest Du für Dich die Frage klären, ob Du deinen Roman einen Bekannten oder einer fremden Person zum Lesen geben möchtest. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Gibst Du dein Manuskript direkt an Freunde oder Familie weiter, musst Du häufig nicht lange nach Testlesern suchen. Weiterhin dürfte es unkompliziert sein, Feedback zu erhalten. Im persönlichen Gespräch kann eine bekannte Person Dir mitteilen, was ihm an deinem Buch gefällt und was nicht. Das Feedback eines Freundes kann mitunter spärlich ausfallen. So könnte die Person einfach nur sagen, dein Buch hätte ihr gut gefallen. Oder noch schlimmer: Ein Familienmitglied möchte deine Gefühle nicht verletzten und lobt einen Roman, der ihn eigentlich gar nicht gefallen hat.

Ein solches Feedback bringt Dich nicht weiter oder kann sogar schädlich sein. Von fremden Personen als Testleser bekommst Du im Regelfall ein konstruktiveres Feedback. Mitunter fällt die Kritik nicht positiv aus und es gibt mehr Änderungsvorschläge zu deinem Roman als Dir lieb ist. Nur mit einem solchen Feedback kannst Du dein Buch verbessern und dem Manuskript den letzten Schliff geben. Wer mit Testlesern arbeitet, sollte grundsätzlich mit Kritik umgehen können.

2. An wie viele Personen schicke ich mein Manuskript?

Weiterhin stellt sich die Frage, an wie viele Personen Du dein Buch zum Testlesen schickst. Es macht immer Sinn, mit einer ungeraden Zahl zu arbeiten. Auf diese Weise gibt es kein Unentschieden bei positiven und negativen Rückmeldungen. Drei bis fünf Testleser sind im Regelfall ausreichend. Eine größere Zahl ist nicht empfehlenswert. Jeder zusätzliche Tester erhöht deinen Aufwand. Es ist ratsam, mit den einzelnen Personen regelmäßig zu kommunizieren. Weiterhin bedeutet jedes Manuskript mit Anmerkungen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand für Dich. Viel sinnvoller ist es, mit einer überschaubaren Zahl von Lesern zu arbeiten, diese jedoch sorgfältig auszuwählen.

Ein weiterer Punkt ist noch wichtig. Setze vor dem Verschicken eine sinnvolle Deadline für die Rückgabe des Manuskripts. Kommuniziere diesen Termin ganz klar. Wie viel Zeit Du den Testlesern gibst, hängt vor allem von der Länge deines Romans ab. Mitunter kannst Du mit den einzelnen Testern einen Termin zum Zurückgeben vereinbaren. Die Termine der Leser sollten möglichst nah beieinander liegen. Habe den Mut, ein Manuskript zurückzufordern, wenn ein Testleser nach der Deadline deinen Roman nicht zurücksendet. Eine Verlängerung der Abgabefrist um wenige Tage oder eine Woche ist in Ordnung. Es macht jedoch keinen Sinn, ewig auf ein Feedback zu warten. Auch unvollständige Anmerkungen im Manuskript können weiterhelfen.

3. Wie finde ich die richtigen Leser für mein Genre?

Nun kommt die schwierigste Frage: Wie finde ich die richtigen Testleser? Suche möglichst nach Lesern, die mit deinem Genre vertraut sind und im besten Fall bereits Erfahrung mit Testlesen haben. Hast Du einen Krimi geschrieben, ist es sinnvoll nach speziellen Literaturforen für Krimi-Fans zu suchen. Solche Gruppen findest Du über Google oder auf Facebook. Entscheide Dich zum Beispiel für eine Facebook-Gruppe mit vielen Mitgliedern. In einem Posting kannst Du nach Testlesern suchen.

Benne das Genre (wenn auch möglich das Subgenre) deines Buch und beschreibe so gut wie möglich, den Grundcharakter deines Romans. Ein Beispiel wäre: „Ich suche fünf Testleser, die gerne Liebesgeschichten (New Adult) mit Humor lesen.“ Mache dazu Angaben, wie lang dein Manuskript in Normseiten ist und wie viel Zeit die Tester haben. Häufig melden sich mehr Testleser als Du benötigst. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, etwas zu der Auswahl der Leser zu schreiben. So kannst Du angeben, bevorzugst Tester auszuwählen, die mit deinem Genre besonders vertraut sind. Alternativ kannst Du einfach „auslosen“. Nun gilt es, mit etwas Fingerspitzgefühl die richtigen Personen auszuwählen. Schreibe auch den nicht ausgewählten Lesern und bedanke Dich für das Interesse.

Eine Auswahl über die Sozialen Medien ist nur ein Weg, um Testleser zu finden. Wer bereits ein zweites Buch veröffentlicht, sucht zum Beispiel unter seinen Fans (über die Autorenseite) nach Testern. Wer im Literaturbereich gut vernetzt ist, kann vielleicht Buchblogger oder Autorenkollegen zum Testlesen gewinnen. Je mehr Bücher Du veröffentlicht hast, umso leichter findest Du gute Tester. Für Autoren mit ihrem ersten Buch ist es wiederum schwer, geeignete Leser zu finden. Man kennt nur wenige Personen, die infrage kommen. Leser aus dem eigenen Bekanntenkreis sind bekanntlich nicht immer ideal. Bist Du in verschiedenen Autorengruppen aktiv, kannst Du gezielt Personen in diesen Gruppen fragen, mit welchem Du bereits Kontakt hattest. Eine Ausschreibung für Testleser auf Facebook funktioniert immer.

4. In welcher Form soll das Feedback erfolgen?

Abschließend stellt sich die Frage, in welcher Form das Feedback erfolgen soll. Viele Leser dürften sich einfach ein Word-Dokument wünschen. Dort können sie Anmerkungen eintragen und Du kannst die Änderungen nachverfolgen. Mitunter musst Du die Formatierung deiner Datei ändern. Manche Tester wünschen sich vielleicht eine OpenOffice- oder Staroffice-Datei. Es dürfte nur eine Kleinigkeit sein, das gewünschte Datenformat zu erstellen. Spreche mit jedem Testleser ab, in welcher Form er mit deinem Roman arbeiten möchte. Wünscht er sich ein ausgedrucktes Manuskript, scheue nicht die Kosten für Papier und Porto.

Fragebogen
Es kann Sinn machen, mit einem Fragebogen zu arbeiten, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es kann auch Sinn machen, einen Fragebogen für deine Testleser zu erstellen. Ein solches Dokument könnte folgende Fragen enthalten: Was erwartest Du von diesem Buch? Welche Note würdest Du der Buchidee geben? Welche Note gibst Du dem Schreibstil? Sprechen Dich die Charaktere an? Bewerte das Buch abschließend mit einer Note? So könnten einzelne Fragen für die Testleser aussehen. Acht darauf, dass der Fragebogen nicht zu lang wird und sich die meisten Fragen mit einem Kreuz oder wenigen Sätzen beantworten lassen. Es ist sinnvoll, deine Tester entweder Schulnoten oder Bewertungen auf einer Skala von ein bis zehn vergeben zu lassen. Ein Fragebogen sorgt für ein einheitliches und vergleichbares Feedback von deinen Lesern. Bleibe nach Möglichkeit immer im Kontakt mit deinen Lesern, mitunter bekommst Du auch ein Zwischenfeedback.

Der Umgang mit den zurückgesandten Manuskripten

Wenn Du die bearbeiteten Manuskripte zurückbekommst, bedanke Dich auf jeden Fall beim den Testlesern, auch wenn das Feedback so gar nicht nach deinem Geschmack ausfällt. In einem ersten Schritt ist es sinnvoll, Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu korrigieren. Selbst wenn Du deinen Roman sehr genau korrekturgelesen hast, bleiben solche Fehler nicht aus. In einem zweiten Schritt prüfe die Anmerkungen zu Schreibstil, Fehler im Handlungsverlauf und Charakterlogik. Du musst nicht alle Bemerkungen übernehmen. Doch wenn zwei Testleser die gleichen Details bemängeln, solltest Du diese Anmerkungen ganz genau prüfen. Am Ende entscheidest Du, was Du vom Feedback übernimmst.

Hast Du deinen Roman veröffentlicht, ist es eine nette Geste, wenn Du deinen Testlesern ein Belegexemplar schickst. Wer möchte, kann die Tester auch in Danksagungen erwähnen.

Was ist die Normseite?

Was ist die Normseite?

Während deiner Arbeit an deinem Roman ist Dir sicherlich bereits die Normseite begegnet. Was steckt genau hinter dem Begriff und vor allem, wie wichtig ist das Format für Autoren? Eine klassische Normseite hat 30 Zeilen mit 60 Anschlägen. Füllt man eine ganze DIN-A4-Seite, ergeben sich 1800 Zeichen (mit Leerzeichen). Die Definition stammt noch aus dem Schreibmaschinen-Zeitalter. In der Praxis ist jedoch kaum eine Seite von oben bis unten mit besagten 1800 Zeichen vollgeschrieben. Es gibt Überschriften, Absätze und Dialoge. Welche Bedeutung hat heute die Normseite für Autoren?

Normseite
Die Normseite mit 1800 Zeichen stammt aus dem Schreibmaschinenzeitalter, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

Es ist sinnvoll, beim Schreiben eines Buches von Anfang mit dem Format zu arbeiten. So hast Du immer im Überblick, wie viele Buchseiten dein Roman während des Schreibens hat. Autoren fragen sich immer wieder, in welcher Form sie das Manuskript an einen Verlag schicken sollen.  Schickst Du Leseprobe und Exposé mit 30 Zeilen und max. 60 Anschlägen an einen Buchverlag, macht dies im Regelfall einen ersten guten Eindruck auf den Lektor. Die Normseite ist keine Voraussetzung für eine Veröffentlichung, wir empfehlen Autoren jedoch, bei Textprobe und Exposé mit diesem Format zu arbeiten. Dieser Ratschlag gilt selbstverständlich nicht, wenn der Verlag auf seiner Internetseite andere Angaben zum Manuskript macht.

Eine Normseite erstellen

Möchtest Du eine Normseite für deinen Roman erstellen, kannst Du Dich an den unten stehenden Formatierungen orientieren. Auf unserer Seite kannst Du eine kostenlose Manuskript-Normseite (mit Zeilenzählung) herunterladen.

  • Seitenränder: 2,19 cm (oben), 1,78 cm (unten), 3,17 cm (links) und 2,54 cm (rechts)
  • 60 Zeichen pro Zeile und 30 Zeilen pro Seite (so kommst Du auf etwa 1.800 Zeichen pro Seite bzw. rund 250 Wörter pro Seite)
  • Schriftgröße 12 und 24 pt Zeilenabstand
  • Schriftart: Mit Serifen (z.B. Times New Roman, Courier New) zur besseren Lesbarkeit
  • Flattersatz, linksbündig
  • Seitenzählung

Da es eine Vielzahl von verschiedenen Programmen für Textverarbeitung gibt, kann es sein, dass Du einige der Angaben leicht anpassen musst. Im Regelfall solltest Du mit diesem Formatierungsangaben problemlos eine Seite mit 30 Zeilen und 60 Anschlägen erstellen.

Die Normseite für Lektoren

Die Normseite spielt auch eine wichtige Rolle für Lektoren, wenn es um die Abrechnung der erbrachten Leistungen geht. Viele Lektoren orientieren bei ihrer Arbeit an der Definition der VG Wort. Die Verwertungsgesellschaft sieht die Normseite mit 1800 Zeichen als nicht mehr zeitgemäß an und definiert die Seite mit 1500 Zeichen. Einige Dienstleister rechnen auch mit 1600 Zeichen oder einfach 250 Wörtern pro Seite. Wenn Du Dich für ein professionelles Lektorat interessierst, solltest Du Dich vorab auf der Homepage des Anbieters informieren oder Dich telefonisch erkundigen. Nur so kannst Du sicher abschätzen, was Dich ein professionelles Korrektorat oder Lektorat für deinen Roman kostet.

Die hier genannten Regelungen für die Normseite gelten nur für Deutschland. In anderen deutschsprachigen Ländern wie Österreich oder der Schweiz sieht es wiederum anders aus.

5 Meilensteine auf dem Weg zur Buchveröffentlichung

5 Meilensteine auf dem Weg zur Buchveröffentlichung

Bis zur Buchveröffentlichung im Verlag ist es ein weiter Weg. Auf diesen Weg macht es Sinn, sich Zwischenziele zu setzen und bewusst größere und kleinere Meilensteine zu feiern. Bis zur Veröffentlichung durchläuft jedes Buch bestimmte Arbeitsschritte: Dazu gehören die Konkretisierung der Buchidee, die Strukturierung des Romans, die erste Romanfassung, Lektorat und Anschreiben der Verlage.

Einsteiger-Ratgeber
Der Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“

Dieser Beitrag richtet sich an Autoren, die an ihrem ersten Roman arbeiten und skizziert knapp die Meilensteine zur Buchveröffentlichung. Dieser Text soll Dir eine kleine Orientierung geben, wie Du die Arbeit an deinem Roman planen kannst. Möchtest Du dieses Thema vertiefen, empfehlen wir Dir unseren Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“. Der Ratgeber beleuchtet die gesamte Arbeit an einem Roman von der ersten Ideenfindung bis zur Veröffentlichung.

Meilenstein 1: Buchidee konkretisieren

Eine gute Buchidee ist für viele angehende Autoren die Initialzündung für das Schreiben eines Romans. Bei aller Begeisterung für deinen Geistesblitz, ist es wichtig, die Romanidee zu konkretisieren. Reicht deine Buchidee für einen Roman mit 200 bis 300 Seiten? Diese Frage lässt sich mit einem kleinen Test beantworten. Kannst Du die Handlung deiner Romanidee grob skizzieren und zumindest eine DIN-A4-Seite damit füllen? Dann spricht vieles dafür, dass Du eine passende Idee für dein Buch gefunden hast.

Ob die Idee wirklich genügend Stoff für ein ganzes Buch bietet, zeigt sich erst verlässlich in der Phase der Planung. Doch der Test mit dem DIN-A4-Blatt ist ein gutes Indiz für eine brauchbare Romanidee. Die Konkretisierung einer tragbaren Buchidee ist ein erster Meilenstein auf dem Weg zur Buchveröffentlichung. Viele Autoren haben zahlreiche Einfälle. Eine erste Prüfung zeigt mitunter, dass sich die Idee nur für eine Kurzgeschichte eignet oder nicht wirklich neu ist.

Meilenstein 2: Roman strukturieren

Bevor Du mit dem Schreiben des ersten Kapitels beginnst, solltest Du deinen Roman strukturieren und planen. Bei längeren Texten ist erst ratsam, zumindest den Hauptkonflikt und die wichtigsten Charaktere zu planen und grob auszuarbeiten. Schreibst Du ohne Planung darauf los, drohen Unstimmigkeiten im Handlungsverlauf. Weiterhin können sich Charaktere für den Leser unlogisch verhalten. Bedenke auch ein Detail: Die Zeit, die Du in die Planung deines Romans investierst, gewinnst Du im Regelfall später beim Schreiben und Überarbeiten wieder.

Charaktere
Bei der Planung solltest Du die wichtigsten Charaktere ausarbeiten , Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es kann sehr zeitaufwendig sein, bei der Überarbeitung deines Romans logische Fehler im Handlungsverlauf „auszubügeln“. Einzelne Kapitel müssen geprüft und eventuell umgeschrieben werden. Neben dem großen Zeitaufwand ist eine solche Arbeit besonders frustrierend für Autoren. Hast Du hingegen deine Hauptcharaktere ausgearbeitet und den groben Handlungsverlauf des Romans vor Augen, kannst Du Dich zum zweiten Meilenstein auf deinem Weg zur Buchveröffentlichung beglückwünschen.

Meilenstein 3: Erste Fassung des Romans

Nun beginnt das Schreiben deines Romans. Ein Detail sollte man nicht unerwähnt lassen, die Phase der Planung und des Niederschreibens lassen sich nicht klar trennen. Halte nicht stur an deinem ersten Plan fest, der Plot bedarf beim Schreiben immer wieder etwas der Feinjustierung. Im Regelfall sollte es so aussehen, dass Du während des Schreibens immer wieder zwischen Planen und Verfassen von Kapiteln wechselst, das Schreiben am Buch nimmt die meiste Zeit ein.

Das Schreiben des Romans besteht genau genommen aus vielen kleinen Meilensteinen. Dazu gehören zum Beispiel das erste Kapitel, die ersten 100 Seiten und am Ende die erste Fassung des Romans. Wenn das Manuskript in dieser Fassung vor Dir liegt, kannst Du diesen Meilenstein wirklich feiern und Du hast mehr als die Hälfte auf dem Weg zur Buchveröffentlichung geschafft. Nur die wenigsten Autoren kommen so weit.

Meilenstein 4: Lektorat

Ist die erste Fassung fertig, startet das Lektorat. In dieser Phase überarbeitest Du dein Manuskript und achtest auf Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Zu einem Lektorat gehören auch das Feilen am Schreibstil und die Suche nach logischen Fehlern im Handlungsverlauf. Es empfiehlt sich, abgeschlossene Kapitel schon während des Schreibprozesses Korrektur zu lesen und Fehler zu finden. Liegt zum Beispiel ein Manuskript von 400 Seiten ohne jede Korrektur vor Dir, musst Du die allererste Fassung mehrfach durchlesen, um möglichst viele Fehler zu finden.

Lektorat
Gib dein Buch auch Freunden und Bekannten zum Lektorat, © by Regina Kaute / pixelio.de

Wer ein längeres Manuskript zwei bis drei Mal Korrektur gelesen hat, weiß wie ermüdend diese Arbeit ist. Findest Du keine Fehler mehr, solltest Du dein Manuskript an Freunde oder Bekannte weitergeben, die felsenfest in Rechtschreibung und Grammatik sind. Sie werden noch einige Fehler finden. Hast Du alle Anmerkungen der Testleser eingearbeitet, kannst Du Dich über einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Buchveröffentlichung freuen.

Meilenstein 5: Verlage anschreiben

Während dein Buch bei den Testlesern liegt, kannst Du bereits mit der Recherche nach geeigneten Verlagen beginnen. Auf den Verlagsseiten im Internet informierst Du Dich darüber, ob dein Roman ins jeweilige Verlagsprogramm passt. Nach dem Du einige geeignete Buchverlage gefunden hast, prüfe im Detail, welche Anforderungen sie an das Versenden eines Manuskripts stellen. Die meisten Verlage wünschen Anschreiben, Exposé und eine Leseprobe. In einigen Fällen wird noch eine Kurzvita verlangt.

Das Verfassen eines überzeugenden Exposés gehört zu den schwierigsten Aufgaben. Das Exposé umfasst 2 bis 3 Seiten und ist die vorausschauende Inhaltsangabe eines literarischen Werkes. Auf wenigen Seiten musst Du dem Lektor die Grundidee deines Romans vermitteln und die Hauptfiguren skizzieren. Verbindliche Vorgaben für ein Exposé gibt es in Deutschland nicht. Hast Du die Unterlagen für die passenden Verlage zusammengestellt, ist der letzte Meilenstein erreicht. Du kannst dein Manuskript verschicken. Du hast dein Ziel vor Augen: Die Buchveröffentlichung.

Das ultimative Ziel: Die Buchveröffentlichung

Nun hast Du verschiedene Verlage angeschrieben und es heißt Geduld haben. Es dauert im Regelfall mehrere Wochen oder sogar Monate, bis sich der erste Buchverlag meldet. Auch dies muss man sagen: Es werden einig Absagen kommen, davon sollest Du Dich aber nicht entmutigen lassen. Besonders Autoren mit der ersten Buchveröffentlichung haben es schwer. Doch eines Tages kommt vielleicht die ersehnte Zusage und Du hast dein ultimatives Ziel erreicht: Die Buchveröffentlichung.

Roman-Verlag
Die Buchveröffentlichung als ultimatives Ziel, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Sollte es mit einem Verlag nicht klappen, gibt es Alternativen zur Veröffentlichung deines Romans. Dazu gehört der Weg über einen Literaturagenten oder Self-Publishing. Auch auf diese Fragen bietet Dir der Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“ eine Antwort.

Buchidee umsetzen und einen Roman planen

Buchidee umsetzen und einen Roman planen

Du hast eine tolle Idee für ein Buch gefunden? Nun stellt sich die Frage, wie man diese Ideen am besten umsetzt. Doch, weshalb sollte man ein Buch überhaupt planen? Kann man nicht einfach gleich mit dem Schreiben des Romans beginnen? Gerade bei längeren Texten ist es sehr ratsam, zumindest den Hauptkonflikt und die wichtigsten Charaktere im Vorfeld auszuarbeiten. Schreibt man ohne Planung darauf los, drohen im Handlungsverlauf der Geschichte Unstimmigkeiten und Widersprüche. Nicht klar durchdachte Charaktere können sich für den Leser unlogisch verhalten. In der Phase der Planung zeigt sich dazu, ob Du mit deiner Idee ein ganzes Buch füllen kannst. Dabei geht es nicht darum, einen Wälzer zu schreiben, der einen zu erschlagen droht. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die eigene Buchidee genug Stoff für einen Konflikt bietet, wovon jedes Buch lebt. Grundsätzlich kann man es auf eine einfache Formel bringen: Die Zeit, welche Du in die Planung deines Romans steckst, sparst Du später wieder beim Schreiben und Überarbeiten. Es gibt verschiedene Methoden, um ein Buch zu planen und zu strukturieren.

Roman-Planung
Einen Roman sollte man gut planen, Bild © by I-vista / pixelio.de
  • Arbeitsexposé: Das Arbeitsexposé ist sozusagen eine Zusammenfassung des eigenen Romans. Diese Methode der Strukturierung eignet sich für alle literarischen Genres. Wie detailliert man vorgehen möchte, bleibt jedem selber überlassen. Im Regelfall sollte man hier den Hauptkonflikt ausarbeiten und die wichtigsten Charakter in ihrer Entwicklung planen. Das Arbeitsexposé ist eine ideale Grundlage für das spätere Exposé, das man mit einer Leseprobe an einen Verlag schickt.
  • Chronologische Tabelle: Mit einer chronologischen Tabelle erstellen Du den zeitlichen Ablaufplan deiner Geschichte. Historische Romane und Bücher mit streng linearer Handlung lassen sich mit dieser Methode besonders gut planen. Auf der Zeittafel kannst Du einzelne Ereignisse, Orte und das Auftreten von Figuren notieren. Gibt es mehrere Zeitebenen in deinem Roman, nutze einfach zwei oder drei Tabellen nebeneinander, um den Überblick zu bewahren.
  • Storyboard: Das Storyboard kennt man vom Film her. Hier dient es zur Planung und Visualisierung der Szenen. Der Ablauf der einzelnen Filmszenen wird mittels einfacher Skizzen dargestellt. Das Storyboard ist vergleichbar mit einem Comic. Auch Schriftsteller nutzen die Technik, um den Handlungsablauf der einzelnen Kapitel bildlich darzustellen. Wenn Du etwas Talent fürs Zeichnen hast, kannst Du einfach mal versuchen den Hauptkonflikt in deinem Buch in Bildern zu skizzieren. Das Storyboard als Methode eignet sich besonders für Krimis, Thriller und Geschichten, die sich erzähltechnisch an Filmen orientieren.

Beim Planen eines Buches solltest Du Dich nicht nur auf eine Methode beschränken, sondern kannst die Stärken einer jeden Technik nutzen. Wenn Du zum Beispiel einen Kampf im Detail beschreibst, kannst Du auf das Storyboard zurückgreifen. Möchte man die Lebensgeschichte des Hauptcharakters wiedergeben, ist die chronologische Tabelle die beste Wahl. Wer gerne am Computer arbeitet, kann Software zur Strukturierung von Romanen nutzen.

Einen Roman mit Scrivener, Papyrus, Patchwork oder yWriter planen

Viele Autoren nutzen das englischsprachige Programm Scrivener. Kein anderes Programm auf dem Markt bietet so umfangreiche Funktionen, um ein Buch zu strukturieren und zu planen. Scrivener gibt es auch als Trail-Version zum Testen. Wer auf der Suche nach deutschsprachiger Software ist, sollte sich Papyrus Autor anschauen. Dieses Programm ist zwar kostenpflichtig, bietet dafür zahlreiche Funktionen, kann Word oder Open Office ersetzen und ist dazu kompatibel mit diesen Office-Programmen. Papyrus Autor umfasst zum Beispiel eine Stilanalyse (Prüfung von Wiederholen, Füllwörtern etc.), prüft die Lesbarkeit (Satzlänge), hat eine Dudenkorrektur und ein Synonym-Wörterbuch. Eine weitere deutschsprachige und etwas günstigere Alternative ist Patchwork aus Österreich.

Das kostenlose Programm yWriter gab lange Zeit nur auf Englisch. Nun gibt es mit Version 6 auch eine deutschsprachige Oberfläche. Die Software ermöglicht die Planung selbst komplexer Handlungsabläufe. Mit dem Programm kannst Du die Handlung deines Buches chronologisch oder nach einzelnen Kapiteln strukturieren. Dazu erlaubt die Software die übersichtliche Verwaltung von Schauplätzen, Figuren und Szenen.

Das Schreibtagebuch

Nicht jeder Autor arbeitet gerne mit Computerprogrammen. Vielleicht greifst Du auch lieber zu einem klassischen Notizbuch oder machst Dir Notizen auf DIN-A4-Papier. Wenn Du gerne mit Notizen arbeitest, ist ein Schreibtagebuch vielleicht eine Option für Dich. Mit einem solchen Tagebuch kannst Du deinen Roman besser strukturieren und planen, außerdem hilft Dir das Büchlein beim Zeitmanagement. Trage in das Notizbuch ein, was Du am Tag für deinen Roman gemacht hast und was Du für den nächsten Tag planst. Ein Schreibtagebuch kann durchaus zum regelmäßigen Arbeiten animieren und zu mehr Schreibdisziplin führen. Bei größeren zeitlichen Lücken im Notizbuch sollte man sich zumindest fragen, ob man wirklich die Ausdauer für ein Buch hat. Vielleicht verbringt man den Feierabend doch lieber vor dem Fernseher oder im Café.

Schreibtagebuch
Für ein Schreibtagebuch reicht ein kleines Notizbuch © by Rainer Sturm / pixelio.de

Beispiel für ein Schreibtagebuch

22.11.2017

Kapitel 4 heute fertiggestellt
Kapitel 5: Bonnie und Clyde reisen nach Missouri
Morgen Recherche in der Stadtbibliothek: Polizeiarbeit in den 30er Jahren in den USA

23.11.2017

Thema vertieft und zwei Bücher ausgeliehen. Struktur von Kapitel 5 noch einmal durchgegangen Morgen mit dem Schreiben von Kapitel 5 beginnen

Dabei bleibt es jedem selber überlassen, ob und wie er ein Schreibtagebuch oder Notizbuch führt. Vielleicht willst Du damit nur deinen Schreibprozess planen. Oder Du nutzt das Notizbuch von der Ideenfindung bis zum Versenden des Manuskripts an Verlage. Alternativ kann man sein Schreibtagebuch auch als Ideenbuch nutzen, indem man es zweiteilt. Dokumentiere im vorderen Teil deine Arbeit am Buch und nutze  den hinteren Teil, um Ideen aufzuschreiben und Dir Notizen zu machen. Dabei sollte ein solches Büchlein allein der Schreibbegleitung dienen und nicht zum Selbstzweck werden. Investiere nicht mehr als 5-10 Minuten am Tag, um dein Schreibtagebuch zu führen.

Einen Roman im Verlag veröffentlichen

Einen Roman im Verlag veröffentlichen

Willst Du deinen Roman veröffentlichen, denkst Du sicherlich in erster Linie an einen Buchverlag. Dieser klassische Weg einer Buchveröffentlichung erfordert häufig viel Ausdauer und Geduld. Allein die großen Verlage in Deutschland erhalten jährlich schätzungsweise jeweils 3.000 bis 6.000 unverlangte Manuskripte. Nur ein Bruchteil davon schafft es ins Verlagsprogramm. Gerade für Erstautoren ist es besonders schwierig, ein Buch in einem Verlag zu veröffentlichen. Doch mit Qualität und etwas Hartnäckigkeit sowie Ausdauer kann man es auch ins Verlagsprogramm schaffen. Wenn man dazu einige Grundsätze zum Umgang mit Buchverlagen berücksichtigt, vergrößern sich die Chancen auf eine Veröffentlichung.

Roman-Verlag
Viele Autoren träumen von einer Veröffentlichung im Verlag, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Bevor Du dein Manuskript an den ersten Verlag verschickst, solltest Du im Internet ausführlich recherchieren. Welcher Buchverlag veröffentlicht mein Genre? In welches Verlagsprogramm könnte mein Roman passen? Ein Kinderbuchverlag wird deine erotische Literatur umgehend zurückschicken. Schaue Dir nicht nur die großen Verlage an. In einem Kleinverlag hast Du vielleicht eine größere Chance, dein Buch zu veröffentlichen, da sich hier auf dem Schreibtisch des Verlagslektors weniger unverlangte Manuskripte stapeln. Sollst Du einen Verlag nicht kennen, nimm den Buchverlag genau unter die Lupe. Achte zum Beispiel darauf, wie lange der Verlag bereits existiert und suchen nach Erfahrungsberichten von anderen Autoren im Netz. So vermeidest Du, dass Du an einen Zuschuss- oder Pseudoverlag gerätst, der vorab Geld von Dir verlangt.

Statt im Internet zu recherchieren, kannst Du auch in die Buchhandlung um die Ecke gehen. Dies empfiehlt sich besonders, wenn Du in einem Genre wie Krimi, SF oder Fantasy veröffentlichen möchtest. Hier stehen häufig alle Bücher des Genres in einem Regal. Schnell verschaffst Du Dir einen Überblick über die für Dich relevanten Verlage. Zusätzlich kannst Du die Bücher in die Hand nehmen und die Qualität von Bindung und Buchdruck überprüfen.

Dies geht an den Verlag: Leseprobe, Anschreiben, Kurzvita und Exposé

Hast Du einen geeigneten Buchverlag gefunden, informieren Dich sich auf dessen Homepage, in welcher Form Du das Manuskript an den Verlag schicken sollst. Viele Verleger wünschen statt des ganzen Buches nur eine Leseprobe. So verlangt  zum Beispiel der Deutsche Taschenbuchverlag (dtv) maximal 30 Seiten eines Romans und fordert im Bedarfsfall das ganze Manuskript beim Autor an. Eine Leseprobe reicht im Regelfall auch vollkommen aus. Verlagslektoren erkennen bereits an den ersten Seiten das Potential eines Romans. Erzähltechnische Mängel am Anfang des Buches finden sich mit großer Sicherheit auch im ganzen Roman. Ein Werk, welches einen Lektor nicht auf den ersten 2-3 Seiten überzeugt, findet keinen Weg ins Verlagsprogramm.

Neben einer Leseprobe verschicke auch ein Anschreiben und Exposé an den Buchverlag. Manche Verlage wollen zusätzlich noch eine Kurzvita. Im Anschreiben stellst Du Dich kurz vor und erläuterst, warum dein Roman ins Verlagsprogramm passt. Ideal ist es natürlich, wenn sich dein Schreiben bereits namentlich an den zuständigen Verlagslektor wendet. Wer der Lektor für dein Buchprojekt ist, erfährst Du auf der Verlagshomepage oder durch einen Anruf beim Verlag.

In eine solche Kurzvita gehören dein Name, die Anschrift und weitere Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mailadresse. Dazu führst Du in der Kurzvita Ausbildungen und Studiengänge im publizistischen Bereich (z.B. Journalismus) oder der Besuch einer der Hochschulen für Kreatives Schreiben auf. Hast Du bereits Veröffentlichungen oder einen Literaturwettbewerb gewonnen, gehört dies auch in die Kurzvita für den Verlag. Häufig kann man den Tipp lesen, dass eine Kurzvita für einen Verlag als Fließtext (keine Tabelle) und in der dritten Person geschrieben werden soll. Es gibt einige gute Beispiel für Autorenvita im Internet. Das Exposé fasst auf 1-3 Seiten die Handlung deines Romans zusammen. Es gibt keine festen Vorgaben, wie ein Exposé aussehen sollte. Verstehe die Zusammenfassung deines Romans am besten als Köder: Es soll Interesse wecken und der Verlagslektor soll anbeißen. Wie Du ein Exposé für deinen Roman schreibst, haben wir in einem ausführlichen Beitrag behandelt.

Was Du an einen Verlag schickst

  • Manuskript oder (häufiger) eine Leseprobe des Romans
  • Anschreiben (Warum passt mein Buch ins Verlagsprogramm)
  • Exposé (Zusammenfassung des Plots in 1-3 Seiten)
  • Kurzvita des Autors

Vergiss auch nicht, deinem Roman einen aussagekräftigen Titel zu geben. Viele Autoren nutzen lange einen Arbeitstitel für ihr Buch. Spätestens, wenn Du dein Buch an Verlage schickst, brauchst Du einen verkaufsträchtigen Titel für deinen Roman. Achte aus rechtlichen Gründen darauf, dass Du keinen Buchtitel wählest, der bereits existiert. Wenn Du alles beachtest, kannst Du dein Manuskript an einen Buchverlag schicken. Nun musst Du etwas Geduld haben und auf eine Antwort warten.

Der Umgang mit Absagen

Lasse Dich dabei von den ersten Absagen nicht entmutigen und gebe nicht sogleich auf. Vielleicht kannst Du ein wenig an deinem Anschreiben und Kurzexposé feilen, um dem Verlagslektor deinen Roman noch überzeugender zu verkaufen. Habe den Mut, es weiter zu probieren. Es bedarf viel Geduld und großen Aufwand, einen passenden Verlag zu finden. Am Ende steht jedoch auch das Glücksgefühl, das eigene Buch als Verlagsautor in den Händen zu halten. Bei einer größeren Anzahl von Absagen kannst Du darüber nachdenken, das ganze Manuskript noch einmal zu überarbeiten. Oder Du findest dich mit dem Gedanken ab, dass es bei deinem Buch nicht für eine Veröffentlichung reicht.

Absagen Verlage
Sich nicht von Absagen entmutigen lassen, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Das heißt nicht, dass Du eine schlechte Geschichte geschrieben hast. Mache Dir immer eines klar: Nur die wenigsten Manuskripte schaffen es in ein Verlagsprogramm. Verlage wollen verkaufen. Nicht alle Bücher sind auch für ein breites Lesepublikum geeignet. Besonders Autoren mit ihrem ersten Roman haben es hier schwer. Es gibt jedoch mit Literaturagenturen und Self-Publishing interessante Alternativen zu einem klassischen Verlag.

Der Literaturagent – Der andere Weg zur Veröffentlichung

Der Literaturagent – Der andere Weg zur Veröffentlichung

Sicherlich hast Du schon von Literaturagenten gehört. Doch was macht so ein Agent eigentlich? Eine Literaturagentur ist ein Dienstleister und dient als Vermittler zwischen Autor und Verlag. Der Literaturagent bietet das Buchmanuskript verschiedenen Verlagen an und handelt im Erfolgsfall den Autorenvertrag aus. Seriöse Agenturen nehmen im Vorfeld vom Schriftsteller kein Geld, erst im Erfolgsfall fällt eine Provision in Höhe von 15-20 Prozent des Autorenhonorars an. Gerade für Nachwuchsautoren mit dem ersten Buch kann eine Literaturagentur hochinteressant sein. Die Literaturagenturen haben gewachsene Kontakte zu Verlagslektoren und kennen den deutschen Buchmarkt genau.

Literaturagent
Der Literaturagent vermittelt euer Manuskript, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Ein Agent ist mit den einzelnen Verlagsprogrammen vertraut und weiß dadurch, welchem Verlagslektor er ein Manuskript anbieten kann. Dazu arbeitet er als Fachmann im Erfolgsfall häufig einen besseren Autorenvertrag mit dem Verlag aus als der Autor selbst. Literaturagenten werden bei Buchverlagen übrigens gerne gesehen, schließlich nehmen sie den Verlag Arbeit ab. Der Agent hat bereits eine Selektion durchgeführt. Er präsentiert im Regelfall ausgewählte und hochwertige Manuskripte, die sich auf dem Buchmarkt verkaufen lassen. Dies wissen die Verlage durchaus zu schätzen.

Bei einer Literaturagentur wie bei einem Verlag bewerben

Wenn Du Dich entscheidest, ein Buch an eine Literaturagentur zu schicken, solltest Du mit der gleichen Sorgfalt wie bei einem Verlag vorgehen. Eine Agentur verlangt häufig ebenso Anschreiben, Kurzexposé und Autorenvita. Informiere Dich im Vorfeld genau auf der Seite des Dienstleisters. Agenturen schließen zum Beispiel bestimmt Genre aus oder bevorzugen einzelne Literaturgattungen. Dazu findest Du mitunter Informationen zur gewünschten Romanlänge in Normseiten. Auch einen Literaturagenten musst Du von deinem Werk überzeugen. Agenturen wählen Manuskripte nach ähnlich strengen Kriterien wie Verlage aus, schließlich sind die Dienstleister auf die Vermittlung und den Erfolg eines Buches angewiesen. Eine Literaturagentur arbeitet jedoch schneller als viele Verlage, Du erhält in kürzerer Zeit eine Antwort auf deine Einsendung.  Kannst Du den Agenten am Ende für dein Werk begeistern, hast Du schon einen kleinen Erfolg erzielt.

Viele Agenturen arbeiten jedoch nicht nur als reine Vermittler zwischen Verlag und Schriftstellern, sondern beraten die Autoren ausführlich. Der Agent hilft zum Beispiel beim letzten Feinschliff von Leseprobe und Exposé. Er spricht mit dem Autor ab, welche Verlage infrage kommen und welchen Preis man für ein bestimmtes Manuskript erzielen kann. Doch auch ein Detail sollte man nicht aus den Augen lassen: Ein Literaturagent ist keine Garantie für eine Veröffentlichung. Hast Du einen Vermittler von deinem Manuskript überzeugt, bestehen tatsächlich sehr gute Chancen für einen Vertrag. Doch es kann passieren, dass der Agent keinen passenden Verlag findet.

Seriöse Literaturagenten verlangen vor Vermittlung keine Gebühren

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Literaturagenten. Verschaffe Dir am besten einen Überblick über den Agenturmarkt mit den einschlägigen Suchbegriffen bei Google. Es kann auch sehr sinnvoll sein, Erfahrungsberichte zu lesen. Dazu gibt es bei seriösen Agenturen einen Bereich mit Referenzen. Hier kannst Du Dir einen Überblick darüber verschaffen, welche Romane erfolgreich an Verlage vermittelt wurden. Jede größere Stadt verfügt im Regelfall über einen solchen Dienstleister. Wenn Du an einer Vermittlung deines Buches interessiert bist, informiere Dich, welche Agenturen es in deiner Stadt gibt, falls der direkte und persönliche Kontakt Dir wichtig ist. Vielleicht kannst Du vor Ort ein Bild von der Literaturagentur machen.

Sei vorsichtig, wenn der Dienstleister Einreichungskosten, Bearbeitungsgebühren oder Geld für ein kostenpflichtiges Lektorat verlangt. Dies ist ein häufig Anzeichen, dass Du es mit einem schwarzen Schaf der Branche zu tun hast, der Dich als Autor am Ende vielleicht noch an einen Zuschussverlag vermittelt. Literaturagent ist kein geschützter Beruf, jeder kann sich Dienstleister und Vermittler für Verlage ausgeben. Die Literaturagentur der Leselupe, welche auch diesen Literaturblog betreibt, vermittelt beispielsweise ohne solche Gebühren gute Manuskripte von Autoren an deutsche Verlage. Erst bei einem Vermittlungserfolg fällt das branchenübliche Agenturhonorar an.

Self-Publishing als Alternative zum klassischen Verlag

Self-Publishing als Alternative zum klassischen Verlag

Hast Du schon einmal über das Thema Self-Publishing nachgedacht? Sicherlich, viele Autoren möchten Ihr Buch am liebsten in einem bekannten, großen Verlag wie Suhrkamp, S. Fischer oder Weltbild veröffentlichen. Doch gerade der Weg ins Verlagsprogramm der großen Verlagshäuser ist schwer, da sich hier besonders viele unverlangte Manuskripte auf den Schreibtischen der Lektoren stapeln. Ein Erfolg bei einem größeren Buchverlag ist durchaus nicht ausgeschlossen und für jeden Autor einen Versuch wert, doch in der Realität schaffen es sehr wenige Manuskripte ins Verlagsprogramm der ganz Großen. Für jeden Buchautor gibt es jedoch eine Reihe von interessanten Alternativen. Sei es nun eine Veröffentlichung im Kleinverlag oder der Weg in einen Verlag über einen Literaturagenten, der über die notwendigen Kontakte zu Verlagslektoren verfügt. Alternativ kannst Du dein Buch auch als Self-Publisher unabhängig von einem Verlag und einer Agentur veröffentlichen. Das vielschichtige Thema „Self-Publishing“ gänzlich zu erklären, würde den Rahmen dieses kleinen Beitrags sprengen, jedoch wollen wir Dir einen kleinen einführenden Einblick nicht vorenthalten.

In den letzten Jahren hat sich ein Markt für Self-Publisher in Deutschland entwickelt. Wenn Du heute dein Buch veröffentlichen möchte, bist Du nicht mehr auf einen Verlag angewiesen. Mit der Publikationsform Book on Demand kann jeder Autor kostengünstig seinen eigenen Roman in den Buchhandel bringen. Immer mehr Schriftsteller entscheiden sich auch für die Veröffentlichung ihres Werkes als eBook, denn Experten sagen elektronischer Literatur eine große Zukunft in Deutschland und steigende Leserzahlen voraus.

Self-Publishing – Book on Demand und eBook

Grundsätzlich gibt es beim Self-Publishing zwei Möglichkeiten: Bringe dein Werk entweder als Book on Demand und / oder als eBook auf den Markt. Viele deutsche Anbieter für Self-Publishing ermöglichen beide Formen der Veröffentlichung. Books on Demand ist eine Publikationsform für Kleinstauflagen und basiert auf dem Digitaldruckverfahren. Das Buch liegt beim Dienstleister nur in elektronischer Form vor und wird erst auf Bestellung gedruckt. Wenn Du dein Werk als Book on Demand veröffentlichen willst, schicke deinen Roman im Regelfall als PDF-Datei an einen Anbieter wie BoD oder ePubli und bestimmen den Leistungsumfang für dein Buch. Einzelne Dienstleister bieten Zusatzleistungen wie Covergestaltung und Lektorat an, welche zusätzlich Geld kosten. Eine ISBN-Nummer ist bei immer mehr Anbietern im Grundpreis (der meist zwischen 50 Euro und 200 Euro liegt) mit inbegriffen. Bei der Auftragserteilung für dein Book on Demand legst Du auch selber den Verkaufspreis des Buches und deine Autorenmarge fest.

eBook-Reader
Ein Viertel der Deutschen liest mittlerweile eBooks, Bild © by Petra Brok / pixelio.de

Mit einem eBook erstellst Du ein elektronisches Buch, was man auf einem eBook-Reader, Tablet oder Computer lesen kann. eBooks erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit, dazu gibt es mittlerweile ein breites Angebot von eReadern. Experten gehen davon aus, dass der Markt für elektronische Literatur in Deutschland jedes Jahr langsam jedoch stetig wächst. Laut einer Umfrage der BITKOM im Jahr 2016 liest etwa ein Viertel der Deutschen eBooks. Besonders beliebt ist elektronische Literatur bei den 14- bis 29-jährigen Lesern mit einem Anteil von 36 Prozent. Ein Detail sollte man nicht unerwähnt lassen, der Anteil von eBook-Lesern stagniert seit Jahren in Deutschland. Doch diese Personen entscheiden sich immer häufiger für das Lesen auf einem eReader und entdecken dabei auch Literatur im Bereich Self-Publishing.

Wenn Du deinen Roman als eBook verkaufen möchtest, kannst Du das Buch wie gewohnt mit einem Textverarbeitungsprogramm schreiben. Nutze während des Schreibens keine ungewöhnlichen Schriftarten oder Formatierungen, damit es später beim Erstellen des eBooks keine Probleme mit dem Layout gibt. Um ein elektronisches Buch zu erstellen, gibt es kostenlose Programme wie Calibre oder den Mobipocket-Creator.  Vom Mobipocket-Creator gibt es schon länger keine neue Version, deshalb raten wir zu Calibre. Du kannst das eBook direkt über Online-Shops wie Amazon, Apple oder Kobo verkaufen. Diese Anbieter haben auf ihren Seiten eigene Apps zum Erstellen von eBooks. Beachte dabei, dass Amazon und Apple mit eigenen Formaten für elektronische Bücher arbeiten und die verkauften eBooks nur auf den Readern des jeweiligen Anbieters zu lesen sind.

Self-Publishing und die Rolle der Distributoren

Alternativ kannst Du ein elektronisches oder gedrucktes Buch auch bei einem Dienstleister wie BoD, Neobooks, ePubli oder BookRix verkaufen. Diese Online-Shops bieten elektronische Literatur in weitverbreiteten Formaten wie EPUB oder MOBI an. Dazu sind diese Distributoren noch in einer anderen Hinsicht interessant. Ein Dienstleister wie BookRix verteilt deinen Roman an zahlreiche Online-Shops, dafür behält er einen Teil vom Verkaufspreis des Buches als Honorar. Wenn Du dein Werk direkt über Amazon oder Kobo verkaufst, verdienst Du dort häufig mehr, trotzdem kann sich das Angebot der Distributoren unterm Strich lohnen: Du belieferst mehr Online-Shops, verkaufst mehr Bücher und verdienst mehr Geld.

Bevor Du Dich sich für einen Dienstleister entscheidest, solltest Du Dir das Angebot der Distributoren und auch der direkten Anbieter ganz genau anschauen. Die Dienstleister zahlen nicht nur unterschiedliche Honorare an die Autoren aus, es hängt dazu von deinem Verkaufspreis ab, was Du als Self-Publisher verdienst. Besonders gravierend sind die Unterschiede bei Kindle Direct Publishing (KDP) über Amazon. Kostet dein Buch dort 2,99 Euro bis 9,99 Euro (brutto), bekommst Du 70 Prozent als Autorenhonorar (vom netto). Verlangst Du für deinen Roman wiederum mehr als 9,99 Euro (brutto) gibt es nur 70 Prozent (vom netto) über KDP. Wenn Du zum Beispiel dein eBook günstig für 2,99 Euro verkaufst, gehen sicherlich mehr Exemplare über den virtuellen Ladentisch wie bei 11,99 Euro. Unterm Strich erzielst Du mit dem günstigeren Preis mehr Einnahmen mit Self-Publishing. Wie viel Prozent man vom Verkaufspreis als Autorenhonorar bekommt, hängt also auch maßgeblich von deiner Preisgestaltung ab.

Bei den Distributoren sind die Unterschiede beim Honorar nicht so gravierend wie bei KDP von Amazon. Bekannt Anbieter sind hier Xinxii, ePubli, Neobooks und BookRix, um nur einige Beispiele zu nennen. Relevante Fragen, bevor Du Dich für einen Distributor entscheidest, wären: Sind die Kosten für eine ISBN beim Dienstleister inklusive? Wie sieht es mit der Kündigung aus und entstehen zusätzliche monatliche Kosten? Wie hoch sind die Gebühren? Welche Shops werden beliefert? Nimm Dir wirklich Zeit, Dir die Angebote der Distributoren genau anzuschauen, diesen Rat kann man nicht oft genug geben. Ob man sich nun für klassisches Self-Publishing oder einen Distributor als Dienstleister entscheidet, in jedem Fall gilt: Bei allen Anbietern erhältst Du ein hohes Autorenhonorar für dein elektronisches Buch oder Book on Demand. Autoren als Self-Publisher erhalten häufig zwischen 50 bis 80 Prozent vom Verkaufspreis, was deutlich über den Honoraren in einem klassischen Verlag im Printbuch (etwa 5-15 Prozent) liegt.

Lektorat, Cover, Marketing – Alles in den Händen des Self-Publishers?

Als Self-Publisher muss man sich bei vielen Dienstleistern um alles selbst kümmern. Darunter fallen zum Beispiel Lektorat, Covererstellung, Veröffentlichung auf verschiedenen Plattformen, Preisgestaltung, Marketing, Rechtliches und Abrechnung. Überlege Dir genau, ob Du alle diese Aufgaben allein als Self-Publisher übernehmen willst. Bist Du zum Beispiel sicher, dass Du mit allen rechtlichen Fragen beim Self-Publishing vertraut bist? Wie sieht es dazu mit steuerrechtlichen Fragen aus? Wie versteuert man Einnahmen aus Buchverkäufen? Hast Du darüber hinaus keine Erfahrung bei der Gestaltung eines Covers, solltest Du diese Aufgabe einem Profi überlassen. Ein amateurhaftes Cover schreckt den Leser ab und wirkt sich negativ auf den Verkauf aus.

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Mit Self-Publishing wird der Traum vom eigenen Buch wahr, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Sei als Self-Publisher auch bereit, zentrale Aufgaben abzugeben, selbst wenn Dir dadurch Kosten entstehen. Träume als Self-Publisher mit einem Book on Demand oder eBook nicht von zu großen Verkaufszahlen. Immer mehr Autoren gehen heute diesen Weg der Veröffentlichung, wodurch es ein breites Angebot an Literatur auf dem Markt gibt. Als Self-Publisher wirst Du im Regelfall trotz hoher Autorenhonorare nicht reich mit deinem Buch. Lege also deinem Chef nicht zu früh die Kündigung auf den Tisch. Du wirst jedoch sicherlich eine gute Anzahl von begeisterten Lesern für Ihren Roman finden und erfüllst Dir am Ende Ihren Traum vom eigenen Buch. Und mit ansteigender Leser- und Fanzahl von Buch zu Buch, steigen dann meist auch kontinuierlich deine Verkaufszahlen.

Ein Buch schreiben und den eigenen Schreibstil finden

Ein Buch schreiben und den eigenen Schreibstil finden

Autoren, welche an ihrem ersten Buch schreiben, imitieren gerne den Schreibstil erfolgreicher Schriftsteller. Lektoren können im Anschreiben an einem Buchverlag häufiger lesen, ich schreibe so ähnlich wie Bestsellerautor XY. Verlagslektoren lehnen solche Manuskripte im Regelfall sofort ab, da der Autor noch nicht seinen eigenen Schreibstil gefunden hat. Doch wie findest Du deinen eigenen Stil beim Schreiben? Es gibt hierzu im Internet und in Schreibratgebern sehr viele Tipps. So kannst Du in diversen Ratgebern zum Beispiel lesen, dass Du zu viele Adjektive und Füllwörter vermeiden solltest. Dazu gibt es Tipps zur idealen Satzlänge wie auch der Struktur von Haupt- und Nebensätzen. Doch diese Ratgeber gehen vielmehr der Frage nach, was ein guter Schreibstil ist, indem klargestellt wird, welche Fehler man vermeiden sollte.

Der Weg zum eigenen Schreibstil führt nur über das Schreiben, Bild © by I-vista / pixelio.de

Möchtest Du deinen eigenen Stil finden, gibt es eigentlich nur einen Tipp: Schreiben. Gerade junge Autoren und Schreibanfänger sollten vieles ausprobieren. Versuche Dich an Kurzgeschichten und verschiedenen Genre, selbst wenn Dir diese Literaturgattungen eigentlich gar nicht liegen. Verfasse deinen Texte dazu in verschiedenen Erzählperspektiven, sehr bald wirst Du zum Beispiel merken, ob Dir eher der Ich- oder Er-Erzähler liegt. Schreibstil ist nichts, was sich in kurzer Zeit entwickelt. Es dauerte etwas, bis Du deinen eigenen Stil gefunden hast und er wird sich auch im Lauf der Zeit immer wieder ein wenig wandeln.

Um einen eigenen Stil beim Buch schreiben zu entwickeln, ist es dazu ratsam viel zu lesen. Hierzu gehören sowohl die Klassiker der Weltliteratur wie auch Trivialliteratur. Dabei musst Du Dich nicht auf Belletristik konzentrieren. Schreibst Du historische Romane, ist es sinnvoll historische Klassiker zu lesen. Von guter und auch schlechter Lektüre kannst Du viel lernen und deinen Schreibstil verfeinern. Auf diese Weise findest Du viele Autoren, welche Einfluss auf Dich ausüben und Dir als Orientierung dienen können. Kein Schriftsteller kommt ohne literarische Vorbilder aus. Joanne Rowling gibt als Vorbilder Jane Austen, C.S. Lewis und Edith Nesbit an. Oder nehmen wir einen deutschen Autor wie Günter Grass als Beispiel. Der Nobelpreisträger ließ sich von Alfred Döblin, François Rabelais und Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen beeinflussen.

Eigenen Schreibstil mit Schreibübungen verbessern

Doch wie geht man mit solchen Vorbildern um, um seinen eigenen Schreibstil zu finden. Hier hilft ein kleiner Exkurs zur antiken Schulpraxis weiter. Das Fundament des antiken Schulunterrichts war das Prinzip der Nachahmung (imitatio). Die Schüler absolvierten eine Ausbildung zum Redner und übten sich täglich schriftlich und mündlich in der Nachahmung von Musterreden. Das hohe Ziel war es, diese Vorbilder nicht einfach zu kopieren, sondern deren Leistung zu überbieten. Diese Mustertexte dienten den Schülern als Orientierung und nicht etwa als strikte Vorlage. Im antiken Schulbetrieb lösten sich die angehenden Redner Schritt für Schritt vom Vorbild und schufen etwas Eigenständiges. In der Antike lernten die angehenden Redner eher spielerisch zum Beispiel die Gattung der Gerichtsrede und entwickelten schrittweise einen eigenen Schreibstil.

Das Prinzip der imitatio kann ein Weg zum eigenen Stil sein. Du orientierst sich Dich an deinen literarischen Vorbildern, versucht diese in einem ersten Schritt zu imitieren und machst Dich Schritt für Schritt auf dem Weg zu deinem eigenen Schreibstil. So emanzipiert man sich von seinen großen Vorbildern. Dieses Vorgehen ist für Schreibübungen und nicht die Arbeit an deinem Roman gedacht. Nimm Dir zum Beispiel eine Kurzgeschichte von deinem Lieblingsautor, schreibe die Geschichte an einer beliebigen Stelle weiter oder entscheide Dich für ein anderes Ende. Du kannst auch als Lektor tätig werden und einzelne Seiten stilistisch verbessern. Dieser spielerische Umgang mit Sprache dient in jedem Fall der Verbesserung von deinem Schreibstil und ist in jedem Fall einen Versuch wert.

Solche kleinen Schreibübungen helfen übrigens auch bei Schreibblockaden. Wenn Du mit deinem Buch nicht weiter kommst, nimm Dir eine Kurzgeschichte deines Lieblingsautors vor und schreibe anhand dieser Vorlage. Hier dürfte es wesentlich leichter sein, mit dem Schreiben zu beginnen und Du kommst in den gewünschten Schreibfluss. Nebenbei arbeitest Du weiter an deinem eigenen Schreibstil.