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Autor: Marius

„Langweiliger Roman“ – Umgang mit negativen Rezensionen

„Langweiliger Roman“ – Umgang mit negativen Rezensionen

Schlechte Rezensionen zum eigenen Roman treffen jeden Autor, dies gilt für Erstautoren wie auch alte Hasen auf dem Buchmarkt. Doch wie soll man auf eine schlechte Kritik oder Bewertung reagieren? Als erste Regel gilt eigentlich immer: Bewahre Ruhe und reagiere nicht sofort auf eine schlechte Rezension.  Wer in einem ersten Anfall von Ärger sofort antwortet und vielleicht seinen Kritiker sogar persönlich angreift, konnte es später bereuen und es besteht die Gefahr einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Rezensenten. Dazu lesen noch viele Personen (z.B. auf Amazon) mit und sehen eine solchen Streit im Internet kritisch. Als erster Schritt bei einer negativen Bewertung ist es ratsam, dass Du erst einmal tief durchatmest, die Kritik ein weiteres Mal in Ruhe liest und die negative Rezension richtig einordnest.

Gefällt mir nicht – Negatives Rezensionen sind ein Alptraum für Autoren , Bild © by Tim Reckmann / pixelio.de

Dieser Beitrag soll Autoren eine Orientierung geben, mit schlechten Bewertungen zum eigenen Roman richtig umzugehen. Durch die richtige Einordnung der Buchkritik fällt der Umgang mit solchen negativen Rezensionen häufig leichter. Dazu diskutieren wir die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, auf diese Form der Kritik zu reagieren und diese zu kommentieren. Der Text konzentriert sich auf Bewertungen bei Amazon mit den typischen 1 bis 5 Sternen, die Tipps lassen sich aber auch auf andere Internetseiten oder Blogs übertragen.

Richtige Einordnung von negativen Bewertungen

Bevor Du Dir über jede negative Rezension den Kopf zerbrichst, macht es erst einmal Sinn, diese bei Amazon richtig einzuordnen. Denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Bewertungen und nicht jede Kritik ist von Belang oder erfordert gar eine Antwort. Interessant ist immer die Frage: Was wird überhaupt kritisiert und wie konkret sind die Aussagen. Negative Rezensionen kann man grob in diese vier Gruppen teilen.

Kritik ohne Bezug zum Buch

Schlechte Rezensionen, welche eigentlich keinen direkten Bezug zu deinem Roman haben, gibt es auf Amazon immer wieder. Da hat der Postbote ein leicht beschädigtes Paket gebracht oder die Lieferung dauert länger als sonst. Vielleicht hat auch der Download eines eBooks auf den Kindle Probleme bereitet. Und wer trägt die Schuld an dieser ganzen Misere, natürlich dein Roman und schnell ist eine negative Rezension mit einem Stern geschrieben. Solche Bewertungen sind ärgerlich, sie verschlechtern unnötig den Durchschnitt (fünf Sterne) bei Amazon. Doch hat die Kritik etwas mit deinem Buch und deiner Art zu Schreiben zu tun? Nein, so ist auch sinnlos sich darüber zu ärgern. Dazu kannst Du sicher sein, dass jeder Leser dieser Bewertung, die „Kritik“ richtig einordnen kann. Sie sagt nichts über dein Buch aus und sollte den interessierten Leser somit nicht vom Kauf abhalten.

Negative Rezensionen ohne Aussage

Kritik ohne tiefere Aussage gibt es leider recht häufig bei Amazon. Hierzu gehören vor allem Kurzrezensionen. Die Buchkritik klingt dann zum Beispiel wie folgt „Langweiliger Roman, hat mir nicht gefallen.“, „Ich habe das Buch nach der Hälfte weggelegt.“ oder „Schlechtes Buch, schade ums Geld.“ Hier ist nur eines klar, dem Leser hat dein Roman ganz offenkundig nicht gefallen. Was dem Kritiker konkret an deinem Buch nicht gefallen hat, bleibt wohl immer ein Geheimnis. Solche negative Rezensionen sind nicht erfreulich, finden sich letztendlich bei jedem Autor ab einer gewissen Anzahl von Bewertungen. Interessierte Leser werden sich sicherlich bei ihrer Kaufentscheidung nicht an solchen Kritiken orientieren, sofern diese nicht häufiger auftreten. Ein potentieller Käufer orientiert sich eher an den sachlichen und ausführlichen Bewertungen.

Ausführliche und sachliche negative Rezensionen

Jeder Autor freut sich darüber, wenn sich ein Leser ausführlich mit seinem Buch auseinandersetzt. Weniger erfreulich ist es natürlich, wenn die Bewertung des ganzen Romans negativ ausfällt. Doch gerade diese ausführlichen Rezensionen sind wertvoll für Dich und Du solltest sie genau analysieren. Bemängelt der Leser eine Vielzahl von Rechtschreibfehlern in deinem Buch, ist es sinnvoll, darauf zu reagieren und deinen Roman noch einmal einem Lektorat zu unterziehen. Bei einem eBook kann man zum Beispiel recht problemlos eine neue und korrigierte Datei hochladen. Betrifft die negative Rezension nun wiederum den Handlungsstrang und die Figuren des Buches, lässt sich im Regelfall nichts ändern. Du kannst Dir solche Kritik nur zu Herzen nehmen und es beim nächsten Buch besser machen.

Selbst Bestseller sind nicht vor Bewertungen mit 1 Stern oder 2 Sternen sicher (Bildquelle: Amazon)

Wie wirken nun solche negative Bewertungen auf den potentielle Leser bei Amazon? Hier kommt es letztendlich darauf kann, wie es bei der Gesamtbewertung aussieht. Bewertungen mit 1 oder 2 Sternen finden sich fast bei jedem Roman beim Online-Händler. Selbst Bestseller sind nicht dagegen immun. Hast Du mehr Bewertungen mit 4 und 5 Sternen, solltest Du Dir negative Rezensionen nicht so sehr zu Herzen nehmen, diese gehören sozusagen zum Berufsrisiko eines Autors. Dein Buch kann und muss auch nicht allen Lesern gefallen. Solltest Du hingegen nur negative Bewertungen auf Amazon bekommen, ist es sinnvoll, diese sehr genau zu analysieren und daraus für dein nächstes Werk zu lernen.

Unfaire und persönliche Kritik

Leider gibt es auf Amazon auch immer wieder unfaire Kritik. Dies kann so weit gehen, dass ein Rezensent einen Autor persönlich angreift. Solche negativen Rezensionen können viele Gründe haben. Einem Leser gefällt das Thema deines Buches nicht und er kann deine Sicht der Dinge in deinem Roman nicht teilen. Dein Buch basiert auf einer wahren Geschichte, was der Kritiker anzweifelt, auf viele Ungereimtheiten im Handlungsverlauf und logische Fehler verweist. Dazu kann hinter einer unfairen Bewertung mit einem Stern auch ein missgünstiger Konkurrent stehen.

Gegen unfaire Rezensionen kann man bei Amazon vorgehen und diese über den Button „Missbrauch melden“ (mit genauer Begründung) bemängeln. Leider reagiert der Online Händler auf solche Meldungen nur sehr selten und lässt „Rezensenten“ eine sehr große Freiheit. Von 10 Meldungen hat etwa 1 Meldung Erfolg. Meldest Du eine solche unfaire Bewertung bei Amazon, ist es ratsam einige Tage Geduld zu haben. Wurde die Rezension nach einer gewissen Zeit noch immer nicht gelöscht, kann eine weitere Meldung Sinn machen. Dann bearbeitet vielleicht ein anderer Support-Mitarbeiter deine Meldung und Du hast Erfolg. Sollte die negative Rezension auch nach dem zweiten Versuch nicht verschwinden, ärgere Dich nicht. Interessierte Leser an deinem Roman können solche Bewertungen durchaus richtig einordnen. Hier ist es auf jeden Fall nicht ratsam, den Rezensent zu antworten. Schnell kann daraus eine kleine Fehde auf Amazon entstehen, welche Außenstehende vielleicht mit Kopfschütteln verfolgen.

Soll man auf negative Rezensionen antworten?

Am Ende sind wir wieder bei der Fragen angelangt: Soll man auf negative Rezensionen auf Amazon reagieren? Hierauf gibt es keine richtige Antwort. Wir raten davon ab. Der Beitrag hat es gezeigt, nur die wenigsten Bewertungen erfordern eine Reaktion des Autors. Das Kommentieren von schlechten Rezensionen kostet Dich Zeit und Energie. Dazu besteht immer wieder die Gefahr, dass der Kritiker auf deinen Kommentar antwortet und es zu einer Auseinandersetzung kommt.

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Die Auseinandersetzung mit dem Kritiker vermeiden, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Du solltest auf deine Leser vertrauen. Interessenten für dein Buch wissen negative Bewertungen durchaus richtig einzuordnen. Niemand wird sich gegen deinen Roman entscheiden, weil es die Post nicht schnell genug geliefert hat. Dazu wird sich kein potentieller Käufer nur an negativen Rezensionen orientieren. Entscheiden ist immer die Gesamtbewertung deines Romans.

Unaufgefordert eingesandte Manuskripte – Die Kriterien der Verlage

Unaufgefordert eingesandte Manuskripte – Die Kriterien der Verlage

Verlage in Deutschland erhalten jedes Jahr eine Vielzahl unaufgefordert eingesandter Manuskripte. Große Buchverlage wie Diogenes, Knaur oder Rowohlt bekommen nach Schätzung von Experten zwischen 3000 bis 6000 unverlangte Einsendungen pro Jahr, doch auch kleinere Verlage erhalten regelmäßig Post von potentiellen Autoren. Die Chancen, dass ein unverlangt zugesandtes Manuskript auch veröffentlicht wird, gelten als sehr schlecht. Diogenes meldete 2015, man hätte von 9000 solcher Einsendungen in drei Jahren nur einen Roman veröffentlicht. Im Internet findet man wenig konkrete Informationen zum Umgang von Verlagen mit unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Einen kleinen Einblick bietet der Bericht einer Praktikantin.

Manuskripte Post
Buchverlage bekommen täglich viel Post von Autoren, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Die Praktikantin in einem größeren deutschen Verlag hatte die Aufgabe unverlangt eingesandte Manuskripte zu sichten und interessante Einsendungen an den zuständigen Lektor weiterzuleiten. Dabei standen pro Roman 10 Minuten zur Prüfung zur Verfügung: „Unaufgefordert eingesandte Manuskripte lesen und begutachten. Hihihi. Das ist wirklich großartig. Denn 99% von denen sind schlichtweg ganz, ganz, ganz, ganz schlecht. Ehrlich wahr. Das ist ein bisschen wie DSDS. Man fragt sich, welcher Verwandte, Bekannte oder Freund den jeweiligen Personen ein Talent bestätigt hat.“ (Quelle: schriftverkehrt.de)

Gleichzeitig versucht der Bericht mit dem Mythos aufzuräumen, man könne als Autor mit einem Erstlingswerk von einem Verlag entdeckt werden: „Nette Idee. Ist aber leider nicht drinnen. Das passiert nicht, und wenn, dann vielleicht ein, zweimal in der gesamten Geschichte eines Verlages.Und die Chancen schwinden von Jahr zu Jahr.“ (Quelle: schriftverkehrt.de) Die genannten Zahlen zu wenigen Veröffentlichungen von Erstautor und der Bericht machen wenig Mut. Doch es gibt Möglichkeiten, dass Du bei deinem unaufgefordert eingesandten Manuskript die Chance auf eine Veröffentlichung zumindest erhöhst. Auf diese Kriterien achten deutsche Buchverlage.

1. Programmschwerpunkte davor studieren

Bevor Du überhaupt daran denkst, einen Verlag anzuschreiben, solltest Du das jeweilige Programm studieren. Passt dein Roman überhaupt zum Profil des Buchverlags? Welche Genre werden veröffentlicht? Hier reicht schon eine kurze Durchsicht der bisherigen Veröffentlichungen auf der Homepage, um bestimmte Programmschwerpunkte zu erkennen. Ein Kinderbuchverlag wird sicherlich keine Horrorliteratur veröffentlichen und umgekehrt. Wenn Du nur wenige Minuten investierst, um ein Verlagsprogramm zu studieren, sparst Du Dir viel Zeit und einige frustrierende Erlebnisse. Unverlangt eingesandte Manuskripte die nicht ins Programm passen, bekommen im besten Fall eine schriftliche Absage.

2. Anforderungen des Verlags an Exposé und Textprobe beachten

Hast Du nun einen passenden Buchverlag gefunden, solltest Du ganz genau darauf achten, was gewünscht wird. Die Verlage informieren auf ihrer Homepage detailliert darüber, was ein Autor einschicken soll. So erfährst Du zum Beispiel, wie lang eine Leseprobe maximal sein soll oder ob auch eine Autorenvita gewünscht wird. Dazu schreiben Buchverlage häufig etwas zum Umgang mit unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Hier erfährt man zum Beispiel, wie lange eine Überprüfung der Einsendung im Regelfall dauert oder wie man Kontakt mit Dir aufnimmt. Wird auf der Seite eine Bearbeitungszeit von 10 Monaten genannt, solltest Du auch die nötige Geduld haben.

3. Anschreiben an den Lektor adressieren

Ein richtig adressiertes Anschreiben an den zuständigen Lektor erhöht die Chance, dass dein unverlangt eingesandtes Manuskript die gewünschte Aufmerksamkeit bekommt. Schreibst Du hingegen „Sehr geehrte Damen und Herren“, wirkt es häufig so, als würdest Du ein solches Standardanschreiben an ganz viele Verlage schicken. Für einzelne Lektoren ist eine fehlende Adressierung bereits ein K.o.-Kriterium und die Einsendung wandert in den Papierkorb. Wer der zuständige Lektor für dein Genre in einem Buchverlag ist, erfährst Du im Regelfall auf der Verlagsseite oder durch einen Anruf. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall, den Namen der richtigen Person in Erfahrung zu bringen.

4. Ein gutes Exposé ist das A und O

Wie intensiv sich ein Lektor (oder Praktikant) mit einem unaufgefordert zugesandten Manuskript beschäftigt, hängt vor allem vom Exposé ab. Kannst Du mit der Zusammenfassung deines Romans überzeugen, liest der Verlagslektor häufig auch deine Leseprobe. Ein überzeugendes Exposé sollte maximal drei Seiten umfassen. Es muss den groben Handlungsverlauf (ohne Details) und die Grundideen deines Buches vorstellen. Die Zusammenfassung sollte auch das Ende deines Romans verraten und zugleich deutlich machen, warum das Manuskript für den Verlag interessant ist. Ein gutes Exposé ist schwierig, es erfordert viel Mühe und Zeit. Solltest Du eine Vielzahl von Absagen erhalten und Du bist vom Potential deines Werkes überzeugt, kann es sich lohnen, noch etwas am Exposé zu feilen.

5. Keine Fehler im Exposé oder in der Leseprobe

Der nächste Punkt ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Deine Einsendung an den Verlag ist mit einer Bewerbung für einen Job vergleichbar. Finden sich gleich im Anschreiben drei Fehler, wird sich der Praktikant oder Lektor sicherlich nicht die Mühe machen und den Rest lesen. Dazu gibt es für viele Verlagslektoren weitere K.o-Kriterien. Dazu gehören zum Beispiel Smileys im Anschreiben, farbliche Hervorhebungen im Text oder man liefert das Cover für seinen Roman gleich mit. Eine interessante Liste mit K.o.-Kriterien für unaufgefordert eingesandte Manuskripte hat der Lektor Bernhard Salomon zusammengestellt. Die dort genannten Fehler sollte man in jedem Fall vermeiden.

Lektorat
Rechtschreibfehler in Exposé und Textprobe vermeiden Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

6. Geduld haben und nicht nachhaken

Du hast deinen Roman an einen oder mehrere Verlage geschickt, nun heißt es erst einmal Geduld haben. Bis Du eine Antwort bekommst, können Monate vergehen. Buchverlage verweisen auf ihrer Seite im Regelfall daraufhin, dass die Durchsicht von unverlangt zugesandten Manuskripten viel Zeit in Anspruch nimmt. Häufig findet man den Hinweis, von schriftlichen und telefonischen Rückfragen nach dem Stand der Bearbeitung abzusehen. Einzelne Verlag schreiben dazu auf ihrer Homepage, dass sie keine Absagen verschicken. Grundsätzlich ist es immer sinnvoll nicht nachzuhaken und einfach Geduld zu haben. Eine telefonische Rückfrage erhöht zumindest nicht die Chancen auf eine Veröffentlichung.

Vorsicht vor Zuschussverlagen

Vielleicht hast Du schon mehrere Absagen für dein Buch bekommen. An einem Tag kommt dann ein Antwortschreiben, welche deinen Roman über den Klee lobt. Dein unverlangt zugesandtes Manuskript ist genau das Werk, was man schon lange gesucht hat. Dein Roman kommt auf den Buchmarkt, Du musst Dich nur mit einer bestimmten Geldsumme an der Veröffentlichung beteiligen. Dies sei jedoch nur eine Investition, dein Buch wird dieses Geld schnell wieder reinbringen. Bei aller Freude über diese Zusage solltest Du vorsichtig sein und zum Verlag recherchieren. Mit großer Sicherheit hast Du es mit einem Zuschussverlag zu tun. Ein normaler Buchverlag verlangt nie Geld für eine Veröffentlichung. Die Eingabe des Verlags bei Google mit dem Zusatz Erfahrungen sollte Dir endgültig Gewissheit verschaffen, ob Du es mit einem Zuschussverlag zu tun hast.

Zuschussverlag
Die Alternative zum Zuschussverlag – Sein Geld verbrennen, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Wer das Angebot eines solchen Verlags annimmt, kann zwar sein Buch veröffentlichen. Doch die investierte Summe (im Regelfall im vierstelligen Bereich) bekommt man über Buchverkaufe nicht mehr rein. Sollte die Verlage deine unaufgefordert eingesandten Manuskripte immer wieder ablehnen, sei nicht traurig. Vielleicht ist dein Buch nicht für eine Veröffentlichung in einem großen Verlag geeignet, weil der Roman zum Beispiel eine zu kleine Zielgruppe anspricht. In diesem Fall solltest Du zumindest über das Thema Self-Publishing nachdenken.

Social Media für Autoren – Der Einstieg in die Sozialen Medien

Social Media für Autoren – Der Einstieg in die Sozialen Medien

Die Sozialen Medien bieten Autoren eine große Chance, um auf sich aufmerksam zu machen und mehr Bücher zu verkaufen. Doch wie schöpfst Du das ganze Potential von Social Media aus? Wie solltest Du in den Sozialen Netzwerken als Autor agieren? Gibst Du „Social Media für Autoren“ bei Google ein, zeigt sich, wie komplex das Thema ist und dass es eine Vielzahl von Informationen hierzu gibt. So findet man zahlreiche Artikel, Videos, Hinweise auf Fachliteratur und Kurse für Marketingstrategien. Gerade junge Autoren mit ihrem ersten Roman sind hier schnell überfordert.

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Die Jagd nach dem Like in den Sozialen Netzwerken, Bild © by Tim Reckmann / pixelio.de

Dabei ist der Einstieg in die Sozialen Medien gar nicht so schwer, wenn man sich einige einfache Fragen stellt. Der Beitrag soll Autoren die ersten Schritte in den Sozialen Netzwerken erleichtern. Wir zeigen vor allem, wie man Facebook erfolgreich nutzt, gehen aber auch auf andere Soziale Plattformen ein. Bevor Du überhaupt eine Autorenseite erstellt, solltest Du Dir drei Fragen stellen: In welchen Sozialen Foren möchte ich neben Facebook noch aktiv werden? Wie viel Zeit möchte ich investieren? Was sind meine Ziele?

In welchen Sozialen Foren möchte ich neben Facebook aktiv werden?

Es gibt eine Vielzahl von Social Media, nicht alle eignen sich gleichermaßen für Autoren. Du solltest Dir im Vorfeld Gedanken machen, wo Du noch neben Facebook aktiv werden möchtest? Hast Du einen großen Bekanntenkreis bei Twitter, wäre es sinnvoll dieses Netzwerk zu nutzen. Auf dem Mikrobloggingdienst tummeln sich viele Schriftsteller und Buchblogger, die Plattform ist somit durchaus relevant für Buchmarketing. Hochinteressant für Autoren dürfte dazu LovelyBooks sein. Hier kannst Du Leserunden zu deinem Roman veranstalten, bekommst Feedback von den Lesern und machst dein Buch bekannter

Nun sind wir mit Facebook, Twitter und LovelyBooks bereits bei drei Netzwerken. Es empfiehlt sich, dass Du zu Beginn nicht in zu vielen Sozialen Medien aktiv wirst. Experten raten dazu, erst auf einer Sozialen Plattform zu starten und dann in einem Abstand von einigen Wochen oder Monaten in einem neuen Netzwerk zu beginnen. Auf wie vielen Plattformen Du aktiv sein möchtest, hängt auch von deiner Zeit ab.

Wie viel Zeit möchte ich investieren?

Social Media kann ein echter Zeitfresser sein und noch schlimmer: Man kann viel Zeit bei Facebook & Co verbraten, ohne einen nennenswerten Erfolg zu erzielen. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Du Dir ein bestimmtes Zeitfenster pro Tag oder Woche setzt. Du bist zum Beispiel jeden Tag eine Stunde auf Facebook aktiv. Diese Stunde widmest Du voll und ganz diesem Medium. Neben Social Media möchtest Du schließlich noch Zeit zum Schreiben finden.

Gerade wer nicht vom Schreiben lebt, dürfte nicht viel Zeit für die Sozialen Medien haben. Es geht jedoch darum, regelmäßig am Ball zu bleiben. Dabei ist es nicht wichtig, dass man möglichst schnell viel Fans sammelt, sondern es geht um mittel- und langfristigen Erfolg. Ziele in den Sozialen Netzwerken lassen sich nicht von heute auf morgen umsetzen.

Was sind meine Ziele?

Was sind deine Ziele in den Sozialen Medien? Dies dürfte für die meisten Autoren klar auf der Hand liegen: Mehr Buchverkäufe. Dieses Ziel wirst Du erst auf lange Sicht umsetzen. Zuerst sollte es Dir darum gehen, eine aktive Fanbasis aufzubauen und treue Leser zu gewinnen. Es sollte nicht zwangsläufig darum gehen, möglichst viele Fans auf Facebook oder Follower auf Twitter zu haben. Es geht letztendlich um aktive Nutzer, welche die Inhalte deiner Autorenseite kommentieren und teilen. Empfiehlt eine kleine, aber aktive Fanbasis deine Bücher weiter, kann dies zu mehr Buchverkäufen führen als 1000 passive Follower.

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Eine kleine, aber begeisterte Fansbasis wirkt Wunder, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Eine solche Fanbasis sollte auf jeden Fall ein Ziel bei deinem Social Media Auftritt sein. Weitere Ziele könnten sein: Ich möchte Kontakte mit anderen Autoren und Buchbloggern schließen. Ich möchte meinen eigenen Bekanntheitsgrad erhöhen. Ich will in direkten Kontakt mit meinen Lesern treten und Feedback erhalten. Alle Ziele dürften mittel- und langfrist zu mehr Buchverkäufen führen.

Eine aktive Fanbasis in den Sozialen Medien gewinnen

Nun hast Du deine Ziele festlegt und auch schon deine Autorenseite bei Facebook oder ein Profil bei Twitter erstellt. Nun fehlt nur noch eine Kleinigkeit. Richtig, die Fans. Ein erster Schritte könnte es sein, Freunde und Bekannte auf deinen neuen Social Media Auftritt aufmerksam zu machen. Doch nicht jeder Autor verfügt über einen großen Bekanntenkreis und auf lange Sicht ist es nicht ausreichend, Bekannte zu aktivieren. Auf Facebook gibt es eine Vielzahl von Gruppen für Autoren mit vielen Mitgliedern. Melde Dich in diesen Gruppen an und werde dort aktiv.

Du kannst Dich in solchen Gruppen bekannt machen, indem Du nach einer kurzen Vorstellung eifrig kommentierst, anderen Mitgliedern bei Fragen hilfst und Kontakte knüpfst. Als aktives Mitglied kannst Du sicherlich auch einmal auf deine Autorenseite, eine Lesung oder dezent auf dein Buch aufmerksam machen. Es sollte jedoch nicht so aussehen, dass Du alle paar Tage auf Amazon und deinen Roman verlinkst. Diese Form der Eigenwerbung in Social Media bringt eher keinen Effekt und ist in vielen Facebook-Gruppen ausdrücklich nicht erwünscht. Es ist übrigens nicht notwendig, in tausend Gruppen Mitglied zu sein. Mit einem aktiven und freundlichen Auftreten in einer Handvoll Gruppen sollest Du Dir bereits langsam und stetig eine aktive Fanbasis aufbauen.

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Networking in Sozialen Medien, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Bei Twitter ist es vereinfacht gesagt wiederum so: Man folgt bestimmten Personen und hofft natürlich insgeheim, dass diese einem zurückfolgen. Ein erster Schritt beim Mikrobloggingdienst könnte es sein, nach passenden Stichworten wie Buchblogger, Buchblog oder Rezensionen zu suchen. Auch spezifische Begriffe wie Fantasy oder Krimi machen Sinn. Auf diese Weise findest Du eine Vielzahl von Personen, welchen Du folgen kannst und ein gewisser Teil wird auch Dir folgen. So baust Du Dir eine erste Gefolgschaft in den Sozialen Medien auf.

Social Media braucht Zeit

Es empfiehlt sich, bereits an einer aktiven Fanbasis zu arbeiten, während Du noch an deinem Auftritt (z.B. deiner Autorenseite) in den Sozialen Medien werkelst. Es braucht Zeit, bis Du in einzelnen Facebook-Gruppen bekannt wirst und Dich etablierst. Grundsätzlich solltest Du immer bedenken, Social Media braucht Zeit. Du wirst in den ersten Wochen nicht gleich 100 Fans gewinnen oder gar deine Buchverkäufe steigern. Setze Dich dazu nicht zu sehr unter Druck oder vergleiche Dich mit anderen Autoren. Vielleicht dauert es bei Dir einfach länger, um die gewünschte Fanbasis in den Sozialen Medien zu etablieren.

Das richtige Coverformat wählen – Wissenswertes zum Buchcover

Das richtige Coverformat wählen – Wissenswertes zum Buchcover

Ein kurzer Blick in dein Bücherregal dürfte es zeigen. Es gibt eine Vielzahl von Buchformaten und Coverformaten auf dem Markt. Die Romane in deinem Regal dürften kaum auf gleicher Höhe nebeneinander stehen. Die Formate unterschieden sich vor allem bei Belletristik, Fachbüchern und Kinderbüchern. Die verschiedenen Buchformate wurden jedoch nicht etwa willkürlich vom Verlag festgelegt. Es gibt in Deutschland bestimmte Standards für ein Buchcover und damit das Format eines Buches. Möchtest Du einen Roman, Ratgeber oder ein Fachbuch veröffentlichen, sollest Du grundlegendes Wissen über die gängigen Formate auf den Buchmarkt besitzen. Welches Format Du wählen solltest, hängt häufig vom Bereich (z.B. Belletristik, Kinderbuch) ab, wo Du veröffentlichst.

Coverformat Geschenkbuch
Quadratisch, praktisch, gut? Gilt nicht für Romane und Fachbücher

Dabei muss man erwähnen, dass es für Buchcover keine festen Vorgaben gibt. Es ist jedoch ratsam, bestimmen Empfehlungen aus der Buchbranche zu folgen. Ein Taschenbuch im quadratischen Format wird deine Leser kaum ansprechen und sieht neben anderen Romanen unschön im Bücherregal aus. Sachbücher wirken wiederum mit einem speziellen Verhältnis von Breite und Länge in der Optik edler.

Coverformate: Oktav für Taschenbücher und der Goldene Schnitt

Ein besonders gängiges Buchformat ist Oktav oder das Taschenbuchformat. Hier gibt es ein Verhältnis von 1:1,5. Hat dein Buchcover eine Breite von 1000 Pixel, muss die Länge also bei 1500 Pixel liegen. Ein klassisches Taschenbuch hätte dann zum Beispiel eine Länge von 18,8 cm und eine Breite von 12,5 cm. Hier ergibt sich dann das besagte Ergebnis von 1:1,5. Wenn Du an deinem Buchcover arbeitest, musst Du dich allerdings auch nicht ganz exakt an diese Maße halten. Gerade im Bereich Self-Publishing nutzen viele Anbieter andere (wenn auch vergleichbare) Formate. Createspace von Amazon kennt zum Beispiel das Buchformat 5.06 x 7.81 inches (12,9 cm x 19,8 cm). Hier wäre das Verhältnis 1:1,53 (also 1000 und 1530 Pixel für dein Buchcover). Hier befinden wir uns sehr nah am klassischen Taschenbuchcover.

Coverformat Taschenbuch
Buchformate 1:62 (Camus) und 1,5 (Follett) im Vergleich

Dazu dürfte niemand mit dem bloßen Auge den Unterschied zwischen Oktav und dem Amazon-Format sehen. Beide Buchformate sind für Belletristik besonders geeignet und dein Buch wird dem Leser gut in der Hand liegen. Ein deutlich anderes Coverformat bekommt man mit dem Goldenen Schnitt (1:1,62) oder auch Legal. Hier sollte ein Cover bei 1000 Pixel Breite eine Länge von 1620 Pixel haben. Beim Goldenen Schnitt wirkt das Buchcover besonders elegant. Legal kommt vor allem bei Fach- und Sachbüchern zum Einsatz. Der rororo Verlag nutzt bei seinen Taschenbüchern mit 11,5 cm x 19 cm (1:1,65) ein ähnliches Format, damit unterscheidet man sich von anderen Verlagen mit Taschenbüchern. Selbst ein solches Coverformat wäre damit für Belletristik denkbar.

Coverformate für Ratgeber, Fachbücher und Kinderbücher

Möchtest Du einen Ratgeber oder ein Sachbuch herausgeben, empfiehlt sich ein Papierformat nach DIN-Norm. Das Buchformat entspricht hier einer Schreibmaschinenseite und beträgt 1:1,414 (1000 zu 1414 Pixel). Ein ähnliches Seitenverhältnis bekommt man bei Createspace mit 6.69 x 9.61 inches (17 x 24,4 cm). Hier ist dann das Verhältnis 1:1,43. Hier kannst Du erneut sehen, dass es nicht darum geht, dass Du dich mit deinem Buchcover päpstlich an bestimmte Formate halten musst. Wer Ratgeber oder Sachbücher veröffentlicht, sollte sich jedoch an diesem gängigen Format orientieren. Dieses Coverformat sollte auf den Leser recht vertraut wirken, weil es an gewohnten Seiten im Schriftverkehr (Schreibmaschinenformat) erinnert.

Coverformat Fachbücher
Die Coverformate (1:1,414) bei einem Fachbuch und großformatigem Werk (1:1,33)

Quadratisch ist das Kinderbuchformat, man spricht hier ebenso vom Fotobuch- oder Bildbuchformat. Man findet dieses Coverformat im Verhältnis von 1:1 neben Kinderbüchern auch bei vielen Kochbüchern, Bastelbüchern, Geschenkbüchern oder kleineren Bildbänden. Createspace von Amazon bietet das quadratische Format mit 8.25 x 8.25 inches (21,59 x 21,59 cm) an. Solltest Du ein Kinderbuch mit vielen Bildern veröffentlichen, ist dieses Buchformat sehr sinnvoll. Weiterhin trifft man auf dem Buchmarkt ein nicht näher benanntes Format an, welches sich für großformatige Werke eignet. Hier liegt das Seitenverhältnis etwa bei 1:1,33 (1000 x 1330 Pixel). Beispiele hierfür sind Lehrbücher vom Spektrum Verlag (Gustav Fischer) oder von diversen Bildbänden im größeren Format. Dies sind echte Wälzer, die schwer in der Hand liegen und das Gewichtheben im Fitnessstudio ersetzen können. Ein solches Coverformat dürfte jedoch für Ratgeberautoren und Schriftsteller von Romanen kaum von Interesse sein.

Buchformat – Theorie und Praxis

Es wurde bereits mehrfach erwähnt, die hier genannten Formate wie der Goldene Schnitt oder das Schreibmaschinenformat Maße aus der Theorie sind. Nimmst Du zum Beispiel einige Fach- oder Sachbücher aus deinem Bücherregal, werden Messungen häufig keine exakten Seitenverhältnisse von 1:1,62 oder gar 1:1,414 ergeben. Das häufige Taschenbuchformat im Verhältnis 1:1,5 sollest Du wiederum häufiger in deinem Bücheregal finden, aber selbst hier dürfte es kleinere Abweichungen von Oktav geben. Solltest Du einige Messung vornehmen, zeigt sich sehr schnell: Ein Roman hat im Regelfall andere Seitenverhältnisse als wissenschaftliche Literatur oder ein Kochbuch. Mit deinem Wissen über die gängigen Buchformate und Genre, kannst Du Buchcover entsprechend gestalten und wirst damit den Erwartungen deiner Leser gerecht.

 

Die sieben größten Fehler beim Buch schreiben

Die sieben größten Fehler beim Buch schreiben

Wer sein erstes Buch schreibt, macht häufig Fehler. Man spricht hier gerne von Lehrgeld. Doch dies muss nicht sein. Wenn Du die schlimmsten Stolperfallen beim Roman schreiben kennst, kannst Du diese Probleme vermeiden. Der Beitrag soll besonders Erstautoren Orientierung geben und behandelt klassische Fehler von der Buchidee, über die Charakterentwicklung bis zur Covergestaltung. Diese sieben Fehler solltest Du kennen, bevor Du mit dem Schreiben an deinem Roman beginnst. So findest Du Dich im Irrgarten der Literaten zurecht.

Irrgarten der Literaten
Fehler vermeiden im Irrgarten der Literaten, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

1. Trends nachlaufen

Dein Roman wird garantiert ein echter Erfolg, weil Du über ein besonders trendiges Thema schreibst? Vergleichbare Bücher sind schließlich aktuell ein echter Renner auf dem Buchmarkt. Doch Vorsicht bei der Themenwahl, denn hier könntest Du bereits den ersten Fehler begehen, bevor Du eine Zeile schreibst. Es ist nie ratsam Trends nachzulaufen. Was heute bei den Lesern noch völlig in ist, kann bereits morgen kalter Kaffee sein. Kannst Du denn einschätzen, wie der Buchmarkt sich entwickelt, wenn dein Roman fertig ist?

Es soll Autoren geben, welche die Idee für ihr Buch nicht nach Interesse auswählen, sondern nach dem Kriterium „Verkaufserfolg“. Natürlich ist es wichtig, sich auch darüber Gedanken zu machen. Doch es ist immer ratsam über ein Thema zu schreiben, was Dir liegt. Nur so stehst Du hinter deinem Roman und das Schreiben macht auch Freude. Schließlich hast Du zu schreiben begonnen, um deine Geschichte zu erzählen.

2. Genremix

In welchem Genre schreibst Du dein Buch? Ist es Fantasy oder vielleicht ein Krimi? Oder arbeitest Du an einem historischen Roman? Vielleicht bist Du Dir über das Genre gar nicht so sicher. Oder Du hast Dich bewusst für einen Genremix entschieden. Du schreibst einen Liebesroman mit Science Fiction. Denkbar wäre auch ein historischer Krimi. Literarisch ist vieles möglich und es gibt für jeden Genremix durchaus gute und erfolgreiche Beispiele. Man denke nur an Solaris von Stanislaw Lem, der SF-Roman enthält eine Liebesgeschichte. Der Name der Rose von Umberto ist sowohl ein Krimi wie auch ein historischer Roman.

Obwohl es viele erfolgreiche Romane in diesem Bereich in der Literatur gibt, gilt der Genremix für Erstautoren als Fehler beim Buch schreiben. Entscheide Dich für ein dominierendes Genre und damit auch für eine Zielgruppe für dein Buch. Es ist sinnvoll, diese Entscheidung möglichst früh zu treffen, idealerweise wenn dein Roman noch in der Anfangsphase ist.

3. Zu wenig und zu viel Recherche

Recherche gehört zu jedem Buch dazu, hier sollte man nicht Extremen verfallen. Gerade Fantasy-Autoren neigen dazu, eher weniger zu recherchieren und dies ist ein Fehler beim Buch schreiben. Zwar funktioniert „deine Fantasy-Welt nach deinen Regeln“, jedoch muss die Welt für den Leser glaubwürdig sein. Wie sehen die gesellschaftlichen Strukturen aus und wie regiert der König das Land? Hier ist es ratsam, sich zumindest grob an historischen Vorbildern zu orientieren und dazu gehört Recherche. Oder vielleicht denkst Du, dem Leser werden Ungenauigkeiten in deinem Buch gar nicht auffallen. Unter deinen Lesern wird sich zumindest ein Experte finden, der mit dem Thema deines Romans (z.B. Detektivarbeit) vertraut und dazu noch äußerst kleinlich ist. Gerade solche Leser bemängeln gerne in Rezensionen auf Amazon „mangelnde Recherche“. Und einen Stern gibt es auch noch dazu.

Auch das andere Extrem ist ein Fehler, wenn Du ein Buch schreibst. Übertriebene Recherche bringt häufig keinen Mehrwert für deinen Roman und frisst nur Zeit. Wahrscheinlich wirst Du im 6 oder 7 Fachbuch über das viktorianische Zeitalter nicht mehr viel Neues für deine Geschichte erfahren. Gerade Schriftsteller mit einem Hang zum Perfektionismus neigen dazu, zuviel Recherche zu betreiben.

4. Passiver Charakter

Es gibt Schreibratgeber, welche einen passiven Charakter als den größten Fehler beim Buch schreiben nennen. Dies kann auch der Buchinsider unterschreiben. Ein passiver Charakter ist letztendlich ein schwacher Held. Er verdient nicht die Sympathie der Leser. Doch was ist mit einem schwachen Protagonisten gemeint? Ein passiver Charakter in deinem Buch treibt die Handlung nicht voran, Dinge geschehen zufällig oder werden von anderen Figuren angestoßen. Doch wer ist eigentlich der Held in deinem Buch und sollte die Story vorantreiben?

Passive Charakter
Passive Charakter sind ein klassischer Fehler , Bild © by Juergen Jotzo  / pixelio.de

Es geht nicht um eine perfekte Figur in deinem Roman, die alle Hindernisse ohne Probleme meistert. Der Charakter kann Schwächen und Selbstzweifel haben, aber er stellt sich dem Konflikt (dies ist wichtig) und treibt die Handlung in deinem Roman voran. Ein schönes Beispiel für einen aktiven Helden ist Frodo aus dem Herrn der Ringe. Als kleiner Hobbit einfach nach Mordor zu spazieren ist sicherlich keine Kleinigkeit. Aber er übernimmt die Aufgabe und treibt diese mit großer Energie (damit auch die Handlung) voran.

5. Typische Romanlänge missachten

Kurzromane haben durchaus ihren Reiz, dies gilt besonders für den Autor, könnte man etwas überspitzt sagen. Wer möchte nicht sein Buch schnell veröffentlichen und Leser erreichen. Doch ein klassischer Roman hat eine gewisse Länge von 200 bis 500 Seiten. Gerade wer sein Buch bei einem Verlag veröffentlichen möchte, sollte nicht diesen Fehler beim Buch schreiben machen. Erstautoren haben es schon sehr schwer bei einem klassischen Verlag. Stimmt die Romanlänge nicht, wird eine Veröffentlichung in einem Buchverlag noch unwahrscheinlicher. Anders sieht es natürlich aus, wenn sich der Verlag auf Kurzromane spezialisiert hat, dies gibt es jedoch selten.

Auch als Selfpublisher solltest Du Dir  zumindest überlegen, ob Du wirklich Kurzromane unter 100 Seiten schreiben und verkaufen möchtest. Leider beurteilen mache Zeitgenossen ein Buch nicht nur nach dem Cover, sondern auch nach seinem Umfang. Klingt irgendwie komisch, ist aber so.

6. Mangelendes Lektorat

Dein Roman ist nun endlich fertig und soll möglichst schnell an einen Verlag. Oder Du willst dein Buch als Selfpublisher sofort auf Amazon oder bei einem anderen Anbieter veröffentlichen. Viele Autoren machen den Fehler und unterziehen ihr Buch keinen ausreichenden Lektorat. Es ist nicht so, dass diese Schriftsteller keinen großen Wert auf Rechtschreibung und Zeichensetzung legen. Dahinter steht häufig einfach nur der Wunsch, möglichst schnell zu veröffentlichen. Doch bevor Du überhaupt an eine Veröffentlichung denkst, solltest Du deinen Roman Bekannten oder Verwandten zum Korrekturlesen geben. Diese Person sollte natürlich mit Rechtschreibung und Zeichensetzung vertraut sein. Wichtig ist dazu: Lass deinen Freund ausreichend Zeit zur Korrektur und sei auch offen für andere Anregungen (z.B. logische Fehler).

Der Duden - Lernt Fehlern das Fürchten, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de
Der Duden – Lernt Fehlern das Fürchten, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

Soll ich einen Profi für das Lektorat meines Buches beauftragen? Diese Frage stellen sich Autoren immer wieder. Dies hängt ganz davon ab, welche Ansprüche Du selber an dein Buch stellst und Du bereit bist, eine vierstellige Summe auszugeben. Der durchschnittliche Preis für das Lektorat einer Normseite dürfte etwa bei 6 Euro liegen.

7. Cover selbst gestalten

Das Cover spielt eine wichtige Rolle. Überzeugt die Front deines Romans den Leser nicht oder wirkt diese sogar unprofessionell, verkauft sich das Buch nicht. Gerade beim ersten Buch begehen viele Autoren den Fehler und legen keinen so großen Wert auf das Cover. Man nimmt für die Vorderseite des Buches ein selbstgemachtes Foto oder eine eigene Zeichnung. Bei der Covergestaltung gibt es einige Grundregeln zu beachten. Dein Cover sollte in einer kleinen Ansicht in einem Online Shop noch gut erkennbar sein. Kann der interessierte Leser in der Miniaturansicht den Titel und Untertitel deines Romans deutlich erkennen? Hast Du dich vielleicht für ein weißes Cover entschieden? Dann wirkt dein Buch vor dem weißen Hintergrund eines Online Shops nicht ansprechend auf den Käufer. Wie hast Du Bildelemente, Titel und Autorenname miteinander kombiniert? Hier lauern überall Fehler beim Buch schreiben.

Wer sein Cover selbst gestaltet, macht nicht zwangsläufig einen Fehler. Viele Autoren gehen beim ersten Buch etwas blauäugig an das Thema heran. Bevor Du dein Buchcover erstellst, informiere Dich über die Grundlagen bei der Gestaltung. Man findet hierzu ausreichendend Informationen im Netz. Solltest Du keine Kenntnisse beim Thema Bildgestaltung haben, wende Dich an einen Freund oder Bekannten, der fit in Photoshop ist.

Fehler bei Buch schreiben – Dies ist ein weites Feld

Du hast eine Reihe von Fehlern kennengelernt, welche man beim Buch schreiben vermeiden sollte. Dabei muss man einige der aufgeführten Punkte auch differenziert sehen. Ein Genremix oder die Selbstgestaltung des Buchcovers sind nicht zwangsläufig Fehler, doch hier lauern Stolperfallen besonders für Erstautoren. Selbstverständlich führt der Beitrag auch nicht alle Fehlerquellen auf, ein wenig Lehrgeld wird jeder Autor zahlen müssen.

Gerade Self-Publisher können bei der Veröffentlichung und Vermarktung ihres Buches einige Fehler machen. Dies ist ein weites Feld, um einmal Fontane (wer musste es nicht in der Schule lesen!) zu zitieren. Oder um es mit anderen Worten zu sagen: Dies ist noch einmal ein eigenes Thema.

Buchcover selbst erstellen – Auf was sollte man achten?

Buchcover selbst erstellen – Auf was sollte man achten?

Ein ansprechendes Buchcover ist wichtig. Häufig wird ein Roman nach den Äußerlichkeiten bewertet. Überzeugt das Romancover nicht auf den ersten Blick oder wirkt es im schlimmsten Fall sogar amateurhaft, wird das Buch trotz guten Inhalts nicht gekauft. Deshalb solltest Du einige Zeit in das Cover des Romans investieren und mehrere Entwürfe erstellen. Doch wie sieht das perfekte Buchcover eigentlich aus? Eine solche Bewertung ist recht subjektiv, doch es gibt gewisse Orientierungspunkt für ein gutes Cover.

Buchcover Herr der Ringe
Der gleiche Roman. Welches Cover spricht die Leser mehr an?

Dieser Beitrag richtet sich vor allem an alle Anfänger, welche ihr erstes Buchcover selber stellen wollen. Er informiert über Grundlagen und soll dazu helfen Fehler bei der Covergestaltung zu vermeiden. Wenn Du dich entschieden hast, dein Romancover selbst zu gestalten, ist es nur wichtig, dass Du ein Bildbearbeitungsprogramm beherrscht. Dazu gehören im Idealfall Adobe Photoshop oder InDesign. Doch auch mit dem kostenlosen Programm GIMP kann man ein ansprechendes Cover erstellen. Solltest Du noch keine Erfahrungen mit Bildbearbeitung haben, raten wir davon ab, ein Buchcover selber zu erstellen. Hier besteht die Gefahr, dass deine Gestaltung am Ende auf den Betrachter laienhaft wirkt und sich dies negativ auf deine Buchverkäufe auswirkt.

Elemente eines Buchcovers

Ein Romancover besteht aus einer überschaubaren Anzahl von Elementen. Hierzu gehören auf der Vorderseite eines oder mehrere Bildelemente, den Name, der Romantitel, ein möglicher Untertitel und der Verlag. Diese Elemente muss man besonders „ansprechend arrangieren“ um den Leser für seinen Roman zu gewinnen. Dies ist natürlich leichter gesagt als getan, doch auch hier gibt es einige sinnvolle Orientierungsregeln. Dazu muss natürlich auch die Rückseite des Buches entsprechend gestaltet werden, wo man im Regelfall eine kurze Inhaltsbeschreibung und die ISBN findet.

Das Bildelement

Eins oder mehrere Bildelemente dürften das zentrale Element eines jedes Cover sein. Im Regelfall empfiehlt es sich besonders für Anfänger, sich mit einem Bildelement zu begnügen. Das Überladen eines Romancovers mit zu vielen graphischen Elementen gilt als klassischer Anfängerfehler. Doch welches Motiv sollte man wählen. Im Idealfall erkennt man anhand des Covers bereits das Genre des Romans. Wenn also dein Horrorroman von außen wie ein Kinderbuch wirkt, hast Du definitiv etwas falsch gemacht. Weiterhin sollte das Bild etwas jedoch nicht zuviel von deinem Roman verraten und den Leser neugierig machen. Dies ist sicherlich nicht ganz einfach. Hier ist deine Kreativität gefragt.

Suchst Du noch nach einem passenden Bild für dein Buchcover? Hier gibt es im Internet mittlerweile eine große Auswahl an Bildmaterial, um dein Romancover ansprechend zu gestalten. Beliebte Seiten mit großer Vielfalt an guten Fotos sind zum Beispiel Photocase und iStock. Hier erwirbt man im Regelfall ein Bild für eine einmalige Gebühr und kann es dann für seinen Roman nutzen. Lies Dir jedoch dafür in jedem Fall die AGB des Bildportals durch.

Die Schrift und die Farben des Covers

Beim Titel, einem möglichen Untertitel, deinen Autorennamen und dem Verlag sollest Du nach Möglichkeit keine ausgefallenen Schriftenarten wählen und auch nicht verschiedene Fonts mischen. Wichtig ist, dass die Schrift auf dem Buchcover ausreichend groß ist, so dass man Titel, Autor und Verlag gut lesen kann. Dies muss auch noch gewährleistet sein, wenn das Romancover verkleinert ist. Denke daran, dass man deinen Roman zum Beispiel in einem Online Shop häufig nur in einer Vorschauansicht sehen kann. Hier muss noch alles deutlich lesbar sein, ohne dass der potentielle Leser das Cover vergrößern muss. Bei der Kombination der Elemente empfiehlt sich eine klassische Anordnung, welche sich bereits häufiger bewährt hat. Oben auf dem Buchcover stehen Autor und Titel, während man unten den Verlag findet. Zwei Beispiele für eine solche Anordnung siehst Du bei den Buchcovern zum Herrn der Ringe.

Experten empfehlen, dass man auf dem Buchcover nicht mehr als 2 bis 3 Farben verwenden sollte. Dazu sind deutliche Kontraste bei den Farben wichtig. Die gleichen Farben nutzt man im Regelfall auch auf der Rückseite des Buches. Weiterhin ist es sinnvoll, wenn Du auf zu viele Weißelemente auf deinem Buch verzichtest. Heute werden sehr viele Bücher über das Internet verkauft und bestellt. Ein weißes Cover wirkt dann auf einem weißen Hintergrund eines Online Shops eher unvorteilhaft. Bedenke bei deiner Gesamtgestaltung des Buchcovers auch noch weitere Punkt. Soll dein Roman vielleicht ein Mehrteiler werden? Dann macht es Sinn, bereits jetzt ein unverkennbares Design für deine späteren Bücher zu erstellen.

Format

Wenn Du dein Buchcover erstellst, ist es ebenso wichtig an das richtige Format zu denken. Im Regelfall nimmt man das Oktav oder Taschenbuchformat (1,5:1) (3000: 2000 px). Ein weiter verbreitetes Format ist der sogenannte goldene Schnitt (1,62:1 px). Dies ist eher ein Format für Fach- und Sachbücher. Anbieter wie Amazon (2500:1536 px) und Apple iBooks (2040:1563 px) verlangen wiederum eigene Formate für das Buchcover Hier ist es sinnvoll, wenn Du dich im Vorfeld informierst, wenn Du bei einem speziellen Anbieter veröffentlichen möchtest. Das Standardformt für die meisten Cover ist Oktav (1,5:1)

Buchcover selbst erstellen und einfach gestalten

Wer sein erstes Romancover selbst erstellt, wird in verschiedenen Phasen der Gestaltungen immer wieder mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Dies könnte vor allem dann der Fall sein, wenn man ein möglichst ansprechendes und ausgefallenes Buchcover designen möchte. Dies muss nicht zwangsläufig sein. Häufig reicht eher ein schlichtes Cover, welches jedoch den Inhalt deines Romans auf den Punkt bringt.

Schlichte Cover mit einem Bildelement - Es muss nicht immer ausgefallen sein.
Schlichte Cover mit einem Bildelement – Es muss nicht immer ausgefallen sein.

Schaut man sich als Beispiel die beiden Cover zu den Werken von Franz Kafka und Louis de Berniéres an, sieht man sehr schön, dass der Verlag in beiden Fällen mit einem Bildelement den Kern des Romans getroffen hat. Ähnliches gilt für den Herrn der Ringe mit dem goldenen Ring als einziges Motiv. Diese Buchcover sind nicht spektakulär und haben sicherlich auch keinen Preis gewonnen, doch sie dürften potentielle Leser ansprechen und überzeugen. Bevor Du dich in wilde Designexperimente stürzt, sollte zumindest ein Coverentwurf eher schlichter gestaltet sein.

Wenn Du alle deine Entwürfe fertig hast, kommt die Zeit deine Romancover Freunden, Bekannten und der Familie zu präsentieren. Bitte die Betrachtet um ein ehrliches Feedback. Deine Fragen könnten hier sein: Welchen Genre wurdest Du mein Buchcover zuordnen? Welche Handlung erwartetest Du im Roman, wenn Du das Cover betrachtest. Sollten die Antworten nicht wie gewünscht ausfallen, bleibt häufig nichts weiter übrig, als ein neues Buchcover zu gestalten oder das Design einer anderen Person zu überlassen.

Rechtliche Fragen von Autoren – Ratschläge vom Fachanwalt

Rechtliche Fragen von Autoren – Ratschläge vom Fachanwalt

Während des Schreibens an einem Roman entstehen für Autoren immer wieder rechtliche Fragen. Darf ich eigentlich aus einem anderen Buch zitieren? Was muss ich bei der Titelwahl beachten? Oder wie weit ist es erlaubt, autobiographische Inhalte in einem Buch zu verarbeiten? Prof. Dr. Christian Russ von der Kanzlei Fuhrmann Wallenfels aus Wiesbaden beantwortet einige zentrale Fragen, die sich Autoren beim Schreiben ihres Buches immer wieder stellen. Er ist Rechtsanwalt für Medienrecht und ist in diesem Bereich Lehrbeauftragter an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und der Rhein-Main-Universität in Wiesbaden.

Prof. Dr. Christian Russ (Bildquelle: © fotostudio9. by marco stirn)

Ein-Buch-schreiben.com: Autoren zitieren immer gerne aus anderen Büchern oder geben ganze Passagen von Songtexten wieder, um zum Beispiel die Stimmung der Hauptperson wiederzugeben. Doch wie weit darf man in einem Roman zitieren, ohne Urheberrechte zu verletzen? Ein ähnliches Problem dürfte sich bei der Titelwahl für ein Buch ergeben. Darf ich als Autor einen bereits existierenden Buchtitel wählen? Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich dazu, wenn ein weiteres Buch mit „meinem“ Titel auf dem Markt erscheint?

Christian Russ: Bei der Thematik „Zitat“ (§ 51 UrhG) muss man folgendes beachten: Das Urheberrecht unterscheidet zunächst einmal zwei Arten von Zitaten. Beim „Großzitat“ wird ein komplettes Werk in einem Buch „zitiert“. Typische Fälle sind der Abdruck eines Fotos, eines Gemäldes, eines Gedichts oder – wie in Ihrem Beispiel – der Abdruck eines Songtexts. Das ist nur dann zulässig, wenn der Abdruck der wissenschaftlichen Auseinandersetzung dient und hierfür das zitierte Werk als Beleg für die eigenen Ausführungen abgedruckt wird. Dagegen geht es beim „Kleinzitat“ nur um Ausschnitte („einzelne Stellen“) eines bereits anderweitig veröffentlichten Werkes, die nun in einem selbständigen Sprachwerk (Roman, Essay, Gedicht oder Rede) zitiert werden. Hier geht es meist um die Frage des zulässigen Umfangs solcher „Stellen“. Dazu werden öfter Faustregeln von zwei bis drei Sätzen oder einigen Zeilen genannt. Da der mögliche Umfang eines Zitats aber von Fall zu Fall variieren kann, sind solche Faustregeln nur ungefähre Anhaltspunkte. Bei allen Zitaten gilt, dass der Urheber in üblicher Weise benannt werden muss, also direkt am zitierten Text, mit einer Fußnote oder an anderer Stelle im Buch.

Für den Titelschutz (§ 5 Abs. 3 MarkenG) gelten folgende Richtlinien: Zunächst ist immer erst zu klären, ob es sich um einen originellen („kennzeichnenden“) oder nur um einen inhaltsbeschreibenden Titel handelt. Denn Titelschutz besteht nur für einen kennzeichnenden Titel, der das eine Werk von allen anderen unterscheidbar macht: Der Titel „Diabolus“ ist daher geschützt, der Titel „Lehre der Betriebswirtschaft“ ist nur inhaltsbeschreibend und frei. Im belletristischen Bereich haben wir es meist mit schutzfähigen Titeln zu tun. Aus diesem Grund muss immer recherchiert werden, ob es den gewünschten Titel schon so oder so ähnlich gibt, damit man sich nicht Unterlassungs- oder Schadensersatzansprüchen ausgesetzt sieht. Das Titelrecht steht immer demjenigen zu, der den Titel im geschäftlichen Verkehr auf eigene Rechnung verwendet, bei Selfpublishern also regelmäßig dem Autor. Stellt ein Autor fest, dass ein anderes Buch nach dem eigenen unter einem verwechslungsfähigen Titel erschienen ist, so können über einen Anwalt Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche durchgesetzt werden.

Ein-Buch-schreiben.com: Viele Autoren verarbeiten ihre Erlebnisse in einem Roman. Hierzu gehören zum Beispiel schlechte Erfahrungen mit dem früheren Partner oder eine schwere Kindheit im Elternhaus. Hier kann ein Roman schnell zur Abrechnung mit der Vergangenheit werden. Natürlich müssen die autobiographischen Inhalte nicht immer negativer Natur sein. So könnte man die Liebesgeschichte eines Sommers verarbeiten. Doch wie weit darf man bei autobiographischen Inhalten gehen und wann werden Persönlichkeitsrechte verletzt? Spielt es eine Rolle, ob man negative oder positive Erlebnisse verarbeitet?

Christian Russ: Damit sprechen Sie eine so allgemein nur sehr schwer zu beantwortende Frage an. Denn jeder Fall liegt hier anders – und es kommt immer auf den Einzelfall an. Generell ist Vorsicht geboten, wenn nicht nur die beschriebene Person, sondern auch deren näheres Umfeld die Bezugnahme erkennen kann. Denn dann besteht die Gefahr, dass diese Personen die beschriebenen Geschehnisse insgesamt für bare Münze halten und nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können. Aus diesem Grund ist es immer sinnvoll, tatsächliche Geschehnisse nur so darzustellen, dass die betreffenden Personen auch für „Insider“ nicht eindeutig erkennbar sind. Wen es interessiert: Das Bundesverfassungsgericht hat die Grundsätze zu dieser Thematik anhand des Buches „Esra“ von Maxim Biller festgeschrieben, wie man in diesem Urteil nachlesen kann.

Ein-Buch-schreiben.com: Während des Schreibens an einem Buch entstehen für Autoren immer wieder rechtliche Fragen. Dies dürfte besonders für Selfpublisher gelten, welche bei der Veröffentlichung eines Buches auf sich allein angewiesen sind. Viele Autoren scheuen vor allem aus Kostengründen, rechtlichen Rat bei einem Fachmann für Medien- und Urheberrecht einzuholen. Doch wie laufen Erstkontakt und eine Beratung mit einem Fachanwalt ab? Wie kann man bei einzelnen Zweifelsfragen vorgehen?

Christian Russ: Meist wird man zunächst telefonisch kontaktiert. Wenn es ganz einfache Fragen sind („Was muss ich tun, damit mein Werk urheberrechtlich geschützt ist…?“), beantworte ich die auch mal schnell am Telefon. Wenn es kompliziert wird, lasse ich mir Unterlagen schicken. Der Kontakt läuft meist per Mail, zu persönlichen Gesprächen kommt es nur in sehr komplexen Sachen. Die Abrechnung der Anwälte erfolgt im Regelfall nach einem anwaltlichen Gebührengesetz (RVG). Da es in Urhebersachen schwierig ist, einen Streitwert festzusetzen, vereinbare ich mit meinen Mandanten in diesen Fällen einen Stundensatz und rechne nach tatsächlichem Aufwand ab. Wenn es um Beratungsmandate geht, bleibt die Rechnung auch meist im mittleren dreistelligen Bereich. Wem das zu teuer ist, der kann Mitglied bei einem schriftstellerischen Verband – etwa dem DJV oder dem Selfpublisher-Verband – werden und die dortigen Rechtsauskünfte in Anspruch nehmen. Dem Rechtsrat aus dem Bereich „Family, Internet & Friends“ stehe ich dagegen eher skeptisch gegenüber.

Fazit

Prof. Dr. Christian Russ von der Kanzlei Fuhrmann Wallenfels aus Wiesbaden gab in dem Interview Orientierung bei einigen wichtigen Fragen für Autoren. Beim Zitieren muss man zwischen einem „Großzitat“ und „Kleinzitat“ unterscheiden. In einem Roman, der nicht der wissenschaftlichen Auseinandersetzung dient, ist ein „Kleinzitat“ von zwei bis drei Sätzen oder Zeilen zulässig. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine grobe Faustregel. Zitiert ein Autor in seinem Buch aus einem anderen Werk, muss immer der Urheber genannt werden. Im belletristischen Bereich haben wir es mit originellen und so schutzfähigen Titeln zu tun. Bevor man seinen Roman zum Beispiel als Selfpublisher veröffentlicht, ist eine ausführliche Recherche zum gewählten Buchtitel wichtig. So besteht auch keine Gefahr, dass später Schadensersatzansprüche auf einen zukommen.

Die Frage, wie weit man autobiographische Inhalte in seinem Roman verarbeiten darf, ist laut Prof. Russ schwierig zu beantworten. Es kommt hier immer auf den Einzelfall an. Man sollte in jeden Fall darauf achten, dass die beschriebene Person für das Umfeld nicht erkennbar sind. Eine gewisse Orientierung bei der Frage kann das Grundsatzurteil zum Roman „Esra“ von Maxim Biller bieten. Bei rechtlichen Fragen sollte man keine Berührungsängste haben und einen Fachanwalt für Medien- und Verlagsrecht kontaktieren. In einem ersten Telefongespräche kann man bereits einzelne Fragen klären. Eine Rechnung für Beratungsmandate bleibt häufig im mittleren dreistelligen Bereich.

Eine Buchidee finden – Tipps für Autoren

Eine Buchidee finden – Tipps für Autoren

Am Anfang eines jeden Romans steht die Buchidee. Doch wie findet man eine gute Idee für ein Buch? Man muss grundsätzlich eins sagen: Den meisten Autoren dürfte es nicht an Ideen fehlen, Dir dürfte es genauso gehen. Häufig kommt die Romanidee ganz von alleine und ist für viele Menschen erst der Anlass, mit dem Schreiben zu beginnen. Doch reicht ein Geistesblitz bereits für einen Roman mit 200 oder 300 Seiten? Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten. Kannst Du den Handlungsstrang deiner Romanidee grob ausformulieren und zumindest eine DIN-A4-Seite damit füllen. Oder wird es vielleicht noch umfangreicher? Gratulation, dann hast Du offenbar  eine passende Idee für ein Buch gefunden. Solltest Du hingegen deine gute Not haben, deinen Geistesblitz näher auszuformulieren, dann reicht es vielleicht nur für eine Kurzgeschichte.

Inspiration
Oft bringt uns ein Geisblitz eine tolle Buchidee, Bild © by Peter Bast / pixelio.de

Hast Du deine Buchidee gefunden, ist es wichtig, dass sie Dir gefällt und Du voll dahinter stehst. Schreibe auf jeden Fall über ein Thema, welches Dir gefällt. Beim Schreiben von Romanen ist es nie wirklich sinnvoll, aktuellen Trends hinterherzulaufen. Trends können nämlich sehr schnell wieder Geschichte sein. Dazu ist es nicht ratsam zum Beispiel ein Buch über SM zu schreiben, wenn einem das Thema nicht liegt und man nur auf ein erfolgreiches Buch spekuliert.

Inspirationsquellen für eine Buchidee

Doch wie findet man nun eine Romanidee, wenn der Geistesblitz völlig ausbleibt. Es gibt eine ganze Reihe von Inspirationsquellen, um eine passende Idee für sein Buch zu finden. Das erste Werk vieler Autoren hat häufig einen autobiographischen Hintergrund. Dies ist sicherlich ein Weg, eine passende Romanidee zu finden, jedoch nicht die einzige Möglichkeit.

– autobiographische Erlebnisse und Familiengeschichten: Gerade im ersten Roman verarbeiten viele Schriftsteller autobiographische Stoffe. Manche Autoren nutzen auch Familiengeschichten für ihre Buchidee. Mit einem solchen Thema sollte man genügend Material für ein ganzes Buch haben. Bei autographischen Inhalten als Romanstoff besteht jedoch immer die Gefahr, dass man sich rechtlich angreifbar macht. Darfst Du zum Beispiel deine gescheiterte Beziehung  ausführlich in einem Roman verarbeiten, ohne dass dabei Persönlichkeitsrechte verletzt werden? Oder wie verhält es sich, wenn Du über dein näheres Familienumfeld schreibst? Dies sind alles Fragen, welche im Einzelfall nur ein Anwalt für Medien- und Urheberrecht beantworten kann.

– Bücher, Film und Fernsehserien: Eine große und gute Inspirationsquelle für eine Buchidee bilden Romane. Du kannst Dich von der Handlung eines Buches inspirieren lassen. Vielleicht hast Du vor kurzem ein Buch gelesen, welchem Du von Anfang an eine völlig andere Handlung gegeben hättest. Oder eine Nebenhandlung inspiriert Dich und Du könntest darüber ein ganzes Buch schreiben. Es kann auch Sinn machen, einen ganzen Roman in eine andere Zeit zu versetzen. Wie würde Romeo und Julia als SF funktionieren, wenn beide Liebenden zu zwei verfeindeten Rassen gehören. Oder wir verfrachten eine Figur wie Harry Potter mitten ins tiefe Mittelalter an eine strenge  Klosterschule. Wie würde man da wohl auf seine Zauberkräfte reagieren und welche Probleme hätte er als Zauberer. Neben Büchern können Filme und Fernsehserien ebenso eine Buchidee liefern.

In historischen Archiven kann man eine Idee für einen Roman finden, Bild © by MF / pixelio.de
In historischen Archiven kann man eine Idee für einen Roman finden, Bild © by MF / pixelio.de

– Historische Ereignisse, Quellen und Berichte: Interessierst Du Dich für historische Stoffe und Motive? Dann kommt jetzt deine Inspirationsquelle. Zahlreiche Buchideen basieren auf historischen Quellen. Vielleicht interessierst Du Dich besonders für eine Epoche oder eine historische Person. Dies könnte ein Ausgangspunkt für eine Romanidee sein. Auch historische Quellen und Berichte bieten eine ausgezeichnete Grundlage für ein Buch. In faktisch jeder Unibibliothek der Historiker findest Du einen Quellenlesesaal. Dort gibt es zum Beispiel Reiseberichte oder andere Zeitquellen. Ein solcher Lesesaal kann sich als wahre Fundquelle für eine Buchidee entpuppen. Gerade wer einen historischen Roman schreiben möchte, findet hier geeignete Motive für ein Buch. Solltest Du dich für einen historischen Stoff als Buchidee entscheiden, dürftest Du für die Recherche für deinen Roman noch einige Stunden in der Bibliothek verbringen.

– Zeitungsmeldungen und Zeitschriften: Auch in Zeitungen und Zeitschriften kann man eine passende Buchidee finden. Hier kann es sinnvoll sein, Zeitschriftenarchive in einer Bibliothek auf der Suche nach Inspiration durchzuschauen. Es gibt noch immer Bibliotheken, welche ganze Jahrgänge gebundener Tageszeitungen in den Regalen haben. Das Schleppen solcher Bände zum Lesetisch ist nicht nur ein ausgezeichnetes Fitnesstraining, gerade Krimiautoren könnten hier fündig werden und eine Romanidee entdecken. Vielleicht stößt Du ja auf einen 10 Jahre alten Artikel über einen Mordfall, welche Dich inspiriert. Oder Du bist kein Krimiautor, findest aber eine andere spannende Geschichte aus dem wirklichen Leben in einer alten Zeitung oder Zeitschrift. Auch hier solltest Du darauf achten, wie bei einem autobiographischen Roman keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen.

– Klassische Motive und Themen neu verarbeitet: Es ist immer wieder reizvoll, ein klassisches Thema der Literatur völlig neu zu bearbeiten. Die Neuinterpretation von Romeo und Julia war nur ein Beispiel. In der Literatur tauchen immer die gleichen Motive auf und sie werden immer wieder neu bearbeitet. Wie oft wurde schon über unerfüllte Liebe, Bruderstreit, vertauschte Kinder oder Dreiecksbeziehungen geschrieben. Doch immer haben die Autoren diesen Motiven ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Willst Du über nach der Geburt vertauschte Kinder schreiben, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeit, diese Buchidee umzusetzen. Dein Roman kann eine Tragödie oder Komödie werden, je nachdem wie Du den Stoff interpretierst.

Mit diesen Inspirationsquellen sollte eigentlich jeder Autor eine Buchidee finden. Hast Du hingegen noch immer keine Idee, worüber Du schreiben kannst, können auch einzelne Kreativitätstechniken weiterhelfen. Es gibt eine Reihe von Techniken, mit welchem man Ideen für Romane aber auch Kurzgeschichten, Charakternamen oder auch Projekte finden kann.

Die perfekte und einmalige Buchidee gibt es nicht

Der Abschnitt über die Motive deutet es bereits an: Es gibt nur selten völlig neue Romanideen. Es gibt vielmehr eine größere Anzahl von literarischen Themen, welche in verschiedenen Variationen immer wieder neu bearbeitet werden. Am denke nur an „Ein ganzes halbes Jahr“ von Joyo Moyes. Immer wieder konnte man lesen, dass der Roman letztendlich nur eine Kopie des Filmes „Ziemlich beste Freunde“  wäre und Moyes hier einfach eine Liebesgeschichte daraus gemacht hat. Auch wenn Ähnlichkeiten vorhanden sind, greift diese Kritik letztendlich ins Leere. Joyo Moyes hat der Geschichte von Lou und Will eben Ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Wäre der Roman dazu einfach eine freche Kopie, wäre das Buch sicherlich nicht so erfolgreich.

Jeder Autor muss seiner Buchidee seinen ganz individuellen Stempel aufdrücken. Ein gutes Buch lebt von der Umsetzung der Geschichte, dem Schreibstil des Autors und den Figuren. Denn mit einer tollen Buchidee alleine kann man noch keinen Verlagslektor überzeugen.

Zeitmanagement für Autoren – Zeitkiller eliminieren

Zeitmanagement für Autoren – Zeitkiller eliminieren

Im ersten Teil ging es um ein besseres Zeitmanagement für Autoren. Seine Zeit besser einzuplanen, ist nur ein Aspekt eines guten Selbstmanagements. Ebenso wichtig ist es, Zeitkiller zu erkennen und nach Möglichkeit zu eliminieren. Auf diese Weise kannst Du wertvolle Zeit für dein Buch und das Schreiben gewinnen. Es gibt eine Menge von typischen Zeitfressern, welche jeder kennt. Andere Zeitkiller sind wiederum recht individuell und Du wirst diese vielleicht gar nicht in der Auflistung finden.

Zeitkiller
Schon fünf vor zwölf – Wo ist die Zeit geblieben? Bild © by Lupo / pixelio.de

Was nicht im Beitrag behandelt wird, sind offensichtliche Zeitkiller wie Fernsehen, Computer spielen oder in der Kneipe sitzen. Das man auf diese Weise keine Fortschritte bei seinem Buch macht, dürfte klar sein. Hier hapert es einfach an der notwendigen Schreibdisziplin. Im Folgenden geht es um Zeitfresser, welche deinen Schreibprozess behindern können.

Facebook & Co – Der Zeitkiller Nummer 1

Was ist heute für die meisten Menschen der Zeitkiller Nummer 1? Richtig, das Internet und vor allem die Sozialen Medien. Mit Facebook, Twitter und Co. kann man sehr viel Zeit verschwenden. Vielleicht möchtest Du nur noch schnell sehen, was deine Freunde gepostet haben, bevor Du mit dem Schreiben beginnst. Am Ende bleibst Du länger in den Sozialen Medien als geplant. Die Zeit, welche Du für dein Buch eingeplant hast, schwindet dahin. Oder Du bist gerade an deinem Roman dran und es kommt ständig eine Nachricht über WhatsApp, welche Du nach Möglichkeit sofort beantwortest. Selbst eine klassische E-Mail kann schon dafür sorgen, dass Du von deiner Arbeit am Roman abgelenkt wirst.

Wie Du siehst, sind die Sozialen Medien echte Zeitkiller und lenken uns von unserer eigentlichen Arbeit dem Schreiben ab. Zu einem effektiven Zeitmanagement gehört es, solche Zeitfresser zumindest während des Schreibens zu eliminieren. Wenn Du an deinem Buch arbeitest, solltest Du am besten dein E-Mailprogramm und den Browser schließen. Dazu macht es Sinn, dein Smartphone abzuschalten.  So bist Du letztendlich gegen Ablenkungen gefeit und kannst in Ruhe arbeiten.

Perfektionismus ist der perfekte Zeitkiller

Perfektionismus ist ein weiterer bekannter Zeitkiller. Feilst Du zum Beispiel ewig lange an deinen Sätzen, bis diese perfekt sind? Bei der abschließenden Korrektur des Kapitels ändern sich dann doch wieder viele Formulierungen. Oder kann es Dir bei der Recherche nicht genau genug sein? Für deinen historischen Roman bist Du schon am siebten Fachbuch dran, viel Neues erfährst Du dort nicht. Oder Du mistest deine alten Notizen zum Roman aus, dabei schaust Du deine Unterlagen immer und immer wieder durch. Am Ende könnte ja noch etwas im Papierkorb landen, was man braucht.

Diese hier genannten Beispiele sind alles Zeitkiller. Bei einem übersteigerten Perfektionismus hilft auch das beste Zeitmanagement nichts. Von Aristoteles ist ein tolles Zitat für alle Perfektionisten überliefert: „Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht.“ Dies sollst Du nicht als Aufforderung verstehen, unpräzise zu arbeiten. Aber es stellt sich die Frage, wie genau man zum Beispiel bei einem historischen Roman sein muss und kann. Du arbeitest immerhin an einer fiktiven Geschichte und nicht an deiner Promotion in Geschichte. Man könnte es im Zeitmanagement auf folgende Formel bringen: Etwas weniger Perfektionismus ist etwas mehr Zeit für die eigentliche Arbeit an deinem Roman.

Aufschieberitis als Zeitkiller

Du kennst sicherlich die sogenannte Aufschieberitis. Hier schiebt man unangenehme Aufgaben immer wieder hinaus und erledigt stattdessen weniger wichtige Dinge. Der Fachbegriff für dieses Aufschieben von Aufgaben heißt Prokrastination (lateinisch von Aufschub, Vertagung). Auch hier handelt es sich letztendlich um einen Zeitkiller, auch wenn dies nicht so offensichtlich ist. Das Problem entsteht eben dadurch, dass letztendlich notwendige und wichtige Aufgaben liegen bleiben. Du widmest Dich dann vielleicht einer anderen Tätigkeit, welche im schlimmsten Fall Zeitverschwendung ist.

Nehmen wir einmal an, Du bist kein großer Freund vom Korrekturlesen. Diese Tätigkeit ist aber auch monoton und echt anstrengend. Statt Dich dem notwendigen Lektorat deines Romans zu widmen, recherchierst Du lieber noch einmal nach Verlagen für dein Manuskript. Zwar hast Du bereits eine Liste von passenden Buchverlagen für deinen Roman, aber man könnte ja etwas übersehen haben. Letztendlich bringt die Recherche keine neuen Erkenntnisse und die notwendigen Korrekturen wurden nur hinaus geschoben. Ein gutes Zeitmanagement sieht anders aus. Jeder hat so seine Aufgaben, welche er ungern angeht und am liebsten hinausschiebt. Letztendlich müssen diese getan werden, auch wenn dies einfach gesagt ist. Wenn Du größere Probleme mit Aufschieberitis hast: Es gibt im Internet auch Artikel, welche sich speziell mit dem Thema Prokrastination beschäftigen.

Persönliche Zeitkiller

Jeder hat sicherlich seine persönlichen Zeitfresser. Dauert bei Dir das Tippen am Computer zum Beispiel ungewöhnlich lange? Oder Du bist Dir unsicher bei der Kommasetzung und musst immer wieder nachschlagen? Vielleicht kämpfst Du auch mit Word und Formatierungen des Textes dauern bei Dir immer ungewöhnlich lange? Dies alles sind persönliche Zeitkiller. Man kann die Zeitfresser jedoch analysieren und so weit wie möglich eliminieren. Vielleicht lernst Du 10-Finger-Tippen. Es gibt hierzu kostenlose Lernprogramme im Internet. Die Zeit, welche Du hier investierst, zahlt sich später wieder aus. Vielleicht lernst Du nicht wirklich mit 10 Fingern zu Tippen, aber ein wenig schneller dürfte es nach etwas Übung schon gehen.

1-Finger-Tippen - Ein echter Zeitkiller beim Schreiben Bild © by Petra Bork / pixelio.de
1-Finger-Tippen – Ein echter Zeitkiller beim Schreiben Bild © by Petra Bork / pixelio.de

Das Tippen am Computer ist nur ein Beispiel. Jeder kennt seine ganz persönlichen Zeitkiller, diese können durchaus auch etwas skurril sein. Zu einem guten Zeitmanagement gehört es auf jeden Fall, diese Probleme anzugehen. In den meisten Fällen gibt es eine Lösung hierfür, auch wenn man etwas Zeit investieren muss. Auf lange Sicht lohnt es sich.

Zeitfresser eliminieren und Zeit gewinnen

Das Erkennen und Bekämpfen von Zeitkillern kann noch effektiver als eine gute Zeitplanung sein, wie diese im ersten Teil behandelt wurde. Auf diese Weise kannst Du wirklich Zeit für dein Buch gewinnen. Auch hier ist wiederum Disziplin die Grundlage für ein gutes Zeitmanagement. Sei einfach konsequent und schalte dein Smartphone aus, auch wenn Du neugierig auf eingehende Nachrichten bist. Dazu solltest Du bereit sein, deine Gewohnheiten zu ändern. Dies gilt besonders für die Perfektionisten unter den Autoren und für alle Personen mit einem Hang zu Aufschieberitis. Es ist sicherlich nicht immer einfach Zeitkiller zu bekämpfen, doch die Mühe lohnt sich: Am Ende hast Du mehr Zeit für dein Buch.

Zeitmanagement für Autoren – Zeit zum Schreiben finden

Zeitmanagement für Autoren – Zeit zum Schreiben finden

Viele Autoren kennen dieses Problem: Man möchte an seinem Buch schreiben, findet aber nie die Zeit für den Roman. Geht es Dir auch so? Dann liegt es vielleicht an deinem Zeitmanagement. Mit dem richtigen Selbstmanagement kann man täglich ein wenig Zeit für sein Buch und das Schreiben gewinnen. Natürlich steht Dir mit einer durchdachten Zeitplanung nicht plötzlich mehr Zeit am Tag zur Verfügung. Es geht vor allem darum, deine Zeit effektiver zu nutzen. Zeitmanagement basiert auf zwei Säulen: Der besseren Organisation unserer Stunden und dem Vermeiden von Zeitkillern. Dazu ist es wichtig, dass Du Prioritäten setzt und bei deinem Buchprojekt diszipliniert bist, sonst bringt die beste Zeitplanung nichts.

Zeitmanagement
Ideales Zeitmanagement – Ist noch Zeit, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Bevor es um die Tipps zum Zeitmanagement geht, möchten wir noch etwas Grundsätzliches zu diesem Thema sagen: Vielleicht hast Du dich bereits mit einer besseren Zeitplanung und dem Selbstmanagement beschäftigt. Im Internet und im Buchhandel findet man eine Vielzahl von Informationen hierzu. Dabei dürften Dir immer wieder die gleichen Methoden wie die ABC-Analyse oder das Eisenhower-Prinzip begegnen. Ebenso beliebt bei den Tipps zum besseren Zeitmanagement sind To-Do-Listen oder ausgeklügelte Zeitpläne. Die hier genannten Methoden wurden vor allem für den Büroalltag erarbeitet. Diese Tipps helfen Autoren, welche in ihrer Freizeit an ihren Roman schreiben, häufig nicht weiter.

Richtiges Zeitmanagement für Autoren

Im ersten Abschnitt geht es um die Frage, wie Du deine Zeit besser nutzen kannst. Hierbei ist es auch wichtig, dass Du kleine Zeitfenster während des Tages sinnvoll nutzt. Hier gilt das alte Sprichwort: Kleinvieh macht auch Mist. Das Ziel sollte es sein, dass Du täglich an deinem Roman schreibst. Regelmäßiges Arbeiten an deinem Werk wird auch der Qualität deines Buches gut tun.

30 Minuten bis 60 Minuten schreiben

Deine Zeit zum Schreiben ist knapp? Doch 30 bis 60 Minuten an Freizeit solltest Du doch jeden Tag haben. Das hoffen wir zumindest. Stelle die gewünscht Zeit z.B. auf einem Wecker oder einer Stoppuhr ein und arbeite diese ganze Zeit über intensiv ohne Pause an deinem Roman. Wenn der Wecker klingt, kannst Du den Stift fallen lassen oder auch gerne weiterschreiben. Hier geht es vor allem darum, dass Du Dir mit dem richtigen Zeitmanagement kleine Zeitinseln schaffst. Selbst wer zeitlich sehr angespannt ist, sollte wirklich jeden Tag 30 bis 60 Minuten zum Schreiben finden.

Diese kleinen Zeiträume kann man auch seiner Familie „verklickern“ und darauf hinweisen, dass man nun für 45 Minuten nicht gestört werden möchte. Schalte in diesem Zeitraum auch dein Handy aus, damit Du hier nicht unterbrochen wirst. Eine Schreibzeit von 30 bis 60 Minuten wird Dir sicherlich etwas kurz erscheinen, doch es geht um das kontinuierliche Arbeiten an deinem Roman. Dazu solltest Du nicht vergessen: Wir fangen mit dem Zeitmanagement für Autoren gerade erst an.

Feste Schreibzeiten

Dieser Tipp zum Selbstmanagement steht in einem engen Zusammenhang mit der vorhergehenden Strategie. Vielleicht gelingt es Dir über diese kurzen Schreibphasen deine ideale Schreibzeit zu finden und daraus regelmäßige Arbeitszeiten zu machen. Dieser Tipp macht besonders Sinn, wenn fehlende Zeit nicht das eigentliche Problem ist, sondern es eher an der Schreibdisziplin hapert. Hast Du grundsätzlich Zeit für deinen Roman, kommst aber irgendwie nie zum Schreiben, weil es doch immer etwas „dazwischen“ kommt? Dann stimmte etwas mit deinem Zeitmanagement nicht. Hier musst Du letztendlich Prioritäten setzen und feste Schreibzeiten pro Tag festlegen. Zu Beginn reicht es, wenn Du jeden Tag zwischen 18:00 und 19:00 Uhr schreibst. Später kannst Du diese Zeit zum Beispiel bis 20 Uhr verlängern.

Zeitmanagement
Finde feste Schreibzeiten für die Arbeit an deinem Roman, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Wenn Du eher ein Morgenmensch bist, kannst Du auch eine Stunde früher aufstehen und die Zeit zwischen 6 und 7 Uhr mit einem guten Morgenkaffee als deine feste Schreibzeit bestimmen. Wichtig ist nur, dass Du regelmäßige Schreibzeiten findest. So wird dein Buch auch große Fortschritte machen.

Wartezeiten effektiv nutzen

Wir haben im Alltag regelmäßig kurze Wartezeiten. Dazu gehört das Warten beim Arzt oder auf die (verspätete) Bahn. Zum effektiven Zeitmanagement gehört es auch, diese kleinen Zeitfenster zu nutzen. Wir hatten schon das Sprichwort: Kleinvieh macht auch Mist. Dies gilt auch hier. Autoren wird grundsätzlich empfohlen, immer ein Notizbuch dabei zu haben, um sich schnelle Ideen notieren zu können. Ein solches Büchlein macht natürlich auch für Dich Sinn und hier geht es nicht nur darum, Ideen zu notieren. Während kurzer Wartezeiten, kannst Du an deinem Roman weiter arbeiten. Es geht hier nicht so sehr um das Schreiben. Aber vielleicht kannst Du in der kurzen Zeit ein Kapitel strukturieren oder einen Charakter in seinen Grundzügen erstellen.

Wer häufiger mit der Bahn unterwegs ist, sollte diese Zeiten auf jeden Fall effektiv nutzen. Gerade im ICE bietet die Bahn gute Möglichkeiten zum Arbeiten. Zu einem effektiven Zeitmanagement gehört es, Fahrten mit dem ICE nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Vielleicht kannst Du Dich im Zug nicht unbedingt auf das Schreiben konzentrieren, aber vielleicht kannst Du ein ausgedrucktes Kapitel Korrekturlesen oder mit Anmerkungen zur Überarbeitung versehen.

Arbeitsprozesse beenden

Zu einem guten Zeitmanagement gehört es auch, dass man einzelne Arbeitsprozesse möglichst am gleichen Tag beendet. Nehmen wir einmal an, Du schaust eine umfangreiche Liste mit Daten zu deinem historischen Roman durch. Diese Liste ist aber lang und die Durchsicht reichlich monoton. Da mache ich doch lieber morgen weiter und schreibe noch etwas. Am nächsten Tag weißt Du vielleicht nicht mehr, wo Du in der Liste stehen geblieben bist und der „Spaß“ beginnt erneut. Die Liste mit den historischen Daten ist nur ein Beispiel.

Es gehört zu einem effektiven Zeitmanagement einzelne (oft kleinere) Arbeitsprozesse am gleichen Tag zu beenden, sofort dies möglich ist. Nimmt man sein solche Arbeit am Folgetag wieder auf, muss man sich wieder etwas einarbeiten. Im schlimmsten Fall ist man sich nicht sicher, wo man am Vortag stehengeblieben ist.

Disziplin ist die Grundlage von guten Zeitmanagement

Ein gutes Zeitmanagement besteht letztendlich darin, diszipliniert seine vorhandene Freizeit für das Schreiben zu nutzen, auch wenn gerade eine andere Tätigkeit mehr Spaß macht. Feste Schreibzeiten können hier helfen. Durch die konsequente Nutzung von kurzen Wartezeiten im Alltag, kann man sein Buchprojekt noch immer ein Stück vorantreiben. Ebenso ist es sinnvoll, kleine Arbeitsprozesse so zu planen, dass man diese Arbeitsschritte am gleichen Tag beenden kann. So sparst Du Dir die Einarbeitungszeit am nächsten Tag.

Doch ein effektives Zeitmanagement ist nicht der einzige Schlüssel, um mehr Zeit zum Schreiben zu finden. Um wirklich mehr Zeit für deinen Roman zu gewinnen, musst Du auch die Zeitkiller in deinen Leben konsequent eliminieren. Wie Du Zeitkiller identifizierst und bekämpft, erläutern wir im zweiten Teil des Beitrags.