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Kategorie: Kreatives Schreiben

Einen Roman schreiben: Der Er-Erzähler als Erzählperspektive

Einen Roman schreiben: Der Er-Erzähler als Erzählperspektive

Bevor Du mit der Arbeit an deinem Roman beginnst, ist es sinnvoll sich über die Erzählperspektive Gedanken zu machen. Der Er-Zähler ist eine weit verbreitete Erzählform in der Literatur. Sicherlich hast Du einige Romane gelesen, welche in der Er-Form geschrieben wurden. Die Kurzgeschichten und Bücher (Der Prozess, Das Schloss) von Franz Kafka sind ausgezeichnete Beispiele für den Er-Zähler. Aus der Schulzeit kennst vielleicht noch Werke wie Berlin Alexanderplatz (Alfred Döblin) oder Das Parfüm (Patrick Süskind). Dabei gibt es durchaus Unterschiede beim Er-Erzähler, man denke nur an die beschränkte Erzählperspektive bei den Figuren von Kafka oder den allwissenden Erzähler im Roman von Süskind.

Er-Erzähler
Auktorialer (Süskind) vs. personaler Er-Erzähler (Kafka)

In der Erzähltheorie unterscheidet man hier zwischen dem personalen und auktorialen Er-Erzähler. Diese Typologie basiert auf der Theorie des Literaturwissenschaftlers Frank K. Stanzel. Die Erzählsituationen, wie sie Stanzel benennt, dienen vor allem für die Erzählanalyse und kommen häufig im Schulunterreicht zum Einsatz. Doch gerade für angehende Autoren ist es ratsam, sich etwas näher mit Erzähltheorie zu beschäftigen. Hier lernst Du viel über mögliche Erzählperspektiven für deinen Roman.

Der Erzähler in der Er-Form ist eine interessante Perspektive für Autoren. Du kannst deiner Figur über den personalen Er-Erzähler eine beschränkte Sicht auf die Welt geben oder Dich für einen allwissenden Erzähler entscheiden, welcher sich außerhalb deiner fiktiven Welt befindet. Im Gegensatz zum Ich-Erzähler ermöglicht die Perspektive in der Er-Form auch das Erzählen in einer Multiperspektive.

Der Er-Erzähler und die Varianten bei der Erzählform

Bei dieser Erzählperspektive kennt man zwei Varianten. Der auktoriale Erzähler ist allwissend und steht außerhalb der fiktiven Welt. Dieser Er-Erzähler ist nahezu gottgleich und hat deutlich mehr Wissen als jeder Charaktere des Romans. Er kennt alle Zusammenhänge der beschriebenen Welt wie auch der Figuren und kann so dem Leser eine Vielzahl von Informationen liefern. Dies geschieht im Regelfall durch Kommentare oder Vorausdeutung. In dieser Perspektive ist es häufig üblich, dass der Erzähler den Leser direkt anspricht. Welche Informationen Du jedoch an deine Leserschaft weitergibst, entscheidest letztendlich Du. Durch die allwissende Erzählform ist dazu auch problemlos möglich, in Rückblenden zu erzählen oder vorauszublicken.

Ganz anders ist wiederum die beschränkte Perspektive des personalen Er-Erzählers. Hier sieht der Leser die fiktive Welt durch die Augen einer Figur oder aus der Sicht mehrerer Charaktere. Man kann zwischen einer einfachen Perspektive und der Multi-Perspektive unterscheiden. Die Figuren haben die gleichen Informationen wie der Leser. Beschränkst Du Dich nur auf die Sichtweise einer Figur, kann dies mitunter monoton auf die Leser wirken. Die Multi-Perspektive erlaubt es wiederum, aus der Sicht einer Vielzahl von Figuren zu schreiben. Mit dem personalen Er-Erzähler in dieser Form ist es besonders einfach, die Orte der Handlung zu wechseln

Wie wirkt der Er-Perspektive auf die Leserschaft?

Wie der Er-Erzähler auf den Leser wirkt, hängt vor allem davon ab, ob Du Dich für die auktoriale oder personale Perspektive entscheidest. Mit der allwissenden Erzählform kannst Du den Leser direkt beeinflussen und seine Erwartung steuern. Dies geschieht im Regelfall durch Kommentare oder Andeutungen. Auf diese Weise lässt sich Spannung aufbauen. Du kannst zum Beispiel darauf hinweisen, dass die Charakter nicht ahnen können, in welcher Gefahr sie sich gerade befinden. Hat der Leser eine enge Bindung zu den Figuren, fiebert er mit den Charakteren mit. Beim auktorialen Er-Erzähler ist auch üblich, den Leser direkt anzusprechen. Die auktoriale Erzählform findet man häufig im historischen Roman (Krieg und Frieden von Leo Tolstoi) oder Gesellschaftsroman (Jahrmarkt der Eitelkeit von William Makepeace Thackeray). Hier kann der allwissende Erzähler als Außenstehender historische Ereignisse oder gesellschaftliche Entwicklungen kommentieren.

Beim personalen Er-Erzähler ist die Perspektive der Figuren beschränkt. Der Leser sieht alles durch die Augen einer Figuren oder mehrerer Figuren. Schreibst Du aus der Sichtweise nur eines Charakters, kannst Du Dich alternativ für den Ich-Erzähler in deinem Roman entscheiden. Diese Erzählform ist persönlicher, Du stehst dem Leser deutlich näher. Doch vielleicht ist dies gerade nicht deine Absicht. Ein personaler Er-Erzähler aus der Sicht eines Charakters kann Distanz zum Leser schaffen und dürfte auch nicht sympathisch wirken. Die Figuren von Kafka, der Autor ist ein Paradebeispiel für diese Erzählform aus einer Perspektive, sind sicherlich keine Sympathieträger.

Er-Erzähler
Der Er-Erzähler ermöglicht eine Multi-Perspektive, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Doch auch der Er-Erzähler aus der Multi-Perspektive ist eine interessante Erzählform. Hier erzählst Du aus der Sichtweise von einer Vielzahl von Figuren. Dazu ist es besonders einfach, immer wieder die Schauplätze der Romanhandlung zu wechseln. Spielt dein Roman an vielen Orten und hast Du eine Vielzahl von Figuren, kann diese Erzählperspektive Sinn machen. Auch diese Erzählsituation eignet sich gut für historische Romane. Ein Beispiel für den personalen Er-Erzähler mit Multi-Perspektive ist Quo vadis? von Henryk Sienkiewicz. Vom 17. bis 19. Jahrhundert war noch die auktoriale Perspektive bei historischen Romanen weit verbreitet. In der heutigen Literatur dominiert jedoch im Allgemeinen der personale Er-Erzähler. Die Welt des 21. Jahrhunderts ist kompliziert geworden, dies schlägt sich auch in der Literatur wieder und der allwissende Erzähler verliert zunehmend an Bedeutung.

Ein Buch schreiben: Der Ich-Erzähler als Erzählperspektive

Ein Buch schreiben: Der Ich-Erzähler als Erzählperspektive

Wer ein Buch schreiben möchte, sollte sich im Vorfeld über die Erzählperspektive klar werden. Der Ich-Erzähler gehört zu den beliebtesten Erzählformen in der Literatur. Diese Erzählperspektive ist Dir sicherlich schon in verschiedenen Büchern begegnet. Der Ich-Erzähler kommt besonders häufig im Bereich der Abenteuerliteratur vor. Bekannte Beispiele sind Robinson Crusoe von Daniel Defoe oder zahlreiche Romane von Karl May. Vielleicht erinnerst Du Dich auch noch an die klassische Literatur für den Schulunterricht wie die Ansichten eines Clowns (Heinrich Böll) oder Homo Faber (Max Frisch). Auch hier nutzt der Erzähler das Ich als Erzählperspektive.

„Beliebte“ Schullektüre mit dem Ich-Erzähler

Die hier beschriebene Erzählsituation wird Dir sicherlich in Teilen bekannt vorkommen und basiert weitgehend auf der Erzähltheorie des Österreichers Frank K. Stanzel. Die Typologie des Literaturwissenschaftlers ist jedoch nicht nur für den Schulunterricht und die Erzählanalyse von Interesse. Auch Du als Romanautor kannst von der Systematik viel lernen und bekommst einen Überblick über mögliche Erzählperspektiven.

Der Ich-Erzähler ist eine interessante und klassische Perspektive, wenn Du ein Buch schreiben möchtest. Hier wird die Geschichte aus der Sicht einer einzigen Figur erzählt. Das Geschehen des Romans ist immer da, wo sich der Erzähler befindet. Der Ich-Erzähler kann nicht wissen, was andere Charakter denken, sofern diese es ihm nicht mitteilen. Du kannst dabei entscheiden, ob Du deinem Leser die Innensicht deines Charakters (z.B. Gefühle, Gedanken) mitteilen möchtest. Es ist auch möglich, sich beim Schreiben des Buches ganz auf die Außensicht zu konzentrieren und keinen Einblick ins Innenleben zu gewähren.

Der Ich-Erzähler und Varianten bei der Erzählperspektive

Beim Ich-Erzähler gibt es verschiedene Varianten. Es gibt die Erzählperspektive des erlebten Ichs. Der Erzähler befindet sich mitten im Geschehen der Handlung und weiß nicht mehr als der Leser selber. Hier ist ein besonders emotionales Erzählen in Lesernähe möglich. Weiterhin kennt man in der Erzähltheorie das erzählende Ich. Hier blickt die Erzählfigur mit einer gewissen Distanz auf das Geschehen zurück. Diese Variante des Ich-Erzählers kann auktoriale Züge (allwissend) haben. Hier wird aus der Retrospektive erzählt, die Erzählfigur kann Andeutungen auf den weiteren Handlungsverlauf machen (Damals wusste ich noch nicht) oder es können Werturteile erfolgen. Ebenso muss der auktoriale Ich-Erzähler nicht zwangsläufig in linearer Zeitfolge erzählen.

Das Ich muss nicht die Hauptfigur in Roman sein, sondern kann auch eine Nebenfigur darstellen. So kann der Erzähler in einer Art Biographie, Chronik oder einem historischen Roman über eine andere Person berichten. Hier haben wir dann den sogenannten personalen Ich-Erzähler (was würde wir ohne die Systematik von Stanzel machen). Mit der personalen Erzählsituation wird eigentlich der Er-Zähler bezeichnet, da hier das Ich nicht die Hauptfigur ist, wählt man auch beim Ich-Erzähler diese Bezeichnung. Wie Du siehst, gibt es hier durchaus einige Varianten bei der Erzählperspektive.

Wie wirkt die Ich-Erzählperspektive auf den Leser?

Diese Erzählform gilt als besonders authentisch, Du stehst damit den Lesern sehr nah und kannst bei Wunsch einen Einblick ins Gefühlsleben der Figur geben. Es ist nicht verwunderlich, dass viele Autoren von Abenteuerliteratur eben diese Erzählperspektive gewählt haben, damit der Leser die Ereignisse direkt erleben kann. Ähnlich verhält es sich bei Krimis. Durch die Ich-Perspektive kann man zum Beispiel über einen Mordfall besonders spannenden schreiben, hier weiß der Charakter des Romans nicht mehr als der Leser und muss den Fall Schritt für Schritt aufklären. Auch im autobiographischen Roman spielt die Ich-Erzählsituation eine ganz zentrale Rolle. Entscheidest Du Dich für den auktorialen Ich-Erzähler, kannst Du durch kleine Andeutungen die Geschichte für den Leser spannenden machen. Du blickst dann aus der Retrospektiv auf die Handlung zurück.

 Ich-Perspektive-Leser
Mit der Ich-Perspektive ist der Leser Mitten im Geschehen, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Der Ich-Erzähler hat auch eine nicht zu unterschätzende Schwäche. Kann sich der Leser mit der Erzählfigur nicht anfreunden, weil die Figur unsympathisch oder unreif auf ihn wirkt, kann dies dazu führen, dass das Buch weglegt wird. Die Ich-Perspektive macht auch nicht bei jedem Romanthema Sinn. Hast Du zum Beispiel häufig wechselnde (weit entfernte) Schauplätze in deiner Handlung und eine Vielzahl von Figuren in deinem Roman, ist es wohl sinnvoll sich für den Er-Erzähler zu entscheiden. Ein Beispiel wäre Krieg und Frieden von Leo Tolstoi. Hier spielt die Handlung in Moskau, Petersburg, an der Front und an vielen weiteren Orten mit einer Vielzahl von Charakteren.

Der Roman von Tolstoi hätte sicherlich nicht die gleiche Wirkung beim Leser erzielt, hätte sich der russische Autor für einen Ich-Erzähler entschieden. Doch letztendlich entscheidest Du als Autor, welche Erzählperspektive Du wählst. Nimm Dir jedoch ausreichend Zeit das Für und Wider der einzelnen Erzählformen abzuwägen, bevor Du mit dem Schreiben an deinem Roman beginnst.

Kann man Romane schreiben lernen?

Kann man Romane schreiben lernen?

Ein wahrer Autor lässt sich von der Muse wachküssen, um an seinen Schreibtisch zu eilen und sein geniales Werk niederzuschreiben. Vorher steht er gar nicht erst auf. Vielleicht kennt man deshalb nur so wenige Autoren, weil die meisten noch immer auf den Kuss der Muse warten und in ihren Betten vermodern?!

Kreatives Schreiben
Man kann lernen einen Roman zu schreiben, Bild © by Rainer Sturm/ pixelio.de

Goethe jedenfalls blieb nicht im Bett liegen. Er schrieb seine Werke auch nicht wie im Wahn herunter und beließ es dann dabei. Er arbeitete hart an ihnen, um wirklich gute Texte zu veröffentlichen – natürlich nach damaligen Kriterien. Die diskutierte er in einem fleißigen Briefwechsel mit seinem Kollegen Schiller. Sie besprachen ihre Schreibtechniken, verbesserten und strichen an ihren Texten herum, bis sie zufrieden waren.

In Deutschland glauben jedoch noch Viele, dass man ein Genie sein muss, um Romane schreiben zu können. Dass man das Schreiben nicht lernen kann, sondern – angeblich wie Goethe – es „von selbst“ können müsse. Dieser Geniemythos entstand in der Romantik und hat, wie eben auch Goethe schon bewiesen hat, nichts mit der Realität zu tun.

Hier also die gute Nachricht: Romane schreiben ist erlernbar. Die schlechte: Man lernt es nicht im Schlaf.

Also raus aus dem Bett!

Was muss man nun mitbringen, um es zu lernen?

Vielleicht Talent oder Begabung? Meiner Meinung nach sind das genauso mystifizierte Begriffe wie der, des Genies. Was genau ist denn schon Begabung? Nehmen wir an, es gibt sie, dann mag sie hilfreich sein. Aber ich halte sie nicht für unabdingbar. Ich vertrete die Meinung, alles ist lernbar. Entscheidend dafür ist nur, dass man aus dem Bett kommt, also genügend Interesse und Motivation mitbringt. Man sollte also Freude an der Tätigkeit haben, manchem hilft auch ein Ziel vor Augen. Vielleicht dauert es beim Einen länger als beim Anderen. Wer aber wirklich etwas lernen will, der wird das auch tun.

Aber man muss doch eine Idee haben und ganz viel Fantasie?!

Stimmt, und das ist das Geniale, was ich meinetwegen auch Goethe zuspreche. Aber ich bin der Meinung, dass wir bereits als kreative und damit auch geniale Wesen geboren werden. Manchmal gerät man ein wenig aus der Übung, seine Kreativität zu nutzen, aber die kann man wieder wach kitzeln.

„Dann kann ja jeder ein Buch schreiben?“, werde ich oft halbwegs entsetzt gefragt. „Ja!“, ist meinte Antwort. „Ist das nicht wunderbar?“

Und haben wir nicht schon genug Bücher in der Welt?

Nein! Geschichten wiederholen sich und sie wollen immer wieder neu erzählt werden, mit den Worten und den Techniken einer anderen Zeit. Warum sonst gibt es immer wieder das Aschenputtelmärchen, nur eben neu aufgelegt? Gute Geschichten wollen immer gelesen werden.

Wann ist denn ein Buch „gut geschrieben“?

Schwierige Frage, da hier persönlicher Geschmack mit im Spiel ist. Aber es gibt eben einen Zeitgeist oder modernen Geschmack. Dein Buch ist sicher schon mal ganz gut, wenn nicht nur Tante Frieda und deine Schwester Lust darauf haben, es bis zum Ende zu lesen.

Es gibt aber Techniken, mit denen du zum Beispiel einen spannenden Handlungsbogen entwerfen oder gut lesbaren Text schreiben kannst. Das heißt, du greifst auf funktionierendes Handwerkszeug zurück, um deinen Roman und dein Schreiben zu verbessern.

Muss man also nach Regeln schreiben?

Jein. Ich sehe diese Techniken eher als Richtlinien, die ihren Sinn haben, sonst gäbe es sie nicht. Aber es gibt immer wieder Geschichten, die diese Regeln brechen und dennoch wahnsinnig erfolgreich sind. Es bleibt immer dir überlassen, ob du die Regeln des Handwerkszeugs für dein Buch anwenden willst oder nicht. Für eine Sache ist es ganz sicher gut: für dein Selbstbewusstsein.

Wie hilft dir das Handwerkszeug?

Wenn du verinnerlicht hast, welche Techniken dir für was helfen, weißt du immer, was du machen kannst, um ein gutes Buch zu schreiben. Du wirst keine Schreibblockade mehr erleben, die sich eingeschlichen hat, weil du „nicht mehr weiter weißt“. Du brichst auch nicht mehr deinen dritten, vierten oder fünften Romanversuch an etwa der gleichen Stelle ab. Denn nun weißt du, wie du schreibst. Du hast nicht mehr nur noch ein „ungutes Gefühl“ bei einer Textpassage, sondern du weißt, was genau ihr fehlt, damit sie spannender oder lesbarer wird.

Zum Handwerkzeug des Schreibens gehört mehr als Papier und Stift, Bild © by I-vista / pixelio.de

Du wirst schon eine Menge über das Geschichtenschreiben wissen – nur eben unbewusst. Vielleicht reicht dir das auch aus, um dein Buch fertig zu schreiben. Aber wenn es mal hakt, wird es dir schwerfallen, den Finger auf das Problem zu legen und eine Lösung zu finden. Da reicht das Wissen im Unterbewusstsein nur selten aus.

Einmal das Handwerkszeug richtig gelernt, wird es dir nicht nur beim ersten, sondern auch beim zweiten und dritten Roman helfen.

Ist das nicht wie kochen nach Rezept und am Ende sind alle Bücher gleich?

Manches hat tatsächlich Ähnlichkeit mit Rezepten. Wer seinen Roman zum Beispiel nach der „Heldenreise“ schreibt, wird auf ein gängiges Erzählmodell zurückgreifen und damit im Aufbau Ähnlichkeit mit vielen anderen Geschichten haben. Aber dieser Aufbau ist genau das, was wir gern als Geschichten hören. Außerdem bietet die Heldenreise an sich schon genügend Überraschungen und eine Zutat kommt zu den Rezepten ja noch immer hinzu: Fantasie. Das macht jede Geschichte einzigartig.

Welche Dinge können denn erlernt werden?

Ich halte es hier mit der 80/20 Regel. 80 % Transpiration und 20 % Inspiration. Das Meiste kannst du also lernen. Zum Beispiel wie du Figuren aufbaust, die deinen Leser einladen, das ganze Buch miterleben zu wollen. Wie du einen Handlungsbogen entwirfst, der deinen Leser von Anfang bis zum Ende fesselt, aber auch wie du auf jeder Seite sicher bist, dass dein Leser noch interessiert am Fortgang ist. Natürlich kann man auch lernen, wie man auf der Wortebene den Leser fasziniert, sodass er die Geschichte vor seinem inneren Auge ablaufen sieht. Und zu guter Letzt ist die Überarbeitung ein ganz wichtiger Teil und gehört immer dazu, wenn man einen veröffentlichungsreifen Roman schreiben will. Und auch hier kann man fast alles erlernen.

Ist das Schreiben dann noch Spaß? Das klingt so nach Arbeit.

Ich denke, das kommt drauf an. Wenn du keinen Sinn darin siehst, das Handwerkszeug zu lernen, dann wird es dir vielleicht auch keinen Spaß bringen, es zu erlernen. Kläre also gut deine Motivation. Willst du wirklich einen veröffentlichungsreifen Roman schreiben, der Leser begeistern wird? Oder schreibst du nur für dich? Dann brauchst du auch das Handwerkszeug nicht unbedingt.

Hast du aber erkannt, welche tollen Möglichkeiten dir diese Techniken bieten, und siehst, wie dein Romanprojekt davon profitiert, wirst du auch Freude am Handwerkszeug finden. Das eine oder andere bleibt trotzdem mühsam? Dann betrachte es wie ein Amateur-Fußballspieler, der aufsteigen will. Auch er übt Torschüsse, nur um besser zu werden, auch wenn er lieber in der Abwehr spielt.

Du kannst Romane schreiben lernen!

Warum denn auch nicht? Man kann Malen und Musizieren lernen. Dafür gibt es extra Hochschulen. Und keiner erwartet von dir, dass du ein Konzert geben kannst, nur weil du in der Schule Musikunterricht hattest. Warum solltest du Romane schreiben können, nur weil du Deutschunterricht hattest und Buchstaben sinnvoll auf einem Papier verteilen kannst?

Also los, lernen wir, richtig gute Romane zu schreiben, und begeistern wir unsere Leser!

Über die Autorin

Kann man Romane schreiben lernen? – Ein Gastbeitrag von Jurenka Jurk (Bildquelle: Jurenka Jurk)

Jurenka Jurk von der Romanschule Schreibfluss ist selbst Romanautorin, aber hauptsächlich unterrichtet sie mit Leidenschaft und viel persönlicher Betreuung, wie man Romane schreibt. Sie hat 2009 den Studiengang „Kreatives Schreiben“ an der IB Hochschule Berlin abgeschlossen und seither mehr als 200 angehende Autoren Schritt für Schritt bei ihren Schreibprojekten begleitet.

Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Vielleicht kennst Du es, Dir fehlt immer wieder die Motivation zum Schreiben an deinem Roman. Fast jeder Autor kommt irgendwann an den Punkt, wo er Zweifel an seinem Buch hat. Die Story, welche Dich zu Beginn überzeugt hat, wirkt nun platt und wenig originell. Dazu zeigen deine Figuren nicht wirklich Tiefe und sind eigentlich stereotyp. Bedenkt man dazu die Fortschritte, welche Du mit deinem Roman machst, wirst Du irgendwann vor deinem Rentenalter fertig. Solche Selbstzweifel sind echte Motivationskiller und führen zu Schreibunlust. Doch Zweifel am eigenen Werk sind nicht der einzige Grund für fehlende Motivation zum Schreiben. Es kann zum Beispiel an fehlender Selbstdisziplin oder mangelnden Zeitmanagement liegen.

Schreibblockade
Wenn Seiten leer bleiben – Keine Motivation zum Schreiben, Bild © by Kersten Schröder / pixelio.de

Die Tipps richten sich an Autoren, welche regelmäßig keine Lust am Schreiben empfinden, obwohl es nicht an Zeit mangelt. Nicht jeder der Ratschläge sollte sich für jeden Autor eignen. Das Ziel ist es, wieder mit einem oder mehreren der Tipps in einen regelmäßigen Schreibfluss zu kommen und seinen Roman zu Ende zu bringen.

Einfach mit dem Schreiben beginnen

Fehlt Dir Motivation zum Schreiben an deinem Roman, kann es helfen, einfach mit dem Schreiben zu beginnen. Klingt irgendwie unlogisch? Dies kann aber funktionieren, wenn Du mit deinem inneren Schweinehund einen Deal machst. Ich schreibe eine halbe Stunde an meinem Buch und wende mich dann wieder anderen Dingen zu. Alternativ kannst Du auch eine bis zwei Seiten aushandeln. Die Idee dahinter: Wenn Du erst einmal im Schreibfluss bist, ist deine Schreibunlust vielleicht dahin und Du hast die richtige Motivation zum Schreiben. In der festgelegten Zeit solltest Du dann auch mit voller Konzentration an deinem Roman schreiben und diese effektiv nutzen. Beliebte Ablenkungen durch das Smartphone und die Sozialen Medien sind in dieser Zeit tabu.

Selbst wenn Du jeden Tag nur eine oder zwei Seiten deines Buches schreibst, wirst Du sehen wie dein Roman Fortschritte macht und die Seitenzahl wächst. Fortschritte beim Schreiben sind häufig eine Motivation um weiterzuschreiben.

Feste Schreibzeiten festlegen

Der erste Tipp hat es gezeigt: Wer regelmäßig an seinem Buch schreibt, dürfte es leichter mit der Motivation haben, als Autoren, welche alle Jubeljahre einmal zur Feder greifen. Es ist ratsam, regelmäßiges Schreiben zur Gewohnheit zu machen. Lege feste Schreibzeiten fest. So arbeitest Du zum Beispiel drei Mal die Woche eine Stunde an deinem Roman. Bekommst Du mit der Zeit richtig Lust am Schreiben, kannst Du diese Schreibzeiten auf vier Tage erweitern oder Dir ein Zeitfenster von über einer Stunde setzen. Das große Ziel ist es hier, Schreiben an deinem Roman zu einer selbstverständlichen Routine werden zu lassen, welche zu deinem Wochenablauf gehört.

Kreatives Schreiben
Lege regelmäßige Schreibzeiten für die Arbeit an deinem Buch fest, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Wer feste Schreibzeiten hat, sollte dies auch ruhig der Familie und den Freunden mitteilen. So schreibst Du zum Beispiel am Montag, Mittwoch und Freitag von 18 bis 19 Uhr an deinem Buch. Du machst auch keine Ausnahmen, um Dich mit Freunden im Café zu treffen. Nach 19 Uhr stehst Du dann deinen Freunden und Bekannten wieder voll zur Verfügung.

Einen schönen Schreibort und kreativen Ort finden

Für manche Autoren kann es Sinn machen, die Arbeit vom heimischen Schreibtisch an einen anderen Ort zu verlegen. Vielleicht motiviert Dich ein bestimmter Ort zum Schreiben an deinem Roman. Das Flair eines historischen Lesesaals in einer Universitätsbibliothek kann zum Beispiel Autoren einen Motivationsschub geben. Hier sitzt man zwischen vielen Gleichgesinnten, welche eifrig und konzentriert an Hausarbeiten schreiben oder für eine Prüfung lernen. Wer möchte, kann Schreiben hier auch etwas zelebrieren. Wenn Du die Bibliothek betrittst, bist Du in diesem Moment nur Schriftsteller und alle Zeit in der Bücherei gilt nur deinem Buch. Eine kleine Pause in der Cafeteria darf man sich auch gönnen, schließlich ist dein Werk in der letzten Stunde wieder einige Seiten länger geworden.

Ein Ortwechsel kann nicht nur motivieren, sondern auch wunderbar bei Schreibblockaden helfen oder wenn es an neuen Ideen fehlt. Kreative Orte können Bibliotheken, Cafés oder Parks sein. Jeder Autor findet seine Inspiration an einem anderen Ort und für jeden Schriftsteller sollte es zumindest einen kreativen Ort geben.

Deadlines setzen

Manche Menschen lieben Deadlines. Umso näher die Abgabefrist rückt, umso produktiver werden diese Personen. Am Ende halten diese Menschen die Deadline (wenn auch in letzter Minute) ein und liefern dazu noch gute Arbeit ab. Gehörst Du auch zu den Personen, welche eine Art Hassliebe zu Abgabefristen haben und unter Druck besonders produktiv wie motiviert sind. Dann kannst Du Dir für deinen Roman Deadlines setzen. Das sechste Kapitel muss zum Beispiel in zwei Wochen fertig sein. Man hört tatsächlich immer wieder von Autoren, welche sich zur Motivation zum Schreiben künstliche Abgabefristen setzen und die Deadlines dann auch einhalten. Dieses System funktioniert bei einigen Schriftstellern recht gut. Doch Du hast sicherlich schon die Schwäche des Konzepts erkannt: Eine künstliche Deadline ist keine verpflichtende Abgabefrist.

Manche halten es mit Douglas Adams und sagen sich: „Ich liebe Deadlines! Ich mag dieses zischende Geräusch, das sie machen, wenn sie vorbeifliegen!“ Siehst Du es ähnlich, wird Dich eine künstliche Deadline nicht motivieren, doch manche Autoren kriegen auf diese Weise einen echten Motivationskick.

Meilensteine feiern und sich belohnen

Gerade wenn Du neben Beruf, Studium oder Schule an deinem Roman arbeitest, wird es einige Zeit dauern, bis Du dein Werkes fertiggestellt hast. Das Schreiben eines Buches besteht aus vielen Etappen. Dazu gehören zum Beispiel die Planung und Gliederung des Romans, die Ausarbeitung der Figuren, das Schreiben der ersten Kapitel und Überarbeitungen. Häufig lassen sich Arbeitsphasen nicht klar trennen und jeder Autor arbeitet etwas anders an seinem Roman. Für die Motivation kann es sehr hilfreich sein, sich Meilensteine zu setzen und das Erreichen dieser Punkte ein wenig zu feiern. Ein Meilenstein könnten die ersten 100 Seiten oder die erste Fassung des Romans sein.

Mehrere Meilensteine setzen und beim Erreichen feiern, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Bist Du bis zu einen solchen Punkt gekommen, kannst Du Dich richtig schön belohnen. Wie die Belohnung am Ende aussieht, hängt ganz von deinen Vorlieben ab. Es handelt sich wohlgemerkt um Meilensteine. Nimmt man jede Kleinigkeit als Anlass zum Feiern, verliert man irgendwann die Motivation.

Sich anderen Aufgaben zuwenden

Trotz verschiedener Tipps hast Du an einem Tag einfach keine Motivation zum Schreiben? Doch die Arbeit an einem Buch besteht nicht nur aus dem Verfassen von Text. Vielleicht musst Du noch etwas zu deinem historischen Roman recherchieren und einen Fachartikel lesen. Oder Du kannst Dich auch für ein Lektorat deiner letzten Kapitel erwärmen? Eher keine so schöne Aufgabe? Manchmal macht es auch Sinn, die Vielzahl von Notizen am Schreibtisch zu ordnen und auszumisten, welche man sich zur seiner Geschichte gemacht hat. Diese vermeintlich unwichtige Aufgabe hat man immer vor sich hingeschoben, doch irgendwann muss man seinen Schreibtisch um einige Papierstapel erleichtern. Ein andere Aufgabe erfühlen hilft auch bei Schreibblockaden. Auch wenn man keine einzige Zeile schreibt, bringt man seinen Roman einen Schritt weiter.

Solltest Du übrigens an einem Tag überhaupt keine Motivation für deinen Roman haben, obwohl Du eigentlich an diesem Tag (feste Schreibzeit) immer schreibst, zwinge Dich nicht unter allen Umständen dazu. Die Gefahr ist ziemlich groß, dass das Niedergeschriebene schon bald im Papierkorb landet. Gelegentliche Schreibunlust ist erlaubt, solange es nicht zum Regelfall wird.

Eine Literaturgruppe finden

In jeder größeren Stadt sollte es eine oder mehrere Literaturgruppen geben. Es macht großen Sinn, sich einer solchen Gruppe anzuschließen. Hier triffst Du auf gleichgesinnte Autoren, kannst Dich austauschen und bekommst wertvolles Feedback. Eine Autorengruppe kann unheimlich zum Schreiben motivieren, schließlich kann und will man hier regelmäßig die Fortschritte seines Romans vorstellen. Hier können Deadlines als Motivation bei vielen Autoren wiederum funktionieren. Wenn Du ankündigst, nächste Woche das vierte Kapitel vorzulesen, bemühst Du Dich sicherlich um die Fertigstellung des Abschnitts. Es wäre doch schade, deine Autorenkollegen zu enttäuschen. Wenn es ideal läuft, ist eine Literaturgruppe eine sanfte Kontrollinstanz. Die Mitglieder motivieren sich gegenseitig und sorgen dafür, dass alle Schriftsteller Fortschritte machen.

Wo findest Du eine solche Literaturgruppen in deiner Stadt? Eigentlich sollte man alle gewünschten Informationen in Internet erhalten. Unter dem Stichwort Literaturgruppe Berlin oder Hamburg findet man gleich mehrere Einträge bei Google. Leider sind nicht alle Gruppen offen, manche sind geradezu „geschlossene Gesellschaften“ und nehmen keine neuen Autoren auf. Doch mit etwas Suchen und Glück sollest Du eine Literaturgruppe finden.

Die inneren Dämonen bekämpfen

Nun kommen wir zum letzten und wichtigsten Tipp gegen Schreibunlust. Es ist häufig der innere Kritiker, der einen zweifeln lässt und jede Motivation zum Buch schreiben eiskalt killt. So ist die Geschichte einfach nur platt, schon tausend Mal erzählt, die Figuren ohne Tiefe und man wird mit seinem Roman sowieso nicht fertig. Kennst Du solche Selbstzweifel und echte Motivationskiller. Es ist wichtig, dass Du solche innere Dämonen bekämpfst. Es ist ratsam dein aktuelles Projekt fertigzustellen und nicht mit einer neuen vermeintlich besseren Idee zu beginnen. In ein paar Wochen könnest Du wieder am gleichen Punkt sein und alles verwerfen. Am Ende hast Du eine Vielzahl unfertiger Manuskripte und letztendlich nur Fragmente deines Schreibens.

Inneren Kritiker bekämpfen und Motivation zum Schreiben finden, Bild: Markus Vogelbacher/ pixelio.de

Der Erfolgsautor Andreas Eschenbach hat es sehr gut auf den Punkt gebracht: „Wenn ich mir per Zeitmaschine einen einzigen Ratschlag in meine frühen Jahre schicken könnte, dann wäre es dieser: Brich Manuskripte nicht mittendrin ab, um andere anzufangen. Egal, wie schlecht es dir im Moment vorkommt – schreib es fertig!(Quelle: andereaseschbach.de) Eschenbach nennt schlechte fertigstellte Romane eine gelungene Trainingseinheit, unfertige Bücher hingegen reine Zeitverschwendung. Diese Einschätzung klingt vielleicht hart. Du sollest in jeden Fall deinen Roman fertigstellen und den Schlachtruf beherzigen: Nieder mit den inneren Dämonen! Nieder mit der Schreibunlust!

Weiterhin keine Motivation zum Schreiben? Was tun?

Trotz aller Tipps kannst Du keine rechte Motivation zum Schreiben finden. Hier machst es Sinn, Dir die Frage zu stellen: Warum habe ich überhaupt mit meinem Roman begonnen? War es der Wunsch eine Geschichte zu erzählen? Oder ist dein Wunsch eher, ein Buch zu veröffentlichen und ein bekannter, erfolgreicher Schriftsteller zu sein? Vielleicht macht das Schreiben einfach auch keinen Spaß mehr? Einzelne Personen beginnen einen Roman aus falschen Motiven (Bekanntheit, Geld) und nicht aus der Lust am Schreiben. Dann gibt es wiederum Autoren, welche sich unter einen Buch schreiben etwas anderes vorstellen. Es ist leider nicht so, dass die Seiten nur so aus der Feder fließen und man eine geniale Geschichte erzählt. Schreiben ist harte Arbeit und vieles läuft nicht wie gewünscht.

Die tolle Story, die man im Kopf hat, lässt sich nicht so leicht wie erwartet zu Papier bringen. Man hat mit Schreibblockaden zu kämpfen und die erste Fassung bedarf selbstverständlich einer Überarbeitung. Dazu steht am Ende noch das lästige Lektorat an. Ein Autorenleben ist nicht einfach und die erste Euphorie folgt häufig die Schreibunlust. Solltest Du nach mehrfachen Versuchen keine Motivation zum Schreiben finden, bist Du vielleicht nicht zum Autor geschaffen. Es soll niemand entmutigt werden, ein Buch zu schreiben. Doch wer bereits Jahre an einem Erstlingswerk schreibt, sollte zumindest seine Motivation für sein Schreiben hinterfragen.

„Langweiliger Roman“ – Umgang mit negativen Rezensionen

„Langweiliger Roman“ – Umgang mit negativen Rezensionen

Schlechte Rezensionen zum eigenen Roman treffen jeden Autor, dies gilt für Erstautoren wie auch alte Hasen auf dem Buchmarkt. Doch wie soll man auf eine schlechte Kritik oder Bewertung reagieren? Als erste Regel gilt eigentlich immer: Bewahre Ruhe und reagiere nicht sofort auf eine schlechte Rezension.  Wer in einem ersten Anfall von Ärger sofort antwortet und vielleicht seinen Kritiker sogar persönlich angreift, konnte es später bereuen und es besteht die Gefahr einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Rezensenten. Dazu lesen noch viele Personen (z.B. auf Amazon) mit und sehen eine solchen Streit im Internet kritisch. Als erster Schritt bei einer negativen Bewertung ist es ratsam, dass Du erst einmal tief durchatmest, die Kritik ein weiteres Mal in Ruhe liest und die negative Rezension richtig einordnest.

Gefällt mir nicht – Negatives Rezensionen sind ein Alptraum für Autoren , Bild © by Tim Reckmann / pixelio.de

Dieser Beitrag soll Autoren eine Orientierung geben, mit schlechten Bewertungen zum eigenen Roman richtig umzugehen. Durch die richtige Einordnung der Buchkritik fällt der Umgang mit solchen negativen Rezensionen häufig leichter. Dazu diskutieren wir die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, auf diese Form der Kritik zu reagieren und diese zu kommentieren. Der Text konzentriert sich auf Bewertungen bei Amazon mit den typischen 1 bis 5 Sternen, die Tipps lassen sich aber auch auf andere Internetseiten oder Blogs übertragen.

Richtige Einordnung von negativen Bewertungen

Bevor Du Dir über jede negative Rezension den Kopf zerbrichst, macht es erst einmal Sinn, diese bei Amazon richtig einzuordnen. Denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Bewertungen und nicht jede Kritik ist von Belang oder erfordert gar eine Antwort. Interessant ist immer die Frage: Was wird überhaupt kritisiert und wie konkret sind die Aussagen. Negative Rezensionen kann man grob in diese vier Gruppen teilen.

Kritik ohne Bezug zum Buch

Schlechte Rezensionen, welche eigentlich keinen direkten Bezug zu deinem Roman haben, gibt es auf Amazon immer wieder. Da hat der Postbote ein leicht beschädigtes Paket gebracht oder die Lieferung dauert länger als sonst. Vielleicht hat auch der Download eines eBooks auf den Kindle Probleme bereitet. Und wer trägt die Schuld an dieser ganzen Misere, natürlich dein Roman und schnell ist eine negative Rezension mit einem Stern geschrieben. Solche Bewertungen sind ärgerlich, sie verschlechtern unnötig den Durchschnitt (fünf Sterne) bei Amazon. Doch hat die Kritik etwas mit deinem Buch und deiner Art zu Schreiben zu tun? Nein, so ist auch sinnlos sich darüber zu ärgern. Dazu kannst Du sicher sein, dass jeder Leser dieser Bewertung, die „Kritik“ richtig einordnen kann. Sie sagt nichts über dein Buch aus und sollte den interessierten Leser somit nicht vom Kauf abhalten.

Negative Rezensionen ohne Aussage

Kritik ohne tiefere Aussage gibt es leider recht häufig bei Amazon. Hierzu gehören vor allem Kurzrezensionen. Die Buchkritik klingt dann zum Beispiel wie folgt „Langweiliger Roman, hat mir nicht gefallen.“, „Ich habe das Buch nach der Hälfte weggelegt.“ oder „Schlechtes Buch, schade ums Geld.“ Hier ist nur eines klar, dem Leser hat dein Roman ganz offenkundig nicht gefallen. Was dem Kritiker konkret an deinem Buch nicht gefallen hat, bleibt wohl immer ein Geheimnis. Solche negative Rezensionen sind nicht erfreulich, finden sich letztendlich bei jedem Autor ab einer gewissen Anzahl von Bewertungen. Interessierte Leser werden sich sicherlich bei ihrer Kaufentscheidung nicht an solchen Kritiken orientieren, sofern diese nicht häufiger auftreten. Ein potentieller Käufer orientiert sich eher an den sachlichen und ausführlichen Bewertungen.

Ausführliche und sachliche negative Rezensionen

Jeder Autor freut sich darüber, wenn sich ein Leser ausführlich mit seinem Buch auseinandersetzt. Weniger erfreulich ist es natürlich, wenn die Bewertung des ganzen Romans negativ ausfällt. Doch gerade diese ausführlichen Rezensionen sind wertvoll für Dich und Du solltest sie genau analysieren. Bemängelt der Leser eine Vielzahl von Rechtschreibfehlern in deinem Buch, ist es sinnvoll, darauf zu reagieren und deinen Roman noch einmal einem Lektorat zu unterziehen. Bei einem eBook kann man zum Beispiel recht problemlos eine neue und korrigierte Datei hochladen. Betrifft die negative Rezension nun wiederum den Handlungsstrang und die Figuren des Buches, lässt sich im Regelfall nichts ändern. Du kannst Dir solche Kritik nur zu Herzen nehmen und es beim nächsten Buch besser machen.

Selbst Bestseller sind nicht vor Bewertungen mit 1 Stern oder 2 Sternen sicher (Bildquelle: Amazon)

Wie wirken nun solche negative Bewertungen auf den potentielle Leser bei Amazon? Hier kommt es letztendlich darauf kann, wie es bei der Gesamtbewertung aussieht. Bewertungen mit 1 oder 2 Sternen finden sich fast bei jedem Roman beim Online-Händler. Selbst Bestseller sind nicht dagegen immun. Hast Du mehr Bewertungen mit 4 und 5 Sternen, solltest Du Dir negative Rezensionen nicht so sehr zu Herzen nehmen, diese gehören sozusagen zum Berufsrisiko eines Autors. Dein Buch kann und muss auch nicht allen Lesern gefallen. Solltest Du hingegen nur negative Bewertungen auf Amazon bekommen, ist es sinnvoll, diese sehr genau zu analysieren und daraus für dein nächstes Werk zu lernen.

Unfaire und persönliche Kritik

Leider gibt es auf Amazon auch immer wieder unfaire Kritik. Dies kann so weit gehen, dass ein Rezensent einen Autor persönlich angreift. Solche negativen Rezensionen können viele Gründe haben. Einem Leser gefällt das Thema deines Buches nicht und er kann deine Sicht der Dinge in deinem Roman nicht teilen. Dein Buch basiert auf einer wahren Geschichte, was der Kritiker anzweifelt, auf viele Ungereimtheiten im Handlungsverlauf und logische Fehler verweist. Dazu kann hinter einer unfairen Bewertung mit einem Stern auch ein missgünstiger Konkurrent stehen.

Gegen unfaire Rezensionen kann man bei Amazon vorgehen und diese über den Button „Missbrauch melden“ (mit genauer Begründung) bemängeln. Leider reagiert der Online Händler auf solche Meldungen nur sehr selten und lässt „Rezensenten“ eine sehr große Freiheit. Von 10 Meldungen hat etwa 1 Meldung Erfolg. Meldest Du eine solche unfaire Bewertung bei Amazon, ist es ratsam einige Tage Geduld zu haben. Wurde die Rezension nach einer gewissen Zeit noch immer nicht gelöscht, kann eine weitere Meldung Sinn machen. Dann bearbeitet vielleicht ein anderer Support-Mitarbeiter deine Meldung und Du hast Erfolg. Sollte die negative Rezension auch nach dem zweiten Versuch nicht verschwinden, ärgere Dich nicht. Interessierte Leser an deinem Roman können solche Bewertungen durchaus richtig einordnen. Hier ist es auf jeden Fall nicht ratsam, den Rezensent zu antworten. Schnell kann daraus eine kleine Fehde auf Amazon entstehen, welche Außenstehende vielleicht mit Kopfschütteln verfolgen.

Soll man auf negative Rezensionen antworten?

Am Ende sind wir wieder bei der Fragen angelangt: Soll man auf negative Rezensionen auf Amazon reagieren? Hierauf gibt es keine richtige Antwort. Wir raten davon ab. Der Beitrag hat es gezeigt, nur die wenigsten Bewertungen erfordern eine Reaktion des Autors. Das Kommentieren von schlechten Rezensionen kostet Dich Zeit und Energie. Dazu besteht immer wieder die Gefahr, dass der Kritiker auf deinen Kommentar antwortet und es zu einer Auseinandersetzung kommt.

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Die Auseinandersetzung mit dem Kritiker vermeiden, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Du solltest auf deine Leser vertrauen. Interessenten für dein Buch wissen negative Bewertungen durchaus richtig einzuordnen. Niemand wird sich gegen deinen Roman entscheiden, weil es die Post nicht schnell genug geliefert hat. Dazu wird sich kein potentieller Käufer nur an negativen Rezensionen orientieren. Entscheiden ist immer die Gesamtbewertung deines Romans.

Die sieben größten Fehler beim Buch schreiben

Die sieben größten Fehler beim Buch schreiben

Wer sein erstes Buch schreibt, macht häufig Fehler. Man spricht hier gerne von Lehrgeld. Doch dies muss nicht sein. Wenn Du die schlimmsten Stolperfallen beim Roman schreiben kennst, kannst Du diese Probleme vermeiden. Der Beitrag soll besonders Erstautoren Orientierung geben und behandelt klassische Fehler von der Buchidee, über die Charakterentwicklung bis zur Covergestaltung. Diese sieben Fehler solltest Du kennen, bevor Du mit dem Schreiben an deinem Roman beginnst. So findest Du Dich im Irrgarten der Literaten zurecht.

Irrgarten der Literaten
Fehler vermeiden im Irrgarten der Literaten, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

1. Trends nachlaufen

Dein Roman wird garantiert ein echter Erfolg, weil Du über ein besonders trendiges Thema schreibst? Vergleichbare Bücher sind schließlich aktuell ein echter Renner auf dem Buchmarkt. Doch Vorsicht bei der Themenwahl, denn hier könntest Du bereits den ersten Fehler begehen, bevor Du eine Zeile schreibst. Es ist nie ratsam Trends nachzulaufen. Was heute bei den Lesern noch völlig in ist, kann bereits morgen kalter Kaffee sein. Kannst Du denn einschätzen, wie der Buchmarkt sich entwickelt, wenn dein Roman fertig ist?

Es soll Autoren geben, welche die Idee für ihr Buch nicht nach Interesse auswählen, sondern nach dem Kriterium „Verkaufserfolg“. Natürlich ist es wichtig, sich auch darüber Gedanken zu machen. Doch es ist immer ratsam über ein Thema zu schreiben, was Dir liegt. Nur so stehst Du hinter deinem Roman und das Schreiben macht auch Freude. Schließlich hast Du zu schreiben begonnen, um deine Geschichte zu erzählen.

2. Genremix

In welchem Genre schreibst Du dein Buch? Ist es Fantasy oder vielleicht ein Krimi? Oder arbeitest Du an einem historischen Roman? Vielleicht bist Du Dir über das Genre gar nicht so sicher. Oder Du hast Dich bewusst für einen Genremix entschieden. Du schreibst einen Liebesroman mit Science Fiction. Denkbar wäre auch ein historischer Krimi. Literarisch ist vieles möglich und es gibt für jeden Genremix durchaus gute und erfolgreiche Beispiele. Man denke nur an Solaris von Stanislaw Lem, der SF-Roman enthält eine Liebesgeschichte. Der Name der Rose von Umberto ist sowohl ein Krimi wie auch ein historischer Roman.

Obwohl es viele erfolgreiche Romane in diesem Bereich in der Literatur gibt, gilt der Genremix für Erstautoren als Fehler beim Buch schreiben. Entscheide Dich für ein dominierendes Genre und damit auch für eine Zielgruppe für dein Buch. Es ist sinnvoll, diese Entscheidung möglichst früh zu treffen, idealerweise wenn dein Roman noch in der Anfangsphase ist.

3. Zu wenig und zu viel Recherche

Recherche gehört zu jedem Buch dazu, hier sollte man nicht Extremen verfallen. Gerade Fantasy-Autoren neigen dazu, eher weniger zu recherchieren und dies ist ein Fehler beim Buch schreiben. Zwar funktioniert „deine Fantasy-Welt nach deinen Regeln“, jedoch muss die Welt für den Leser glaubwürdig sein. Wie sehen die gesellschaftlichen Strukturen aus und wie regiert der König das Land? Hier ist es ratsam, sich zumindest grob an historischen Vorbildern zu orientieren und dazu gehört Recherche. Oder vielleicht denkst Du, dem Leser werden Ungenauigkeiten in deinem Buch gar nicht auffallen. Unter deinen Lesern wird sich zumindest ein Experte finden, der mit dem Thema deines Romans (z.B. Detektivarbeit) vertraut und dazu noch äußerst kleinlich ist. Gerade solche Leser bemängeln gerne in Rezensionen auf Amazon „mangelnde Recherche“. Und einen Stern gibt es auch noch dazu.

Auch das andere Extrem ist ein Fehler, wenn Du ein Buch schreibst. Übertriebene Recherche bringt häufig keinen Mehrwert für deinen Roman und frisst nur Zeit. Wahrscheinlich wirst Du im 6 oder 7 Fachbuch über das viktorianische Zeitalter nicht mehr viel Neues für deine Geschichte erfahren. Gerade Schriftsteller mit einem Hang zum Perfektionismus neigen dazu, zuviel Recherche zu betreiben.

4. Passiver Charakter

Es gibt Schreibratgeber, welche einen passiven Charakter als den größten Fehler beim Buch schreiben nennen. Dies kann auch der Buchinsider unterschreiben. Ein passiver Charakter ist letztendlich ein schwacher Held. Er verdient nicht die Sympathie der Leser. Doch was ist mit einem schwachen Protagonisten gemeint? Ein passiver Charakter in deinem Buch treibt die Handlung nicht voran, Dinge geschehen zufällig oder werden von anderen Figuren angestoßen. Doch wer ist eigentlich der Held in deinem Buch und sollte die Story vorantreiben?

Passive Charakter
Passive Charakter sind ein klassischer Fehler , Bild © by Juergen Jotzo  / pixelio.de

Es geht nicht um eine perfekte Figur in deinem Roman, die alle Hindernisse ohne Probleme meistert. Der Charakter kann Schwächen und Selbstzweifel haben, aber er stellt sich dem Konflikt (dies ist wichtig) und treibt die Handlung in deinem Roman voran. Ein schönes Beispiel für einen aktiven Helden ist Frodo aus dem Herrn der Ringe. Als kleiner Hobbit einfach nach Mordor zu spazieren ist sicherlich keine Kleinigkeit. Aber er übernimmt die Aufgabe und treibt diese mit großer Energie (damit auch die Handlung) voran.

5. Typische Romanlänge missachten

Kurzromane haben durchaus ihren Reiz, dies gilt besonders für den Autor, könnte man etwas überspitzt sagen. Wer möchte nicht sein Buch schnell veröffentlichen und Leser erreichen. Doch ein klassischer Roman hat eine gewisse Länge von 200 bis 500 Seiten. Gerade wer sein Buch bei einem Verlag veröffentlichen möchte, sollte nicht diesen Fehler beim Buch schreiben machen. Erstautoren haben es schon sehr schwer bei einem klassischen Verlag. Stimmt die Romanlänge nicht, wird eine Veröffentlichung in einem Buchverlag noch unwahrscheinlicher. Anders sieht es natürlich aus, wenn sich der Verlag auf Kurzromane spezialisiert hat, dies gibt es jedoch selten.

Auch als Selfpublisher solltest Du Dir  zumindest überlegen, ob Du wirklich Kurzromane unter 100 Seiten schreiben und verkaufen möchtest. Leider beurteilen mache Zeitgenossen ein Buch nicht nur nach dem Cover, sondern auch nach seinem Umfang. Klingt irgendwie komisch, ist aber so.

6. Mangelendes Lektorat

Dein Roman ist nun endlich fertig und soll möglichst schnell an einen Verlag. Oder Du willst dein Buch als Selfpublisher sofort auf Amazon oder bei einem anderen Anbieter veröffentlichen. Viele Autoren machen den Fehler und unterziehen ihr Buch keinen ausreichenden Lektorat. Es ist nicht so, dass diese Schriftsteller keinen großen Wert auf Rechtschreibung und Zeichensetzung legen. Dahinter steht häufig einfach nur der Wunsch, möglichst schnell zu veröffentlichen. Doch bevor Du überhaupt an eine Veröffentlichung denkst, solltest Du deinen Roman Bekannten oder Verwandten zum Korrekturlesen geben. Diese Person sollte natürlich mit Rechtschreibung und Zeichensetzung vertraut sein. Wichtig ist dazu: Lass deinen Freund ausreichend Zeit zur Korrektur und sei auch offen für andere Anregungen (z.B. logische Fehler).

Der Duden - Lernt Fehlern das Fürchten, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de
Der Duden – Lernt Fehlern das Fürchten, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

Soll ich einen Profi für das Lektorat meines Buches beauftragen? Diese Frage stellen sich Autoren immer wieder. Dies hängt ganz davon ab, welche Ansprüche Du selber an dein Buch stellst und Du bereit bist, eine vierstellige Summe auszugeben. Der durchschnittliche Preis für das Lektorat einer Normseite dürfte etwa bei 6 Euro liegen.

7. Cover selbst gestalten

Das Cover spielt eine wichtige Rolle. Überzeugt die Front deines Romans den Leser nicht oder wirkt diese sogar unprofessionell, verkauft sich das Buch nicht. Gerade beim ersten Buch begehen viele Autoren den Fehler und legen keinen so großen Wert auf das Cover. Man nimmt für die Vorderseite des Buches ein selbstgemachtes Foto oder eine eigene Zeichnung. Bei der Covergestaltung gibt es einige Grundregeln zu beachten. Dein Cover sollte in einer kleinen Ansicht in einem Online Shop noch gut erkennbar sein. Kann der interessierte Leser in der Miniaturansicht den Titel und Untertitel deines Romans deutlich erkennen? Hast Du dich vielleicht für ein weißes Cover entschieden? Dann wirkt dein Buch vor dem weißen Hintergrund eines Online Shops nicht ansprechend auf den Käufer. Wie hast Du Bildelemente, Titel und Autorenname miteinander kombiniert? Hier lauern überall Fehler beim Buch schreiben.

Wer sein Cover selbst gestaltet, macht nicht zwangsläufig einen Fehler. Viele Autoren gehen beim ersten Buch etwas blauäugig an das Thema heran. Bevor Du dein Buchcover erstellst, informiere Dich über die Grundlagen bei der Gestaltung. Man findet hierzu ausreichendend Informationen im Netz. Solltest Du keine Kenntnisse beim Thema Bildgestaltung haben, wende Dich an einen Freund oder Bekannten, der fit in Photoshop ist.

Fehler bei Buch schreiben – Dies ist ein weites Feld

Du hast eine Reihe von Fehlern kennengelernt, welche man beim Buch schreiben vermeiden sollte. Dabei muss man einige der aufgeführten Punkte auch differenziert sehen. Ein Genremix oder die Selbstgestaltung des Buchcovers sind nicht zwangsläufig Fehler, doch hier lauern Stolperfallen besonders für Erstautoren. Selbstverständlich führt der Beitrag auch nicht alle Fehlerquellen auf, ein wenig Lehrgeld wird jeder Autor zahlen müssen.

Gerade Self-Publisher können bei der Veröffentlichung und Vermarktung ihres Buches einige Fehler machen. Dies ist ein weites Feld, um einmal Fontane (wer musste es nicht in der Schule lesen!) zu zitieren. Oder um es mit anderen Worten zu sagen: Dies ist noch einmal ein eigenes Thema.

Eine Buchidee finden – Tipps für Autoren

Eine Buchidee finden – Tipps für Autoren

Am Anfang eines jeden Romans steht die Buchidee. Doch wie findet man eine gute Idee für ein Buch? Man muss grundsätzlich eins sagen: Den meisten Autoren dürfte es nicht an Ideen fehlen, Dir dürfte es genauso gehen. Häufig kommt die Romanidee ganz von alleine und ist für viele Menschen erst der Anlass, mit dem Schreiben zu beginnen. Doch reicht ein Geistesblitz bereits für einen Roman mit 200 oder 300 Seiten? Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten. Kannst Du den Handlungsstrang deiner Romanidee grob ausformulieren und zumindest eine DIN-A4-Seite damit füllen. Oder wird es vielleicht noch umfangreicher? Gratulation, dann hast Du offenbar  eine passende Idee für ein Buch gefunden. Solltest Du hingegen deine gute Not haben, deinen Geistesblitz näher auszuformulieren, dann reicht es vielleicht nur für eine Kurzgeschichte.

Inspiration
Oft bringt uns ein Geisblitz eine tolle Buchidee, Bild © by Peter Bast / pixelio.de

Hast Du deine Buchidee gefunden, ist es wichtig, dass sie Dir gefällt und Du voll dahinter stehst. Schreibe auf jeden Fall über ein Thema, welches Dir gefällt. Beim Schreiben von Romanen ist es nie wirklich sinnvoll, aktuellen Trends hinterherzulaufen. Trends können nämlich sehr schnell wieder Geschichte sein. Dazu ist es nicht ratsam zum Beispiel ein Buch über SM zu schreiben, wenn einem das Thema nicht liegt und man nur auf ein erfolgreiches Buch spekuliert.

Inspirationsquellen für eine Buchidee

Doch wie findet man nun eine Romanidee, wenn der Geistesblitz völlig ausbleibt. Es gibt eine ganze Reihe von Inspirationsquellen, um eine passende Idee für sein Buch zu finden. Das erste Werk vieler Autoren hat häufig einen autobiographischen Hintergrund. Dies ist sicherlich ein Weg, eine passende Romanidee zu finden, jedoch nicht die einzige Möglichkeit.

– autobiographische Erlebnisse und Familiengeschichten: Gerade im ersten Roman verarbeiten viele Schriftsteller autobiographische Stoffe. Manche Autoren nutzen auch Familiengeschichten für ihre Buchidee. Mit einem solchen Thema sollte man genügend Material für ein ganzes Buch haben. Bei autographischen Inhalten als Romanstoff besteht jedoch immer die Gefahr, dass man sich rechtlich angreifbar macht. Darfst Du zum Beispiel deine gescheiterte Beziehung  ausführlich in einem Roman verarbeiten, ohne dass dabei Persönlichkeitsrechte verletzt werden? Oder wie verhält es sich, wenn Du über dein näheres Familienumfeld schreibst? Dies sind alles Fragen, welche im Einzelfall nur ein Anwalt für Medien- und Urheberrecht beantworten kann.

– Bücher, Film und Fernsehserien: Eine große und gute Inspirationsquelle für eine Buchidee bilden Romane. Du kannst Dich von der Handlung eines Buches inspirieren lassen. Vielleicht hast Du vor kurzem ein Buch gelesen, welchem Du von Anfang an eine völlig andere Handlung gegeben hättest. Oder eine Nebenhandlung inspiriert Dich und Du könntest darüber ein ganzes Buch schreiben. Es kann auch Sinn machen, einen ganzen Roman in eine andere Zeit zu versetzen. Wie würde Romeo und Julia als SF funktionieren, wenn beide Liebenden zu zwei verfeindeten Rassen gehören. Oder wir verfrachten eine Figur wie Harry Potter mitten ins tiefe Mittelalter an eine strenge  Klosterschule. Wie würde man da wohl auf seine Zauberkräfte reagieren und welche Probleme hätte er als Zauberer. Neben Büchern können Filme und Fernsehserien ebenso eine Buchidee liefern.

In historischen Archiven kann man eine Idee für einen Roman finden, Bild © by MF / pixelio.de
In historischen Archiven kann man eine Idee für einen Roman finden, Bild © by MF / pixelio.de

– Historische Ereignisse, Quellen und Berichte: Interessierst Du Dich für historische Stoffe und Motive? Dann kommt jetzt deine Inspirationsquelle. Zahlreiche Buchideen basieren auf historischen Quellen. Vielleicht interessierst Du Dich besonders für eine Epoche oder eine historische Person. Dies könnte ein Ausgangspunkt für eine Romanidee sein. Auch historische Quellen und Berichte bieten eine ausgezeichnete Grundlage für ein Buch. In faktisch jeder Unibibliothek der Historiker findest Du einen Quellenlesesaal. Dort gibt es zum Beispiel Reiseberichte oder andere Zeitquellen. Ein solcher Lesesaal kann sich als wahre Fundquelle für eine Buchidee entpuppen. Gerade wer einen historischen Roman schreiben möchte, findet hier geeignete Motive für ein Buch. Solltest Du dich für einen historischen Stoff als Buchidee entscheiden, dürftest Du für die Recherche für deinen Roman noch einige Stunden in der Bibliothek verbringen.

– Zeitungsmeldungen und Zeitschriften: Auch in Zeitungen und Zeitschriften kann man eine passende Buchidee finden. Hier kann es sinnvoll sein, Zeitschriftenarchive in einer Bibliothek auf der Suche nach Inspiration durchzuschauen. Es gibt noch immer Bibliotheken, welche ganze Jahrgänge gebundener Tageszeitungen in den Regalen haben. Das Schleppen solcher Bände zum Lesetisch ist nicht nur ein ausgezeichnetes Fitnesstraining, gerade Krimiautoren könnten hier fündig werden und eine Romanidee entdecken. Vielleicht stößt Du ja auf einen 10 Jahre alten Artikel über einen Mordfall, welche Dich inspiriert. Oder Du bist kein Krimiautor, findest aber eine andere spannende Geschichte aus dem wirklichen Leben in einer alten Zeitung oder Zeitschrift. Auch hier solltest Du darauf achten, wie bei einem autobiographischen Roman keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen.

– Klassische Motive und Themen neu verarbeitet: Es ist immer wieder reizvoll, ein klassisches Thema der Literatur völlig neu zu bearbeiten. Die Neuinterpretation von Romeo und Julia war nur ein Beispiel. In der Literatur tauchen immer die gleichen Motive auf und sie werden immer wieder neu bearbeitet. Wie oft wurde schon über unerfüllte Liebe, Bruderstreit, vertauschte Kinder oder Dreiecksbeziehungen geschrieben. Doch immer haben die Autoren diesen Motiven ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Willst Du über nach der Geburt vertauschte Kinder schreiben, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeit, diese Buchidee umzusetzen. Dein Roman kann eine Tragödie oder Komödie werden, je nachdem wie Du den Stoff interpretierst.

Mit diesen Inspirationsquellen sollte eigentlich jeder Autor eine Buchidee finden. Hast Du hingegen noch immer keine Idee, worüber Du schreiben kannst, können auch einzelne Kreativitätstechniken weiterhelfen. Es gibt eine Reihe von Techniken, mit welchem man Ideen für Romane aber auch Kurzgeschichten, Charakternamen oder auch Projekte finden kann.

Die perfekte und einmalige Buchidee gibt es nicht

Der Abschnitt über die Motive deutet es bereits an: Es gibt nur selten völlig neue Romanideen. Es gibt vielmehr eine größere Anzahl von literarischen Themen, welche in verschiedenen Variationen immer wieder neu bearbeitet werden. Am denke nur an „Ein ganzes halbes Jahr“ von Joyo Moyes. Immer wieder konnte man lesen, dass der Roman letztendlich nur eine Kopie des Filmes „Ziemlich beste Freunde“  wäre und Moyes hier einfach eine Liebesgeschichte daraus gemacht hat. Auch wenn Ähnlichkeiten vorhanden sind, greift diese Kritik letztendlich ins Leere. Joyo Moyes hat der Geschichte von Lou und Will eben Ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Wäre der Roman dazu einfach eine freche Kopie, wäre das Buch sicherlich nicht so erfolgreich.

Jeder Autor muss seiner Buchidee seinen ganz individuellen Stempel aufdrücken. Ein gutes Buch lebt von der Umsetzung der Geschichte, dem Schreibstil des Autors und den Figuren. Denn mit einer tollen Buchidee alleine kann man noch keinen Verlagslektor überzeugen.

Zeitmanagement für Autoren – Zeitkiller eliminieren

Zeitmanagement für Autoren – Zeitkiller eliminieren

Im ersten Teil ging es um ein besseres Zeitmanagement für Autoren. Seine Zeit besser einzuplanen, ist nur ein Aspekt eines guten Selbstmanagements. Ebenso wichtig ist es, Zeitkiller zu erkennen und nach Möglichkeit zu eliminieren. Auf diese Weise kannst Du wertvolle Zeit für dein Buch und das Schreiben gewinnen. Es gibt eine Menge von typischen Zeitfressern, welche jeder kennt. Andere Zeitkiller sind wiederum recht individuell und Du wirst diese vielleicht gar nicht in der Auflistung finden.

Zeitkiller
Schon fünf vor zwölf – Wo ist die Zeit geblieben? Bild © by Lupo / pixelio.de

Was nicht im Beitrag behandelt wird, sind offensichtliche Zeitkiller wie Fernsehen, Computer spielen oder in der Kneipe sitzen. Das man auf diese Weise keine Fortschritte bei seinem Buch macht, dürfte klar sein. Hier hapert es einfach an der notwendigen Schreibdisziplin. Im Folgenden geht es um Zeitfresser, welche deinen Schreibprozess behindern können.

Facebook & Co – Der Zeitkiller Nummer 1

Was ist heute für die meisten Menschen der Zeitkiller Nummer 1? Richtig, das Internet und vor allem die Sozialen Medien. Mit Facebook, Twitter und Co. kann man sehr viel Zeit verschwenden. Vielleicht möchtest Du nur noch schnell sehen, was deine Freunde gepostet haben, bevor Du mit dem Schreiben beginnst. Am Ende bleibst Du länger in den Sozialen Medien als geplant. Die Zeit, welche Du für dein Buch eingeplant hast, schwindet dahin. Oder Du bist gerade an deinem Roman dran und es kommt ständig eine Nachricht über WhatsApp, welche Du nach Möglichkeit sofort beantwortest. Selbst eine klassische E-Mail kann schon dafür sorgen, dass Du von deiner Arbeit am Roman abgelenkt wirst.

Wie Du siehst, sind die Sozialen Medien echte Zeitkiller und lenken uns von unserer eigentlichen Arbeit dem Schreiben ab. Zu einem effektiven Zeitmanagement gehört es, solche Zeitfresser zumindest während des Schreibens zu eliminieren. Wenn Du an deinem Buch arbeitest, solltest Du am besten dein E-Mailprogramm und den Browser schließen. Dazu macht es Sinn, dein Smartphone abzuschalten.  So bist Du letztendlich gegen Ablenkungen gefeit und kannst in Ruhe arbeiten.

Perfektionismus ist der perfekte Zeitkiller

Perfektionismus ist ein weiterer bekannter Zeitkiller. Feilst Du zum Beispiel ewig lange an deinen Sätzen, bis diese perfekt sind? Bei der abschließenden Korrektur des Kapitels ändern sich dann doch wieder viele Formulierungen. Oder kann es Dir bei der Recherche nicht genau genug sein? Für deinen historischen Roman bist Du schon am siebten Fachbuch dran, viel Neues erfährst Du dort nicht. Oder Du mistest deine alten Notizen zum Roman aus, dabei schaust Du deine Unterlagen immer und immer wieder durch. Am Ende könnte ja noch etwas im Papierkorb landen, was man braucht.

Diese hier genannten Beispiele sind alles Zeitkiller. Bei einem übersteigerten Perfektionismus hilft auch das beste Zeitmanagement nichts. Von Aristoteles ist ein tolles Zitat für alle Perfektionisten überliefert: „Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht.“ Dies sollst Du nicht als Aufforderung verstehen, unpräzise zu arbeiten. Aber es stellt sich die Frage, wie genau man zum Beispiel bei einem historischen Roman sein muss und kann. Du arbeitest immerhin an einer fiktiven Geschichte und nicht an deiner Promotion in Geschichte. Man könnte es im Zeitmanagement auf folgende Formel bringen: Etwas weniger Perfektionismus ist etwas mehr Zeit für die eigentliche Arbeit an deinem Roman.

Aufschieberitis als Zeitkiller

Du kennst sicherlich die sogenannte Aufschieberitis. Hier schiebt man unangenehme Aufgaben immer wieder hinaus und erledigt stattdessen weniger wichtige Dinge. Der Fachbegriff für dieses Aufschieben von Aufgaben heißt Prokrastination (lateinisch von Aufschub, Vertagung). Auch hier handelt es sich letztendlich um einen Zeitkiller, auch wenn dies nicht so offensichtlich ist. Das Problem entsteht eben dadurch, dass letztendlich notwendige und wichtige Aufgaben liegen bleiben. Du widmest Dich dann vielleicht einer anderen Tätigkeit, welche im schlimmsten Fall Zeitverschwendung ist.

Nehmen wir einmal an, Du bist kein großer Freund vom Korrekturlesen. Diese Tätigkeit ist aber auch monoton und echt anstrengend. Statt Dich dem notwendigen Lektorat deines Romans zu widmen, recherchierst Du lieber noch einmal nach Verlagen für dein Manuskript. Zwar hast Du bereits eine Liste von passenden Buchverlagen für deinen Roman, aber man könnte ja etwas übersehen haben. Letztendlich bringt die Recherche keine neuen Erkenntnisse und die notwendigen Korrekturen wurden nur hinaus geschoben. Ein gutes Zeitmanagement sieht anders aus. Jeder hat so seine Aufgaben, welche er ungern angeht und am liebsten hinausschiebt. Letztendlich müssen diese getan werden, auch wenn dies einfach gesagt ist. Wenn Du größere Probleme mit Aufschieberitis hast: Es gibt im Internet auch Artikel, welche sich speziell mit dem Thema Prokrastination beschäftigen.

Persönliche Zeitkiller

Jeder hat sicherlich seine persönlichen Zeitfresser. Dauert bei Dir das Tippen am Computer zum Beispiel ungewöhnlich lange? Oder Du bist Dir unsicher bei der Kommasetzung und musst immer wieder nachschlagen? Vielleicht kämpfst Du auch mit Word und Formatierungen des Textes dauern bei Dir immer ungewöhnlich lange? Dies alles sind persönliche Zeitkiller. Man kann die Zeitfresser jedoch analysieren und so weit wie möglich eliminieren. Vielleicht lernst Du 10-Finger-Tippen. Es gibt hierzu kostenlose Lernprogramme im Internet. Die Zeit, welche Du hier investierst, zahlt sich später wieder aus. Vielleicht lernst Du nicht wirklich mit 10 Fingern zu Tippen, aber ein wenig schneller dürfte es nach etwas Übung schon gehen.

1-Finger-Tippen - Ein echter Zeitkiller beim Schreiben Bild © by Petra Bork / pixelio.de
1-Finger-Tippen – Ein echter Zeitkiller beim Schreiben Bild © by Petra Bork / pixelio.de

Das Tippen am Computer ist nur ein Beispiel. Jeder kennt seine ganz persönlichen Zeitkiller, diese können durchaus auch etwas skurril sein. Zu einem guten Zeitmanagement gehört es auf jeden Fall, diese Probleme anzugehen. In den meisten Fällen gibt es eine Lösung hierfür, auch wenn man etwas Zeit investieren muss. Auf lange Sicht lohnt es sich.

Zeitfresser eliminieren und Zeit gewinnen

Das Erkennen und Bekämpfen von Zeitkillern kann noch effektiver als eine gute Zeitplanung sein, wie diese im ersten Teil behandelt wurde. Auf diese Weise kannst Du wirklich Zeit für dein Buch gewinnen. Auch hier ist wiederum Disziplin die Grundlage für ein gutes Zeitmanagement. Sei einfach konsequent und schalte dein Smartphone aus, auch wenn Du neugierig auf eingehende Nachrichten bist. Dazu solltest Du bereit sein, deine Gewohnheiten zu ändern. Dies gilt besonders für die Perfektionisten unter den Autoren und für alle Personen mit einem Hang zu Aufschieberitis. Es ist sicherlich nicht immer einfach Zeitkiller zu bekämpfen, doch die Mühe lohnt sich: Am Ende hast Du mehr Zeit für dein Buch.

Zeitmanagement für Autoren – Zeit zum Schreiben finden

Zeitmanagement für Autoren – Zeit zum Schreiben finden

Viele Autoren kennen dieses Problem: Man möchte an seinem Buch schreiben, findet aber nie die Zeit für den Roman. Geht es Dir auch so? Dann liegt es vielleicht an deinem Zeitmanagement. Mit dem richtigen Selbstmanagement kann man täglich ein wenig Zeit für sein Buch und das Schreiben gewinnen. Natürlich steht Dir mit einer durchdachten Zeitplanung nicht plötzlich mehr Zeit am Tag zur Verfügung. Es geht vor allem darum, deine Zeit effektiver zu nutzen. Zeitmanagement basiert auf zwei Säulen: Der besseren Organisation unserer Stunden und dem Vermeiden von Zeitkillern. Dazu ist es wichtig, dass Du Prioritäten setzt und bei deinem Buchprojekt diszipliniert bist, sonst bringt die beste Zeitplanung nichts.

Zeitmanagement
Ideales Zeitmanagement – Ist noch Zeit, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Bevor es um die Tipps zum Zeitmanagement geht, möchten wir noch etwas Grundsätzliches zu diesem Thema sagen: Vielleicht hast Du dich bereits mit einer besseren Zeitplanung und dem Selbstmanagement beschäftigt. Im Internet und im Buchhandel findet man eine Vielzahl von Informationen hierzu. Dabei dürften Dir immer wieder die gleichen Methoden wie die ABC-Analyse oder das Eisenhower-Prinzip begegnen. Ebenso beliebt bei den Tipps zum besseren Zeitmanagement sind To-Do-Listen oder ausgeklügelte Zeitpläne. Die hier genannten Methoden wurden vor allem für den Büroalltag erarbeitet. Diese Tipps helfen Autoren, welche in ihrer Freizeit an ihren Roman schreiben, häufig nicht weiter.

Richtiges Zeitmanagement für Autoren

Im ersten Abschnitt geht es um die Frage, wie Du deine Zeit besser nutzen kannst. Hierbei ist es auch wichtig, dass Du kleine Zeitfenster während des Tages sinnvoll nutzt. Hier gilt das alte Sprichwort: Kleinvieh macht auch Mist. Das Ziel sollte es sein, dass Du täglich an deinem Roman schreibst. Regelmäßiges Arbeiten an deinem Werk wird auch der Qualität deines Buches gut tun.

30 Minuten bis 60 Minuten schreiben

Deine Zeit zum Schreiben ist knapp? Doch 30 bis 60 Minuten an Freizeit solltest Du doch jeden Tag haben. Das hoffen wir zumindest. Stelle die gewünscht Zeit z.B. auf einem Wecker oder einer Stoppuhr ein und arbeite diese ganze Zeit über intensiv ohne Pause an deinem Roman. Wenn der Wecker klingt, kannst Du den Stift fallen lassen oder auch gerne weiterschreiben. Hier geht es vor allem darum, dass Du Dir mit dem richtigen Zeitmanagement kleine Zeitinseln schaffst. Selbst wer zeitlich sehr angespannt ist, sollte wirklich jeden Tag 30 bis 60 Minuten zum Schreiben finden.

Diese kleinen Zeiträume kann man auch seiner Familie „verklickern“ und darauf hinweisen, dass man nun für 45 Minuten nicht gestört werden möchte. Schalte in diesem Zeitraum auch dein Handy aus, damit Du hier nicht unterbrochen wirst. Eine Schreibzeit von 30 bis 60 Minuten wird Dir sicherlich etwas kurz erscheinen, doch es geht um das kontinuierliche Arbeiten an deinem Roman. Dazu solltest Du nicht vergessen: Wir fangen mit dem Zeitmanagement für Autoren gerade erst an.

Feste Schreibzeiten

Dieser Tipp zum Selbstmanagement steht in einem engen Zusammenhang mit der vorhergehenden Strategie. Vielleicht gelingt es Dir über diese kurzen Schreibphasen deine ideale Schreibzeit zu finden und daraus regelmäßige Arbeitszeiten zu machen. Dieser Tipp macht besonders Sinn, wenn fehlende Zeit nicht das eigentliche Problem ist, sondern es eher an der Schreibdisziplin hapert. Hast Du grundsätzlich Zeit für deinen Roman, kommst aber irgendwie nie zum Schreiben, weil es doch immer etwas „dazwischen“ kommt? Dann stimmte etwas mit deinem Zeitmanagement nicht. Hier musst Du letztendlich Prioritäten setzen und feste Schreibzeiten pro Tag festlegen. Zu Beginn reicht es, wenn Du jeden Tag zwischen 18:00 und 19:00 Uhr schreibst. Später kannst Du diese Zeit zum Beispiel bis 20 Uhr verlängern.

Zeitmanagement
Finde feste Schreibzeiten für die Arbeit an deinem Roman, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Wenn Du eher ein Morgenmensch bist, kannst Du auch eine Stunde früher aufstehen und die Zeit zwischen 6 und 7 Uhr mit einem guten Morgenkaffee als deine feste Schreibzeit bestimmen. Wichtig ist nur, dass Du regelmäßige Schreibzeiten findest. So wird dein Buch auch große Fortschritte machen.

Wartezeiten effektiv nutzen

Wir haben im Alltag regelmäßig kurze Wartezeiten. Dazu gehört das Warten beim Arzt oder auf die (verspätete) Bahn. Zum effektiven Zeitmanagement gehört es auch, diese kleinen Zeitfenster zu nutzen. Wir hatten schon das Sprichwort: Kleinvieh macht auch Mist. Dies gilt auch hier. Autoren wird grundsätzlich empfohlen, immer ein Notizbuch dabei zu haben, um sich schnelle Ideen notieren zu können. Ein solches Büchlein macht natürlich auch für Dich Sinn und hier geht es nicht nur darum, Ideen zu notieren. Während kurzer Wartezeiten, kannst Du an deinem Roman weiter arbeiten. Es geht hier nicht so sehr um das Schreiben. Aber vielleicht kannst Du in der kurzen Zeit ein Kapitel strukturieren oder einen Charakter in seinen Grundzügen erstellen.

Wer häufiger mit der Bahn unterwegs ist, sollte diese Zeiten auf jeden Fall effektiv nutzen. Gerade im ICE bietet die Bahn gute Möglichkeiten zum Arbeiten. Zu einem effektiven Zeitmanagement gehört es, Fahrten mit dem ICE nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Vielleicht kannst Du Dich im Zug nicht unbedingt auf das Schreiben konzentrieren, aber vielleicht kannst Du ein ausgedrucktes Kapitel Korrekturlesen oder mit Anmerkungen zur Überarbeitung versehen.

Arbeitsprozesse beenden

Zu einem guten Zeitmanagement gehört es auch, dass man einzelne Arbeitsprozesse möglichst am gleichen Tag beendet. Nehmen wir einmal an, Du schaust eine umfangreiche Liste mit Daten zu deinem historischen Roman durch. Diese Liste ist aber lang und die Durchsicht reichlich monoton. Da mache ich doch lieber morgen weiter und schreibe noch etwas. Am nächsten Tag weißt Du vielleicht nicht mehr, wo Du in der Liste stehen geblieben bist und der „Spaß“ beginnt erneut. Die Liste mit den historischen Daten ist nur ein Beispiel.

Es gehört zu einem effektiven Zeitmanagement einzelne (oft kleinere) Arbeitsprozesse am gleichen Tag zu beenden, sofort dies möglich ist. Nimmt man sein solche Arbeit am Folgetag wieder auf, muss man sich wieder etwas einarbeiten. Im schlimmsten Fall ist man sich nicht sicher, wo man am Vortag stehengeblieben ist.

Disziplin ist die Grundlage von guten Zeitmanagement

Ein gutes Zeitmanagement besteht letztendlich darin, diszipliniert seine vorhandene Freizeit für das Schreiben zu nutzen, auch wenn gerade eine andere Tätigkeit mehr Spaß macht. Feste Schreibzeiten können hier helfen. Durch die konsequente Nutzung von kurzen Wartezeiten im Alltag, kann man sein Buchprojekt noch immer ein Stück vorantreiben. Ebenso ist es sinnvoll, kleine Arbeitsprozesse so zu planen, dass man diese Arbeitsschritte am gleichen Tag beenden kann. So sparst Du Dir die Einarbeitungszeit am nächsten Tag.

Doch ein effektives Zeitmanagement ist nicht der einzige Schlüssel, um mehr Zeit zum Schreiben zu finden. Um wirklich mehr Zeit für deinen Roman zu gewinnen, musst Du auch die Zeitkiller in deinen Leben konsequent eliminieren. Wie Du Zeitkiller identifizierst und bekämpft, erläutern wir im zweiten Teil des Beitrags.

Kreativitätstechniken für Autoren – Schreibblockaden überwinden

Kreativitätstechniken für Autoren – Schreibblockaden überwinden

Manchen Autoren fehlt es nie an Ideen für Kurzgeschichten und Romane, jedoch scheitert es mitunter an der Umsetzung der Idee. Man hat die Geschichte so klar im Kopf, kann aber nur wenig oder gar nichts zu Papier bringen. Gehörst auch Du dieser Art von Autoren und kämpfst regelmäßig mit Schreibblockaden? Dann haben wir eine gute Nachricht: Es gibt einige Kreativitätstechniken gegen solche Blockaden. Diese Methoden sorgen dafür, dass Du wieder in einen Schreibfluss kommst.

Schreibblockade
Die Schreibblockade und das leere Blatt fürchten viele Autoren, Bild © by Kersten Schröder / pixelio.de

Dabei darf man nicht unerwähnt lassen, dass die vorgestellten Techniken gegen Schreibblockaden nicht ganz so effektiv sind, wie die Kreativitätstechniken zur Ideenfindung aus dem ersten Teil. Dies liegt einfach daran, dass Du deine Blockade im Kopf lösen musst und unverkrampfter an das Schreiben des Buches gehen solltest. Die hier vorgestellten Methoden können zumindest einen ersten Beitrag dazu leisten, Schreibblockaden zu bekämpfen.

Kreativitätstechniken gegen Schreibblockaden

Techniken gegen Blockaden beim Schreiben setzen an verschiedenen Stellen an. Beim Free Writing ist es das Ziel, überhaupt in einen Schreibfluss zu kommen. Bei anderen Methoden versucht man die Komplexität des Themas zu reduzieren. Gerade bei komplizierten Romanstoffen macht dies Sinn. Weitere Kreativitätstechniken möchten die Perfektionisten unter den Autoren etwas zügeln. Hier heißt es dann: Schreibe nur deinen Text und verbessere das Geschriebene nicht gleichzeitig.

Free Writing

Free Writing ist eine wichtige Methode des Kreativen Schreibens und kann Dir dabei helfen, in einem Schreibfluss zu kommen. Das Verfahren ist mit Brainstorming vergleichbar, wie wir es im ersten Teil zu den Kreativitätstechniken vorgestellt haben. Schnapp Dir ein leeres Blatt Papier, Du nutzt hierfür kein Textverarbeitungsprogramm. Nun beginnst Du fünf oder zehn Minuten (Zeit stellen) ohne Unterbrechung zu schreiben. Sei spontan und nimm Dir ein beliebiges Thema vor. Dies kann die mangelhafte Umsetzung der Hausordnung in deiner WG sein, eine Zusammenfassung des Filmes von gestern oder eine Ode an deine Schreibtischlampe. Hauptsache Du schreibst und deine Schreibblockaden lösen sich.

Es ist bei dieser Kreativitätstechnik sehr wichtig, dass man tatsächlich die ganze Zeit am Schreiben ist. Fällt Dir nichts mehr ein, wiederhole einfach die vorhergehenden Worte oder variiere diese. Es kann sogar reichen, einfach nur mit dem Stift über das Papier zu fahren. Mit dieser ständigen Schreibbewegung kannst Du vielleicht die ärgerlichen Schreibblockaden lösen und zu deinem Roman übergehen.

Mitten drin anfangen

Es gibt berühmte und es gibt berüchtigte Romananfänge. Häufig parodiert wurde der Anfang des Romans Paul Clifford („It was a dark and stormy night“) von Edward George Bulwer-Lytton. Jedes Jahr richtet man sogar den Bulwer-Lytton Fiction Contest aus. Wer den schlechtesten Anfangssatz für einen Roman schreibt, gewinnt den Contest. Aber welcher Autor möchte schon Namensträger seines solchen Preises sein. Doch kommen wir zurück zu den Kreativitätstechniken. Was soll das Beispiel von Bulwer-Lytton verdeutlichen? Immer wenn wir uns an einen Romananfang oder Kapitelanfang setzen, wird das Schreiben noch etwas schwerer und es kann auch schief gehen. Dies weißt Du sicherlich aus eigener Erfahrung.

Mit einem guten Anfang will man den Leser packen und nicht mehr loslassen. Dies ist nicht so einfach, es muss schließlich richtig gut werden. Schon sind Schreibblockaden vorprogrammiert. Eine Strategie ist es, einfach mittendrin anzufangen. Hast Du das Kapitel in der Mitte begonnen, fällt der Kapitelanfang später häufig leichter. Diese Technik eignet sich auch wunderbar für journalistische Texte im Internet. Ein guter Artikel (am besten mit Teaser) soll den Leser auf der Website halten und zum weiterlesen animieren. Schreibt man den Anfang erst, wenn der eigentliche Artikel steht, ist es einfacher und Schreibblockaden kommen erst gar nicht auf.

Das Thema gliedern

Die antike Rhetorik kennt bei der Erstellung von Reden fünf Produktionsstadien. Die ersten drei Produktionsschritte kann man direkt auf das Schreiben eines Buches übertragen: Die Findung des Stoffes (inventio), die Gliederung des Themas (dispositio) und das Verfassen des Textes (elocutio). Selbst der geübte antike Rhetor würde nicht auf die Idee kommen, die Gliederung einfach zu übergehen. Eine klare Strukturierung gehört zu den Kreativitätstechniken, welche die Komplexität eines Themas reduzieren sollen. Schreibblockaden können auch daher kommen, dass Du Dir gar nicht über die Struktur deines Kapitels klar bist. Hast Du deinen Plot Schritt für Schritt vor Augen? Nein? Dann strukturiere doch dein Kapitel.

Auf diese Weise entsteht ein Fahrplan, an welchen man sich orientieren kann. Dies kann besonders bei historischen Romanen oder Krimis sinnvoll sein, wenn es um eine bestimmte geschichtliche Zeitabfolge oder einen Tathergang geht. Nun kannst Du Dich nur noch auf das Schreiben konzentrieren, weil Du den Plot klar vor Augen hast. Es ist nie sinnvoll, sich beim Verfassen eines Textes auf mehr Sachen zu konzentrieren. Diese Botschaft gilt auch in unserem nächsten Tipp und richtet sich vor allen an alle Perfektionisten unter den Autoren.

Nur Schreiben

Was soll denn bitte „Nur Schreiben“ heißen und was hat dieser Tipp bei den Kreativitätstechniken zu suchen, wird Du vielleicht fragen. Hier geht es darum, wirklich nur an seinen Roman zu schreiben und nicht gleichzeitig den Text zu redigieren. Dies ist vor allem ein Problem von Perfektionisten. Der gerade geschriebene Satz wird sofort in wieder in Word umformuliert und „ausgebessert“. Manchmal ist keine Formulierung gut genug, um es überhaupt aufs Papier zu schaffen. Hier wären wir wieder einmal beim alten Thema Schreibblockaden. Perfektionismus kann ein großer Kreativitätskiller sein.

Kreatives Schreiben
Warum nicht auf Papier schreiben, statt den Computer zu nutzen, Bild © by Rainer Sturm, pixelio.de

Es ist wirklich wichtig, dass Du Dich nur auf das Schreiben konzentrierst, so simpel es auch klingen mag. Die Überarbeitung des Textes kommt später noch. Es kann übrigens sehr hilfreich sein, das eigene Buch mit der Hand zu schreiben, statt den Text sofort am Computer zu tippen. Eine handgeschriebene Fassung erfährt beim Eintippen schon immer eine erste Bearbeitung. Wenn Du dies im Hinterkopf hast, schreibst Du vielleicht entspannter. Dazu sorgt eine handgeschriebene Version dafür, dass man zu weniger Änderungen im Manuskript neigt, sonst wird es unübersichtlich.

Kreativer Ort statt Kreativitätstechnik

Du hast jetzt vier Kreativitätstechniken gegen Schreibblockaden kennengelernt. Einige dieser Tipps erscheint Dir vielleicht so simpel, dass man kaum von einer echten Methode sprechen kann. Doch eine Blockade beim Schreiben lässt sich nicht immer durch eine „Technik“ lösen. Du musst die Schreibblockade in deinem Kopf lösen. Hier kann ein kreativer Ort helfen und die gewünschte Inspiration zum Schreiben bringen. Schreibe doch einmal deinen Roman an einen inspirierenden Ort. Dies kann der historische Lesesaal der Bibliothek, ein Cafe in der Altstadt oder eine schöner Platz im Park sein.

Was ebenso gegen Schreibblockaden hilft ist das Schreiben in einer ruhigen Umgebung ohne Ablenkung. Um entspannt schreiben zu können, solltest Du auf jeden Fall das Handy ausschalten und auch nicht nebenbei eingehende Mails und Facebooknachrichten lesen. In der richtigen Atmosphäre fällt der Schreiben gleich viel leichter.