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Kategorie: Veröffentlichung

Ein Buch überarbeiten – Drei Arbeitsschritte zum perfekten Roman

Ein Buch überarbeiten – Drei Arbeitsschritte zum perfekten Roman

Die erste Fassung deines Romans ist fertig, nun steht die Überarbeitung an. Ein Buch zu überarbeiten gilt als wichtiger und zugleich arbeitsintensiver Schritt auf dem Weg zu einem perfekten Manuskript. Doch wie solltest Du an diese Aufgabe rangehen? Es ist ratsam, den Roman in mehreren Schritten zu überarbeiten. Wir empfehlen drei Arbeitsphasen. Eine erste Durchsicht widmest Du den Inhalten deines Romans und merzt zum Beispiel Widersprüche im Handlungsverlauf aus. Ein zweiter Schritt dient der Überarbeitung der Stilistik und Kürzungen im Text. Die letzte Arbeitsphase widmest Du dem Korrektorat deines Romans.

Buch überarbeiten
Ein Buch in drei Schritten überarbeiten.

Die drei vorgestellten Arbeitsschritte in diesem Beitrag mögen schematisch wirken. Es geht uns darum, zu verdeutlichen, welche Elemente es beim Buch überarbeiten gibt und in welcher Reihenfolge die Bearbeitung erfolgen sollte. Besonders die Arbeitsschritte Stilistik und Korrektorat lassen sich nicht eindeutig voneinander trennen. Doch bevor Du Dich überhaupt an die Überarbeitungen machst, solltest Du den Text ein wenig liegen lassen.

Das Manuskript liegen lassen und Abstand zum Text gewinnen

Nach der Fertigstellung des letzten Kapitels solltest Du deinen Roman ruhen lassen. Auf diese Weise bekommst Du Abstand zu deinem Buch und sieht den Text bei der Überarbeitung objektiver. Nimmst Du ein Manuskript nach einer Pause wieder zur Hand, siehst Du deine Geschichte eher aus dem Blickwinkel des Lesers als aus der Sicht des Autors. So erläutert es der Erfolgsautor Andreas Eschbach: „Man staunt oft, wie anders man ihn [den Text] dann wahrnimmt – objektiver, mehr aus der Sicht eines Lesers. und einen Leser will man schließlich ansprechen, oder?“ (Quelle: andreaseschbach.com)

Wie lange solltest Du ein Manuskript liegen lassen, bevor Du damit beginnst, dein Buch zu überarbeiten? Es hängt stark vom Autor ab. Einige Schriftsteller beginnen schon zwei Tage nach dem Fertigstellen der erste Fassung mit dem Überarbeiten. Andere Autoren lassen die Erstversion einige Monate liegen. Hast Du keine konkrete Idee, wie lange Du deinen Text reifen lassen solltest, empfehlen wir einen Zeitraum zwischen zehn Tagen und vier Wochen.

Arbeitsphase 1: Ein Buch überarbeiten (Inhalt)

Im ersten Arbeitsschritt widmest Du Dich dem Inhalt deines Romans. In dieser Phase der Überarbeitung geht es zum Beispiel darum, logische Fehler im Handlungsverlauf zu erkennen. Stimmt dazu die Charakterlogik und Entwicklung der Figuren? Musst Du vielleicht einzelne Dialoge überarbeiten? Passt die gewählte Erzählperspektive zur Szene. Bei der inhaltlichen Überarbeitung des Romans gibt es eine Vielzahl von Punkten zu beachten.

Mitunter musst Du vieles auf den Kopf stellen und mehrere Passagen des Romans umschreiben als Dir lieb ist. Ein Autor sollte bereit sein, größere inhaltliche Änderungen an seinem Buch vorzunehmen, auch wenn eine solche Bearbeitung schmerzhaft ist. Die Autorin Annika Bühnemann verdeutlicht an Praxisbeispielen, wie sie drei ihrer Roman intensiv inhaltlich überarbeitet hat. Bühnemann macht keinen Hehl daraus, dass die Überarbeitung der Romane einen großen Aufwand bedeutete. Ein Aufwand, der sich am Ende jedoch lohnte.

Arbeitsphase 2:  Ein Buch überarbeiten (Stil)

Sobald die inhaltliche Überarbeitung abgeschlossen ist, kannst Du mit dem Feilen an einzelnen Sätzen und Formulierung beginnen. Was wird in dieser Phase überarbeitet? Es werden zum Beispiel abgenutzte Redewendungen oder Metaphern genauer unter die Lupe genommen, solche Passagen lassen sich besser formulieren. An einigen Stellen verwendest Du vielleicht Passiv statt Aktiv, diese Stellen solltest Du beim Buch prüfen. Vielleicht hast Du ein Lieblingswort, das immer wieder im Text vorkommt. Andreas Eschbach berichtet davon, dass in der ersten Version seines Romans „Die Haarteppichknüpfer“ sehr häufig das Wort „unermesslich“ vorkam.

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Im zweiten Schritt feilt man an Formulierungen und streicht Füllwörter.

In die Arbeitsphase zur Stilistik gehören ebenso Kürzungen. Streiche dein Lieblingswort, überflüssige Adjektive und Füllwörter. Arbeitest Du mit einem Schreibprogramm wie Papyrus Autor, zeigt Dir das Schreibprogramm überflüssige Wörter an. Listen mit Füllwörtern, die Schriftsteller in ihren Text vermeiden sollten, findest Du im Internet. Eine ausführliche Liste bietet zum Beispiel Sternvogelreisen. Wiederholungen im Text fallen ebenso dem Rotstift zum Opfer. Vielleicht kannst Du Dialoge in deinem Roman kürzen und straffen.

Arbeitsphase 3: Ein Buch überarbeiten (Korrektorat)

Nach der inhaltlichen und stilistischen Überarbeitung widmest Du Dich dem Korrektorat des Romans. In dieser letzten Arbeitsphase überprüftest Du Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Es ist auch möglich Stil und Orthographie in einem Schritt zu überarbeiten, wir empfehlen zwei Arbeitsschritte. Es kann sehr stressig sein, Wiederholungen im Text zu kürzen oder an Formulierung zu feilen, während man noch „nebenbei“ auf Kommasetzung und Grammatik achtet.

Wenn Du Dich in der zweiten Arbeitsphase der Überarbeitung deines Romans vor allem auf Stil und Kürzungen konzentrierst, muss Du bei der letzten Überarbeitung „nur“ noch Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung finden. Ein reines Korrektorat ist mühselig genug. Natürlich gilt: Findest Du in der zweiten Arbeitsphase Rechtschreibfehler, streicht Du diese Fehler an. Gefällt Dir beim Korrektorat eine Formulierung nicht, formuliere sie besser.

Testleser für das überarbeitete Manuskript?

Du hast deinen Roman nach allen Regeln der Kunst und  mit viel Aufwand überarbeitet. Bevor Du dein Manuskript an einen Verlag schickst oder das Buch als Self-Publisher veröffentlichst, kannst Du dein Werk Testlesern geben. Testleser verhelfen deinem Roman zum letzten Schliff. Diesen Schritt sollte sich jeder Autor jedoch überlegen. Entscheidest Du Dich für Tester, startet die Phase der Überarbeitung deines Romans erneut. Kritische Testleser werden Anmerkungen zu Inhalt und Stil haben, dazu sicherlich Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung finden.

Die Einarbeitung der Hinweise der Testleser sollte jedoch nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie die Überarbeitung deiner ersten Fassung. Es ist nicht notwendig jede Änderung der Tester zu übernehmen. Am Ende entscheidest Du, welche Kritikpunkte Du in dein Manuskript einarbeitest.

Tipps für Autoren – Von Bestsellerautoren lernen

Tipps für Autoren – Von Bestsellerautoren lernen

Im Internet und in Schreibratgeber findet man eine Vielzahl von Tipps für Autoren. Gerade für Debütautoren ist es nicht immer einfach, zwischen sinnvollen und weniger hilfreichen Ratschlägen zu unterscheiden. Der Blog „Ein Buch schreiben“ sammelt in diesem Beitrag Tipps von Bestsellerautoren für angehende Autoren. Erfolgreiche Schriftsteller wie Stephen King oder Haruki Murakami geben in ihren autobiographischen Schriften wertvolle Ratschläge zum Schreiben und Veröffentlichen. Doch auch ein Blick auf den Internetauftritt bestimmter Autoren lohnt sich. Andreas Eschbach berichtet zum Beispiel auf seiner Homepage über seine langjährigen Erfahrungen beim Schreiben von Romanen und beantwortet auch Fragen.

Buch schreiben
Mit Tipps von Bestsellerautoren besser schreiben , Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

In unserem Beitrag haben wir Tipps von erfolgreichen Schriftstellern für angehende Autoren gesammelt und thematisch gruppiert. Die Sammlung befindet sich noch am Anfang, wächst aber beständig. Es lohnt sich also, wenn Du unseren Blog häufiger besuchst.

Tipps für Autoren – Was sollte man als Schriftsteller mitbringen?

Welche Eigenschaften sollte ein guter Autor mitbringen? Ohne Zweifel gehört eine gewisse Schreibdisziplin dazu. Nur durch regelmäßiges Schreiben kannst Du deinen Roman auch voranbringen und zeitnah fertigstellen. Verschiedene Bestsellerautoren haben Ratschläge zum täglichen Schreibpensum gegeben. Für Stephen King müssen es tausend Wörter pro Tag sein. Weiterhin rät er in seinem Buch „Das Leben und das Schreiben“ zu einem eigenen Arbeitszimmer. Hier ist ein kleiner Raum ausreichend. Wichtig ist nur eine Tür, die man hinter sich schließen kann. Mit einer geschlossenen Tür sagst Du Dir selbst, dass Du bei der Arbeit bist und nicht gestört werden willst.

Wenn Sie Ihr […] Arbeitszimmer betreten und die Tür hinter sich schließen, sollten Sie sich ein tägliches Ziel gesetzt haben. Ich schlage tausend Wörter pro Tag vor, und weil ich gerade in Spendierlaune bin, würde ich sagen, Sie können sich einen Tag in der Woche freinehmen, am Anfang wenigstens.“ (Stephen King: Das Leben und das Schreiben, S. 171)

King rät zu einem Schreibpensum von 1000 Wörtern am Tag. Doch selbst, wenn Du nicht so produktiv bist und weniger schreibst, wird dein Roman beständig wachsen. Andreas Eschbach rechnet es vor: Schreibt man eine Seite (30 Zeilen) pro Tag, hat man am Ende des Jahres ein Buch mit 365 Seiten. Wer mit 35 Jahren täglich eine Seite schreibt, so rechnet er weiter, schafft bis zur Rente 15 Romane. Für Eschbach hat Schreiben nichts mit fehlender Zeit, sondern mit mangelnder Motivation zu tun.

„Bitte, bitte glauben Sie nicht, daß Schriftstellerei irgendetwas mit der Zeit zu tun hat, die einem zur Verfügung steht. Es gibt viele Dinge, die einen daran hindern zu schreiben, aber es ist niemals fehlende Zeit.“ (Quelle: www.andreaseschbach.com )

Wer möchte, findet immer die nötige Zeit zum Schreiben. Eschbach rät dazu, weniger fern zu sehen, auf die Zeitungslektüre zu verzichten oder früher aufzustehen.

Tipps für Autoren – Der Schreibprozess

Andreas Eschbach beantwortet auf seiner Homepage Fragen von angehenden Autoren. Zahlreiche Anfragen erhielt Eschbach zum Thema „Zu Ende schreiben“. Es geht um die Frage, wie man endlich seinen ersten Roman beendet. Viele Autoren arbeiten schon seit Jahren an einem oder mehreren Bücher, können jedoch kein Werk beenden. So fehlt es zum Beispiel an Zeit oder Motivation. Diese Autoren beginnen immer wieder ein neues Buch, weil die Ideen zu schnell kommen oder man mit dem alten Manuskript nicht zufrieden ist. Diesen Schriftstellern gibt Eschbach diesen wertvollen Tipp.

„Wenn ich mir per Zeitmaschine einen einzigen Ratschlag in meine frühen Jahre schicken könnte, dann wäre es dieser: Brich Manuskripte nicht mittendrin ab, um andere anzufangen. Egal, wie schlecht es dir im Moment vorkommt – schreib es fertig! (Quelle: www.andreaseschbach.com )

Andreas Eschbach nennt schlecht geratene, vollendete Romane eine gelungene Trainingseinheit. Diese Bücher bringen einen Autor weiter. Nicht vollendete Werke sind einfach eine Zeitverschwendung. Wer große Zweifel beim Schreiben eines Romans hat und immer wieder ein neues Werk beginnt, sollte sich ein Zitat von Ernest Hemingway vor Augen führen:

„Die erste Fassung ist immer scheiße.“

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, kannst Du viel befreiter schreiben. Bedenke immer: Was Du aktuell niederschreibst, wird kein Mensch zum Lesen bekommen. Steht der Text in seiner Erstfassung, erfolgt eine erste und sicherlich auch zweite Überarbeitung. Es kann durchaus Sinn machen, die erste Fassung eines Romans mit der Hand zu schreiben. Wenn Du die einzelnen Kapitel später in deinen Computer eingibst, wirst Du einzelne Formulierung ändern und hast bereits eine bessere Fassung deines Romans.

Doch wie kann man seinen Schreibstil als Autor grundsätzlich verbessern? Durch regelmäßiges Schreiben. Doch dies ist nicht der einzige Weg, wie ein Ratschlag von William Faulkner verdeutlicht. Der Nobelpreisträger von 1950 rät, sehr viel zu lesen. Dabei spielt es keine Rolle, was Du liest. Es geht vielmehr darum, die ganze Bandbreite der Literatur in sich aufzunehmen und von guten, wie auch schlechten Beispielen zu lernen.

„Lesen, lesen, lesen. Lies alles – Schund, Klassiker, Gutes und Schlechtes und achte darauf, wie es gemacht ist. Wie ein Schreiner, der als Lehrling arbeitet und sich nach Kräften schult. Lies! Du wirst es in dich aufnehmen. Dann schreib. Wenn es gut ist, wirst du es merken. Wenn nicht, verwirf es.“ (Quelle: Goodreads, eigene Übersetzung)

Tipps für Autoren – Schreibblockaden überwinden

Es gibt eine Vielzahl von Tipps zur Ideenfindung und gegen lästige Schreibblockaden. Gegen Ideenlosigkeit wurden zahlreiche Kreativitätstechniken entwickelt. Ebenso wurden in der Vergangenheit viele Methoden konzipiert, um wieder in einen Schreibfluss zu kommen. Manche Tipps erscheinen auf den ersten Blick durchaus befremdlich. So hat zum Beispiel Charles Bukowski empfohlen, einfach über eine Schreibblockade zu schreiben.

„Über eine Schreibblockade zu schreiben ist besser, als überhaupt nicht zu schreiben.“ (Quelle: Goodreads, eigene Übersetzung)

Dieser Tipp macht bei näherer Betrachtung durchaus Sinn. Durch das Schreiben über eine Schreibblockade kommst Du wieder in einen Schreibfluss und die Blockade löst sich automatisch. Sobald die Worte wieder fließen, kannst Du dich der Arbeit an deinem Roman widmen. Doch manchmal bedarf es spezieller Techniken und Methoden gar nicht. Die Bestseller-Autorin Sophie Kinsellas hat einen besonders einfachen und effektiven Tipp gegen jede Art von Blockade:

„Jeder hängt mal fest. Mir helfen Cocktails! Wirklich wahr. Wenn ich nicht weiter weiß, gehe ich mit meinem Mann gerne Cocktails trinken. Wir sitzen dann nur so da und reden, und wenn der Abend vorbei ist, haben wir den Knoten meist entwirrt.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Du musst nicht zwangsläufig Cocktails trinken gehen, um den Knoten zu entwirren. Kinsella regt Autoren vielmehr dazu an, immer wieder einmal den Schreibtisch zu verlassen. Auch Spazierengehen ist ein wunderbares Mittel, um auf neue Gedanken zu kommen, denn Bewegung und frische Luft regen das Gehirn an.

Wie schreibe ich eine Kurzvita für einen Verlag?

Wie schreibe ich eine Kurzvita für einen Verlag?

Neben Anschreiben, Leseprobe und Exposé verlangen viele Verlage eine Kurzvita von Autoren. Doch wie sieht dieser kurze Lebenslauf aus? Soll deine Vita tabellarisch oder ein Fließtext sein? Was gehört an persönlichen Angaben alles rein? Für eine Kurzvita an Verlage gibt es keine einheitlichen Vorgaben. Wir haben uns Beispiele erfolgreicher Vita an Buchverlage anschaut. Anhand dieser Beispiele haben wir herausgearbeitet, was Verlage gerne in einem kurzen Lebenslauf lesen.

Schreibtagebuch
Die Kurzvita soll maximal 500 Zeichen enthalten, Bild © by I-vista / pixelio.de

Eine Kurzvita könnte wie folgt aussehen: „Maria Musterfrau, Jahrgang 1980, hat Anglistik und Literaturwissenschaft in Bonn studiert. Heute lebt sie in Sankt Augustin und arbeitet an der VHS in der Erwachsenbildung. Musterfrau ist langjähriges Mitglied der Literaturgruppe „Rheinischer Autorenbund“. Im letzten Jahr hat sie sich ihren Traum erfüllt und bereiste Südamerika mit dem Motorrad. Die Erlebnisse der Reise hat sie in ihrem Roman verarbeitet.“

Kurzvita als Fließtext und maximal 500 Zeichen

Das Beispiel zeigt, eine Kurzvita wird als Fließtext und in der dritten Person geschrieben. Neben allgemeinen Angaben zu deiner Person informiere den Verlag über deine Ausbildung und deinem Beruf. In den kurzen Lebenslauf gehören dazu alle Informationen, die für einen Buchverlag und die Vermarktung deines Romans interessant sein können. Bist Du Mitglied einer Literaturgruppe oder hast Du einen Literaturwettbewerb gewonnen, führe dies in der Kurzvita auf. Alle Aktivitäten, die im direkten Zusammenhang mit deinem Buch stehen, solltest Du ebenso aufführen. In unserem Beispiel ist es die Reise durch Südamerika.

Im Internet liest man immer wieder die Empfehlung, ungewöhnliche Hobbys oder Talente in die Vita aufzunehmen. Vielleicht bist Du Deutscher Meister in einer speziellen Sportart, baust Roboter in deiner Garage oder bist Extrembergsteiger. So etwas kann Sinn machen, ein Verlag möchte auch wissen, wie er einen Autor vermarkten kann. Hast Du jedoch Zweifel, ob dein Hobby nicht etwas zu skurril ist, lasse diese Angabe einfach weg. Wie lange sollte eigentlich eine Kurzvita sein? Zur Länge findet man im Internet überraschend übereinstimmende Angaben. Es sollten maximal 500 Zeichen sein.

Wie gestaltet ein Autor seine Vita, wenn er weder Mitglied einer Literaturgruppe ist, noch einen Preis gewonnen hat? Diese Frage kann man im Netz immer wieder lesen. Gerade junge Debütautoren können nur selten Literaturpreise oder Veröffentlichungen vorweisen. Sollte es bei Dir der Fall sein, nimm in die Kurzvita allgemeine Angaben zu deiner Person, Ausbildung und deinem Beruf auf. Auch dies sei gesagt: Der kurze Lebenslauf hat nicht das ganz große Gewicht bei einer Verlagsbewerbung, ein überzeugendes Exposé und eine gute Leseprobe sind wichtiger. Übrigens verlangt nicht jeder Verlag eine Vita. Informiere Dich auf der Seite des Buchverlages, was Du einsenden sollst.

Kurzvita auf der Autorenseite und im Klappentext

Eine kurze Vita brauchst Du nicht nur für einen Verlag. Hast Du eine Autorenseite, ist es sinnvoll, dort einige Angaben zu deiner Person zu machen. Für Self-Publisher spielt dazu die Kurzvita beim Klappentext eine wichtige Rolle. Neben einer Inhaltsangabe des Romans gehören auch Angaben zum Autor in den Klappentext. Die Vita für deine Autorenseite und den Klappentext kannst Du etwas persönlicher gestalten als für einen Verlag. Viele Schriftsteller machen hier gerne Angaben zu Familienstand und Kindern. Doch auch hier solltest Du Dich kurz fassen. Wie Du einen Klappentext für deinen Roman gestaltest, haben wir ausführlich in einem extra Beitrag beschrieben.

Wie schreibe ich einen guten Klappentext für meinen Roman?

Wie schreibe ich einen guten Klappentext für meinen Roman?

Hast Du Dich schon einmal an einem Klappentext für dein Buch versucht, hast Du sicherlich die Erfahrung gemacht: Es ist schwierig, einen solchen kurzen Text zu schreiben, der den Leser zum Kauf deines Romans anregen soll. Vielleicht hast Du bereits mehrere Entwürfe verfasst, doch keine Fassung konnte Dich bisher überzeugen. Dieser Beitrag wendet sich besonders an Self-Publisher, die am Klappentext zu ihrem Buch arbeiten und diesen möglichst optimieren wollen. Wir geben Tipps zu Bestandteilen, Inhalt und Formulierung des kurzen Textes, der zum Kauf des Buches anregen soll.

Klappentext
Der Klappentext auf der Innenseite des Schutzumschlages.

Wie lässt sich der Klappentext definieren? Der Text gibt kurz den Inhalt eines Romans wieder, enthält Informationen zum Autor und weiteren Büchern des Schriftstellers. Die Inhalte auf der Innenseite des Schutzumschlages sollen auf dem gesamten Roman neugierig machen und zum Kauf anregen. Mit diesen zwei Sätzen lassen sich knapp Inhalt und Funktion des Teaser-Textes beschreiben.

Klappentext mit Inhaltsangabe, Autorenvita und weiteren Titeln

Ein Klappentext hat bis zu drei Bestandteile. Zentral ist die Inhaltsangabe des Romans. In der Zusammenfassung gibst Du die Haupthandlung deines Buches wieder. Dieser Text verrät keine Details und nicht das Ende deines Romans, er soll die Leser neugierig auf das gesamte Werk machen. In keinem Fall sollte die Inhaltsangabe bei den potentiellen Käufern falsche Erwartungen wecken oder gar fehlerhafte Angaben machen. Um das Gefühl für einen guten Klappentext zu bekommen, ist es sinnvoll, sich einige Beispiele in deinem Bücherregal anzuschauen. Anhand dieser Bücher wirst Du sehr schnell merken, dass es kein Rezept für einen guten Teaser-Text gibt

Neben der Inhaltsangabe findest Du auf der Innenseite der Bücher auch eine Kurzvita des Autors. In diesem Abschnitt steht zum Beispiel etwas zum Lebensort, zur Familie und Ausbildung oder dem (früheren) Beruf des Schriftstellers. Diese Kurzvita enthält oft nur wenige Sätze und gehört zum Klappentext dazu. Weiterhin findest Du häufig einen Hinweis auf weitere Romane des Autors. Bei der Durchsicht einiger Bücher ist Dir sicherlich aufgefallen, dass es Unterschiede zwischen Hardcover und Taschenbüchern gibt.

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Inhaltsangabe und Autorenvita mit Bild bei Hardcover mit Schutzumschlag.

Bei einem Buch mit festem Einband befindet sich die Inhaltsangabe im Regelfall auf der vorderen Einschlagklappe. Autorenvita (häufig mit Bild) und weitere Werke stehen wiederum auf der hinteren Einschlagkappe eines Hardcovers. Dazu gibt es gebundene Bücher ohne Schutzumschlag. In diesem Fall stehen die Inhaltsangabe und Autorenvita auf der Rückseite des Buches. Bei einem Taschenbuch findest Du den gesamten Klappentext auf der Innenseite des Einbandes oder auf einer der ersten Seiten im Buch. Inhaltsangabe und Informationen über den Autor stehen vor der Seite mit dem Titel des Romans. Die meisten Self-Publisher dürften vor allem ein Taschenbuch veröffentlichen.

Wie schreibst Du einen Klappentext?

Veröffentlichst Du deinen ersten Roman, besteht dein Klappentext aus Inhaltsangabe und Autorenvita. Den Inhalt deines Buches so zu formulieren, dass die Neugier des Lesers geweckt wird, ist schwierig. Der Text sollte möglich knapp formuliert sein. Versuche gleich mit den ersten Sätzen deinen Leser zu fesseln. Die erste Passage sollte zentrale Schlüsselwörter deines Romans enthalten. Ein schönes Beispiel hierfür ist der erste Harry Potter Band: Bis zu seinem elften Geburtstag glaubt Harry, er sei ein ganz normaler Junge. Doch dann erfährt er, dass er sich an der Schule für Hexerei und Zauberei einfinden soll – denn er ist ein Zauberer! (Quelle: Harry Potter und der Stein der Weisen). Die Inhaltsangabe zum Roman von Joanne K. Rowling ist gerade einmal 72 Wörter lang. Ein Klappentext sollte kurz sein. Der Text wird in der dritten Person geschrieben und ist leicht lesbar. Verzichte auf verschachtele Sätze und vermeide Fehler bei der Rechtschreibung. Anhand der Beschreibung sollte der Leser bereits das Genre deines Romans erkennen.

Ebenso knapp sollte die Autorenvita ausfallen. Wie sieht eine solche Vita aus? Häufig findet man in einem Roman Informationen zu Geburtsort, Familie, aktueller Wohnort und Beruf. Eine knappe und sachliche Autorenvita könnte so aussehen: „Autorin Maria Musterfrau wurde 1980 in Stuttgart geborgen. Heute lebt sie mit Ehemann und zwei Kindern in einem beschaulichen Dorf am Neckar. Musterfrau arbeitet als Redakteurin für eine Lokalzeitung. Mit dem Roman xy hat sie sich eine lange gehegten Traum vom eigenen Buch erfüllt.“ Die Vita umfasst gerade einmal 44 Wörter und enthält die wichtigsten Informationen für den Leser.

Der gesamte Klappentext mit Inhaltsangabe und Autorenvita sollte 100 bis 150 Wörter umfassen. Ist dein Teaser-Text länger, versuche Wörter oder Sätze zu kürzen. Vielleicht musst Du auch einzelne Passagen knapper oder neu formulieren. Ist dein Klappentext fertig, lege den Text Verwandten und Freunden vor. Frage deine Testleser, ob der Teaser-Text verständlich ist und sie zum Kauf des Buches anregen würde. Bei den ersten Entwürfen eines Klappentextes bemängeln Tester häufiger, dass die Inhaltsangabe nicht nachvollziehbar ist. Du als Autor kennst dein Buch sehr gut. Was für Dich völlig klar ist, versteht der Leser vielleicht nicht. Die knappe Inhaltsgabe muss so formuliert sein, das der Leser diese versteht, ohne deinen Roman zu kennen.

Veröffentlichung im Verlag – Wie entsteht der Klappentext?

Wer ist eigentlich für die Inhaltsangabe oder Autorenvita verantwortlich, veröffentlichst Du deinen Roman in einem Buchverlag? In einzelnen Verlagen dürfte man Dich darum bitten, einen Klappentext zu verfassen, schließlich kennt niemand das Buch so gut wie Du. Häufiger bitten Verlage um mehrere Versionen des Textes mit unterschiedlichen Ansätzen. Auf der Basis arbeitet der Verlag mit Dir an einem besonders verkaufswirksamen Teaser-Text für deinen Roman. Im Regelfall entstehen in Zusammenarbeit von Autor und Verlag mehrere Fassungen, bis der endgültige Text steht.

Veröffentlichst Du dein Buch bei einem der großen Verlage, ist häufig die Marketing-Abteilung oder der betreuende Verlagslektor für den Klappentext verantwortlich. Hier hast Du als Autor mitunter nur ein bedingtes oder kein Mitspracherecht bei der Inhaltsangabe zu deinem Roman.

Testleser für einen Roman finden

Testleser für einen Roman finden

Dein Buch ist fertig. Nun möchtest Du deinen Roman als Self-Publisher veröffentlichen oder an einen Verlag schicken. Bevor Du diesen Schritt tust, kann es sinnvoll sein, Testleser für deinen Roman zu finden. Doch wieso solltest Du überhaupt mit Testlesern arbeiten? Solche Leser können Dir helfen, deinem Buch vor einer Veröffentlichung oder dem Versenden an einen Verlag den letzten Schliff zu geben. Tester erkennen zum Beispiel logische Fehler im Handlungsverlauf, geben Feedback zu den Charakteren und verweisen auf unglückliche Formulierungen. Testleser können ebenso helfen, die letzten Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu finden. Jedoch solltest Du deine Tester nicht als Lektoren missbrauchen.

Testleser
Wie finde ich Testleser für meinen Roman? , Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Zuerst einmal stellt sich die Frage, wann Du das Manuskript aus der Hand gibst. Die Antwort ist einfach: Wenn es nach deiner Ansicht nichts mehr an deinem Roman zu verbessern gibt. Du hast dein Manuskript mehrfach korrekturgelesen und findest mehr keine Fehler? Der Plot deines Romans ist schlüssig und die Charaktere sind überzeugend? Nun ist der Zeitpunkt gekommen, Testleser für dein Buch zu finden.

Testleser finden und richtig auswählen

Die richtige Auswahl der Tester ist die schwierigste Aufgabe. Bei der Wahl stellen sich viele Fragen. Soll ich mich für Bekannt oder Fremde entscheiden? An wie viele Personen schicke ich mein Manuskript? Wie bestimme ich meine Zielgruppe? In welcher Form soll das Feedback erfolgen?

1. Bekannte oder Fremde als Testleser?

Zuerst solltest Du für Dich die Frage klären, ob Du deinen Roman einen Bekannten oder einer fremden Person zum Lesen geben möchtest. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Gibst Du dein Manuskript direkt an Freunde oder Familie weiter, musst Du häufig nicht lange nach Testlesern suchen. Weiterhin dürfte es unkompliziert sein, Feedback zu erhalten. Im persönlichen Gespräch kann eine bekannte Person Dir mitteilen, was ihm an deinem Buch gefällt und was nicht. Das Feedback eines Freundes kann mitunter spärlich ausfallen. So könnte die Person einfach nur sagen, dein Buch hätte ihr gut gefallen. Oder noch schlimmer: Ein Familienmitglied möchte deine Gefühle nicht verletzten und lobt einen Roman, der ihn eigentlich gar nicht gefallen hat.

Ein solches Feedback bringt Dich nicht weiter oder kann sogar schädlich sein. Von fremden Personen als Testleser bekommst Du im Regelfall ein konstruktiveres Feedback. Mitunter fällt die Kritik nicht positiv aus und es gibt mehr Änderungsvorschläge zu deinem Roman als Dir lieb ist. Nur mit einem solchen Feedback kannst Du dein Buch verbessern und dem Manuskript den letzten Schliff geben. Wer mit Testlesern arbeitet, sollte grundsätzlich mit Kritik umgehen können.

2. An wie viele Personen schicke ich mein Manuskript?

Weiterhin stellt sich die Frage, an wie viele Personen Du dein Buch zum Testlesen schickst. Es macht immer Sinn, mit einer ungeraden Zahl zu arbeiten. Auf diese Weise gibt es kein Unentschieden bei positiven und negativen Rückmeldungen. Drei bis fünf Testleser sind im Regelfall ausreichend. Eine größere Zahl ist nicht empfehlenswert. Jeder zusätzliche Tester erhöht deinen Aufwand. Es ist ratsam, mit den einzelnen Personen regelmäßig zu kommunizieren. Weiterhin bedeutet jedes Manuskript mit Anmerkungen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand für Dich. Viel sinnvoller ist es, mit einer überschaubaren Zahl von Lesern zu arbeiten, diese jedoch sorgfältig auszuwählen.

Ein weiterer Punkt ist noch wichtig. Setze vor dem Verschicken eine sinnvolle Deadline für die Rückgabe des Manuskripts. Kommuniziere diesen Termin ganz klar. Wie viel Zeit Du den Testlesern gibst, hängt vor allem von der Länge deines Romans ab. Mitunter kannst Du mit den einzelnen Testern einen Termin zum Zurückgeben vereinbaren. Die Termine der Leser sollten möglichst nah beieinander liegen. Habe den Mut, ein Manuskript zurückzufordern, wenn ein Testleser nach der Deadline deinen Roman nicht zurücksendet. Eine Verlängerung der Abgabefrist um wenige Tage oder eine Woche ist in Ordnung. Es macht jedoch keinen Sinn, ewig auf ein Feedback zu warten. Auch unvollständige Anmerkungen im Manuskript können weiterhelfen.

3. Wie finde ich die richtigen Leser für mein Genre?

Nun kommt die schwierigste Frage: Wie finde ich die richtigen Testleser? Suche möglichst nach Lesern, die mit deinem Genre vertraut sind und im besten Fall bereits Erfahrung mit Testlesen haben. Hast Du einen Krimi geschrieben, ist es sinnvoll nach speziellen Literaturforen für Krimi-Fans zu suchen. Solche Gruppen findest Du über Google oder auf Facebook. Entscheide Dich zum Beispiel für eine Facebook-Gruppe mit vielen Mitgliedern. In einem Posting kannst Du nach Testlesern suchen.

Benne das Genre (wenn auch möglich das Subgenre) deines Buch und beschreibe so gut wie möglich, den Grundcharakter deines Romans. Ein Beispiel wäre: „Ich suche fünf Testleser, die gerne Liebesgeschichten (New Adult) mit Humor lesen.“ Mache dazu Angaben, wie lang dein Manuskript in Normseiten ist und wie viel Zeit die Tester haben. Häufig melden sich mehr Testleser als Du benötigst. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, etwas zu der Auswahl der Leser zu schreiben. So kannst Du angeben, bevorzugst Tester auszuwählen, die mit deinem Genre besonders vertraut sind. Alternativ kannst Du einfach „auslosen“. Nun gilt es, mit etwas Fingerspitzgefühl die richtigen Personen auszuwählen. Schreibe auch den nicht ausgewählten Lesern und bedanke Dich für das Interesse.

Eine Auswahl über die Sozialen Medien ist nur ein Weg, um Testleser zu finden. Wer bereits ein zweites Buch veröffentlicht, sucht zum Beispiel unter seinen Fans (über die Autorenseite) nach Testern. Wer im Literaturbereich gut vernetzt ist, kann vielleicht Buchblogger oder Autorenkollegen zum Testlesen gewinnen. Je mehr Bücher Du veröffentlicht hast, umso leichter findest Du gute Tester. Für Autoren mit ihrem ersten Buch ist es wiederum schwer, geeignete Leser zu finden. Man kennt nur wenige Personen, die infrage kommen. Leser aus dem eigenen Bekanntenkreis sind bekanntlich nicht immer ideal. Bist Du in verschiedenen Autorengruppen aktiv, kannst Du gezielt Personen in diesen Gruppen fragen, mit welchem Du bereits Kontakt hattest. Eine Ausschreibung für Testleser auf Facebook funktioniert immer.

4. In welcher Form soll das Feedback erfolgen?

Abschließend stellt sich die Frage, in welcher Form das Feedback erfolgen soll. Viele Leser dürften sich einfach ein Word-Dokument wünschen. Dort können sie Anmerkungen eintragen und Du kannst die Änderungen nachverfolgen. Mitunter musst Du die Formatierung deiner Datei ändern. Manche Tester wünschen sich vielleicht eine OpenOffice- oder Staroffice-Datei. Es dürfte nur eine Kleinigkeit sein, das gewünschte Datenformat zu erstellen. Spreche mit jedem Testleser ab, in welcher Form er mit deinem Roman arbeiten möchte. Wünscht er sich ein ausgedrucktes Manuskript, scheue nicht die Kosten für Papier und Porto.

Fragebogen
Es kann Sinn machen, mit einem Fragebogen zu arbeiten, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es kann auch Sinn machen, einen Fragebogen für deine Testleser zu erstellen. Ein solches Dokument könnte folgende Fragen enthalten: Was erwartest Du von diesem Buch? Welche Note würdest Du der Buchidee geben? Welche Note gibst Du dem Schreibstil? Sprechen Dich die Charaktere an? Bewerte das Buch abschließend mit einer Note? So könnten einzelne Fragen für die Testleser aussehen. Acht darauf, dass der Fragebogen nicht zu lang wird und sich die meisten Fragen mit einem Kreuz oder wenigen Sätzen beantworten lassen. Es ist sinnvoll, deine Tester entweder Schulnoten oder Bewertungen auf einer Skala von ein bis zehn vergeben zu lassen. Ein Fragebogen sorgt für ein einheitliches und vergleichbares Feedback von deinen Lesern. Bleibe nach Möglichkeit immer im Kontakt mit deinen Lesern, mitunter bekommst Du auch ein Zwischenfeedback.

Der Umgang mit den zurückgesandten Manuskripten

Wenn Du die bearbeiteten Manuskripte zurückbekommst, bedanke Dich auf jeden Fall beim den Testlesern, auch wenn das Feedback so gar nicht nach deinem Geschmack ausfällt. In einem ersten Schritt ist es sinnvoll, Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu korrigieren. Selbst wenn Du deinen Roman sehr genau korrekturgelesen hast, bleiben solche Fehler nicht aus. In einem zweiten Schritt prüfe die Anmerkungen zu Schreibstil, Fehler im Handlungsverlauf und Charakterlogik. Du musst nicht alle Bemerkungen übernehmen. Doch wenn zwei Testleser die gleichen Details bemängeln, solltest Du diese Anmerkungen ganz genau prüfen. Am Ende entscheidest Du, was Du vom Feedback übernimmst.

Hast Du deinen Roman veröffentlicht, ist es eine nette Geste, wenn Du deinen Testlesern ein Belegexemplar schickst. Wer möchte, kann die Tester auch in Danksagungen erwähnen.

Was ist die Normseite?

Was ist die Normseite?

Während deiner Arbeit an deinem Roman ist Dir sicherlich bereits die Normseite begegnet. Was steckt genau hinter dem Begriff und vor allem, wie wichtig ist das Format für Autoren? Eine klassische Normseite hat 30 Zeilen mit 60 Anschlägen. Füllt man eine ganze DIN-A4-Seite, ergeben sich 1800 Zeichen (mit Leerzeichen). Die Definition stammt noch aus dem Schreibmaschinen-Zeitalter. In der Praxis ist jedoch kaum eine Seite von oben bis unten mit besagten 1800 Zeichen vollgeschrieben. Es gibt Überschriften, Absätze und Dialoge. Welche Bedeutung hat heute die Normseite für Autoren?

Normseite
Die Normseite mit 1800 Zeichen stammt aus dem Schreibmaschinenzeitalter, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

Es ist sinnvoll, beim Schreiben eines Buches von Anfang mit dem Format zu arbeiten. So hast Du immer im Überblick, wie viele Buchseiten dein Roman während des Schreibens hat. Autoren fragen sich immer wieder, in welcher Form sie das Manuskript an einen Verlag schicken sollen.  Schickst Du Leseprobe und Exposé mit 30 Zeilen und max. 60 Anschlägen an einen Buchverlag, macht dies im Regelfall einen ersten guten Eindruck auf den Lektor. Die Normseite ist keine Voraussetzung für eine Veröffentlichung, wir empfehlen Autoren jedoch, bei Textprobe und Exposé mit diesem Format zu arbeiten. Dieser Ratschlag gilt selbstverständlich nicht, wenn der Verlag auf seiner Internetseite andere Angaben zum Manuskript macht.

Eine Normseite erstellen

Möchtest Du eine Normseite für deinen Roman erstellen, kannst Du Dich an den unten stehenden Formatierungen orientieren. Auf unserer Seite kannst Du eine kostenlose Manuskript-Normseite (mit Zeilenzählung) herunterladen.

  • Seitenränder: 2,19 cm (oben), 1,78 cm (unten), 3,17 cm (links) und 2,54 cm (rechts)
  • 60 Zeichen pro Zeile und 30 Zeilen pro Seite (so kommst Du auf etwa 1.800 Zeichen pro Seite bzw. rund 250 Wörter pro Seite)
  • Schriftgröße 12 und 24 pt Zeilenabstand
  • Schriftart: Mit Serifen (z.B. Times New Roman, Courier New) zur besseren Lesbarkeit
  • Flattersatz, linksbündig
  • Seitenzählung

Da es eine Vielzahl von verschiedenen Programmen für Textverarbeitung gibt, kann es sein, dass Du einige der Angaben leicht anpassen musst. Im Regelfall solltest Du mit diesem Formatierungsangaben problemlos eine Seite mit 30 Zeilen und 60 Anschlägen erstellen.

Die Normseite für Lektoren

Die Normseite spielt auch eine wichtige Rolle für Lektoren, wenn es um die Abrechnung der erbrachten Leistungen geht. Viele Lektoren orientieren bei ihrer Arbeit an der Definition der VG Wort. Die Verwertungsgesellschaft sieht die Normseite mit 1800 Zeichen als nicht mehr zeitgemäß an und definiert die Seite mit 1500 Zeichen. Einige Dienstleister rechnen auch mit 1600 Zeichen oder einfach 250 Wörtern pro Seite. Wenn Du Dich für ein professionelles Lektorat interessierst, solltest Du Dich vorab auf der Homepage des Anbieters informieren oder Dich telefonisch erkundigen. Nur so kannst Du sicher abschätzen, was Dich ein professionelles Korrektorat oder Lektorat für deinen Roman kostet.

Die hier genannten Regelungen für die Normseite gelten nur für Deutschland. In anderen deutschsprachigen Ländern wie Österreich oder der Schweiz sieht es wiederum anders aus.

5 Meilensteine auf dem Weg zur Buchveröffentlichung

5 Meilensteine auf dem Weg zur Buchveröffentlichung

Bis zur Buchveröffentlichung im Verlag ist es ein weiter Weg. Auf diesen Weg macht es Sinn, sich Zwischenziele zu setzen und bewusst größere und kleinere Meilensteine zu feiern. Bis zur Veröffentlichung durchläuft jedes Buch bestimmte Arbeitsschritte: Dazu gehören die Konkretisierung der Buchidee, die Strukturierung des Romans, die erste Romanfassung, Lektorat und Anschreiben der Verlage.

Einsteiger-Ratgeber
Der Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“

Dieser Beitrag richtet sich an Autoren, die an ihrem ersten Roman arbeiten und skizziert knapp die Meilensteine zur Buchveröffentlichung. Dieser Text soll Dir eine kleine Orientierung geben, wie Du die Arbeit an deinem Roman planen kannst. Möchtest Du dieses Thema vertiefen, empfehlen wir Dir unseren Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“. Der Ratgeber beleuchtet die gesamte Arbeit an einem Roman von der ersten Ideenfindung bis zur Veröffentlichung.

Meilenstein 1: Buchidee konkretisieren

Eine gute Buchidee ist für viele angehende Autoren die Initialzündung für das Schreiben eines Romans. Bei aller Begeisterung für deinen Geistesblitz, ist es wichtig, die Romanidee zu konkretisieren. Reicht deine Buchidee für einen Roman mit 200 bis 300 Seiten? Diese Frage lässt sich mit einem kleinen Test beantworten. Kannst Du die Handlung deiner Romanidee grob skizzieren und zumindest eine DIN-A4-Seite damit füllen? Dann spricht vieles dafür, dass Du eine passende Idee für dein Buch gefunden hast.

Ob die Idee wirklich genügend Stoff für ein ganzes Buch bietet, zeigt sich erst verlässlich in der Phase der Planung. Doch der Test mit dem DIN-A4-Blatt ist ein gutes Indiz für eine brauchbare Romanidee. Die Konkretisierung einer tragbaren Buchidee ist ein erster Meilenstein auf dem Weg zur Buchveröffentlichung. Viele Autoren haben zahlreiche Einfälle. Eine erste Prüfung zeigt mitunter, dass sich die Idee nur für eine Kurzgeschichte eignet oder nicht wirklich neu ist.

Meilenstein 2: Roman strukturieren

Bevor Du mit dem Schreiben des ersten Kapitels beginnst, solltest Du deinen Roman strukturieren und planen. Bei längeren Texten ist erst ratsam, zumindest den Hauptkonflikt und die wichtigsten Charaktere zu planen und grob auszuarbeiten. Schreibst Du ohne Planung darauf los, drohen Unstimmigkeiten im Handlungsverlauf. Weiterhin können sich Charaktere für den Leser unlogisch verhalten. Bedenke auch ein Detail: Die Zeit, die Du in die Planung deines Romans investierst, gewinnst Du im Regelfall später beim Schreiben und Überarbeiten wieder.

Charaktere
Bei der Planung solltest Du die wichtigsten Charaktere ausarbeiten , Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es kann sehr zeitaufwendig sein, bei der Überarbeitung deines Romans logische Fehler im Handlungsverlauf „auszubügeln“. Einzelne Kapitel müssen geprüft und eventuell umgeschrieben werden. Neben dem großen Zeitaufwand ist eine solche Arbeit besonders frustrierend für Autoren. Hast Du hingegen deine Hauptcharaktere ausgearbeitet und den groben Handlungsverlauf des Romans vor Augen, kannst Du Dich zum zweiten Meilenstein auf deinem Weg zur Buchveröffentlichung beglückwünschen.

Meilenstein 3: Erste Fassung des Romans

Nun beginnt das Schreiben deines Romans. Ein Detail sollte man nicht unerwähnt lassen, die Phase der Planung und des Niederschreibens lassen sich nicht klar trennen. Halte nicht stur an deinem ersten Plan fest, der Plot bedarf beim Schreiben immer wieder etwas der Feinjustierung. Im Regelfall sollte es so aussehen, dass Du während des Schreibens immer wieder zwischen Planen und Verfassen von Kapiteln wechselst, das Schreiben am Buch nimmt die meiste Zeit ein.

Das Schreiben des Romans besteht genau genommen aus vielen kleinen Meilensteinen. Dazu gehören zum Beispiel das erste Kapitel, die ersten 100 Seiten und am Ende die erste Fassung des Romans. Wenn das Manuskript in dieser Fassung vor Dir liegt, kannst Du diesen Meilenstein wirklich feiern und Du hast mehr als die Hälfte auf dem Weg zur Buchveröffentlichung geschafft. Nur die wenigsten Autoren kommen so weit.

Meilenstein 4: Lektorat

Ist die erste Fassung fertig, startet das Lektorat. In dieser Phase überarbeitest Du dein Manuskript und achtest auf Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Zu einem Lektorat gehören auch das Feilen am Schreibstil und die Suche nach logischen Fehlern im Handlungsverlauf. Es empfiehlt sich, abgeschlossene Kapitel schon während des Schreibprozesses Korrektur zu lesen und Fehler zu finden. Liegt zum Beispiel ein Manuskript von 400 Seiten ohne jede Korrektur vor Dir, musst Du die allererste Fassung mehrfach durchlesen, um möglichst viele Fehler zu finden.

Lektorat
Gib dein Buch auch Freunden und Bekannten zum Lektorat, © by Regina Kaute / pixelio.de

Wer ein längeres Manuskript zwei bis drei Mal Korrektur gelesen hat, weiß wie ermüdend diese Arbeit ist. Findest Du keine Fehler mehr, solltest Du dein Manuskript an Freunde oder Bekannte weitergeben, die felsenfest in Rechtschreibung und Grammatik sind. Sie werden noch einige Fehler finden. Hast Du alle Anmerkungen der Testleser eingearbeitet, kannst Du Dich über einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Buchveröffentlichung freuen.

Meilenstein 5: Verlage anschreiben

Während dein Buch bei den Testlesern liegt, kannst Du bereits mit der Recherche nach geeigneten Verlagen beginnen. Auf den Verlagsseiten im Internet informierst Du Dich darüber, ob dein Roman ins jeweilige Verlagsprogramm passt. Nach dem Du einige geeignete Buchverlage gefunden hast, prüfe im Detail, welche Anforderungen sie an das Versenden eines Manuskripts stellen. Die meisten Verlage wünschen Anschreiben, Exposé und eine Leseprobe. In einigen Fällen wird noch eine Kurzvita verlangt.

Das Verfassen eines überzeugenden Exposés gehört zu den schwierigsten Aufgaben. Das Exposé umfasst 2 bis 3 Seiten und ist die vorausschauende Inhaltsangabe eines literarischen Werkes. Auf wenigen Seiten musst Du dem Lektor die Grundidee deines Romans vermitteln und die Hauptfiguren skizzieren. Verbindliche Vorgaben für ein Exposé gibt es in Deutschland nicht. Hast Du die Unterlagen für die passenden Verlage zusammengestellt, ist der letzte Meilenstein erreicht. Du kannst dein Manuskript verschicken. Du hast dein Ziel vor Augen: Die Buchveröffentlichung.

Das ultimative Ziel: Die Buchveröffentlichung

Nun hast Du verschiedene Verlage angeschrieben und es heißt Geduld haben. Es dauert im Regelfall mehrere Wochen oder sogar Monate, bis sich der erste Buchverlag meldet. Auch dies muss man sagen: Es werden einig Absagen kommen, davon sollest Du Dich aber nicht entmutigen lassen. Besonders Autoren mit der ersten Buchveröffentlichung haben es schwer. Doch eines Tages kommt vielleicht die ersehnte Zusage und Du hast dein ultimatives Ziel erreicht: Die Buchveröffentlichung.

Roman-Verlag
Die Buchveröffentlichung als ultimatives Ziel, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Sollte es mit einem Verlag nicht klappen, gibt es Alternativen zur Veröffentlichung deines Romans. Dazu gehört der Weg über einen Literaturagenten oder Self-Publishing. Auch auf diese Fragen bietet Dir der Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“ eine Antwort.

Einen Roman im Verlag veröffentlichen

Einen Roman im Verlag veröffentlichen

Willst Du deinen Roman veröffentlichen, denkst Du sicherlich in erster Linie an einen Buchverlag. Dieser klassische Weg einer Buchveröffentlichung erfordert häufig viel Ausdauer und Geduld. Allein die großen Verlage in Deutschland erhalten jährlich schätzungsweise jeweils 3.000 bis 6.000 unverlangte Manuskripte. Nur ein Bruchteil davon schafft es ins Verlagsprogramm. Gerade für Erstautoren ist es besonders schwierig, ein Buch in einem Verlag zu veröffentlichen. Doch mit Qualität und etwas Hartnäckigkeit sowie Ausdauer kann man es auch ins Verlagsprogramm schaffen. Wenn man dazu einige Grundsätze zum Umgang mit Buchverlagen berücksichtigt, vergrößern sich die Chancen auf eine Veröffentlichung.

Roman-Verlag
Viele Autoren träumen von einer Veröffentlichung im Verlag, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Bevor Du dein Manuskript an den ersten Verlag verschickst, solltest Du im Internet ausführlich recherchieren. Welcher Buchverlag veröffentlicht mein Genre? In welches Verlagsprogramm könnte mein Roman passen? Ein Kinderbuchverlag wird deine erotische Literatur umgehend zurückschicken. Schaue Dir nicht nur die großen Verlage an. In einem Kleinverlag hast Du vielleicht eine größere Chance, dein Buch zu veröffentlichen, da sich hier auf dem Schreibtisch des Verlagslektors weniger unverlangte Manuskripte stapeln. Sollst Du einen Verlag nicht kennen, nimm den Buchverlag genau unter die Lupe. Achte zum Beispiel darauf, wie lange der Verlag bereits existiert und suchen nach Erfahrungsberichten von anderen Autoren im Netz. So vermeidest Du, dass Du an einen Zuschuss- oder Pseudoverlag gerätst, der vorab Geld von Dir verlangt.

Statt im Internet zu recherchieren, kannst Du auch in die Buchhandlung um die Ecke gehen. Dies empfiehlt sich besonders, wenn Du in einem Genre wie Krimi, SF oder Fantasy veröffentlichen möchtest. Hier stehen häufig alle Bücher des Genres in einem Regal. Schnell verschaffst Du Dir einen Überblick über die für Dich relevanten Verlage. Zusätzlich kannst Du die Bücher in die Hand nehmen und die Qualität von Bindung und Buchdruck überprüfen.

Dies geht an den Verlag: Leseprobe, Anschreiben, Kurzvita und Exposé

Hast Du einen geeigneten Buchverlag gefunden, informieren Dich sich auf dessen Homepage, in welcher Form Du das Manuskript an den Verlag schicken sollst. Viele Verleger wünschen statt des ganzen Buches nur eine Leseprobe. So verlangt  zum Beispiel der Deutsche Taschenbuchverlag (dtv) maximal 30 Seiten eines Romans und fordert im Bedarfsfall das ganze Manuskript beim Autor an. Eine Leseprobe reicht im Regelfall auch vollkommen aus. Verlagslektoren erkennen bereits an den ersten Seiten das Potential eines Romans. Erzähltechnische Mängel am Anfang des Buches finden sich mit großer Sicherheit auch im ganzen Roman. Ein Werk, welches einen Lektor nicht auf den ersten 2-3 Seiten überzeugt, findet keinen Weg ins Verlagsprogramm.

Neben einer Leseprobe verschicke auch ein Anschreiben und Exposé an den Buchverlag. Manche Verlage wollen zusätzlich noch eine Kurzvita. Im Anschreiben stellst Du Dich kurz vor und erläuterst, warum dein Roman ins Verlagsprogramm passt. Ideal ist es natürlich, wenn sich dein Schreiben bereits namentlich an den zuständigen Verlagslektor wendet. Wer der Lektor für dein Buchprojekt ist, erfährst Du auf der Verlagshomepage oder durch einen Anruf beim Verlag.

In eine solche Kurzvita gehören dein Name, die Anschrift und weitere Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mailadresse. Dazu führst Du in der Kurzvita Ausbildungen und Studiengänge im publizistischen Bereich (z.B. Journalismus) oder der Besuch einer der Hochschulen für Kreatives Schreiben auf. Hast Du bereits Veröffentlichungen oder einen Literaturwettbewerb gewonnen, gehört dies auch in die Kurzvita für den Verlag. Häufig kann man den Tipp lesen, dass eine Kurzvita für einen Verlag als Fließtext (keine Tabelle) und in der dritten Person geschrieben werden soll. Es gibt einige gute Beispiel für Autorenvita im Internet. Das Exposé fasst auf 1-3 Seiten die Handlung deines Romans zusammen. Es gibt keine festen Vorgaben, wie ein Exposé aussehen sollte. Verstehe die Zusammenfassung deines Romans am besten als Köder: Es soll Interesse wecken und der Verlagslektor soll anbeißen. Wie Du ein Exposé für deinen Roman schreibst, haben wir in einem ausführlichen Beitrag behandelt.

Was Du an einen Verlag schickst

  • Manuskript oder (häufiger) eine Leseprobe des Romans
  • Anschreiben (Warum passt mein Buch ins Verlagsprogramm)
  • Exposé (Zusammenfassung des Plots in 1-3 Seiten)
  • Kurzvita des Autors

Vergiss auch nicht, deinem Roman einen aussagekräftigen Titel zu geben. Viele Autoren nutzen lange einen Arbeitstitel für ihr Buch. Spätestens, wenn Du dein Buch an Verlage schickst, brauchst Du einen verkaufsträchtigen Titel für deinen Roman. Achte aus rechtlichen Gründen darauf, dass Du keinen Buchtitel wählest, der bereits existiert. Wenn Du alles beachtest, kannst Du dein Manuskript an einen Buchverlag schicken. Nun musst Du etwas Geduld haben und auf eine Antwort warten.

Der Umgang mit Absagen

Lasse Dich dabei von den ersten Absagen nicht entmutigen und gebe nicht sogleich auf. Vielleicht kannst Du ein wenig an deinem Anschreiben und Kurzexposé feilen, um dem Verlagslektor deinen Roman noch überzeugender zu verkaufen. Habe den Mut, es weiter zu probieren. Es bedarf viel Geduld und großen Aufwand, einen passenden Verlag zu finden. Am Ende steht jedoch auch das Glücksgefühl, das eigene Buch als Verlagsautor in den Händen zu halten. Bei einer größeren Anzahl von Absagen kannst Du darüber nachdenken, das ganze Manuskript noch einmal zu überarbeiten. Oder Du findest dich mit dem Gedanken ab, dass es bei deinem Buch nicht für eine Veröffentlichung reicht.

Absagen Verlage
Sich nicht von Absagen entmutigen lassen, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Das heißt nicht, dass Du eine schlechte Geschichte geschrieben hast. Mache Dir immer eines klar: Nur die wenigsten Manuskripte schaffen es in ein Verlagsprogramm. Verlage wollen verkaufen. Nicht alle Bücher sind auch für ein breites Lesepublikum geeignet. Besonders Autoren mit ihrem ersten Roman haben es hier schwer. Es gibt jedoch mit Literaturagenturen und Self-Publishing interessante Alternativen zu einem klassischen Verlag.

Der Literaturagent – Der andere Weg zur Veröffentlichung

Der Literaturagent – Der andere Weg zur Veröffentlichung

Sicherlich hast Du schon von Literaturagenten gehört. Doch was macht so ein Agent eigentlich? Eine Literaturagentur ist ein Dienstleister und dient als Vermittler zwischen Autor und Verlag. Der Literaturagent bietet das Buchmanuskript verschiedenen Verlagen an und handelt im Erfolgsfall den Autorenvertrag aus. Seriöse Agenturen nehmen im Vorfeld vom Schriftsteller kein Geld, erst im Erfolgsfall fällt eine Provision in Höhe von 15-20 Prozent des Autorenhonorars an. Gerade für Nachwuchsautoren mit dem ersten Buch kann eine Literaturagentur hochinteressant sein. Die Literaturagenturen haben gewachsene Kontakte zu Verlagslektoren und kennen den deutschen Buchmarkt genau.

Literaturagent
Der Literaturagent vermittelt euer Manuskript, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Ein Agent ist mit den einzelnen Verlagsprogrammen vertraut und weiß dadurch, welchem Verlagslektor er ein Manuskript anbieten kann. Dazu arbeitet er als Fachmann im Erfolgsfall häufig einen besseren Autorenvertrag mit dem Verlag aus als der Autor selbst. Literaturagenten werden bei Buchverlagen übrigens gerne gesehen, schließlich nehmen sie den Verlag Arbeit ab. Der Agent hat bereits eine Selektion durchgeführt. Er präsentiert im Regelfall ausgewählte und hochwertige Manuskripte, die sich auf dem Buchmarkt verkaufen lassen. Dies wissen die Verlage durchaus zu schätzen.

Bei einer Literaturagentur wie bei einem Verlag bewerben

Wenn Du Dich entscheidest, ein Buch an eine Literaturagentur zu schicken, solltest Du mit der gleichen Sorgfalt wie bei einem Verlag vorgehen. Eine Agentur verlangt häufig ebenso Anschreiben, Kurzexposé und Autorenvita. Informiere Dich im Vorfeld genau auf der Seite des Dienstleisters. Agenturen schließen zum Beispiel bestimmt Genre aus oder bevorzugen einzelne Literaturgattungen. Dazu findest Du mitunter Informationen zur gewünschten Romanlänge in Normseiten. Auch einen Literaturagenten musst Du von deinem Werk überzeugen. Agenturen wählen Manuskripte nach ähnlich strengen Kriterien wie Verlage aus, schließlich sind die Dienstleister auf die Vermittlung und den Erfolg eines Buches angewiesen. Eine Literaturagentur arbeitet jedoch schneller als viele Verlage, Du erhält in kürzerer Zeit eine Antwort auf deine Einsendung.  Kannst Du den Agenten am Ende für dein Werk begeistern, hast Du schon einen kleinen Erfolg erzielt.

Viele Agenturen arbeiten jedoch nicht nur als reine Vermittler zwischen Verlag und Schriftstellern, sondern beraten die Autoren ausführlich. Der Agent hilft zum Beispiel beim letzten Feinschliff von Leseprobe und Exposé. Er spricht mit dem Autor ab, welche Verlage infrage kommen und welchen Preis man für ein bestimmtes Manuskript erzielen kann. Doch auch ein Detail sollte man nicht aus den Augen lassen: Ein Literaturagent ist keine Garantie für eine Veröffentlichung. Hast Du einen Vermittler von deinem Manuskript überzeugt, bestehen tatsächlich sehr gute Chancen für einen Vertrag. Doch es kann passieren, dass der Agent keinen passenden Verlag findet.

Seriöse Literaturagenten verlangen vor Vermittlung keine Gebühren

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Literaturagenten. Verschaffe Dir am besten einen Überblick über den Agenturmarkt mit den einschlägigen Suchbegriffen bei Google. Es kann auch sehr sinnvoll sein, Erfahrungsberichte zu lesen. Dazu gibt es bei seriösen Agenturen einen Bereich mit Referenzen. Hier kannst Du Dir einen Überblick darüber verschaffen, welche Romane erfolgreich an Verlage vermittelt wurden. Jede größere Stadt verfügt im Regelfall über einen solchen Dienstleister. Wenn Du an einer Vermittlung deines Buches interessiert bist, informiere Dich, welche Agenturen es in deiner Stadt gibt, falls der direkte und persönliche Kontakt Dir wichtig ist. Vielleicht kannst Du vor Ort ein Bild von der Literaturagentur machen.

Sei vorsichtig, wenn der Dienstleister Einreichungskosten, Bearbeitungsgebühren oder Geld für ein kostenpflichtiges Lektorat verlangt. Dies ist ein häufig Anzeichen, dass Du es mit einem schwarzen Schaf der Branche zu tun hast, der Dich als Autor am Ende vielleicht noch an einen Zuschussverlag vermittelt. Literaturagent ist kein geschützter Beruf, jeder kann sich Dienstleister und Vermittler für Verlage ausgeben. Die Literaturagentur der Leselupe, welche auch diesen Literaturblog betreibt, vermittelt beispielsweise ohne solche Gebühren gute Manuskripte von Autoren an deutsche Verlage. Erst bei einem Vermittlungserfolg fällt das branchenübliche Agenturhonorar an.

Self-Publishing als Alternative zum klassischen Verlag

Self-Publishing als Alternative zum klassischen Verlag

Hast Du schon einmal über das Thema Self-Publishing nachgedacht? Sicherlich, viele Autoren möchten Ihr Buch am liebsten in einem bekannten, großen Verlag wie Suhrkamp, S. Fischer oder Weltbild veröffentlichen. Doch gerade der Weg ins Verlagsprogramm der großen Verlagshäuser ist schwer, da sich hier besonders viele unverlangte Manuskripte auf den Schreibtischen der Lektoren stapeln. Ein Erfolg bei einem größeren Buchverlag ist durchaus nicht ausgeschlossen und für jeden Autor einen Versuch wert, doch in der Realität schaffen es sehr wenige Manuskripte ins Verlagsprogramm der ganz Großen. Für jeden Buchautor gibt es jedoch eine Reihe von interessanten Alternativen. Sei es nun eine Veröffentlichung im Kleinverlag oder der Weg in einen Verlag über einen Literaturagenten, der über die notwendigen Kontakte zu Verlagslektoren verfügt. Alternativ kannst Du dein Buch auch als Self-Publisher unabhängig von einem Verlag und einer Agentur veröffentlichen. Das vielschichtige Thema „Self-Publishing“ gänzlich zu erklären, würde den Rahmen dieses kleinen Beitrags sprengen, jedoch wollen wir Dir einen kleinen einführenden Einblick nicht vorenthalten.

In den letzten Jahren hat sich ein Markt für Self-Publisher in Deutschland entwickelt. Wenn Du heute dein Buch veröffentlichen möchte, bist Du nicht mehr auf einen Verlag angewiesen. Mit der Publikationsform Book on Demand kann jeder Autor kostengünstig seinen eigenen Roman in den Buchhandel bringen. Immer mehr Schriftsteller entscheiden sich auch für die Veröffentlichung ihres Werkes als eBook, denn Experten sagen elektronischer Literatur eine große Zukunft in Deutschland und steigende Leserzahlen voraus.

Self-Publishing – Book on Demand und eBook

Grundsätzlich gibt es beim Self-Publishing zwei Möglichkeiten: Bringe dein Werk entweder als Book on Demand und / oder als eBook auf den Markt. Viele deutsche Anbieter für Self-Publishing ermöglichen beide Formen der Veröffentlichung. Books on Demand ist eine Publikationsform für Kleinstauflagen und basiert auf dem Digitaldruckverfahren. Das Buch liegt beim Dienstleister nur in elektronischer Form vor und wird erst auf Bestellung gedruckt. Wenn Du dein Werk als Book on Demand veröffentlichen willst, schicke deinen Roman im Regelfall als PDF-Datei an einen Anbieter wie BoD oder ePubli und bestimmen den Leistungsumfang für dein Buch. Einzelne Dienstleister bieten Zusatzleistungen wie Covergestaltung und Lektorat an, welche zusätzlich Geld kosten. Eine ISBN-Nummer ist bei immer mehr Anbietern im Grundpreis (der meist zwischen 50 Euro und 200 Euro liegt) mit inbegriffen. Bei der Auftragserteilung für dein Book on Demand legst Du auch selber den Verkaufspreis des Buches und deine Autorenmarge fest.

eBook-Reader
Ein Viertel der Deutschen liest mittlerweile eBooks, Bild © by Petra Brok / pixelio.de

Mit einem eBook erstellst Du ein elektronisches Buch, was man auf einem eBook-Reader, Tablet oder Computer lesen kann. eBooks erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit, dazu gibt es mittlerweile ein breites Angebot von eReadern. Experten gehen davon aus, dass der Markt für elektronische Literatur in Deutschland jedes Jahr langsam jedoch stetig wächst. Laut einer Umfrage der BITKOM im Jahr 2016 liest etwa ein Viertel der Deutschen eBooks. Besonders beliebt ist elektronische Literatur bei den 14- bis 29-jährigen Lesern mit einem Anteil von 36 Prozent. Ein Detail sollte man nicht unerwähnt lassen, der Anteil von eBook-Lesern stagniert seit Jahren in Deutschland. Doch diese Personen entscheiden sich immer häufiger für das Lesen auf einem eReader und entdecken dabei auch Literatur im Bereich Self-Publishing.

Wenn Du deinen Roman als eBook verkaufen möchtest, kannst Du das Buch wie gewohnt mit einem Textverarbeitungsprogramm schreiben. Nutze während des Schreibens keine ungewöhnlichen Schriftarten oder Formatierungen, damit es später beim Erstellen des eBooks keine Probleme mit dem Layout gibt. Um ein elektronisches Buch zu erstellen, gibt es kostenlose Programme wie Calibre oder den Mobipocket-Creator.  Vom Mobipocket-Creator gibt es schon länger keine neue Version, deshalb raten wir zu Calibre. Du kannst das eBook direkt über Online-Shops wie Amazon, Apple oder Kobo verkaufen. Diese Anbieter haben auf ihren Seiten eigene Apps zum Erstellen von eBooks. Beachte dabei, dass Amazon und Apple mit eigenen Formaten für elektronische Bücher arbeiten und die verkauften eBooks nur auf den Readern des jeweiligen Anbieters zu lesen sind.

Self-Publishing und die Rolle der Distributoren

Alternativ kannst Du ein elektronisches oder gedrucktes Buch auch bei einem Dienstleister wie BoD, Neobooks, ePubli oder BookRix verkaufen. Diese Online-Shops bieten elektronische Literatur in weitverbreiteten Formaten wie EPUB oder MOBI an. Dazu sind diese Distributoren noch in einer anderen Hinsicht interessant. Ein Dienstleister wie BookRix verteilt deinen Roman an zahlreiche Online-Shops, dafür behält er einen Teil vom Verkaufspreis des Buches als Honorar. Wenn Du dein Werk direkt über Amazon oder Kobo verkaufst, verdienst Du dort häufig mehr, trotzdem kann sich das Angebot der Distributoren unterm Strich lohnen: Du belieferst mehr Online-Shops, verkaufst mehr Bücher und verdienst mehr Geld.

Bevor Du Dich sich für einen Dienstleister entscheidest, solltest Du Dir das Angebot der Distributoren und auch der direkten Anbieter ganz genau anschauen. Die Dienstleister zahlen nicht nur unterschiedliche Honorare an die Autoren aus, es hängt dazu von deinem Verkaufspreis ab, was Du als Self-Publisher verdienst. Besonders gravierend sind die Unterschiede bei Kindle Direct Publishing (KDP) über Amazon. Kostet dein Buch dort 2,99 Euro bis 9,99 Euro (brutto), bekommst Du 70 Prozent als Autorenhonorar (vom netto). Verlangst Du für deinen Roman wiederum mehr als 9,99 Euro (brutto) gibt es nur 70 Prozent (vom netto) über KDP. Wenn Du zum Beispiel dein eBook günstig für 2,99 Euro verkaufst, gehen sicherlich mehr Exemplare über den virtuellen Ladentisch wie bei 11,99 Euro. Unterm Strich erzielst Du mit dem günstigeren Preis mehr Einnahmen mit Self-Publishing. Wie viel Prozent man vom Verkaufspreis als Autorenhonorar bekommt, hängt also auch maßgeblich von deiner Preisgestaltung ab.

Bei den Distributoren sind die Unterschiede beim Honorar nicht so gravierend wie bei KDP von Amazon. Bekannt Anbieter sind hier Xinxii, ePubli, Neobooks und BookRix, um nur einige Beispiele zu nennen. Relevante Fragen, bevor Du Dich für einen Distributor entscheidest, wären: Sind die Kosten für eine ISBN beim Dienstleister inklusive? Wie sieht es mit der Kündigung aus und entstehen zusätzliche monatliche Kosten? Wie hoch sind die Gebühren? Welche Shops werden beliefert? Nimm Dir wirklich Zeit, Dir die Angebote der Distributoren genau anzuschauen, diesen Rat kann man nicht oft genug geben. Ob man sich nun für klassisches Self-Publishing oder einen Distributor als Dienstleister entscheidet, in jedem Fall gilt: Bei allen Anbietern erhältst Du ein hohes Autorenhonorar für dein elektronisches Buch oder Book on Demand. Autoren als Self-Publisher erhalten häufig zwischen 50 bis 80 Prozent vom Verkaufspreis, was deutlich über den Honoraren in einem klassischen Verlag im Printbuch (etwa 5-15 Prozent) liegt.

Lektorat, Cover, Marketing – Alles in den Händen des Self-Publishers?

Als Self-Publisher muss man sich bei vielen Dienstleistern um alles selbst kümmern. Darunter fallen zum Beispiel Lektorat, Covererstellung, Veröffentlichung auf verschiedenen Plattformen, Preisgestaltung, Marketing, Rechtliches und Abrechnung. Überlege Dir genau, ob Du alle diese Aufgaben allein als Self-Publisher übernehmen willst. Bist Du zum Beispiel sicher, dass Du mit allen rechtlichen Fragen beim Self-Publishing vertraut bist? Wie sieht es dazu mit steuerrechtlichen Fragen aus? Wie versteuert man Einnahmen aus Buchverkäufen? Hast Du darüber hinaus keine Erfahrung bei der Gestaltung eines Covers, solltest Du diese Aufgabe einem Profi überlassen. Ein amateurhaftes Cover schreckt den Leser ab und wirkt sich negativ auf den Verkauf aus.

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Mit Self-Publishing wird der Traum vom eigenen Buch wahr, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Sei als Self-Publisher auch bereit, zentrale Aufgaben abzugeben, selbst wenn Dir dadurch Kosten entstehen. Träume als Self-Publisher mit einem Book on Demand oder eBook nicht von zu großen Verkaufszahlen. Immer mehr Autoren gehen heute diesen Weg der Veröffentlichung, wodurch es ein breites Angebot an Literatur auf dem Markt gibt. Als Self-Publisher wirst Du im Regelfall trotz hoher Autorenhonorare nicht reich mit deinem Buch. Lege also deinem Chef nicht zu früh die Kündigung auf den Tisch. Du wirst jedoch sicherlich eine gute Anzahl von begeisterten Lesern für Ihren Roman finden und erfüllst Dir am Ende Ihren Traum vom eigenen Buch. Und mit ansteigender Leser- und Fanzahl von Buch zu Buch, steigen dann meist auch kontinuierlich deine Verkaufszahlen.