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Kategorie: Veröffentlichung

Testleser für einen Roman finden

Testleser für einen Roman finden

Dein Buch ist fertig. Nun möchtest Du deinen Roman als Self-Publisher veröffentlichen oder an einen Verlag schicken. Bevor Du diesen Schritt tust, kann es sinnvoll sein, Testleser für deinen Roman zu finden. Doch wieso solltest Du überhaupt mit Testlesern arbeiten? Solche Leser können Dir helfen, deinem Buch vor einer Veröffentlichung oder dem Versenden an einen Verlag den letzten Schliff zu geben. Tester erkennen zum Beispiel logische Fehler im Handlungsverlauf, geben Feedback zu den Charakteren und verweisen auf unglückliche Formulierungen. Testleser können ebenso helfen, die letzten Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu finden. Jedoch solltest Du deine Tester nicht als Lektoren missbrauchen.

Testleser
Wie finde ich Testleser für meinen Roman? , Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Zuerst einmal stellt sich die Frage, wann Du das Manuskript aus der Hand gibst. Die Antwort ist einfach: Wenn es nach deiner Ansicht nichts mehr an deinem Roman zu verbessern gibt. Du hast dein Manuskript mehrfach korrekturgelesen und findest mehr keine Fehler? Der Plot deines Romans ist schlüssig und die Charaktere sind überzeugend? Nun ist der Zeitpunkt gekommen, Testleser für dein Buch zu finden.

Testleser finden und richtig auswählen

Die richtige Auswahl der Tester ist die schwierigste Aufgabe. Bei der Wahl stellen sich viele Fragen. Soll ich mich für Bekannt oder Fremde entscheiden? An wie viele Personen schicke ich mein Manuskript? Wie bestimme ich meine Zielgruppe? In welcher Form soll das Feedback erfolgen?

1. Bekannte oder Fremde als Testleser?

Zuerst solltest Du für Dich die Frage klären, ob Du deinen Roman einen Bekannten oder einer fremden Person zum Lesen geben möchtest. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Gibst Du dein Manuskript direkt an Freunde oder Familie weiter, musst Du häufig nicht lange nach Testlesern suchen. Weiterhin dürfte es unkompliziert sein, Feedback zu erhalten. Im persönlichen Gespräch kann eine bekannte Person Dir mitteilen, was ihm an deinem Buch gefällt und was nicht. Das Feedback eines Freundes kann mitunter spärlich ausfallen. So könnte die Person einfach nur sagen, dein Buch hätte ihr gut gefallen. Oder noch schlimmer: Ein Familienmitglied möchte deine Gefühle nicht verletzten und lobt einen Roman, der ihn eigentlich gar nicht gefallen hat.

Ein solches Feedback bringt Dich nicht weiter oder kann sogar schädlich sein. Von fremden Personen als Testleser bekommst Du im Regelfall ein konstruktiveres Feedback. Mitunter fällt die Kritik nicht positiv aus und es gibt mehr Änderungsvorschläge zu deinem Roman als Dir lieb ist. Nur mit einem solchen Feedback kannst Du dein Buch verbessern und dem Manuskript den letzten Schliff geben. Wer mit Testlesern arbeitet, sollte grundsätzlich mit Kritik umgehen können.

2. An wie viele Personen schicke ich mein Manuskript?

Weiterhin stellt sich die Frage, an wie viele Personen Du dein Buch zum Testlesen schickst. Es macht immer Sinn, mit einer ungeraden Zahl zu arbeiten. Auf diese Weise gibt es kein Unentschieden bei positiven und negativen Rückmeldungen. Drei bis fünf Testleser sind im Regelfall ausreichend. Eine größere Zahl ist nicht empfehlenswert. Jeder zusätzliche Tester erhöht deinen Aufwand. Es ist ratsam, mit den einzelnen Personen regelmäßig zu kommunizieren. Weiterhin bedeutet jedes Manuskript mit Anmerkungen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand für Dich. Viel sinnvoller ist es, mit einer überschaubaren Zahl von Lesern zu arbeiten, diese jedoch sorgfältig auszuwählen.

Ein weiterer Punkt ist noch wichtig. Setze vor dem Verschicken eine sinnvolle Deadline für die Rückgabe des Manuskripts. Kommuniziere diesen Termin ganz klar. Wie viel Zeit Du den Testlesern gibst, hängt vor allem von der Länge deines Romans ab. Mitunter kannst Du mit den einzelnen Testern einen Termin zum Zurückgeben vereinbaren. Die Termine der Leser sollten möglichst nah beieinander liegen. Habe den Mut, ein Manuskript zurückzufordern, wenn ein Testleser nach der Deadline deinen Roman nicht zurücksendet. Eine Verlängerung der Abgabefrist um wenige Tage oder eine Woche ist in Ordnung. Es macht jedoch keinen Sinn, ewig auf ein Feedback zu warten. Auch unvollständige Anmerkungen im Manuskript können weiterhelfen.

3. Wie finde ich die richtigen Leser für mein Genre?

Nun kommt die schwierigste Frage: Wie finde ich die richtigen Testleser? Suche möglichst nach Lesern, die mit deinem Genre vertraut sind und im besten Fall bereits Erfahrung mit Testlesen haben. Hast Du einen Krimi geschrieben, ist es sinnvoll nach speziellen Literaturforen für Krimi-Fans zu suchen. Solche Gruppen findest Du über Google oder auf Facebook. Entscheide Dich zum Beispiel für eine Facebook-Gruppe mit vielen Mitgliedern. In einem Posting kannst Du nach Testlesern suchen.

Benne das Genre (wenn auch möglich das Subgenre) deines Buch und beschreibe so gut wie möglich, den Grundcharakter deines Romans. Ein Beispiel wäre: „Ich suche fünf Testleser, die gerne Liebesgeschichten (New Adult) mit Humor lesen.“ Mache dazu Angaben, wie lang dein Manuskript in Normseiten ist und wie viel Zeit die Tester haben. Häufig melden sich mehr Testleser als Du benötigst. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, etwas zu der Auswahl der Leser zu schreiben. So kannst Du angeben, bevorzugst Tester auszuwählen, die mit deinem Genre besonders vertraut sind. Alternativ kannst Du einfach „auslosen“. Nun gilt es, mit etwas Fingerspitzgefühl die richtigen Personen auszuwählen. Schreibe auch den nicht ausgewählten Lesern und bedanke Dich für das Interesse.

Eine Auswahl über die Sozialen Medien ist nur ein Weg, um Testleser zu finden. Wer bereits ein zweites Buch veröffentlicht, sucht zum Beispiel unter seinen Fans (über die Autorenseite) nach Testern. Wer im Literaturbereich gut vernetzt ist, kann vielleicht Buchblogger oder Autorenkollegen zum Testlesen gewinnen. Je mehr Bücher Du veröffentlicht hast, umso leichter findest Du gute Tester. Für Autoren mit ihrem ersten Buch ist es wiederum schwer, geeignete Leser zu finden. Man kennt nur wenige Personen, die infrage kommen. Leser aus dem eigenen Bekanntenkreis sind bekanntlich nicht immer ideal. Bist Du in verschiedenen Autorengruppen aktiv, kannst Du gezielt Personen in diesen Gruppen fragen, mit welchem Du bereits Kontakt hattest. Eine Ausschreibung für Testleser auf Facebook funktioniert immer.

4. In welcher Form soll das Feedback erfolgen?

Abschließend stellt sich die Frage, in welcher Form das Feedback erfolgen soll. Viele Leser dürften sich einfach ein Word-Dokument wünschen. Dort können sie Anmerkungen eintragen und Du kannst die Änderungen nachverfolgen. Mitunter musst Du die Formatierung deiner Datei ändern. Manche Tester wünschen sich vielleicht eine OpenOffice- oder Staroffice-Datei. Es dürfte nur eine Kleinigkeit sein, das gewünschte Datenformat zu erstellen. Spreche mit jedem Testleser ab, in welcher Form er mit deinem Roman arbeiten möchte. Wünscht er sich ein ausgedrucktes Manuskript, scheue nicht die Kosten für Papier und Porto.

Fragebogen
Es kann Sinn machen, mit einem Fragebogen zu arbeiten, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es kann auch Sinn machen, einen Fragebogen für deine Testleser zu erstellen. Ein solches Dokument könnte folgende Fragen enthalten: Was erwartest Du von diesem Buch? Welche Note würdest Du der Buchidee geben? Welche Note gibst Du dem Schreibstil? Sprechen Dich die Charaktere an? Bewerte das Buch abschließend mit einer Note? So könnten einzelne Fragen für die Testleser aussehen. Acht darauf, dass der Fragebogen nicht zu lang wird und sich die meisten Fragen mit einem Kreuz oder wenigen Sätzen beantworten lassen. Es ist sinnvoll, deine Tester entweder Schulnoten oder Bewertungen auf einer Skala von ein bis zehn vergeben zu lassen. Ein Fragebogen sorgt für ein einheitliches und vergleichbares Feedback von deinen Lesern. Bleibe nach Möglichkeit immer im Kontakt mit deinen Lesern, mitunter bekommst Du auch ein Zwischenfeedback.

Der Umgang mit den zurückgesandten Manuskripten

Wenn Du die bearbeiteten Manuskripte zurückbekommst, bedanke Dich auf jeden Fall beim den Testlesern, auch wenn das Feedback so gar nicht nach deinem Geschmack ausfällt. In einem ersten Schritt ist es sinnvoll, Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu korrigieren. Selbst wenn Du deinen Roman sehr genau korrekturgelesen hast, bleiben solche Fehler nicht aus. In einem zweiten Schritt prüfe die Anmerkungen zu Schreibstil, Fehler im Handlungsverlauf und Charakterlogik. Du musst nicht alle Bemerkungen übernehmen. Doch wenn zwei Testleser die gleichen Details bemängeln, solltest Du diese Anmerkungen ganz genau prüfen. Am Ende entscheidest Du, was Du vom Feedback übernimmst.

Hast Du deinen Roman veröffentlicht, ist es eine nette Geste, wenn Du deinen Testlesern ein Belegexemplar schickst. Wer möchte, kann die Tester auch in Danksagungen erwähnen.

Was ist die Normseite?

Was ist die Normseite?

Während deiner Arbeit an deinem Roman ist Dir sicherlich bereits die Normseite begegnet. Was steckt genau hinter dem Begriff und vor allem, wie wichtig ist das Format für Autoren? Eine klassische Normseite hat 30 Zeilen mit 60 Anschlägen. Füllt man eine ganze DIN-A4-Seite, ergeben sich 1800 Zeichen (mit Leerzeichen). Die Definition stammt noch aus dem Schreibmaschinen-Zeitalter. In der Praxis ist jedoch kaum eine Seite von oben bis unten mit besagten 1800 Zeichen vollgeschrieben. Es gibt Überschriften, Absätze und Dialoge. Welche Bedeutung hat heute die Normseite für Autoren?

Normseite
Die Normseite mit 1800 Zeichen stammt aus dem Schreibmaschinenzeitalter, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

Es ist sinnvoll, beim Schreiben eines Buches von Anfang mit dem Format zu arbeiten. So hast Du immer im Überblick, wie viele Buchseiten dein Roman während des Schreibens hat. Autoren fragen sich immer wieder, in welcher Form sie das Manuskript an einen Verlag schicken sollen.  Schickst Du Leseprobe und Exposé mit 30 Zeilen und max. 60 Anschlägen an einen Buchverlag, macht dies im Regelfall einen ersten guten Eindruck auf den Lektor. Die Normseite ist keine Voraussetzung für eine Veröffentlichung, wir empfehlen Autoren jedoch, bei Textprobe und Exposé mit diesem Format zu arbeiten. Dieser Ratschlag gilt selbstverständlich nicht, wenn der Verlag auf seiner Internetseite andere Angaben zum Manuskript macht.

Eine Normseite erstellen

Möchtest Du eine Normseite für deinen Roman erstellen, kannst Du Dich an den unten stehenden Formatierungen orientieren. Auf unserer Seite kannst Du eine kostenlose Manuskript-Normseite (mit Zeilenzählung) herunterladen.

  • Seitenränder: 2,19 cm (oben), 1,78 cm (unten), 3,17 cm (links) und 2,54 cm (rechts)
  • 60 Zeichen pro Zeile und 30 Zeilen pro Seite (so kommst Du auf etwa 1.800 Zeichen pro Seite bzw. rund 250 Wörter pro Seite)
  • Schriftgröße 12 und 24 pt Zeilenabstand
  • Schriftart: Mit Serifen (z.B. Times New Roman, Courier New) zur besseren Lesbarkeit
  • Flattersatz, linksbündig
  • Seitenzählung

Da es eine Vielzahl von verschiedenen Programmen für Textverarbeitung gibt, kann es sein, dass Du einige der Angaben leicht anpassen musst. Im Regelfall solltest Du mit diesem Formatierungsangaben problemlos eine Seite mit 30 Zeilen und 60 Anschlägen erstellen.

Die Normseite für Lektoren

Die Normseite spielt auch eine wichtige Rolle für Lektoren, wenn es um die Abrechnung der erbrachten Leistungen geht. Viele Lektoren orientieren bei ihrer Arbeit an der Definition der VG Wort. Die Verwertungsgesellschaft sieht die Normseite mit 1800 Zeichen als nicht mehr zeitgemäß an und definiert die Seite mit 1500 Zeichen. Einige Dienstleister rechnen auch mit 1600 Zeichen oder einfach 250 Wörtern pro Seite. Wenn Du Dich für ein professionelles Lektorat interessierst, solltest Du Dich vorab auf der Homepage des Anbieters informieren oder Dich telefonisch erkundigen. Nur so kannst Du sicher abschätzen, was Dich ein professionelles Korrektorat oder Lektorat für deinen Roman kostet.

Die hier genannten Regelungen für die Normseite gelten nur für Deutschland. In anderen deutschsprachigen Ländern wie Österreich oder der Schweiz sieht es wiederum anders aus.

5 Meilensteine auf dem Weg zur Buchveröffentlichung

5 Meilensteine auf dem Weg zur Buchveröffentlichung

Bis zur Buchveröffentlichung im Verlag ist es ein weiter Weg. Auf diesen Weg macht es Sinn, sich Zwischenziele zu setzen und bewusst größere und kleinere Meilensteine zu feiern. Bis zur Veröffentlichung durchläuft jedes Buch bestimmte Arbeitsschritte: Dazu gehören die Konkretisierung der Buchidee, die Strukturierung des Romans, die erste Romanfassung, Lektorat und Anschreiben der Verlage.

Einsteiger-Ratgeber
Der Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“

Dieser Beitrag richtet sich an Autoren, die an ihrem ersten Roman arbeiten und skizziert knapp die Meilensteine zur Buchveröffentlichung. Dieser Text soll Dir eine kleine Orientierung geben, wie Du die Arbeit an deinem Roman planen kannst. Möchtest Du dieses Thema vertiefen, empfehlen wir Dir unseren Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“. Der Ratgeber beleuchtet die gesamte Arbeit an einem Roman von der ersten Ideenfindung bis zur Veröffentlichung.

Meilenstein 1: Buchidee konkretisieren

Eine gute Buchidee ist für viele angehende Autoren die Initialzündung für das Schreiben eines Romans. Bei aller Begeisterung für deinen Geistesblitz, ist es wichtig, die Romanidee zu konkretisieren. Reicht deine Buchidee für einen Roman mit 200 bis 300 Seiten? Diese Frage lässt sich mit einem kleinen Test beantworten. Kannst Du die Handlung deiner Romanidee grob skizzieren und zumindest eine DIN-A4-Seite damit füllen? Dann spricht vieles dafür, dass Du eine passende Idee für dein Buch gefunden hast.

Ob die Idee wirklich genügend Stoff für ein ganzes Buch bietet, zeigt sich erst verlässlich in der Phase der Planung. Doch der Test mit dem DIN-A4-Blatt ist ein gutes Indiz für eine brauchbare Romanidee. Die Konkretisierung einer tragbaren Buchidee ist ein erster Meilenstein auf dem Weg zur Buchveröffentlichung. Viele Autoren haben zahlreiche Einfälle. Eine erste Prüfung zeigt mitunter, dass sich die Idee nur für eine Kurzgeschichte eignet oder nicht wirklich neu ist.

Meilenstein 2: Roman strukturieren

Bevor Du mit dem Schreiben des ersten Kapitels beginnst, solltest Du deinen Roman strukturieren und planen. Bei längeren Texten ist erst ratsam, zumindest den Hauptkonflikt und die wichtigsten Charaktere zu planen und grob auszuarbeiten. Schreibst Du ohne Planung darauf los, drohen Unstimmigkeiten im Handlungsverlauf. Weiterhin können sich Charaktere für den Leser unlogisch verhalten. Bedenke auch ein Detail: Die Zeit, die Du in die Planung deines Romans investierst, gewinnst Du im Regelfall später beim Schreiben und Überarbeiten wieder.

Charaktere
Bei der Planung solltest Du die wichtigsten Charaktere ausarbeiten , Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es kann sehr zeitaufwendig sein, bei der Überarbeitung deines Romans logische Fehler im Handlungsverlauf „auszubügeln“. Einzelne Kapitel müssen geprüft und eventuell umgeschrieben werden. Neben dem großen Zeitaufwand ist eine solche Arbeit besonders frustrierend für Autoren. Hast Du hingegen deine Hauptcharaktere ausgearbeitet und den groben Handlungsverlauf des Romans vor Augen, kannst Du Dich zum zweiten Meilenstein auf deinem Weg zur Buchveröffentlichung beglückwünschen.

Meilenstein 3: Erste Fassung des Romans

Nun beginnt das Schreiben deines Romans. Ein Detail sollte man nicht unerwähnt lassen, die Phase der Planung und des Niederschreibens lassen sich nicht klar trennen. Halte nicht stur an deinem ersten Plan fest, der Plot bedarf beim Schreiben immer wieder etwas der Feinjustierung. Im Regelfall sollte es so aussehen, dass Du während des Schreibens immer wieder zwischen Planen und Verfassen von Kapiteln wechselst, das Schreiben am Buch nimmt die meiste Zeit ein.

Das Schreiben des Romans besteht genau genommen aus vielen kleinen Meilensteinen. Dazu gehören zum Beispiel das erste Kapitel, die ersten 100 Seiten und am Ende die erste Fassung des Romans. Wenn das Manuskript in dieser Fassung vor Dir liegt, kannst Du diesen Meilenstein wirklich feiern und Du hast mehr als die Hälfte auf dem Weg zur Buchveröffentlichung geschafft. Nur die wenigsten Autoren kommen so weit.

Meilenstein 4: Lektorat

Ist die erste Fassung fertig, startet das Lektorat. In dieser Phase überarbeitest Du dein Manuskript und achtest auf Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Zu einem Lektorat gehören auch das Feilen am Schreibstil und die Suche nach logischen Fehlern im Handlungsverlauf. Es empfiehlt sich, abgeschlossene Kapitel schon während des Schreibprozesses Korrektur zu lesen und Fehler zu finden. Liegt zum Beispiel ein Manuskript von 400 Seiten ohne jede Korrektur vor Dir, musst Du die allererste Fassung mehrfach durchlesen, um möglichst viele Fehler zu finden.

Lektorat
Gib dein Buch auch Freunden und Bekannten zum Lektorat, © by Regina Kaute / pixelio.de

Wer ein längeres Manuskript zwei bis drei Mal Korrektur gelesen hat, weiß wie ermüdend diese Arbeit ist. Findest Du keine Fehler mehr, solltest Du dein Manuskript an Freunde oder Bekannte weitergeben, die felsenfest in Rechtschreibung und Grammatik sind. Sie werden noch einige Fehler finden. Hast Du alle Anmerkungen der Testleser eingearbeitet, kannst Du Dich über einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Buchveröffentlichung freuen.

Meilenstein 5: Verlage anschreiben

Während dein Buch bei den Testlesern liegt, kannst Du bereits mit der Recherche nach geeigneten Verlagen beginnen. Auf den Verlagsseiten im Internet informierst Du Dich darüber, ob dein Roman ins jeweilige Verlagsprogramm passt. Nach dem Du einige geeignete Buchverlage gefunden hast, prüfe im Detail, welche Anforderungen sie an das Versenden eines Manuskripts stellen. Die meisten Verlage wünschen Anschreiben, Exposé und eine Leseprobe. In einigen Fällen wird noch eine Kurzvita verlangt.

Das Verfassen eines überzeugenden Exposés gehört zu den schwierigsten Aufgaben. Das Exposé umfasst 2 bis 3 Seiten und ist die vorausschauende Inhaltsangabe eines literarischen Werkes. Auf wenigen Seiten musst Du dem Lektor die Grundidee deines Romans vermitteln und die Hauptfiguren skizzieren. Verbindliche Vorgaben für ein Exposé gibt es in Deutschland nicht. Hast Du die Unterlagen für die passenden Verlage zusammengestellt, ist der letzte Meilenstein erreicht. Du kannst dein Manuskript verschicken. Du hast dein Ziel vor Augen: Die Buchveröffentlichung.

Das ultimative Ziel: Die Buchveröffentlichung

Nun hast Du verschiedene Verlage angeschrieben und es heißt Geduld haben. Es dauert im Regelfall mehrere Wochen oder sogar Monate, bis sich der erste Buchverlag meldet. Auch dies muss man sagen: Es werden einig Absagen kommen, davon sollest Du Dich aber nicht entmutigen lassen. Besonders Autoren mit der ersten Buchveröffentlichung haben es schwer. Doch eines Tages kommt vielleicht die ersehnte Zusage und Du hast dein ultimatives Ziel erreicht: Die Buchveröffentlichung.

Roman-Verlag
Die Buchveröffentlichung als ultimatives Ziel, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Sollte es mit einem Verlag nicht klappen, gibt es Alternativen zur Veröffentlichung deines Romans. Dazu gehört der Weg über einen Literaturagenten oder Self-Publishing. Auch auf diese Fragen bietet Dir der Einsteiger-Ratgeber „Ein Buch schreiben und Autor werden“ eine Antwort.

Einen Roman im Verlag veröffentlichen

Einen Roman im Verlag veröffentlichen

Willst Du deinen Roman veröffentlichen, denkst Du sicherlich in erster Linie an einen Buchverlag. Dieser klassische Weg einer Buchveröffentlichung erfordert häufig viel Ausdauer und Geduld. Allein die großen Verlage in Deutschland erhalten jährlich schätzungsweise jeweils 3.000 bis 6.000 unverlangte Manuskripte. Nur ein Bruchteil davon schafft es ins Verlagsprogramm. Gerade für Erstautoren ist es besonders schwierig, ein Buch in einem Verlag zu veröffentlichen. Doch mit Qualität und etwas Hartnäckigkeit sowie Ausdauer kann man es auch ins Verlagsprogramm schaffen. Wenn man dazu einige Grundsätze zum Umgang mit Buchverlagen berücksichtigt, vergrößern sich die Chancen auf eine Veröffentlichung.

Roman-Verlag
Viele Autoren träumen von einer Veröffentlichung im Verlag, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Bevor Du dein Manuskript an den ersten Verlag verschickst, solltest Du im Internet ausführlich recherchieren. Welcher Buchverlag veröffentlicht mein Genre? In welches Verlagsprogramm könnte mein Roman passen? Ein Kinderbuchverlag wird deine erotische Literatur umgehend zurückschicken. Schaue Dir nicht nur die großen Verlage an. In einem Kleinverlag hast Du vielleicht eine größere Chance, dein Buch zu veröffentlichen, da sich hier auf dem Schreibtisch des Verlagslektors weniger unverlangte Manuskripte stapeln. Sollst Du einen Verlag nicht kennen, nimm den Buchverlag genau unter die Lupe. Achte zum Beispiel darauf, wie lange der Verlag bereits existiert und suchen nach Erfahrungsberichten von anderen Autoren im Netz. So vermeidest Du, dass Du an einen Zuschuss- oder Pseudoverlag gerätst, der vorab Geld von Dir verlangt.

Statt im Internet zu recherchieren, kannst Du auch in die Buchhandlung um die Ecke gehen. Dies empfiehlt sich besonders, wenn Du in einem Genre wie Krimi, SF oder Fantasy veröffentlichen möchtest. Hier stehen häufig alle Bücher des Genres in einem Regal. Schnell verschaffst Du Dir einen Überblick über die für Dich relevanten Verlage. Zusätzlich kannst Du die Bücher in die Hand nehmen und die Qualität von Bindung und Buchdruck überprüfen.

Dies geht an den Verlag: Leseprobe, Anschreiben, Kurzvita und Exposé

Hast Du einen geeigneten Buchverlag gefunden, informieren Dich sich auf dessen Homepage, in welcher Form Du das Manuskript an den Verlag schicken sollst. Viele Verleger wünschen statt des ganzen Buches nur eine Leseprobe. So verlangt  zum Beispiel der Deutsche Taschenbuchverlag (dtv) maximal 30 Seiten eines Romans und fordert im Bedarfsfall das ganze Manuskript beim Autor an. Eine Leseprobe reicht im Regelfall auch vollkommen aus. Verlagslektoren erkennen bereits an den ersten Seiten das Potential eines Romans. Erzähltechnische Mängel am Anfang des Buches finden sich mit großer Sicherheit auch im ganzen Roman. Ein Werk, welches einen Lektor nicht auf den ersten 2-3 Seiten überzeugt, findet keinen Weg ins Verlagsprogramm.

Neben einer Leseprobe verschicke auch ein Anschreiben und Exposé an den Buchverlag. Manche Verlage wollen zusätzlich noch eine Kurzvita. Im Anschreiben stellst Du Dich kurz vor und erläuterst, warum dein Roman ins Verlagsprogramm passt. Ideal ist es natürlich, wenn sich dein Schreiben bereits namentlich an den zuständigen Verlagslektor wendet. Wer der Lektor für dein Buchprojekt ist, erfährst Du auf der Verlagshomepage oder durch einen Anruf beim Verlag.

In eine solche Kurzvita gehören dein Name, die Anschrift und weitere Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mailadresse. Dazu führst Du in der Kurzvita Ausbildungen und Studiengänge im publizistischen Bereich (z.B. Journalismus) oder der Besuch einer der Hochschulen für Kreatives Schreiben auf. Hast Du bereits Veröffentlichungen oder einen Literaturwettbewerb gewonnen, gehört dies auch in die Kurzvita für den Verlag. Häufig kann man den Tipp lesen, dass eine Kurzvita für einen Verlag als Fließtext (keine Tabelle) und in der dritten Person geschrieben werden soll. Es gibt einige gute Beispiel für Autorenvita im Internet. Das Exposé fasst auf 1-3 Seiten die Handlung deines Romans zusammen. Es gibt keine festen Vorgaben, wie ein Exposé aussehen sollte. Verstehe die Zusammenfassung deines Romans am besten als Köder: Es soll Interesse wecken und der Verlagslektor soll anbeißen. Wie Du ein Exposé für deinen Roman schreibst, haben wir in einem ausführlichen Beitrag behandelt.

Was Du an einen Verlag schickst

  • Manuskript oder (häufiger) eine Leseprobe des Romans
  • Anschreiben (Warum passt mein Buch ins Verlagsprogramm)
  • Exposé (Zusammenfassung des Plots in 1-3 Seiten)
  • Kurzvita des Autors

Vergiss auch nicht, deinem Roman einen aussagekräftigen Titel zu geben. Viele Autoren nutzen lange einen Arbeitstitel für ihr Buch. Spätestens, wenn Du dein Buch an Verlage schickst, brauchst Du einen verkaufsträchtigen Titel für deinen Roman. Achte aus rechtlichen Gründen darauf, dass Du keinen Buchtitel wählest, der bereits existiert. Wenn Du alles beachtest, kannst Du dein Manuskript an einen Buchverlag schicken. Nun musst Du etwas Geduld haben und auf eine Antwort warten.

Der Umgang mit Absagen

Lasse Dich dabei von den ersten Absagen nicht entmutigen und gebe nicht sogleich auf. Vielleicht kannst Du ein wenig an deinem Anschreiben und Kurzexposé feilen, um dem Verlagslektor deinen Roman noch überzeugender zu verkaufen. Habe den Mut, es weiter zu probieren. Es bedarf viel Geduld und großen Aufwand, einen passenden Verlag zu finden. Am Ende steht jedoch auch das Glücksgefühl, das eigene Buch als Verlagsautor in den Händen zu halten. Bei einer größeren Anzahl von Absagen kannst Du darüber nachdenken, das ganze Manuskript noch einmal zu überarbeiten. Oder Du findest dich mit dem Gedanken ab, dass es bei deinem Buch nicht für eine Veröffentlichung reicht.

Absagen Verlage
Sich nicht von Absagen entmutigen lassen, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Das heißt nicht, dass Du eine schlechte Geschichte geschrieben hast. Mache Dir immer eines klar: Nur die wenigsten Manuskripte schaffen es in ein Verlagsprogramm. Verlage wollen verkaufen. Nicht alle Bücher sind auch für ein breites Lesepublikum geeignet. Besonders Autoren mit ihrem ersten Roman haben es hier schwer. Es gibt jedoch mit Literaturagenturen und Self-Publishing interessante Alternativen zu einem klassischen Verlag.

Der Literaturagent – Der andere Weg zur Veröffentlichung

Der Literaturagent – Der andere Weg zur Veröffentlichung

Sicherlich hast Du schon von Literaturagenten gehört. Doch was macht so ein Agent eigentlich? Eine Literaturagentur ist ein Dienstleister und dient als Vermittler zwischen Autor und Verlag. Der Literaturagent bietet das Buchmanuskript verschiedenen Verlagen an und handelt im Erfolgsfall den Autorenvertrag aus. Seriöse Agenturen nehmen im Vorfeld vom Schriftsteller kein Geld, erst im Erfolgsfall fällt eine Provision in Höhe von 15-20 Prozent des Autorenhonorars an. Gerade für Nachwuchsautoren mit dem ersten Buch kann eine Literaturagentur hochinteressant sein. Die Literaturagenturen haben gewachsene Kontakte zu Verlagslektoren und kennen den deutschen Buchmarkt genau.

Literaturagent
Der Literaturagent vermittelt euer Manuskript, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Ein Agent ist mit den einzelnen Verlagsprogrammen vertraut und weiß dadurch, welchem Verlagslektor er ein Manuskript anbieten kann. Dazu arbeitet er als Fachmann im Erfolgsfall häufig einen besseren Autorenvertrag mit dem Verlag aus als der Autor selbst. Literaturagenten werden bei Buchverlagen übrigens gerne gesehen, schließlich nehmen sie den Verlag Arbeit ab. Der Agent hat bereits eine Selektion durchgeführt. Er präsentiert im Regelfall ausgewählte und hochwertige Manuskripte, die sich auf dem Buchmarkt verkaufen lassen. Dies wissen die Verlage durchaus zu schätzen.

Bei einer Literaturagentur wie bei einem Verlag bewerben

Wenn Du Dich entscheidest, ein Buch an eine Literaturagentur zu schicken, solltest Du mit der gleichen Sorgfalt wie bei einem Verlag vorgehen. Eine Agentur verlangt häufig ebenso Anschreiben, Kurzexposé und Autorenvita. Informiere Dich im Vorfeld genau auf der Seite des Dienstleisters. Agenturen schließen zum Beispiel bestimmt Genre aus oder bevorzugen einzelne Literaturgattungen. Dazu findest Du mitunter Informationen zur gewünschten Romanlänge in Normseiten. Auch einen Literaturagenten musst Du von deinem Werk überzeugen. Agenturen wählen Manuskripte nach ähnlich strengen Kriterien wie Verlage aus, schließlich sind die Dienstleister auf die Vermittlung und den Erfolg eines Buches angewiesen. Eine Literaturagentur arbeitet jedoch schneller als viele Verlage, Du erhält in kürzerer Zeit eine Antwort auf deine Einsendung.  Kannst Du den Agenten am Ende für dein Werk begeistern, hast Du schon einen kleinen Erfolg erzielt.

Viele Agenturen arbeiten jedoch nicht nur als reine Vermittler zwischen Verlag und Schriftstellern, sondern beraten die Autoren ausführlich. Der Agent hilft zum Beispiel beim letzten Feinschliff von Leseprobe und Exposé. Er spricht mit dem Autor ab, welche Verlage infrage kommen und welchen Preis man für ein bestimmtes Manuskript erzielen kann. Doch auch ein Detail sollte man nicht aus den Augen lassen: Ein Literaturagent ist keine Garantie für eine Veröffentlichung. Hast Du einen Vermittler von deinem Manuskript überzeugt, bestehen tatsächlich sehr gute Chancen für einen Vertrag. Doch es kann passieren, dass der Agent keinen passenden Verlag findet.

Seriöse Literaturagenten verlangen vor Vermittlung keine Gebühren

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Literaturagenten. Verschaffe Dir am besten einen Überblick über den Agenturmarkt mit den einschlägigen Suchbegriffen bei Google. Es kann auch sehr sinnvoll sein, Erfahrungsberichte zu lesen. Dazu gibt es bei seriösen Agenturen einen Bereich mit Referenzen. Hier kannst Du Dir einen Überblick darüber verschaffen, welche Romane erfolgreich an Verlage vermittelt wurden. Jede größere Stadt verfügt im Regelfall über einen solchen Dienstleister. Wenn Du an einer Vermittlung deines Buches interessiert bist, informiere Dich, welche Agenturen es in deiner Stadt gibt, falls der direkte und persönliche Kontakt Dir wichtig ist. Vielleicht kannst Du vor Ort ein Bild von der Literaturagentur machen.

Sei vorsichtig, wenn der Dienstleister Einreichungskosten, Bearbeitungsgebühren oder Geld für ein kostenpflichtiges Lektorat verlangt. Dies ist ein häufig Anzeichen, dass Du es mit einem schwarzen Schaf der Branche zu tun hast, der Dich als Autor am Ende vielleicht noch an einen Zuschussverlag vermittelt. Literaturagent ist kein geschützter Beruf, jeder kann sich Dienstleister und Vermittler für Verlage ausgeben. Die Literaturagentur der Leselupe, welche auch diesen Literaturblog betreibt, vermittelt beispielsweise ohne solche Gebühren gute Manuskripte von Autoren an deutsche Verlage. Erst bei einem Vermittlungserfolg fällt das branchenübliche Agenturhonorar an.

Self-Publishing als Alternative zum klassischen Verlag

Self-Publishing als Alternative zum klassischen Verlag

Hast Du schon einmal über das Thema Self-Publishing nachgedacht? Sicherlich, viele Autoren möchten Ihr Buch am liebsten in einem bekannten, großen Verlag wie Suhrkamp, S. Fischer oder Weltbild veröffentlichen. Doch gerade der Weg ins Verlagsprogramm der großen Verlagshäuser ist schwer, da sich hier besonders viele unverlangte Manuskripte auf den Schreibtischen der Lektoren stapeln. Ein Erfolg bei einem größeren Buchverlag ist durchaus nicht ausgeschlossen und für jeden Autor einen Versuch wert, doch in der Realität schaffen es sehr wenige Manuskripte ins Verlagsprogramm der ganz Großen. Für jeden Buchautor gibt es jedoch eine Reihe von interessanten Alternativen. Sei es nun eine Veröffentlichung im Kleinverlag oder der Weg in einen Verlag über einen Literaturagenten, der über die notwendigen Kontakte zu Verlagslektoren verfügt. Alternativ kannst Du dein Buch auch als Self-Publisher unabhängig von einem Verlag und einer Agentur veröffentlichen. Das vielschichtige Thema „Self-Publishing“ gänzlich zu erklären, würde den Rahmen dieses kleinen Beitrags sprengen, jedoch wollen wir Dir einen kleinen einführenden Einblick nicht vorenthalten.

In den letzten Jahren hat sich ein Markt für Self-Publisher in Deutschland entwickelt. Wenn Du heute dein Buch veröffentlichen möchte, bist Du nicht mehr auf einen Verlag angewiesen. Mit der Publikationsform Book on Demand kann jeder Autor kostengünstig seinen eigenen Roman in den Buchhandel bringen. Immer mehr Schriftsteller entscheiden sich auch für die Veröffentlichung ihres Werkes als eBook, denn Experten sagen elektronischer Literatur eine große Zukunft in Deutschland und steigende Leserzahlen voraus.

Self-Publishing – Book on Demand und eBook

Grundsätzlich gibt es beim Self-Publishing zwei Möglichkeiten: Bringe dein Werk entweder als Book on Demand und / oder als eBook auf den Markt. Viele deutsche Anbieter für Self-Publishing ermöglichen beide Formen der Veröffentlichung. Books on Demand ist eine Publikationsform für Kleinstauflagen und basiert auf dem Digitaldruckverfahren. Das Buch liegt beim Dienstleister nur in elektronischer Form vor und wird erst auf Bestellung gedruckt. Wenn Du dein Werk als Book on Demand veröffentlichen willst, schicke deinen Roman im Regelfall als PDF-Datei an einen Anbieter wie BoD oder ePubli und bestimmen den Leistungsumfang für dein Buch. Einzelne Dienstleister bieten Zusatzleistungen wie Covergestaltung und Lektorat an, welche zusätzlich Geld kosten. Eine ISBN-Nummer ist bei immer mehr Anbietern im Grundpreis (der meist zwischen 50 Euro und 200 Euro liegt) mit inbegriffen. Bei der Auftragserteilung für dein Book on Demand legst Du auch selber den Verkaufspreis des Buches und deine Autorenmarge fest.

eBook-Reader
Ein Viertel der Deutschen liest mittlerweile eBooks, Bild © by Petra Brok / pixelio.de

Mit einem eBook erstellst Du ein elektronisches Buch, was man auf einem eBook-Reader, Tablet oder Computer lesen kann. eBooks erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit, dazu gibt es mittlerweile ein breites Angebot von eReadern. Experten gehen davon aus, dass der Markt für elektronische Literatur in Deutschland jedes Jahr langsam jedoch stetig wächst. Laut einer Umfrage der BITKOM im Jahr 2016 liest etwa ein Viertel der Deutschen eBooks. Besonders beliebt ist elektronische Literatur bei den 14- bis 29-jährigen Lesern mit einem Anteil von 36 Prozent. Ein Detail sollte man nicht unerwähnt lassen, der Anteil von eBook-Lesern stagniert seit Jahren in Deutschland. Doch diese Personen entscheiden sich immer häufiger für das Lesen auf einem eReader und entdecken dabei auch Literatur im Bereich Self-Publishing.

Wenn Du deinen Roman als eBook verkaufen möchtest, kannst Du das Buch wie gewohnt mit einem Textverarbeitungsprogramm schreiben. Nutze während des Schreibens keine ungewöhnlichen Schriftarten oder Formatierungen, damit es später beim Erstellen des eBooks keine Probleme mit dem Layout gibt. Um ein elektronisches Buch zu erstellen, gibt es kostenlose Programme wie Calibre oder den Mobipocket-Creator.  Vom Mobipocket-Creator gibt es schon länger keine neue Version, deshalb raten wir zu Calibre. Du kannst das eBook direkt über Online-Shops wie Amazon, Apple oder Kobo verkaufen. Diese Anbieter haben auf ihren Seiten eigene Apps zum Erstellen von eBooks. Beachte dabei, dass Amazon und Apple mit eigenen Formaten für elektronische Bücher arbeiten und die verkauften eBooks nur auf den Readern des jeweiligen Anbieters zu lesen sind.

Self-Publishing und die Rolle der Distributoren

Alternativ kannst Du ein elektronisches oder gedrucktes Buch auch bei einem Dienstleister wie BoD, Neobooks, ePubli oder BookRix verkaufen. Diese Online-Shops bieten elektronische Literatur in weitverbreiteten Formaten wie EPUB oder MOBI an. Dazu sind diese Distributoren noch in einer anderen Hinsicht interessant. Ein Dienstleister wie BookRix verteilt deinen Roman an zahlreiche Online-Shops, dafür behält er einen Teil vom Verkaufspreis des Buches als Honorar. Wenn Du dein Werk direkt über Amazon oder Kobo verkaufst, verdienst Du dort häufig mehr, trotzdem kann sich das Angebot der Distributoren unterm Strich lohnen: Du belieferst mehr Online-Shops, verkaufst mehr Bücher und verdienst mehr Geld.

Bevor Du Dich sich für einen Dienstleister entscheidest, solltest Du Dir das Angebot der Distributoren und auch der direkten Anbieter ganz genau anschauen. Die Dienstleister zahlen nicht nur unterschiedliche Honorare an die Autoren aus, es hängt dazu von deinem Verkaufspreis ab, was Du als Self-Publisher verdienst. Besonders gravierend sind die Unterschiede bei Kindle Direct Publishing (KDP) über Amazon. Kostet dein Buch dort 2,99 Euro bis 9,99 Euro (brutto), bekommst Du 70 Prozent als Autorenhonorar (vom netto). Verlangst Du für deinen Roman wiederum mehr als 9,99 Euro (brutto) gibt es nur 70 Prozent (vom netto) über KDP. Wenn Du zum Beispiel dein eBook günstig für 2,99 Euro verkaufst, gehen sicherlich mehr Exemplare über den virtuellen Ladentisch wie bei 11,99 Euro. Unterm Strich erzielst Du mit dem günstigeren Preis mehr Einnahmen mit Self-Publishing. Wie viel Prozent man vom Verkaufspreis als Autorenhonorar bekommt, hängt also auch maßgeblich von deiner Preisgestaltung ab.

Bei den Distributoren sind die Unterschiede beim Honorar nicht so gravierend wie bei KDP von Amazon. Bekannt Anbieter sind hier Xinxii, ePubli, Neobooks und BookRix, um nur einige Beispiele zu nennen. Relevante Fragen, bevor Du Dich für einen Distributor entscheidest, wären: Sind die Kosten für eine ISBN beim Dienstleister inklusive? Wie sieht es mit der Kündigung aus und entstehen zusätzliche monatliche Kosten? Wie hoch sind die Gebühren? Welche Shops werden beliefert? Nimm Dir wirklich Zeit, Dir die Angebote der Distributoren genau anzuschauen, diesen Rat kann man nicht oft genug geben. Ob man sich nun für klassisches Self-Publishing oder einen Distributor als Dienstleister entscheidet, in jedem Fall gilt: Bei allen Anbietern erhältst Du ein hohes Autorenhonorar für dein elektronisches Buch oder Book on Demand. Autoren als Self-Publisher erhalten häufig zwischen 50 bis 80 Prozent vom Verkaufspreis, was deutlich über den Honoraren in einem klassischen Verlag im Printbuch (etwa 5-15 Prozent) liegt.

Lektorat, Cover, Marketing – Alles in den Händen des Self-Publishers?

Als Self-Publisher muss man sich bei vielen Dienstleistern um alles selbst kümmern. Darunter fallen zum Beispiel Lektorat, Covererstellung, Veröffentlichung auf verschiedenen Plattformen, Preisgestaltung, Marketing, Rechtliches und Abrechnung. Überlege Dir genau, ob Du alle diese Aufgaben allein als Self-Publisher übernehmen willst. Bist Du zum Beispiel sicher, dass Du mit allen rechtlichen Fragen beim Self-Publishing vertraut bist? Wie sieht es dazu mit steuerrechtlichen Fragen aus? Wie versteuert man Einnahmen aus Buchverkäufen? Hast Du darüber hinaus keine Erfahrung bei der Gestaltung eines Covers, solltest Du diese Aufgabe einem Profi überlassen. Ein amateurhaftes Cover schreckt den Leser ab und wirkt sich negativ auf den Verkauf aus.

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Mit Self-Publishing wird der Traum vom eigenen Buch wahr, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Sei als Self-Publisher auch bereit, zentrale Aufgaben abzugeben, selbst wenn Dir dadurch Kosten entstehen. Träume als Self-Publisher mit einem Book on Demand oder eBook nicht von zu großen Verkaufszahlen. Immer mehr Autoren gehen heute diesen Weg der Veröffentlichung, wodurch es ein breites Angebot an Literatur auf dem Markt gibt. Als Self-Publisher wirst Du im Regelfall trotz hoher Autorenhonorare nicht reich mit deinem Buch. Lege also deinem Chef nicht zu früh die Kündigung auf den Tisch. Du wirst jedoch sicherlich eine gute Anzahl von begeisterten Lesern für Ihren Roman finden und erfüllst Dir am Ende Ihren Traum vom eigenen Buch. Und mit ansteigender Leser- und Fanzahl von Buch zu Buch, steigen dann meist auch kontinuierlich deine Verkaufszahlen.

Wie schreibt man ein Exposé für einen Roman?

Wie schreibt man ein Exposé für einen Roman?

Wie schreibt man ein überzeugendes Exposé für sein Buch? Diese Frage beschäftigt viele Autoren, bevor sie ihren Roman an einen Verlag schicken. Einheitliche Vorgaben für die Inhaltsangabe zum eigenen Buch gibt es nicht. Informiert man sich in Schreibratgebern und auf Internetseiten über das Thema, findet man teilweise sogar widersprüchliche Angaben. Bevor Du Dich an dein Exposé machst, ist es sinnvoll, den französischen Begriff (frz. Darlegung) zu definieren oder sich der Begrifflichkeit etwas zu nähern. Wikipedia bringt es eigentlich sehr schön auf den Punkt: „Ein Exposé oder Exposee ist eine vorausschauende Inhaltsangabe eines literarischen Werks; es soll die Grundidee und den groben Handlungsverlauf vorstellen. Es ist meist nur einige Seiten lang und enthält weder Dialoge noch Einzelheiten. Es skizziert die Hauptfiguren oder gibt die thematische Grundlinie eines Buchs wieder.“ (Quelle: Wikipedia)

Exposé
Frust beim Exposé schreiben – Mit 5 Tipps zur Inhaltsangabe, Bild © by Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Das Online-Lexikon verdeutlicht in wenigen Sätzen, was die Inhaltsangabe eines literarischen Werkes ausmacht. Mit einem Exposé gibst Du die Haupthandlung deines Romans und auf 2 bis 3 Seiten die Essenz deines Buches wieder. Beim Schreiben des Romanexposés solltest Du Dich nicht nur auf eine reine Inhaltsangabe konzentrieren, sondern den Lektor tatsächlich die Grundidee deines Werkes vermitteln. Beim Schreiben der 2 bis 3 Seiten sollte man auch den Zweck nicht aus den Augen lassen. Das Exposé soll dem Lektor vor allem vermitteln, ob dein Roman für das Verlagsprogramm relevant ist und sich verkaufen lässt.

Es wurde bereits erwähnt, es gibt keine verbindlichen Vorgaben oder gar einen Standard für ein Romanexposé. Du kannst Dich jedoch an einige Richtlinien halten, womit deine 2 bis 3 Seiten mehr Beachtung gewinnen und sich die Chance auf eine Veröffentlichung erhöht.

Die Anforderungen der Verlage an das Exposé beachten

Bevor Du überhaupt mit dem Schreiben eines Exposés beginnst, informiere Dich beim Verlag, die Du anschreiben möchtest, über die Anforderungen. Auf der Internetseite des Buchverlages könnte zum Beispiel stehen, dass ein Buchexposé nur zwei Seiten umfassen soll. Dies ist mitunter hart. Viele Autoren sind bereits der Ansicht, dass drei Seiten eigentlich schon viel zu wenig für ein Exposé sind. Manche Verlage machen dazu nähere Angaben, was sie von der Zusammenfassung eines Romans erwarten. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Piper Verlag aus München. Es gibt übrigens auch keinen Bonus für besonders umfangreiche Werke. Einen Wälzer von 800 Seiten muss man ebenso auf 2 bis 3 Seiten zusammenfassen wie ein Buch mit 250 Seiten.

Beachte die Vorgaben des Verlegers, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es ist nicht empfehlenswert, mit der Schriftart oder Schriftgröße zu tricksen. Schreibst Du dein Exposé in Schriftgröße 10, sind die 2 bis 3 Seiten vielleicht kein so großes Problem. Dies wird noch einfacher, wenn deine Seite 40 Zeilen umfasst. Dies mag jetzt etwas überspitzt klingen, aber Lektoren dürften solche Tricksereien nicht gefallen.

Äußere Form und Stil beachten

Es gibt keine äußeren Vorgaben an ein Romanexposé. Es empfiehlt sich jedoch, sich bei besagten 2 bis 3 Seiten an die Normseite (1800 Zeichen, 30 Zeilen) zu halten. In einer Kopfzeile können deine Adresse und gerne auch der Arbeitstitel deines Romans stehen. Eine gute Schriftart für deine Inhaltsangabe ist Courier New oder Times New Roman mit der Schriftgröße 12. Es ist dazu selbstverständlich, dass dein Exposé keine Fehler bei Rechtschreibung und Zeichensetzung enthalten darf. Auch der Stil deiner Inhaltsangabe ist wichtig und sollte den Lektor ähnlich wie deine Leseprobe ansprechen. Einige Schreibratgeber schlagen vor, dass der Stil in deinem Exposé dem Grundton deines Romans entsprechen soll. Dies ist eine interessante Idee, ist jedoch kein zwingendes Kriterium für dein Buchexposé.

Genre, Zielgruppe und Umfang deines Romans benennen

Es wird immer wieder in Ratgebern oder im Internet empfohlen, vor der eigentlichen Inhaltsgabe und der Charakterentwicklung einige grundlegende Angaben zu machen. Das Exposé sollte deine vollständige Adresse, einen Arbeitstitel des Buches, Genre mit Zielgruppen nennen und den Umfang in Normseiten enthalten. Einige Ratgeber empfehlen dazu, ein Abstract mit 2 bis 3 Sätzen vor die Inhaltsangabe zu stellen oder auch etwas zur Erzählperspektive (z.B. Ich-Erzähler) zu schreiben. Im Abstract fasst Du die Handlung deines Romans in seiner ganzen Essenz zusammen. Ist ein solches Vorgehen sinnvoll? Bedenkt man, welchen Zweck ein Exposé verfolgen soll, machen solche Angaben durchaus Sinn.

Der Lektor will aufgrund deiner Angaben im Romanexposé eine erste Einschätzung treffen, ob dein Buch ins Verlagsprogramm passt und sich gut verkaufen lässt. Hier hilft es natürlich, wenn Du das Genre deines Werkes mit Zielgruppe möglichst klar benennst. Auch der Umfang deines Buches in Normseiten sollte im Exposé stehen. Es reicht, wenn Du deine Adresse, den Arbeitstitel, das Genre mit Zielgruppe und die Anzahl der Normseiten nennst. Gehören diese Angaben übrigens auch zu den 2 bis 3 Seiten des Buchexposés? Stehen diese Informationen auf einem separaten Blatt vor dem eigentlichen Exposé mit 2 bis 3 Seiten, dürfte dies kein Lektor bemängeln, wenn die Inhaltsangabe überzeugt. Einheitliche Vorgaben gibt es nicht, wie der nächste Satz verdeutlicht: Es gibt Beispiele im Internet, wo Autoren solche Angaben im Anschluss an die Inhaltsangabe und die Charakterentwicklung stellten und Erfolg bei einem Verlag hatten.

Inhaltsangabe und Charakterentwicklung im Exposé

Nun kommen wir zum eigentlichen Kern des Exposés. In der Inhaltsangabe fasst Du die Haupthandlung deines Romans zusammen. Nebenhandlungen oder gar Dialoge gehören nicht in die Zusammenfassung. Der Lektor soll die Gesamtgeschichte deines Buches kennen lernen und deutlich erkennen, wie die Konflikte der Handlung aufgelöst werden. Hier geht es nicht darum, etwas möglichst spannend zu machen oder zu verbergen. Der Lektor ist kein Leser und es handelt sich nicht um einen Klappentext. Das Ende deines Romans gehört ins Exposé. Die Inhaltsangabe wird im Präsens geschrieben. Zum Beispiel: „Micky ist ein mittelmäßiger Geschäftsmann. Sein größter Traum ist es, amerikanischer Präsident zu werden. Zu Beginn glaubt niemand an ihn.“

Charakter
Die Charakterentwickung kann man ins Exposé aufnehmen, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es wird immer wieder empfohlen, etwas zur Charakterentwicklung der Hauptfiguren zu schreiben. Für einen Lektor ist es interessant, wenn er sieht, wie sich die Figuren entwickeln und wie glaubwürdig diese sind. Mit Inhaltsangabe und Charakterentwicklung sollte das Exposé tatsächlich nur 2 bis 3 Seiten enthalten, was natürlich schwierig ist. Solltest Du deinen ersten Entwurf wegen der Länge kürzen müssen, ist es ratsam, bei der Charakterentwicklung statt bei der Inhaltsangabe zu streichen.

Romanexposé: Nicht zu lang

Zum Schluss noch einmal der wichtigste Tipp: Das Exposé darf nicht länger als 2 bis 3 Seiten sein. Viele Autoren denken, dass ein Verlag gerade bei ihnen eine Ausnahme macht, wenn das Buchexposé von 4 oder gar 5 Seiten nur überzeugend ist. Doch die Verlage machen eben keine Ausnahme, vielmehr landet ein solches Romanexposé schnell im Papierkorb. Dies kann man hier so kurz und bündig sagen.

Ein gutes Exposé zu schreiben ist schwierig

Kein Zweifel, es ist schwierig ein gutes und überzeugendes Buchexposé zu schreiben. Ein Verlag möchte anhand dieser Darlegung von 2 bis 3 Seiten auch sehen, ob Autoren die Haupthandlung ihres Romans knapp und ohne logische Brüche darstellen können. Es wird sicherlich etwas Zeit erfordern, bis Du ein gutes Exposé geschrieben hast. Es ist nicht unüblich, dass Autoren mehrere Versionen schreiben und jede Fassung immer etwas kürzer wird bzw. werden muss, damit man auf die gewünschte Länge kommt.

Es kann auch sinnvoll sein, sich an Beispielen zu orientieren. Im Internet fehlt es nicht an guten Vorlagen erfolgreicher Romanexposés, welche den Autoren einen Vertrag bei einem Buchverlag brachten. Mit etwas Suche über Google findet man genügend gute Anregungen. Bevor Du dann dein Exposé an den ersten Verlag schickst, ist es sinnvoll es Freunden und Verwandten vorzulegen. Bitte um ehrliche Kritik. Sollten diese Personen nicht überzeugt sein, versuche noch einmal an deinem Romanexposé zu feilen.

Kann man Romane schreiben lernen?

Kann man Romane schreiben lernen?

Ein wahrer Autor lässt sich von der Muse wachküssen, um an seinen Schreibtisch zu eilen und sein geniales Werk niederzuschreiben. Vorher steht er gar nicht erst auf. Vielleicht kennt man deshalb nur so wenige Autoren, weil die meisten noch immer auf den Kuss der Muse warten und in ihren Betten vermodern?!

Kreatives Schreiben
Man kann lernen einen Roman zu schreiben, Bild © by Rainer Sturm/ pixelio.de

Goethe jedenfalls blieb nicht im Bett liegen. Er schrieb seine Werke auch nicht wie im Wahn herunter und beließ es dann dabei. Er arbeitete hart an ihnen, um wirklich gute Texte zu veröffentlichen – natürlich nach damaligen Kriterien. Die diskutierte er in einem fleißigen Briefwechsel mit seinem Kollegen Schiller. Sie besprachen ihre Schreibtechniken, verbesserten und strichen an ihren Texten herum, bis sie zufrieden waren.

In Deutschland glauben jedoch noch Viele, dass man ein Genie sein muss, um Romane schreiben zu können. Dass man das Schreiben nicht lernen kann, sondern – angeblich wie Goethe – es „von selbst“ können müsse. Dieser Geniemythos entstand in der Romantik und hat, wie eben auch Goethe schon bewiesen hat, nichts mit der Realität zu tun.

Hier also die gute Nachricht: Romane schreiben ist erlernbar. Die schlechte: Man lernt es nicht im Schlaf.

Also raus aus dem Bett!

Was muss man nun mitbringen, um es zu lernen?

Vielleicht Talent oder Begabung? Meiner Meinung nach sind das genauso mystifizierte Begriffe wie der, des Genies. Was genau ist denn schon Begabung? Nehmen wir an, es gibt sie, dann mag sie hilfreich sein. Aber ich halte sie nicht für unabdingbar. Ich vertrete die Meinung, alles ist lernbar. Entscheidend dafür ist nur, dass man aus dem Bett kommt, also genügend Interesse und Motivation mitbringt. Man sollte also Freude an der Tätigkeit haben, manchem hilft auch ein Ziel vor Augen. Vielleicht dauert es beim Einen länger als beim Anderen. Wer aber wirklich etwas lernen will, der wird das auch tun.

Aber man muss doch eine Idee haben und ganz viel Fantasie?!

Stimmt, und das ist das Geniale, was ich meinetwegen auch Goethe zuspreche. Aber ich bin der Meinung, dass wir bereits als kreative und damit auch geniale Wesen geboren werden. Manchmal gerät man ein wenig aus der Übung, seine Kreativität zu nutzen, aber die kann man wieder wach kitzeln.

„Dann kann ja jeder ein Buch schreiben?“, werde ich oft halbwegs entsetzt gefragt. „Ja!“, ist meinte Antwort. „Ist das nicht wunderbar?“

Und haben wir nicht schon genug Bücher in der Welt?

Nein! Geschichten wiederholen sich und sie wollen immer wieder neu erzählt werden, mit den Worten und den Techniken einer anderen Zeit. Warum sonst gibt es immer wieder das Aschenputtelmärchen, nur eben neu aufgelegt? Gute Geschichten wollen immer gelesen werden.

Wann ist denn ein Buch „gut geschrieben“?

Schwierige Frage, da hier persönlicher Geschmack mit im Spiel ist. Aber es gibt eben einen Zeitgeist oder modernen Geschmack. Dein Buch ist sicher schon mal ganz gut, wenn nicht nur Tante Frieda und deine Schwester Lust darauf haben, es bis zum Ende zu lesen.

Es gibt aber Techniken, mit denen du zum Beispiel einen spannenden Handlungsbogen entwerfen oder gut lesbaren Text schreiben kannst. Das heißt, du greifst auf funktionierendes Handwerkszeug zurück, um deinen Roman und dein Schreiben zu verbessern.

Muss man also nach Regeln schreiben?

Jein. Ich sehe diese Techniken eher als Richtlinien, die ihren Sinn haben, sonst gäbe es sie nicht. Aber es gibt immer wieder Geschichten, die diese Regeln brechen und dennoch wahnsinnig erfolgreich sind. Es bleibt immer dir überlassen, ob du die Regeln des Handwerkszeugs für dein Buch anwenden willst oder nicht. Für eine Sache ist es ganz sicher gut: für dein Selbstbewusstsein.

Wie hilft dir das Handwerkszeug?

Wenn du verinnerlicht hast, welche Techniken dir für was helfen, weißt du immer, was du machen kannst, um ein gutes Buch zu schreiben. Du wirst keine Schreibblockade mehr erleben, die sich eingeschlichen hat, weil du „nicht mehr weiter weißt“. Du brichst auch nicht mehr deinen dritten, vierten oder fünften Romanversuch an etwa der gleichen Stelle ab. Denn nun weißt du, wie du schreibst. Du hast nicht mehr nur noch ein „ungutes Gefühl“ bei einer Textpassage, sondern du weißt, was genau ihr fehlt, damit sie spannender oder lesbarer wird.

Zum Handwerkzeug des Schreibens gehört mehr als Papier und Stift, Bild © by I-vista / pixelio.de

Du wirst schon eine Menge über das Geschichtenschreiben wissen – nur eben unbewusst. Vielleicht reicht dir das auch aus, um dein Buch fertig zu schreiben. Aber wenn es mal hakt, wird es dir schwerfallen, den Finger auf das Problem zu legen und eine Lösung zu finden. Da reicht das Wissen im Unterbewusstsein nur selten aus.

Einmal das Handwerkszeug richtig gelernt, wird es dir nicht nur beim ersten, sondern auch beim zweiten und dritten Roman helfen.

Ist das nicht wie kochen nach Rezept und am Ende sind alle Bücher gleich?

Manches hat tatsächlich Ähnlichkeit mit Rezepten. Wer seinen Roman zum Beispiel nach der „Heldenreise“ schreibt, wird auf ein gängiges Erzählmodell zurückgreifen und damit im Aufbau Ähnlichkeit mit vielen anderen Geschichten haben. Aber dieser Aufbau ist genau das, was wir gern als Geschichten hören. Außerdem bietet die Heldenreise an sich schon genügend Überraschungen und eine Zutat kommt zu den Rezepten ja noch immer hinzu: Fantasie. Das macht jede Geschichte einzigartig.

Welche Dinge können denn erlernt werden?

Ich halte es hier mit der 80/20 Regel. 80 % Transpiration und 20 % Inspiration. Das Meiste kannst du also lernen. Zum Beispiel wie du Figuren aufbaust, die deinen Leser einladen, das ganze Buch miterleben zu wollen. Wie du einen Handlungsbogen entwirfst, der deinen Leser von Anfang bis zum Ende fesselt, aber auch wie du auf jeder Seite sicher bist, dass dein Leser noch interessiert am Fortgang ist. Natürlich kann man auch lernen, wie man auf der Wortebene den Leser fasziniert, sodass er die Geschichte vor seinem inneren Auge ablaufen sieht. Und zu guter Letzt ist die Überarbeitung ein ganz wichtiger Teil und gehört immer dazu, wenn man einen veröffentlichungsreifen Roman schreiben will. Und auch hier kann man fast alles erlernen.

Ist das Schreiben dann noch Spaß? Das klingt so nach Arbeit.

Ich denke, das kommt drauf an. Wenn du keinen Sinn darin siehst, das Handwerkszeug zu lernen, dann wird es dir vielleicht auch keinen Spaß bringen, es zu erlernen. Kläre also gut deine Motivation. Willst du wirklich einen veröffentlichungsreifen Roman schreiben, der Leser begeistern wird? Oder schreibst du nur für dich? Dann brauchst du auch das Handwerkszeug nicht unbedingt.

Hast du aber erkannt, welche tollen Möglichkeiten dir diese Techniken bieten, und siehst, wie dein Romanprojekt davon profitiert, wirst du auch Freude am Handwerkszeug finden. Das eine oder andere bleibt trotzdem mühsam? Dann betrachte es wie ein Amateur-Fußballspieler, der aufsteigen will. Auch er übt Torschüsse, nur um besser zu werden, auch wenn er lieber in der Abwehr spielt.

Du kannst Romane schreiben lernen!

Warum denn auch nicht? Man kann Malen und Musizieren lernen. Dafür gibt es extra Hochschulen. Und keiner erwartet von dir, dass du ein Konzert geben kannst, nur weil du in der Schule Musikunterricht hattest. Warum solltest du Romane schreiben können, nur weil du Deutschunterricht hattest und Buchstaben sinnvoll auf einem Papier verteilen kannst?

Also los, lernen wir, richtig gute Romane zu schreiben, und begeistern wir unsere Leser!

Über die Autorin

Kann man Romane schreiben lernen? – Ein Gastbeitrag von Jurenka Jurk (Bildquelle: Jurenka Jurk)

Jurenka Jurk von der Romanschule Schreibfluss ist selbst Romanautorin, aber hauptsächlich unterrichtet sie mit Leidenschaft und viel persönlicher Betreuung, wie man Romane schreibt. Sie hat 2009 den Studiengang „Kreatives Schreiben“ an der IB Hochschule Berlin abgeschlossen und seither mehr als 200 angehende Autoren Schritt für Schritt bei ihren Schreibprojekten begleitet.

Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Vielleicht kennst Du es, Dir fehlt immer wieder die Motivation zum Schreiben an deinem Roman. Fast jeder Autor kommt irgendwann an den Punkt, wo er Zweifel an seinem Buch hat. Die Story, welche Dich zu Beginn überzeugt hat, wirkt nun platt und wenig originell. Dazu zeigen deine Figuren nicht wirklich Tiefe und sind eigentlich stereotyp. Bedenkt man dazu die Fortschritte, welche Du mit deinem Roman machst, wirst Du irgendwann vor deinem Rentenalter fertig. Solche Selbstzweifel sind echte Motivationskiller und führen zu Schreibunlust. Doch Zweifel am eigenen Werk sind nicht der einzige Grund für fehlende Motivation zum Schreiben. Es kann zum Beispiel an fehlender Selbstdisziplin oder mangelnden Zeitmanagement liegen.

Schreibblockade
Wenn Seiten leer bleiben – Keine Motivation zum Schreiben, Bild © by Kersten Schröder / pixelio.de

Die Tipps richten sich an Autoren, welche regelmäßig keine Lust am Schreiben empfinden, obwohl es nicht an Zeit mangelt. Nicht jeder der Ratschläge sollte sich für jeden Autor eignen. Das Ziel ist es, wieder mit einem oder mehreren der Tipps in einen regelmäßigen Schreibfluss zu kommen und seinen Roman zu Ende zu bringen.

Einfach mit dem Schreiben beginnen

Fehlt Dir Motivation zum Schreiben an deinem Roman, kann es helfen, einfach mit dem Schreiben zu beginnen. Klingt irgendwie unlogisch? Dies kann aber funktionieren, wenn Du mit deinem inneren Schweinehund einen Deal machst. Ich schreibe eine halbe Stunde an meinem Buch und wende mich dann wieder anderen Dingen zu. Alternativ kannst Du auch eine bis zwei Seiten aushandeln. Die Idee dahinter: Wenn Du erst einmal im Schreibfluss bist, ist deine Schreibunlust vielleicht dahin und Du hast die richtige Motivation zum Schreiben. In der festgelegten Zeit solltest Du dann auch mit voller Konzentration an deinem Roman schreiben und diese effektiv nutzen. Beliebte Ablenkungen durch das Smartphone und die Sozialen Medien sind in dieser Zeit tabu.

Selbst wenn Du jeden Tag nur eine oder zwei Seiten deines Buches schreibst, wirst Du sehen wie dein Roman Fortschritte macht und die Seitenzahl wächst. Fortschritte beim Schreiben sind häufig eine Motivation um weiterzuschreiben.

Feste Schreibzeiten festlegen

Der erste Tipp hat es gezeigt: Wer regelmäßig an seinem Buch schreibt, dürfte es leichter mit der Motivation haben, als Autoren, welche alle Jubeljahre einmal zur Feder greifen. Es ist ratsam, regelmäßiges Schreiben zur Gewohnheit zu machen. Lege feste Schreibzeiten fest. So arbeitest Du zum Beispiel drei Mal die Woche eine Stunde an deinem Roman. Bekommst Du mit der Zeit richtig Lust am Schreiben, kannst Du diese Schreibzeiten auf vier Tage erweitern oder Dir ein Zeitfenster von über einer Stunde setzen. Das große Ziel ist es hier, Schreiben an deinem Roman zu einer selbstverständlichen Routine werden zu lassen, welche zu deinem Wochenablauf gehört.

Kreatives Schreiben
Lege regelmäßige Schreibzeiten für die Arbeit an deinem Buch fest, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Wer feste Schreibzeiten hat, sollte dies auch ruhig der Familie und den Freunden mitteilen. So schreibst Du zum Beispiel am Montag, Mittwoch und Freitag von 18 bis 19 Uhr an deinem Buch. Du machst auch keine Ausnahmen, um Dich mit Freunden im Café zu treffen. Nach 19 Uhr stehst Du dann deinen Freunden und Bekannten wieder voll zur Verfügung.

Einen schönen Schreibort und kreativen Ort finden

Für manche Autoren kann es Sinn machen, die Arbeit vom heimischen Schreibtisch an einen anderen Ort zu verlegen. Vielleicht motiviert Dich ein bestimmter Ort zum Schreiben an deinem Roman. Das Flair eines historischen Lesesaals in einer Universitätsbibliothek kann zum Beispiel Autoren einen Motivationsschub geben. Hier sitzt man zwischen vielen Gleichgesinnten, welche eifrig und konzentriert an Hausarbeiten schreiben oder für eine Prüfung lernen. Wer möchte, kann Schreiben hier auch etwas zelebrieren. Wenn Du die Bibliothek betrittst, bist Du in diesem Moment nur Schriftsteller und alle Zeit in der Bücherei gilt nur deinem Buch. Eine kleine Pause in der Cafeteria darf man sich auch gönnen, schließlich ist dein Werk in der letzten Stunde wieder einige Seiten länger geworden.

Ein Ortwechsel kann nicht nur motivieren, sondern auch wunderbar bei Schreibblockaden helfen oder wenn es an neuen Ideen fehlt. Kreative Orte können Bibliotheken, Cafés oder Parks sein. Jeder Autor findet seine Inspiration an einem anderen Ort und für jeden Schriftsteller sollte es zumindest einen kreativen Ort geben.

Deadlines setzen

Manche Menschen lieben Deadlines. Umso näher die Abgabefrist rückt, umso produktiver werden diese Personen. Am Ende halten diese Menschen die Deadline (wenn auch in letzter Minute) ein und liefern dazu noch gute Arbeit ab. Gehörst Du auch zu den Personen, welche eine Art Hassliebe zu Abgabefristen haben und unter Druck besonders produktiv wie motiviert sind. Dann kannst Du Dir für deinen Roman Deadlines setzen. Das sechste Kapitel muss zum Beispiel in zwei Wochen fertig sein. Man hört tatsächlich immer wieder von Autoren, welche sich zur Motivation zum Schreiben künstliche Abgabefristen setzen und die Deadlines dann auch einhalten. Dieses System funktioniert bei einigen Schriftstellern recht gut. Doch Du hast sicherlich schon die Schwäche des Konzepts erkannt: Eine künstliche Deadline ist keine verpflichtende Abgabefrist.

Manche halten es mit Douglas Adams und sagen sich: „Ich liebe Deadlines! Ich mag dieses zischende Geräusch, das sie machen, wenn sie vorbeifliegen!“ Siehst Du es ähnlich, wird Dich eine künstliche Deadline nicht motivieren, doch manche Autoren kriegen auf diese Weise einen echten Motivationskick.

Meilensteine feiern und sich belohnen

Gerade wenn Du neben Beruf, Studium oder Schule an deinem Roman arbeitest, wird es einige Zeit dauern, bis Du dein Werkes fertiggestellt hast. Das Schreiben eines Buches besteht aus vielen Etappen. Dazu gehören zum Beispiel die Planung und Gliederung des Romans, die Ausarbeitung der Figuren, das Schreiben der ersten Kapitel und Überarbeitungen. Häufig lassen sich Arbeitsphasen nicht klar trennen und jeder Autor arbeitet etwas anders an seinem Roman. Für die Motivation kann es sehr hilfreich sein, sich Meilensteine zu setzen und das Erreichen dieser Punkte ein wenig zu feiern. Ein Meilenstein könnten die ersten 100 Seiten oder die erste Fassung des Romans sein.

Mehrere Meilensteine setzen und beim Erreichen feiern, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Bist Du bis zu einen solchen Punkt gekommen, kannst Du Dich richtig schön belohnen. Wie die Belohnung am Ende aussieht, hängt ganz von deinen Vorlieben ab. Es handelt sich wohlgemerkt um Meilensteine. Nimmt man jede Kleinigkeit als Anlass zum Feiern, verliert man irgendwann die Motivation.

Sich anderen Aufgaben zuwenden

Trotz verschiedener Tipps hast Du an einem Tag einfach keine Motivation zum Schreiben? Doch die Arbeit an einem Buch besteht nicht nur aus dem Verfassen von Text. Vielleicht musst Du noch etwas zu deinem historischen Roman recherchieren und einen Fachartikel lesen. Oder Du kannst Dich auch für ein Lektorat deiner letzten Kapitel erwärmen? Eher keine so schöne Aufgabe? Manchmal macht es auch Sinn, die Vielzahl von Notizen am Schreibtisch zu ordnen und auszumisten, welche man sich zur seiner Geschichte gemacht hat. Diese vermeintlich unwichtige Aufgabe hat man immer vor sich hingeschoben, doch irgendwann muss man seinen Schreibtisch um einige Papierstapel erleichtern. Ein andere Aufgabe erfühlen hilft auch bei Schreibblockaden. Auch wenn man keine einzige Zeile schreibt, bringt man seinen Roman einen Schritt weiter.

Solltest Du übrigens an einem Tag überhaupt keine Motivation für deinen Roman haben, obwohl Du eigentlich an diesem Tag (feste Schreibzeit) immer schreibst, zwinge Dich nicht unter allen Umständen dazu. Die Gefahr ist ziemlich groß, dass das Niedergeschriebene schon bald im Papierkorb landet. Gelegentliche Schreibunlust ist erlaubt, solange es nicht zum Regelfall wird.

Eine Literaturgruppe finden

In jeder größeren Stadt sollte es eine oder mehrere Literaturgruppen geben. Es macht großen Sinn, sich einer solchen Gruppe anzuschließen. Hier triffst Du auf gleichgesinnte Autoren, kannst Dich austauschen und bekommst wertvolles Feedback. Eine Autorengruppe kann unheimlich zum Schreiben motivieren, schließlich kann und will man hier regelmäßig die Fortschritte seines Romans vorstellen. Hier können Deadlines als Motivation bei vielen Autoren wiederum funktionieren. Wenn Du ankündigst, nächste Woche das vierte Kapitel vorzulesen, bemühst Du Dich sicherlich um die Fertigstellung des Abschnitts. Es wäre doch schade, deine Autorenkollegen zu enttäuschen. Wenn es ideal läuft, ist eine Literaturgruppe eine sanfte Kontrollinstanz. Die Mitglieder motivieren sich gegenseitig und sorgen dafür, dass alle Schriftsteller Fortschritte machen.

Wo findest Du eine solche Literaturgruppen in deiner Stadt? Eigentlich sollte man alle gewünschten Informationen in Internet erhalten. Unter dem Stichwort Literaturgruppe Berlin oder Hamburg findet man gleich mehrere Einträge bei Google. Leider sind nicht alle Gruppen offen, manche sind geradezu „geschlossene Gesellschaften“ und nehmen keine neuen Autoren auf. Doch mit etwas Suchen und Glück sollest Du eine Literaturgruppe finden.

Die inneren Dämonen bekämpfen

Nun kommen wir zum letzten und wichtigsten Tipp gegen Schreibunlust. Es ist häufig der innere Kritiker, der einen zweifeln lässt und jede Motivation zum Buch schreiben eiskalt killt. So ist die Geschichte einfach nur platt, schon tausend Mal erzählt, die Figuren ohne Tiefe und man wird mit seinem Roman sowieso nicht fertig. Kennst Du solche Selbstzweifel und echte Motivationskiller. Es ist wichtig, dass Du solche innere Dämonen bekämpfst. Es ist ratsam dein aktuelles Projekt fertigzustellen und nicht mit einer neuen vermeintlich besseren Idee zu beginnen. In ein paar Wochen könnest Du wieder am gleichen Punkt sein und alles verwerfen. Am Ende hast Du eine Vielzahl unfertiger Manuskripte und letztendlich nur Fragmente deines Schreibens.

Inneren Kritiker bekämpfen und Motivation zum Schreiben finden, Bild: Markus Vogelbacher/ pixelio.de

Der Erfolgsautor Andreas Eschenbach hat es sehr gut auf den Punkt gebracht: „Wenn ich mir per Zeitmaschine einen einzigen Ratschlag in meine frühen Jahre schicken könnte, dann wäre es dieser: Brich Manuskripte nicht mittendrin ab, um andere anzufangen. Egal, wie schlecht es dir im Moment vorkommt – schreib es fertig!(Quelle: andereaseschbach.de) Eschenbach nennt schlechte fertigstellte Romane eine gelungene Trainingseinheit, unfertige Bücher hingegen reine Zeitverschwendung. Diese Einschätzung klingt vielleicht hart. Du sollest in jeden Fall deinen Roman fertigstellen und den Schlachtruf beherzigen: Nieder mit den inneren Dämonen! Nieder mit der Schreibunlust!

Weiterhin keine Motivation zum Schreiben? Was tun?

Trotz aller Tipps kannst Du keine rechte Motivation zum Schreiben finden. Hier machst es Sinn, Dir die Frage zu stellen: Warum habe ich überhaupt mit meinem Roman begonnen? War es der Wunsch eine Geschichte zu erzählen? Oder ist dein Wunsch eher, ein Buch zu veröffentlichen und ein bekannter, erfolgreicher Schriftsteller zu sein? Vielleicht macht das Schreiben einfach auch keinen Spaß mehr? Einzelne Personen beginnen einen Roman aus falschen Motiven (Bekanntheit, Geld) und nicht aus der Lust am Schreiben. Dann gibt es wiederum Autoren, welche sich unter einen Buch schreiben etwas anderes vorstellen. Es ist leider nicht so, dass die Seiten nur so aus der Feder fließen und man eine geniale Geschichte erzählt. Schreiben ist harte Arbeit und vieles läuft nicht wie gewünscht.

Die tolle Story, die man im Kopf hat, lässt sich nicht so leicht wie erwartet zu Papier bringen. Man hat mit Schreibblockaden zu kämpfen und die erste Fassung bedarf selbstverständlich einer Überarbeitung. Dazu steht am Ende noch das lästige Lektorat an. Ein Autorenleben ist nicht einfach und die erste Euphorie folgt häufig die Schreibunlust. Solltest Du nach mehrfachen Versuchen keine Motivation zum Schreiben finden, bist Du vielleicht nicht zum Autor geschaffen. Es soll niemand entmutigt werden, ein Buch zu schreiben. Doch wer bereits Jahre an einem Erstlingswerk schreibt, sollte zumindest seine Motivation für sein Schreiben hinterfragen.

Unaufgefordert eingesandte Manuskripte – Die Kriterien der Verlage

Unaufgefordert eingesandte Manuskripte – Die Kriterien der Verlage

Verlage in Deutschland erhalten jedes Jahr eine Vielzahl unaufgefordert eingesandter Manuskripte. Große Buchverlage wie Diogenes, Knaur oder Rowohlt bekommen nach Schätzung von Experten zwischen 3000 bis 6000 unverlangte Einsendungen pro Jahr, doch auch kleinere Verlage erhalten regelmäßig Post von potentiellen Autoren. Die Chancen, dass ein unverlangt zugesandtes Manuskript auch veröffentlicht wird, gelten als sehr schlecht. Diogenes meldete 2015, man hätte von 9000 solcher Einsendungen in drei Jahren nur einen Roman veröffentlicht. Im Internet findet man wenig konkrete Informationen zum Umgang von Verlagen mit unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Einen kleinen Einblick bietet der Bericht einer Praktikantin.

Manuskripte Post
Buchverlage bekommen täglich viel Post von Autoren, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Die Praktikantin in einem größeren deutschen Verlag hatte die Aufgabe unverlangt eingesandte Manuskripte zu sichten und interessante Einsendungen an den zuständigen Lektor weiterzuleiten. Dabei standen pro Roman 10 Minuten zur Prüfung zur Verfügung: „Unaufgefordert eingesandte Manuskripte lesen und begutachten. Hihihi. Das ist wirklich großartig. Denn 99% von denen sind schlichtweg ganz, ganz, ganz, ganz schlecht. Ehrlich wahr. Das ist ein bisschen wie DSDS. Man fragt sich, welcher Verwandte, Bekannte oder Freund den jeweiligen Personen ein Talent bestätigt hat.“ (Quelle: schriftverkehrt.de)

Gleichzeitig versucht der Bericht mit dem Mythos aufzuräumen, man könne als Autor mit einem Erstlingswerk von einem Verlag entdeckt werden: „Nette Idee. Ist aber leider nicht drinnen. Das passiert nicht, und wenn, dann vielleicht ein, zweimal in der gesamten Geschichte eines Verlages.Und die Chancen schwinden von Jahr zu Jahr.“ (Quelle: schriftverkehrt.de) Die genannten Zahlen zu wenigen Veröffentlichungen von Erstautor und der Bericht machen wenig Mut. Doch es gibt Möglichkeiten, dass Du bei deinem unaufgefordert eingesandten Manuskript die Chance auf eine Veröffentlichung zumindest erhöhst. Auf diese Kriterien achten deutsche Buchverlage.

1. Programmschwerpunkte davor studieren

Bevor Du überhaupt daran denkst, einen Verlag anzuschreiben, solltest Du das jeweilige Programm studieren. Passt dein Roman überhaupt zum Profil des Buchverlags? Welche Genre werden veröffentlicht? Hier reicht schon eine kurze Durchsicht der bisherigen Veröffentlichungen auf der Homepage, um bestimmte Programmschwerpunkte zu erkennen. Ein Kinderbuchverlag wird sicherlich keine Horrorliteratur veröffentlichen und umgekehrt. Wenn Du nur wenige Minuten investierst, um ein Verlagsprogramm zu studieren, sparst Du Dir viel Zeit und einige frustrierende Erlebnisse. Unverlangt eingesandte Manuskripte die nicht ins Programm passen, bekommen im besten Fall eine schriftliche Absage.

2. Anforderungen des Verlags an Exposé und Textprobe beachten

Hast Du nun einen passenden Buchverlag gefunden, solltest Du ganz genau darauf achten, was gewünscht wird. Die Verlage informieren auf ihrer Homepage detailliert darüber, was ein Autor einschicken soll. So erfährst Du zum Beispiel, wie lang eine Leseprobe maximal sein soll oder ob auch eine Autorenvita gewünscht wird. Dazu schreiben Buchverlage häufig etwas zum Umgang mit unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Hier erfährt man zum Beispiel, wie lange eine Überprüfung der Einsendung im Regelfall dauert oder wie man Kontakt mit Dir aufnimmt. Wird auf der Seite eine Bearbeitungszeit von 10 Monaten genannt, solltest Du auch die nötige Geduld haben.

3. Anschreiben an den Lektor adressieren

Ein richtig adressiertes Anschreiben an den zuständigen Lektor erhöht die Chance, dass dein unverlangt eingesandtes Manuskript die gewünschte Aufmerksamkeit bekommt. Schreibst Du hingegen „Sehr geehrte Damen und Herren“, wirkt es häufig so, als würdest Du ein solches Standardanschreiben an ganz viele Verlage schicken. Für einzelne Lektoren ist eine fehlende Adressierung bereits ein K.o.-Kriterium und die Einsendung wandert in den Papierkorb. Wer der zuständige Lektor für dein Genre in einem Buchverlag ist, erfährst Du im Regelfall auf der Verlagsseite oder durch einen Anruf. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall, den Namen der richtigen Person in Erfahrung zu bringen.

4. Ein gutes Exposé ist das A und O

Wie intensiv sich ein Lektor (oder Praktikant) mit einem unaufgefordert zugesandten Manuskript beschäftigt, hängt vor allem vom Exposé ab. Kannst Du mit der Zusammenfassung deines Romans überzeugen, liest der Verlagslektor häufig auch deine Leseprobe. Ein überzeugendes Exposé sollte maximal drei Seiten umfassen. Es muss den groben Handlungsverlauf (ohne Details) und die Grundideen deines Buches vorstellen. Die Zusammenfassung sollte auch das Ende deines Romans verraten und zugleich deutlich machen, warum das Manuskript für den Verlag interessant ist. Ein gutes Exposé ist schwierig, es erfordert viel Mühe und Zeit. Solltest Du eine Vielzahl von Absagen erhalten und Du bist vom Potential deines Werkes überzeugt, kann es sich lohnen, noch etwas am Exposé zu feilen.

5. Keine Fehler im Exposé oder in der Leseprobe

Der nächste Punkt ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Deine Einsendung an den Verlag ist mit einer Bewerbung für einen Job vergleichbar. Finden sich gleich im Anschreiben drei Fehler, wird sich der Praktikant oder Lektor sicherlich nicht die Mühe machen und den Rest lesen. Dazu gibt es für viele Verlagslektoren weitere K.o-Kriterien. Dazu gehören zum Beispiel Smileys im Anschreiben, farbliche Hervorhebungen im Text oder man liefert das Cover für seinen Roman gleich mit. Eine interessante Liste mit K.o.-Kriterien für unaufgefordert eingesandte Manuskripte hat der Lektor Bernhard Salomon zusammengestellt. Die dort genannten Fehler sollte man in jedem Fall vermeiden.

Lektorat
Rechtschreibfehler in Exposé und Textprobe vermeiden Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

6. Geduld haben und nicht nachhaken

Du hast deinen Roman an einen oder mehrere Verlage geschickt, nun heißt es erst einmal Geduld haben. Bis Du eine Antwort bekommst, können Monate vergehen. Buchverlage verweisen auf ihrer Seite im Regelfall daraufhin, dass die Durchsicht von unverlangt zugesandten Manuskripten viel Zeit in Anspruch nimmt. Häufig findet man den Hinweis, von schriftlichen und telefonischen Rückfragen nach dem Stand der Bearbeitung abzusehen. Einzelne Verlag schreiben dazu auf ihrer Homepage, dass sie keine Absagen verschicken. Grundsätzlich ist es immer sinnvoll nicht nachzuhaken und einfach Geduld zu haben. Eine telefonische Rückfrage erhöht zumindest nicht die Chancen auf eine Veröffentlichung.

Vorsicht vor Zuschussverlagen

Vielleicht hast Du schon mehrere Absagen für dein Buch bekommen. An einem Tag kommt dann ein Antwortschreiben, welche deinen Roman über den Klee lobt. Dein unverlangt zugesandtes Manuskript ist genau das Werk, was man schon lange gesucht hat. Dein Roman kommt auf den Buchmarkt, Du musst Dich nur mit einer bestimmten Geldsumme an der Veröffentlichung beteiligen. Dies sei jedoch nur eine Investition, dein Buch wird dieses Geld schnell wieder reinbringen. Bei aller Freude über diese Zusage solltest Du vorsichtig sein und zum Verlag recherchieren. Mit großer Sicherheit hast Du es mit einem Zuschussverlag zu tun. Ein normaler Buchverlag verlangt nie Geld für eine Veröffentlichung. Die Eingabe des Verlags bei Google mit dem Zusatz Erfahrungen sollte Dir endgültig Gewissheit verschaffen, ob Du es mit einem Zuschussverlag zu tun hast.

Zuschussverlag
Die Alternative zum Zuschussverlag – Sein Geld verbrennen, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Wer das Angebot eines solchen Verlags annimmt, kann zwar sein Buch veröffentlichen. Doch die investierte Summe (im Regelfall im vierstelligen Bereich) bekommt man über Buchverkaufe nicht mehr rein. Sollte die Verlage deine unaufgefordert eingesandten Manuskripte immer wieder ablehnen, sei nicht traurig. Vielleicht ist dein Buch nicht für eine Veröffentlichung in einem großen Verlag geeignet, weil der Roman zum Beispiel eine zu kleine Zielgruppe anspricht. In diesem Fall solltest Du zumindest über das Thema Self-Publishing nachdenken.