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Wie schreibt man ein Exposé für einen Roman?

Wie schreibt man ein Exposé für einen Roman?

Wie schreibt man ein überzeugendes Exposé für sein Buch? Diese Frage beschäftigt viele Autoren, bevor sie ihren Roman an einen Verlag schicken. Einheitliche Vorgaben für die Inhaltsangabe zum eigenen Buch gibt es nicht. Informiert man sich in Schreibratgebern und auf Internetseiten über das Thema, findet man teilweise sogar widersprüchliche Angaben. Bevor Du Dich an dein Exposé machst, ist es sinnvoll, den französischen Begriff (frz. Darlegung) zu definieren oder sich der Begrifflichkeit etwas zu nähern. Wikipedia bringt es eigentlich sehr schön auf den Punkt: „Ein Exposé oder Exposee ist eine vorausschauende Inhaltsangabe eines literarischen Werks; es soll die Grundidee und den groben Handlungsverlauf vorstellen. Es ist meist nur einige Seiten lang und enthält weder Dialoge noch Einzelheiten. Es skizziert die Hauptfiguren oder gibt die thematische Grundlinie eines Buchs wieder.“ (Quelle: Wikipedia)

Exposé
Frust beim Exposé schreiben – Mit 5 Tipps zur Inhaltsangabe, Bild © by Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Das Online-Lexikon verdeutlicht in wenigen Sätzen, was die Inhaltsangabe eines literarischen Werkes ausmacht. Mit einem Exposé gibst Du die Haupthandlung deines Romans und auf 2 bis 3 Seiten die Essenz deines Buches wieder. Beim Schreiben des Romanexposés solltest Du Dich nicht nur auf eine reine Inhaltsangabe konzentrieren, sondern den Lektor tatsächlich die Grundidee deines Werkes vermitteln. Beim Schreiben der 2 bis 3 Seiten sollte man auch den Zweck nicht aus den Augen lassen. Das Exposé soll dem Lektor vor allem vermitteln, ob dein Roman für das Verlagsprogramm relevant ist und sich verkaufen lässt.

Es wurde bereits erwähnt, es gibt keine verbindlichen Vorgaben oder gar einen Standard für ein Romanexposé. Du kannst Dich jedoch an einige Richtlinien halten, womit deine 2 bis 3 Seiten mehr Beachtung gewinnen und sich die Chance auf eine Veröffentlichung erhöht.

Die Anforderungen der Verlage an das Exposé beachten

Bevor Du überhaupt mit dem Schreiben eines Exposé beginnst, informieren Dich beim Verlag, welchen Du anschreiben möchtest, über die Anforderungen. Auf der Internetseite des Buchverlages könnte zum Beispiel stehen, dass ein Buchexposé nur zwei Seiten umfassen soll. Dies ist mitunter hart. Viele Autoren sind bereits der Ansicht, dass schon drei Seiten eigentlich viel zu wenig für ein Exposé sind. Manche Verlage machen dazu nähere Angaben, was sie von der Zusammenfassung eines Romans erwarten. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Piper Verlag aus München. Es gibt übrigens auch keinen Bonus für besonders umfangreiche Werke. Einen Wälzer von 800 Seiten muss man ebenso auf 2 bis 3 Seiten zusammenfassen wie ein Buch mit 250 Seiten.

Beachte die Vorgaben des Verlegers, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es ist nicht empfehlenswert, mit der Schriftart oder Schriftgröße zu tricksen. Schreibst Du dein Exposé in Schriftgröße 10, sind die 2 bis 3 Seiten vielleicht kein so großes Problem. Dies wir noch einfacher, wenn deine Seite 40 Zeilen umfasst. Dies mag jetzt etwas überspitzt klingen, aber Lektoren dürften solche Tricksereien nicht gefallen.

Äußere Form und Stil beachten

Es gibt keine äußeren Vorgaben an ein Romanexposé. Es empfiehlt sich jedoch, sich bei besagten 2 bis 3 Seiten an die Normseite (1800 Zeichen, 30 Zeilen) zu halten. In einer Kopfzeile können deine Adresse und gerne auch der Arbeitstitel deines Romans stehen. Eine gute Schriftart für deine Inhaltsangabe ist Courier New oder Times New Roman mit der Schriftgröße 12. Es ist dazu selbstverständlich, dass dein Exposé keine Fehler bei Rechtschreibung und Zeichensetzung enthalten darf. Auch der Stil deiner Inhaltsangabe ist wichtig und sollte den Lektor ähnlich wie deine Leseprobe ansprechen. Einige Schreibratgeber schlagen vor, dass der Stil in deinem Exposé dem Grundton deines Romans entsprechen soll. Dies ist eine interessante Idee, ist jedoch kein zwingendes Kriterium für dein Buchexposé.

Genre, Zielgruppe und Umfang deines Romans benennen

Es wird immer wieder in Ratgebern oder im Internet empfohlen, vor der eigentlichen Inhaltsgabe und der Charakterentwicklung einige grundlegende Angaben zu machen. Das Exposé sollte deine vollständige Adresse, einen Arbeitstitel für das Buch, Genre mit Zielgruppen nennen und den Umfang in Normseiten enthalten. Einige Ratgeber empfehlen dazu, ein Abstract mit 2 bis 3 Sätzen vor die Inhaltsangabe zu stellen oder auch etwas zur Erzählperspektive (z.B. Ich-Erzähler) zu schreiben. Im Abstract fasst Du die Handlung deines Romans in seiner ganzen Essenz zusammen. Ist ein solches Vorgehen sinnvoll? Bedenkt man, welchen Zweck ein Exposé verfolgen soll, machen solche Angaben durchaus Sinn.

Der Lektor will aufgrund deiner Angaben im Romanexposé eine erste Einschätzung treffen, ob dein Buch ins Verlagsprogramm passt und sich gut verkaufen lässt. Hier hilft es natürlich, wenn Du das Genre deines Werkes mit Zielgruppe möglichst klar benennst. Auch der Umfang deines Buches in Normseiten sollte im Exposé stehen. Es reicht, wenn Du deine Adresse, den Arbeitstitel, das Genre mit Zielgruppe und die Anzahl der Normseiten nennst. Diese Angaben gehören übrigens auch zu den 2 bis 3 Seiten des Buchexposés. Wer übrigens noch nach einer Bestätigung sucht, dass es keine klaren Vorgaben für ein Exposé gibt: Es gibt Beispiele im Internet, wo Autoren solche Angaben in Anschluss an die Inhaltsangabe und die Charakterentwicklung stellen und Erfolg bei einem Verlag hatten.

Inhaltsangabe und Charakterentwicklung im Exposé

Nun kommen wir zum eigentlichen Kern. In der Inhaltsangabe fasst Du die Haupthandlung deines Romans zusammen. Nebenhandlungen oder gar Dialoge gehören nicht in die Zusammenfassung. Der Lektor soll die Gesamtgeschichte deines Buches kennenlernen und deutlich erkennen, wie die Konflikte der Handlung aufgelöst werden. Hier geht es nicht darum, etwas möglichst spannend zu machen oder zu verbergen. Der Lektor ist kein Leser und es handelt sich nicht um einen Klappentext. Das Ende deines Romans gehört ins Exposé. Die Inhaltsangabe wird im Präsens geschrieben. Zum Beispiel: „Micky ist ein mittelmäßiger Geschäftsmann. Sein größter Traum ist es, amerikanischer Präsident zu werden. Zu Beginn glaubt niemand an ihn.“

Charakter
Die Charakterentwickung kann man ins Exposé aufnehmen, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es wird immer wieder empfohlen, etwas zur Charakterentwicklung der Hauptfiguren zu schreiben. Für einen Lektor ist es interessant, wenn er sieht, wie sich die Figuren entwickeln und wie glaubwürdig diese sind. Mit Inhaltsangabe und Charakterentwicklung sollte das Exposé tatsächlich nur 2 bis 3 Seiten enthalten, was natürlich schwierig ist. Solltest Du deinen ersten Entwurf wegen der Länge kürzen müssen, es ist ratsam, bei der Charakterentwicklung statt bei der Inhaltsangabe zu streichen.

Romanexposé: Nicht zu lang

Zum Schluss noch einmal der wichtigste Tipp: Das Exposé darf nicht länger als 2 bis 3 Seiten sein. Viele Autoren denken, dass ein Verlag gerade bei ihnen eine Ausnahme macht, wenn das Buchexposé von 4 oder gar 5 Seiten nur überzeugend ist. Doch die Verlage machen eben keine Ausnahme, vielmehr landet ein solches Romanexposé schnell im Papierkorb. Dies kann man hier so kurz und bündig sagen.

Ein gutes Exposé zu schreiben ist schwierig

Kein Zweifel, es ist schwierig ein gutes und überzeugendes Buchexposé zu schreiben. Ein Verlag möchte anhand dieser Darlegung von 2 bis 3 Seiten auch sehen, ob Autoren die Haupthandlung ihres Romans knapp und ohne logische Brüche darstellen können. Es wird sicherlich etwas Zeit erfordern, bis Du ein gutes Exposé geschrieben hast. Es ist nicht unüblich, dass Autoren mehrere Versionen schreiben und jede Fassung immer etwas kürzer wird bzw. werden muss, damit man auf die gewünschte Länge kommt.

Es kann auch sinnvoll sein, sich an Beispielen zu orientieren. Im Internet fehlt es nicht an guten Vorlagen erfolgreicher Romanexposés, welche den Autoren einen Vertrag bei einem Buchverlag brachten. Mit etwas Suche über Google findet man genügend gute Anregungen. Bevor Du dann dein Exposé an den ersten Verlag schickst, ist es sinnvoll es Freunden und Verwandten vorzulegen. Bitte um ehrliche Kritik. Sollten diese Personen nicht überzeugt sein, versuche noch einmal an deinem Romanexposé zu feilen.

Kann man Romane schreiben lernen?

Kann man Romane schreiben lernen?

Ein wahrer Autor lässt sich von der Muse wachküssen, um an seinen Schreibtisch zu eilen und sein geniales Werk niederzuschreiben. Vorher steht er gar nicht erst auf. Vielleicht kennt man deshalb nur so wenige Autoren, weil die meisten noch immer auf den Kuss der Muse warten und in ihren Betten vermodern?!

Kreatives Schreiben
Man kann lernen einen Roman zu schreiben, Bild © by Rainer Sturm/ pixelio.de

Goethe jedenfalls blieb nicht im Bett liegen. Er schrieb seine Werke auch nicht wie im Wahn herunter und beließ es dann dabei. Er arbeitete hart an ihnen, um wirklich gute Texte zu veröffentlichen – natürlich nach damaligen Kriterien. Die diskutierte er in einem fleißigen Briefwechsel mit seinem Kollegen Schiller. Sie besprachen ihre Schreibtechniken, verbesserten und strichen an ihren Texten herum, bis sie zufrieden waren.

In Deutschland glauben jedoch noch Viele, dass man ein Genie sein muss, um Romane schreiben zu können. Dass man das Schreiben nicht lernen kann, sondern – angeblich wie Goethe – es „von selbst“ können müsse. Dieser Geniemythos entstand in der Romantik und hat, wie eben auch Goethe schon bewiesen hat, nichts mit der Realität zu tun.

Hier also die gute Nachricht: Romane schreiben ist erlernbar. Die schlechte: Man lernt es nicht im Schlaf.

Also raus aus dem Bett!

Was muss man nun mitbringen, um es zu lernen?

Vielleicht Talent oder Begabung? Meiner Meinung nach sind das genauso mystifizierte Begriffe wie der, des Genies. Was genau ist denn schon Begabung? Nehmen wir an, es gibt sie, dann mag sie hilfreich sein. Aber ich halte sie nicht für unabdingbar. Ich vertrete die Meinung, alles ist lernbar. Entscheidend dafür ist nur, dass man aus dem Bett kommt, also genügend Interesse und Motivation mitbringt. Man sollte also Freude an der Tätigkeit haben, manchem hilft auch ein Ziel vor Augen. Vielleicht dauert es beim Einen länger als beim Anderen. Wer aber wirklich etwas lernen will, der wird das auch tun.

Aber man muss doch eine Idee haben und ganz viel Fantasie?!

Stimmt, und das ist das Geniale, was ich meinetwegen auch Goethe zuspreche. Aber ich bin der Meinung, dass wir bereits als kreative und damit auch geniale Wesen geboren werden. Manchmal gerät man ein wenig aus der Übung, seine Kreativität zu nutzen, aber die kann man wieder wach kitzeln.

„Dann kann ja jeder ein Buch schreiben?“, werde ich oft halbwegs entsetzt gefragt. „Ja!“, ist meinte Antwort. „Ist das nicht wunderbar?“

Und haben wir nicht schon genug Bücher in der Welt?

Nein! Geschichten wiederholen sich und sie wollen immer wieder neu erzählt werden, mit den Worten und den Techniken einer anderen Zeit. Warum sonst gibt es immer wieder das Aschenputtelmärchen, nur eben neu aufgelegt? Gute Geschichten wollen immer gelesen werden.

Wann ist denn ein Buch „gut geschrieben“?

Schwierige Frage, da hier persönlicher Geschmack mit im Spiel ist. Aber es gibt eben einen Zeitgeist oder modernen Geschmack. Dein Buch ist sicher schon mal ganz gut, wenn nicht nur Tante Frieda und deine Schwester Lust darauf haben, es bis zum Ende zu lesen.

Es gibt aber Techniken, mit denen du zum Beispiel einen spannenden Handlungsbogen entwerfen oder gut lesbaren Text schreiben kannst. Das heißt, du greifst auf funktionierendes Handwerkszeug zurück, um deinen Roman und dein Schreiben zu verbessern.

Muss man also nach Regeln schreiben?

Jein. Ich sehe diese Techniken eher als Richtlinien, die ihren Sinn haben, sonst gäbe es sie nicht. Aber es gibt immer wieder Geschichten, die diese Regeln brechen und dennoch wahnsinnig erfolgreich sind. Es bleibt immer dir überlassen, ob du die Regeln des Handwerkszeugs für dein Buch anwenden willst oder nicht. Für eine Sache ist es ganz sicher gut: für dein Selbstbewusstsein.

Wie hilft dir das Handwerkszeug?

Wenn du verinnerlicht hast, welche Techniken dir für was helfen, weißt du immer, was du machen kannst, um ein gutes Buch zu schreiben. Du wirst keine Schreibblockade mehr erleben, die sich eingeschlichen hat, weil du „nicht mehr weiter weißt“. Du brichst auch nicht mehr deinen dritten, vierten oder fünften Romanversuch an etwa der gleichen Stelle ab. Denn nun weißt du, wie du schreibst. Du hast nicht mehr nur noch ein „ungutes Gefühl“ bei einer Textpassage, sondern du weißt, was genau ihr fehlt, damit sie spannender oder lesbarer wird.

Zum Handwerkzeug des Schreibens gehört mehr als Papier und Stift, Bild © by I-vista / pixelio.de

Du wirst schon eine Menge über das Geschichtenschreiben wissen – nur eben unbewusst. Vielleicht reicht dir das auch aus, um dein Buch fertig zu schreiben. Aber wenn es mal hakt, wird es dir schwerfallen, den Finger auf das Problem zu legen und eine Lösung zu finden. Da reicht das Wissen im Unterbewusstsein nur selten aus.

Einmal das Handwerkszeug richtig gelernt, wird es dir nicht nur beim ersten, sondern auch beim zweiten und dritten Roman helfen.

Ist das nicht wie kochen nach Rezept und am Ende sind alle Bücher gleich?

Manches hat tatsächlich Ähnlichkeit mit Rezepten. Wer seinen Roman zum Beispiel nach der „Heldenreise“ schreibt, wird auf ein gängiges Erzählmodell zurückgreifen und damit im Aufbau Ähnlichkeit mit vielen anderen Geschichten haben. Aber dieser Aufbau ist genau das, was wir gern als Geschichten hören. Außerdem bietet die Heldenreise an sich schon genügend Überraschungen und eine Zutat kommt zu den Rezepten ja noch immer hinzu: Fantasie. Das macht jede Geschichte einzigartig.

Welche Dinge können denn erlernt werden?

Ich halte es hier mit der 80/20 Regel. 80 % Transpiration und 20 % Inspiration. Das Meiste kannst du also lernen. Zum Beispiel wie du Figuren aufbaust, die deinen Leser einladen, das ganze Buch miterleben zu wollen. Wie du einen Handlungsbogen entwirfst, der deinen Leser von Anfang bis zum Ende fesselt, aber auch wie du auf jeder Seite sicher bist, dass dein Leser noch interessiert am Fortgang ist. Natürlich kann man auch lernen, wie man auf der Wortebene den Leser fasziniert, sodass er die Geschichte vor seinem inneren Auge ablaufen sieht. Und zu guter Letzt ist die Überarbeitung ein ganz wichtiger Teil und gehört immer dazu, wenn man einen veröffentlichungsreifen Roman schreiben will. Und auch hier kann man fast alles erlernen.

Ist das Schreiben dann noch Spaß? Das klingt so nach Arbeit.

Ich denke, das kommt drauf an. Wenn du keinen Sinn darin siehst, das Handwerkszeug zu lernen, dann wird es dir vielleicht auch keinen Spaß bringen, es zu erlernen. Kläre also gut deine Motivation. Willst du wirklich einen veröffentlichungsreifen Roman schreiben, der Leser begeistern wird? Oder schreibst du nur für dich? Dann brauchst du auch das Handwerkszeug nicht unbedingt.

Hast du aber erkannt, welche tollen Möglichkeiten dir diese Techniken bieten, und siehst, wie dein Romanprojekt davon profitiert, wirst du auch Freude am Handwerkszeug finden. Das eine oder andere bleibt trotzdem mühsam? Dann betrachte es wie ein Amateur-Fußballspieler, der aufsteigen will. Auch er übt Torschüsse, nur um besser zu werden, auch wenn er lieber in der Abwehr spielt.

Du kannst Romane schreiben lernen!

Warum denn auch nicht? Man kann Malen und Musizieren lernen. Dafür gibt es extra Hochschulen. Und keiner erwartet von dir, dass du ein Konzert geben kannst, nur weil du in der Schule Musikunterricht hattest. Warum solltest du Romane schreiben können, nur weil du Deutschunterricht hattest und Buchstaben sinnvoll auf einem Papier verteilen kannst?

Also los, lernen wir, richtig gute Romane zu schreiben, und begeistern wir unsere Leser!

Über die Autorin

Kann man Romane schreiben lernen? – Ein Gastbeitrag von Jurenka Jurk (Bildquelle: Jurenka Jurk)

Jurenka Jurk von der Romanschule Schreibfluss ist selbst Romanautorin, aber hauptsächlich unterrichtet sie mit Leidenschaft und viel persönlicher Betreuung, wie man Romane schreibt. Sie hat 2009 den Studiengang „Kreatives Schreiben“ an der IB Hochschule Berlin abgeschlossen und seither mehr als 200 angehende Autoren Schritt für Schritt bei ihren Schreibprojekten begleitet.

Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Vielleicht kennst Du es, Dir fehlt immer wieder die Motivation zum Schreiben an deinem Roman. Fast jeder Autor kommt irgendwann an den Punkt, wo er Zweifel an seinem Buch hat. Die Story, welche Dich zu Beginn überzeugt hat, wirkt nun platt und wenig originell. Dazu zeigen deine Figuren nicht wirklich Tiefe und sind eigentlich stereotyp. Bedenkt man dazu die Fortschritte, welche Du mit deinem Roman machst, wirst Du irgendwann vor deinem Rentenalter fertig. Solche Selbstzweifel sind echte Motivationskiller und führen zu Schreibunlust. Doch Zweifel am eigenen Werk sind nicht der einzige Grund für fehlende Motivation zum Schreiben. Es kann zum Beispiel an fehlender Selbstdisziplin oder mangelnden Zeitmanagement liegen.

Schreibblockade
Wenn Seiten leer bleiben – Keine Motivation zum Schreiben, Bild © by Kersten Schröder / pixelio.de

Die Tipps richten sich an Autoren, welche regelmäßig keine Lust am Schreiben empfinden, obwohl es nicht an Zeit mangelt. Nicht jeder der Ratschläge sollte sich für jeden Autor eignen. Das Ziel ist es, wieder mit einem oder mehreren der Tipps in einen regelmäßigen Schreibfluss zu kommen und seinen Roman zu Ende zu bringen.

Einfach mit dem Schreiben beginnen

Fehlt Dir Motivation zum Schreiben an deinem Roman, kann es helfen, einfach mit dem Schreiben zu beginnen. Klingt irgendwie unlogisch? Dies kann aber funktionieren, wenn Du mit deinem inneren Schweinehund einen Deal machst. Ich schreibe eine halbe Stunde an meinem Buch und wende mich dann wieder anderen Dingen zu. Alternativ kannst Du auch eine bis zwei Seiten aushandeln. Die Idee dahinter: Wenn Du erst einmal im Schreibfluss bist, ist deine Schreibunlust vielleicht dahin und Du hast die richtige Motivation zum Schreiben. In der festgelegten Zeit solltest Du dann auch mit voller Konzentration an deinem Roman schreiben und diese effektiv nutzen. Beliebte Ablenkungen durch das Smartphone und die Sozialen Medien sind in dieser Zeit tabu.

Selbst wenn Du jeden Tag nur eine oder zwei Seiten deines Buches schreibst, wirst Du sehen wie dein Roman Fortschritte macht und die Seitenzahl wächst. Fortschritte beim Schreiben sind häufig eine Motivation um weiterzuschreiben.

Feste Schreibzeiten festlegen

Der erste Tipp hat es gezeigt: Wer regelmäßig an seinem Buch schreibt, dürfte es leichter mit der Motivation haben, als Autoren, welche alle Jubeljahre einmal zur Feder greifen. Es ist ratsam, regelmäßiges Schreiben zur Gewohnheit zu machen. Lege feste Schreibzeiten fest. So arbeitest Du zum Beispiel drei Mal die Woche eine Stunde an deinem Roman. Bekommst Du mit der Zeit richtig Lust am Schreiben, kannst Du diese Schreibzeiten auf vier Tage erweitern oder Dir ein Zeitfenster von über einer Stunde setzen. Das große Ziel ist es hier, Schreiben an deinem Roman zu einer selbstverständlichen Routine werden zu lassen, welche zu deinem Wochenablauf gehört.

Kreatives Schreiben
Lege regelmäßige Schreibzeiten für die Arbeit an deinem Buch fest, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Wer feste Schreibzeiten hat, sollte dies auch ruhig der Familie und den Freunden mitteilen. So schreibst Du zum Beispiel am Montag, Mittwoch und Freitag von 18 bis 19 Uhr an deinem Buch. Du machst auch keine Ausnahmen, um Dich mit Freunden im Café zu treffen. Nach 19 Uhr stehst Du dann deinen Freunden und Bekannten wieder voll zur Verfügung.

Einen schönen Schreibort und kreativen Ort finden

Für manche Autoren kann es Sinn machen, die Arbeit vom heimischen Schreibtisch an einen anderen Ort zu verlegen. Vielleicht motiviert Dich ein bestimmter Ort zum Schreiben an deinem Roman. Das Flair eines historischen Lesesaals in einer Universitätsbibliothek kann zum Beispiel Autoren einen Motivationsschub geben. Hier sitzt man zwischen vielen Gleichgesinnten, welche eifrig und konzentriert an Hausarbeiten schreiben oder für eine Prüfung lernen. Wer möchte, kann Schreiben hier auch etwas zelebrieren. Wenn Du die Bibliothek betrittst, bist Du in diesem Moment nur Schriftsteller und alle Zeit in der Bücherei gilt nur deinem Buch. Eine kleine Pause in der Cafeteria darf man sich auch gönnen, schließlich ist dein Werk in der letzten Stunde wieder einige Seiten länger geworden.

Ein Ortwechsel kann nicht nur motivieren, sondern auch wunderbar bei Schreibblockaden helfen oder wenn es an neuen Ideen fehlt. Kreative Orte können Bibliotheken, Cafés oder Parks sein. Jeder Autor findet seine Inspiration an einem anderen Ort und für jeden Schriftsteller sollte es zumindest einen kreativen Ort geben.

Deadlines setzen

Manche Menschen lieben Deadlines. Umso näher die Abgabefrist rückt, umso produktiver werden diese Personen. Am Ende halten diese Menschen die Deadline (wenn auch in letzter Minute) ein und liefern dazu noch gute Arbeit ab. Gehörst Du auch zu den Personen, welche eine Art Hassliebe zu Abgabefristen haben und unter Druck besonders produktiv wie motiviert sind. Dann kannst Du Dir für deinen Roman Deadlines setzen. Das sechste Kapitel muss zum Beispiel in zwei Wochen fertig sein. Man hört tatsächlich immer wieder von Autoren, welche sich zur Motivation zum Schreiben künstliche Abgabefristen setzen und die Deadlines dann auch einhalten. Dieses System funktioniert bei einigen Schriftstellern recht gut. Doch Du hast sicherlich schon die Schwäche des Konzepts erkannt: Eine künstliche Deadline ist keine verpflichtende Abgabefrist.

Manche halten es mit Douglas Adams und sagen sich: „Ich liebe Deadlines! Ich mag dieses zischende Geräusch, das sie machen, wenn sie vorbeifliegen!“ Siehst Du es ähnlich, wird Dich eine künstliche Deadline nicht motivieren, doch manche Autoren kriegen auf diese Weise einen echten Motivationskick.

Meilensteine feiern und sich belohnen

Gerade wenn Du neben Beruf, Studium oder Schule an deinem Roman arbeitest, wird es einige Zeit dauern, bis Du dein Werkes fertiggestellt hast. Das Schreiben eines Buches besteht aus vielen Etappen. Dazu gehören zum Beispiel die Planung und Gliederung des Romans, die Ausarbeitung der Figuren, das Schreiben der ersten Kapitel und Überarbeitungen. Häufig lassen sich Arbeitsphasen nicht klar trennen und jeder Autor arbeitet etwas anders an seinem Roman. Für die Motivation kann es sehr hilfreich sein, sich Meilensteine zu setzen und das Erreichen dieser Punkte ein wenig zu feiern. Ein Meilenstein könnten die ersten 100 Seiten oder die erste Fassung des Romans sein.

Mehrere Meilensteine setzen und beim Erreichen feiern, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Bist Du bis zu einen solchen Punkt gekommen, kannst Du Dich richtig schön belohnen. Wie die Belohnung am Ende aussieht, hängt ganz von deinen Vorlieben ab. Es handelt sich wohlgemerkt um Meilensteine. Nimmt man jede Kleinigkeit als Anlass zum Feiern, verliert man irgendwann die Motivation.

Sich anderen Aufgaben zuwenden

Trotz verschiedener Tipps hast Du an einem Tag einfach keine Motivation zum Schreiben? Doch die Arbeit an einem Buch besteht nicht nur aus dem Verfassen von Text. Vielleicht musst Du noch etwas zu deinem historischen Roman recherchieren und einen Fachartikel lesen. Oder Du kannst Dich auch für ein Lektorat deiner letzten Kapitel erwärmen? Eher keine so schöne Aufgabe? Manchmal macht es auch Sinn, die Vielzahl von Notizen am Schreibtisch zu ordnen und auszumisten, welche man sich zur seiner Geschichte gemacht hat. Diese vermeintlich unwichtige Aufgabe hat man immer vor sich hingeschoben, doch irgendwann muss man seinen Schreibtisch um einige Papierstapel erleichtern. Ein andere Aufgabe erfühlen hilft auch bei Schreibblockaden. Auch wenn man keine einzige Zeile schreibt, bringt man seinen Roman einen Schritt weiter.

Solltest Du übrigens an einem Tag überhaupt keine Motivation für deinen Roman haben, obwohl Du eigentlich an diesem Tag (feste Schreibzeit) immer schreibst, zwinge Dich nicht unter allen Umständen dazu. Die Gefahr ist ziemlich groß, dass das Niedergeschriebene schon bald im Papierkorb landet. Gelegentliche Schreibunlust ist erlaubt, solange es nicht zum Regelfall wird.

Eine Literaturgruppe finden

In jeder größeren Stadt sollte es eine oder mehrere Literaturgruppen geben. Es macht großen Sinn, sich einer solchen Gruppe anzuschließen. Hier triffst Du auf gleichgesinnte Autoren, kannst Dich austauschen und bekommst wertvolles Feedback. Eine Autorengruppe kann unheimlich zum Schreiben motivieren, schließlich kann und will man hier regelmäßig die Fortschritte seines Romans vorstellen. Hier können Deadlines als Motivation bei vielen Autoren wiederum funktionieren. Wenn Du ankündigst, nächste Woche das vierte Kapitel vorzulesen, bemühst Du Dich sicherlich um die Fertigstellung des Abschnitts. Es wäre doch schade, deine Autorenkollegen zu enttäuschen. Wenn es ideal läuft, ist eine Literaturgruppe eine sanfte Kontrollinstanz. Die Mitglieder motivieren sich gegenseitig und sorgen dafür, dass alle Schriftsteller Fortschritte machen.

Wo findest Du eine solche Literaturgruppen in deiner Stadt? Eigentlich sollte man alle gewünschten Informationen in Internet erhalten. Unter dem Stichwort Literaturgruppe Berlin oder Hamburg findet man gleich mehrere Einträge bei Google. Leider sind nicht alle Gruppen offen, manche sind geradezu „geschlossene Gesellschaften“ und nehmen keine neuen Autoren auf. Doch mit etwas Suchen und Glück sollest Du eine Literaturgruppe finden.

Die inneren Dämonen bekämpfen

Nun kommen wir zum letzten und wichtigsten Tipp gegen Schreibunlust. Es ist häufig der innere Kritiker, der einen zweifeln lässt und jede Motivation zum Buch schreiben eiskalt killt. So ist die Geschichte einfach nur platt, schon tausend Mal erzählt, die Figuren ohne Tiefe und man wird mit seinem Roman sowieso nicht fertig. Kennst Du solche Selbstzweifel und echte Motivationskiller. Es ist wichtig, dass Du solche innere Dämonen bekämpfst. Es ist ratsam dein aktuelles Projekt fertigzustellen und nicht mit einer neuen vermeintlich besseren Idee zu beginnen. In ein paar Wochen könnest Du wieder am gleichen Punkt sein und alles verwerfen. Am Ende hast Du eine Vielzahl unfertiger Manuskripte und letztendlich nur Fragmente deines Schreibens.

Inneren Kritiker bekämpfen und Motivation zum Schreiben finden, Bild: Markus Vogelbacher/ pixelio.de

Der Erfolgsautor Andreas Eschenbach hat es sehr gut auf den Punkt gebracht: „Wenn ich mir per Zeitmaschine einen einzigen Ratschlag in meine frühen Jahre schicken könnte, dann wäre es dieser: Brich Manuskripte nicht mittendrin ab, um andere anzufangen. Egal, wie schlecht es dir im Moment vorkommt – schreib es fertig!(Quelle: andereaseschbach.de) Eschenbach nennt schlechte fertigstellte Romane eine gelungene Trainingseinheit, unfertige Bücher hingegen reine Zeitverschwendung. Diese Einschätzung klingt vielleicht hart. Du sollest in jeden Fall deinen Roman fertigstellen und den Schlachtruf beherzigen: Nieder mit den inneren Dämonen! Nieder mit der Schreibunlust!

Weiterhin keine Motivation zum Schreiben? Was tun?

Trotz aller Tipps kannst Du keine rechte Motivation zum Schreiben finden. Hier machst es Sinn, Dir die Frage zu stellen: Warum habe ich überhaupt mit meinem Roman begonnen? War es der Wunsch eine Geschichte zu erzählen? Oder ist dein Wunsch eher, ein Buch zu veröffentlichen und ein bekannter, erfolgreicher Schriftsteller zu sein? Vielleicht macht das Schreiben einfach auch keinen Spaß mehr? Einzelne Personen beginnen einen Roman aus falschen Motiven (Bekanntheit, Geld) und nicht aus der Lust am Schreiben. Dann gibt es wiederum Autoren, welche sich unter einen Buch schreiben etwas anderes vorstellen. Es ist leider nicht so, dass die Seiten nur so aus der Feder fließen und man eine geniale Geschichte erzählt. Schreiben ist harte Arbeit und vieles läuft nicht wie gewünscht.

Die tolle Story, die man im Kopf hat, lässt sich nicht so leicht wie erwartet zu Papier bringen. Man hat mit Schreibblockaden zu kämpfen und die erste Fassung bedarf selbstverständlich einer Überarbeitung. Dazu steht am Ende noch das lästige Lektorat an. Ein Autorenleben ist nicht einfach und die erste Euphorie folgt häufig die Schreibunlust. Solltest Du nach mehrfachen Versuchen keine Motivation zum Schreiben finden, bist Du vielleicht nicht zum Autor geschaffen. Es soll niemand entmutigt werden, ein Buch zu schreiben. Doch wer bereits Jahre an einem Erstlingswerk schreibt, sollte zumindest seine Motivation für sein Schreiben hinterfragen.

Unaufgefordert eingesandte Manuskripte – Die Kriterien der Verlage

Unaufgefordert eingesandte Manuskripte – Die Kriterien der Verlage

Verlage in Deutschland erhalten jedes Jahr eine Vielzahl unaufgefordert eingesandter Manuskripte. Große Buchverlage wie Diogenes, Knaur oder Rowohlt bekommen nach Schätzung von Experten zwischen 3000 bis 6000 unverlangte Einsendungen pro Jahr, doch auch kleinere Verlage erhalten regelmäßig Post von potentiellen Autoren. Die Chancen, dass ein unverlangt zugesandtes Manuskript auch veröffentlicht wird, gelten als sehr schlecht. Diogenes meldete 2015, man hätte von 9000 solcher Einsendungen in drei Jahren nur einen Roman veröffentlicht. Im Internet findet man wenig konkrete Informationen zum Umgang von Verlagen mit unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Einen kleinen Einblick bietet der Bericht einer Praktikantin.

Manuskripte Post
Buchverlage bekommen täglich viel Post von Autoren, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Die Praktikantin in einem größeren deutschen Verlag hatte die Aufgabe unverlangt eingesandte Manuskripte zu sichten und interessante Einsendungen an den zuständigen Lektor weiterzuleiten. Dabei standen pro Roman 10 Minuten zur Prüfung zur Verfügung: „Unaufgefordert eingesandte Manuskripte lesen und begutachten. Hihihi. Das ist wirklich großartig. Denn 99% von denen sind schlichtweg ganz, ganz, ganz, ganz schlecht. Ehrlich wahr. Das ist ein bisschen wie DSDS. Man fragt sich, welcher Verwandte, Bekannte oder Freund den jeweiligen Personen ein Talent bestätigt hat.“ (Quelle: schriftverkehrt.de)

Gleichzeitig versucht der Bericht mit dem Mythos aufzuräumen, man könne als Autor mit einem Erstlingswerk von einem Verlag entdeckt werden: „Nette Idee. Ist aber leider nicht drinnen. Das passiert nicht, und wenn, dann vielleicht ein, zweimal in der gesamten Geschichte eines Verlages.Und die Chancen schwinden von Jahr zu Jahr.“ (Quelle: schriftverkehrt.de) Die genannten Zahlen zu wenigen Veröffentlichungen von Erstautor und der Bericht machen wenig Mut. Doch es gibt Möglichkeiten, dass Du bei deinem unaufgefordert eingesandten Manuskript die Chance auf eine Veröffentlichung zumindest erhöhst. Auf diese Kriterien achten deutsche Buchverlage.

1. Programmschwerpunkte davor studieren

Bevor Du überhaupt daran denkst, einen Verlag anzuschreiben, solltest Du das jeweilige Programm studieren. Passt dein Roman überhaupt zum Profil des Buchverlags? Welche Genre werden veröffentlicht? Hier reicht schon eine kurze Durchsicht der bisherigen Veröffentlichungen auf der Homepage, um bestimmte Programmschwerpunkte zu erkennen. Ein Kinderbuchverlag wird sicherlich keine Horrorliteratur veröffentlichen und umgekehrt. Wenn Du nur wenige Minuten investierst, um ein Verlagsprogramm zu studieren, sparst Du Dir viel Zeit und einige frustrierende Erlebnisse. Unverlangt eingesandte Manuskripte die nicht ins Programm passen, bekommen im besten Fall eine schriftliche Absage.

2. Anforderungen des Verlags an Exposé und Textprobe beachten

Hast Du nun einen passenden Buchverlag gefunden, solltest Du ganz genau darauf achten, was gewünscht wird. Die Verlage informieren auf ihrer Homepage detailliert darüber, was ein Autor einschicken soll. So erfährst Du zum Beispiel, wie lang eine Leseprobe maximal sein soll oder ob auch eine Autorenvita gewünscht wird. Dazu schreiben Buchverlage häufig etwas zum Umgang mit unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Hier erfährt man zum Beispiel, wie lange eine Überprüfung der Einsendung im Regelfall dauert oder wie man Kontakt mit Dir aufnimmt. Wird auf der Seite eine Bearbeitungszeit von 10 Monaten genannt, solltest Du auch die nötige Geduld haben.

3. Anschreiben an den Lektor adressieren

Ein richtig adressiertes Anschreiben an den zuständigen Lektor erhöht die Chance, dass dein unverlangt eingesandtes Manuskript die gewünschte Aufmerksamkeit bekommt. Schreibst Du hingegen „Sehr geehrte Damen und Herren“, wirkt es häufig so, als würdest Du ein solches Standardanschreiben an ganz viele Verlage schicken. Für einzelne Lektoren ist eine fehlende Adressierung bereits ein K.o.-Kriterium und die Einsendung wandert in den Papierkorb. Wer der zuständige Lektor für dein Genre in einem Buchverlag ist, erfährst Du im Regelfall auf der Verlagsseite oder durch einen Anruf. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall, den Namen der richtigen Person in Erfahrung zu bringen.

4. Ein gutes Exposé ist das A und O

Wie intensiv sich ein Lektor (oder Praktikant) mit einem unaufgefordert zugesandten Manuskript beschäftigt, hängt vor allem vom Exposé ab. Kannst Du mit der Zusammenfassung deines Romans überzeugen, liest der Verlagslektor häufig auch deine Leseprobe. Ein überzeugendes Exposé sollte maximal drei Seiten umfassen. Es muss den groben Handlungsverlauf (ohne Details) und die Grundideen deines Buches vorstellen. Die Zusammenfassung sollte auch das Ende deines Romans verraten und zugleich deutlich machen, warum das Manuskript für den Verlag interessant ist. Ein gutes Exposé ist schwierig, es erfordert viel Mühe und Zeit. Solltest Du eine Vielzahl von Absagen erhalten und Du bist vom Potential deines Werkes überzeugt, kann es sich lohnen, noch etwas am Exposé zu feilen.

5. Keine Fehler im Exposé oder in der Leseprobe

Der nächste Punkt ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Deine Einsendung an den Verlag ist mit einer Bewerbung für einen Job vergleichbar. Finden sich gleich im Anschreiben drei Fehler, wird sich der Praktikant oder Lektor sicherlich nicht die Mühe machen und den Rest lesen. Dazu gibt es für viele Verlagslektoren weitere K.o-Kriterien. Dazu gehören zum Beispiel Smileys im Anschreiben, farbliche Hervorhebungen im Text oder man liefert das Cover für seinen Roman gleich mit. Eine interessante Liste mit K.o.-Kriterien für unaufgefordert eingesandte Manuskripte hat der Lektor Bernhard Salomon zusammengestellt. Die dort genannten Fehler sollte man in jedem Fall vermeiden.

Lektorat
Rechtschreibfehler in Exposé und Textprobe vermeiden Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

6. Geduld haben und nicht nachhaken

Du hast deinen Roman an einen oder mehrere Verlage geschickt, nun heißt es erst einmal Geduld haben. Bis Du eine Antwort bekommst, können Monate vergehen. Buchverlage verweisen auf ihrer Seite im Regelfall daraufhin, dass die Durchsicht von unverlangt zugesandten Manuskripten viel Zeit in Anspruch nimmt. Häufig findet man den Hinweis, von schriftlichen und telefonischen Rückfragen nach dem Stand der Bearbeitung abzusehen. Einzelne Verlag schreiben dazu auf ihrer Homepage, dass sie keine Absagen verschicken. Grundsätzlich ist es immer sinnvoll nicht nachzuhaken und einfach Geduld zu haben. Eine telefonische Rückfrage erhöht zumindest nicht die Chancen auf eine Veröffentlichung.

Vorsicht vor Zuschussverlagen

Vielleicht hast Du schon mehrere Absagen für dein Buch bekommen. An einem Tag kommt dann ein Antwortschreiben, welche deinen Roman über den Klee lobt. Dein unverlangt zugesandtes Manuskript ist genau das Werk, was man schon lange gesucht hat. Dein Roman kommt auf den Buchmarkt, Du musst Dich nur mit einer bestimmten Geldsumme an der Veröffentlichung beteiligen. Dies sei jedoch nur eine Investition, dein Buch wird dieses Geld schnell wieder reinbringen. Bei aller Freude über diese Zusage solltest Du vorsichtig sein und zum Verlag recherchieren. Mit großer Sicherheit hast Du es mit einem Zuschussverlag zu tun. Ein normaler Buchverlag verlangt nie Geld für eine Veröffentlichung. Die Eingabe des Verlags bei Google mit dem Zusatz Erfahrungen sollte Dir endgültig Gewissheit verschaffen, ob Du es mit einem Zuschussverlag zu tun hast.

Zuschussverlag
Die Alternative zum Zuschussverlag – Sein Geld verbrennen, Bild © by Rainer Sturm / pixelio.de

Wer das Angebot eines solchen Verlags annimmt, kann zwar sein Buch veröffentlichen. Doch die investierte Summe (im Regelfall im vierstelligen Bereich) bekommt man über Buchverkaufe nicht mehr rein. Sollte die Verlage deine unaufgefordert eingesandten Manuskripte immer wieder ablehnen, sei nicht traurig. Vielleicht ist dein Buch nicht für eine Veröffentlichung in einem großen Verlag geeignet, weil der Roman zum Beispiel eine zu kleine Zielgruppe anspricht. In diesem Fall solltest Du zumindest über das Thema Self-Publishing nachdenken.

Das richtige Coverformat wählen – Wissenswertes zum Buchcover

Das richtige Coverformat wählen – Wissenswertes zum Buchcover

Ein kurzer Blick in dein Bücherregal dürfte es zeigen. Es gibt eine Vielzahl von Buchformaten und Coverformaten auf dem Markt. Die Romane in deinem Regal dürften kaum auf gleicher Höhe nebeneinander stehen. Die Formate unterschieden sich vor allem bei Belletristik, Fachbüchern und Kinderbüchern. Die verschiedenen Buchformate wurden jedoch nicht etwa willkürlich vom Verlag festgelegt. Es gibt in Deutschland bestimmte Standards für ein Buchcover und damit das Format eines Buches. Möchtest Du einen Roman, Ratgeber oder ein Fachbuch veröffentlichen, sollest Du grundlegendes Wissen über die gängigen Formate auf den Buchmarkt besitzen. Welches Format Du wählen solltest, hängt häufig vom Bereich (z.B. Belletristik, Kinderbuch) ab, wo Du veröffentlichst.

Coverformat Geschenkbuch
Quadratisch, praktisch, gut? Gilt nicht für Romane und Fachbücher

Dabei muss man erwähnen, dass es für Buchcover keine festen Vorgaben gibt. Es ist jedoch ratsam, bestimmen Empfehlungen aus der Buchbranche zu folgen. Ein Taschenbuch im quadratischen Format wird deine Leser kaum ansprechen und sieht neben anderen Romanen unschön im Bücherregal aus. Sachbücher wirken wiederum mit einem speziellen Verhältnis von Breite und Länge in der Optik edler.

Coverformate: Oktav für Taschenbücher und der Goldene Schnitt

Ein besonders gängiges Buchformat ist Oktav oder das Taschenbuchformat. Hier gibt es ein Verhältnis von 1:1,5. Hat dein Buchcover eine Breite von 1000 Pixel, muss die Länge also bei 1500 Pixel liegen. Ein klassisches Taschenbuch hätte dann zum Beispiel eine Länge von 18,8 cm und eine Breite von 12,5 cm. Hier ergibt sich dann das besagte Ergebnis von 1:1,5. Wenn Du an deinem Buchcover arbeitest, musst Du dich allerdings auch nicht ganz exakt an diese Maße halten. Gerade im Bereich Self-Publishing nutzen viele Anbieter andere (wenn auch vergleichbare) Formate. Createspace von Amazon kennt zum Beispiel das Buchformat 5.06 x 7.81 inches (12,9 cm x 19,8 cm). Hier wäre das Verhältnis 1:1,53 (also 1000 und 1530 Pixel für dein Buchcover). Hier befinden wir uns sehr nah am klassischen Taschenbuchcover.

Coverformat Taschenbuch
Buchformate 1:62 (Camus) und 1,5 (Follett) im Vergleich

Dazu dürfte niemand mit dem bloßen Auge den Unterschied zwischen Oktav und dem Amazon-Format sehen. Beide Buchformate sind für Belletristik besonders geeignet und dein Buch wird dem Leser gut in der Hand liegen. Ein deutlich anderes Coverformat bekommt man mit dem Goldenen Schnitt (1:1,62) oder auch Legal. Hier sollte ein Cover bei 1000 Pixel Breite eine Länge von 1620 Pixel haben. Beim Goldenen Schnitt wirkt das Buchcover besonders elegant. Legal kommt vor allem bei Fach- und Sachbüchern zum Einsatz. Der rororo Verlag nutzt bei seinen Taschenbüchern mit 11,5 cm x 19 cm (1:1,65) ein ähnliches Format, damit unterscheidet man sich von anderen Verlagen mit Taschenbüchern. Selbst ein solches Coverformat wäre damit für Belletristik denkbar.

Coverformate für Ratgeber, Fachbücher und Kinderbücher

Möchtest Du einen Ratgeber oder ein Sachbuch herausgeben, empfiehlt sich ein Papierformat nach DIN-Norm. Das Buchformat entspricht hier einer Schreibmaschinenseite und beträgt 1:1,414 (1000 zu 1414 Pixel). Ein ähnliches Seitenverhältnis bekommt man bei Createspace mit 6.69 x 9.61 inches (17 x 24,4 cm). Hier ist dann das Verhältnis 1:1,43. Hier kannst Du erneut sehen, dass es nicht darum geht, dass Du dich mit deinem Buchcover päpstlich an bestimmte Formate halten musst. Wer Ratgeber oder Sachbücher veröffentlicht, sollte sich jedoch an diesem gängigen Format orientieren. Dieses Coverformat sollte auf den Leser recht vertraut wirken, weil es an gewohnten Seiten im Schriftverkehr (Schreibmaschinenformat) erinnert.

Coverformat Fachbücher
Die Coverformate (1:1,414) bei einem Fachbuch und großformatigem Werk (1:1,33)

Quadratisch ist das Kinderbuchformat, man spricht hier ebenso vom Fotobuch- oder Bildbuchformat. Man findet dieses Coverformat im Verhältnis von 1:1 neben Kinderbüchern auch bei vielen Kochbüchern, Bastelbüchern, Geschenkbüchern oder kleineren Bildbänden. Createspace von Amazon bietet das quadratische Format mit 8.25 x 8.25 inches (21,59 x 21,59 cm) an. Solltest Du ein Kinderbuch mit vielen Bildern veröffentlichen, ist dieses Buchformat sehr sinnvoll. Weiterhin trifft man auf dem Buchmarkt ein nicht näher benanntes Format an, welches sich für großformatige Werke eignet. Hier liegt das Seitenverhältnis etwa bei 1:1,33 (1000 x 1330 Pixel). Beispiele hierfür sind Lehrbücher vom Spektrum Verlag (Gustav Fischer) oder von diversen Bildbänden im größeren Format. Dies sind echte Wälzer, die schwer in der Hand liegen und das Gewichtheben im Fitnessstudio ersetzen können. Ein solches Coverformat dürfte jedoch für Ratgeberautoren und Schriftsteller von Romanen kaum von Interesse sein.

Buchformat – Theorie und Praxis

Es wurde bereits mehrfach erwähnt, die hier genannten Formate wie der Goldene Schnitt oder das Schreibmaschinenformat Maße aus der Theorie sind. Nimmst Du zum Beispiel einige Fach- oder Sachbücher aus deinem Bücherregal, werden Messungen häufig keine exakten Seitenverhältnisse von 1:1,62 oder gar 1:1,414 ergeben. Das häufige Taschenbuchformat im Verhältnis 1:1,5 sollest Du wiederum häufiger in deinem Bücheregal finden, aber selbst hier dürfte es kleinere Abweichungen von Oktav geben. Solltest Du einige Messung vornehmen, zeigt sich sehr schnell: Ein Roman hat im Regelfall andere Seitenverhältnisse als wissenschaftliche Literatur oder ein Kochbuch. Mit deinem Wissen über die gängigen Buchformate und Genre, kannst Du Buchcover entsprechend gestalten und wirst damit den Erwartungen deiner Leser gerecht.

 

Buchcover selbst erstellen – Auf was sollte man achten?

Buchcover selbst erstellen – Auf was sollte man achten?

Ein ansprechendes Buchcover ist wichtig. Häufig wird ein Roman nach den Äußerlichkeiten bewertet. Überzeugt das Romancover nicht auf den ersten Blick oder wirkt es im schlimmsten Fall sogar amateurhaft, wird das Buch trotz guten Inhalts nicht gekauft. Deshalb solltest Du einige Zeit in das Cover des Romans investieren und mehrere Entwürfe erstellen. Doch wie sieht das perfekte Buchcover eigentlich aus? Eine solche Bewertung ist recht subjektiv, doch es gibt gewisse Orientierungspunkt für ein gutes Cover.

Buchcover Herr der Ringe
Der gleiche Roman. Welches Cover spricht die Leser mehr an?

Dieser Beitrag richtet sich vor allem an alle Anfänger, welche ihr erstes Buchcover selber stellen wollen. Er informiert über Grundlagen und soll dazu helfen Fehler bei der Covergestaltung zu vermeiden. Wenn Du dich entschieden hast, dein Romancover selbst zu gestalten, ist es nur wichtig, dass Du ein Bildbearbeitungsprogramm beherrscht. Dazu gehören im Idealfall Adobe Photoshop oder InDesign. Doch auch mit dem kostenlosen Programm GIMP kann man ein ansprechendes Cover erstellen. Solltest Du noch keine Erfahrungen mit Bildbearbeitung haben, raten wir davon ab, ein Buchcover selber zu erstellen. Hier besteht die Gefahr, dass deine Gestaltung am Ende auf den Betrachter laienhaft wirkt und sich dies negativ auf deine Buchverkäufe auswirkt.

Elemente eines Buchcovers

Ein Romancover besteht aus einer überschaubaren Anzahl von Elementen. Hierzu gehören auf der Vorderseite eines oder mehrere Bildelemente, den Name, der Romantitel, ein möglicher Untertitel und der Verlag. Diese Elemente muss man besonders „ansprechend arrangieren“ um den Leser für seinen Roman zu gewinnen. Dies ist natürlich leichter gesagt als getan, doch auch hier gibt es einige sinnvolle Orientierungsregeln. Dazu muss natürlich auch die Rückseite des Buches entsprechend gestaltet werden, wo man im Regelfall eine kurze Inhaltsbeschreibung und die ISBN findet.

Das Bildelement

Eins oder mehrere Bildelemente dürften das zentrale Element eines jedes Cover sein. Im Regelfall empfiehlt es sich besonders für Anfänger, sich mit einem Bildelement zu begnügen. Das Überladen eines Romancovers mit zu vielen graphischen Elementen gilt als klassischer Anfängerfehler. Doch welches Motiv sollte man wählen. Im Idealfall erkennt man anhand des Covers bereits das Genre des Romans. Wenn also dein Horrorroman von außen wie ein Kinderbuch wirkt, hast Du definitiv etwas falsch gemacht. Weiterhin sollte das Bild etwas jedoch nicht zuviel von deinem Roman verraten und den Leser neugierig machen. Dies ist sicherlich nicht ganz einfach. Hier ist deine Kreativität gefragt.

Suchst Du noch nach einem passenden Bild für dein Buchcover? Hier gibt es im Internet mittlerweile eine große Auswahl an Bildmaterial, um dein Romancover ansprechend zu gestalten. Beliebte Seiten mit großer Vielfalt an guten Fotos sind zum Beispiel Photocase und iStock. Hier erwirbt man im Regelfall ein Bild für eine einmalige Gebühr und kann es dann für seinen Roman nutzen. Lies Dir jedoch dafür in jedem Fall die AGB des Bildportals durch.

Die Schrift und die Farben des Covers

Beim Titel, einem möglichen Untertitel, deinen Autorennamen und dem Verlag sollest Du nach Möglichkeit keine ausgefallenen Schriftenarten wählen und auch nicht verschiedene Fonts mischen. Wichtig ist, dass die Schrift auf dem Buchcover ausreichend groß ist, so dass man Titel, Autor und Verlag gut lesen kann. Dies muss auch noch gewährleistet sein, wenn das Romancover verkleinert ist. Denke daran, dass man deinen Roman zum Beispiel in einem Online Shop häufig nur in einer Vorschauansicht sehen kann. Hier muss noch alles deutlich lesbar sein, ohne dass der potentielle Leser das Cover vergrößern muss. Bei der Kombination der Elemente empfiehlt sich eine klassische Anordnung, welche sich bereits häufiger bewährt hat. Oben auf dem Buchcover stehen Autor und Titel, während man unten den Verlag findet. Zwei Beispiele für eine solche Anordnung siehst Du bei den Buchcovern zum Herrn der Ringe.

Experten empfehlen, dass man auf dem Buchcover nicht mehr als 2 bis 3 Farben verwenden sollte. Dazu sind deutliche Kontraste bei den Farben wichtig. Die gleichen Farben nutzt man im Regelfall auch auf der Rückseite des Buches. Weiterhin ist es sinnvoll, wenn Du auf zu viele Weißelemente auf deinem Buch verzichtest. Heute werden sehr viele Bücher über das Internet verkauft und bestellt. Ein weißes Cover wirkt dann auf einem weißen Hintergrund eines Online Shops eher unvorteilhaft. Bedenke bei deiner Gesamtgestaltung des Buchcovers auch noch weitere Punkt. Soll dein Roman vielleicht ein Mehrteiler werden? Dann macht es Sinn, bereits jetzt ein unverkennbares Design für deine späteren Bücher zu erstellen.

Format

Wenn Du dein Buchcover erstellst, ist es ebenso wichtig an das richtige Format zu denken. Im Regelfall nimmt man das Oktav oder Taschenbuchformat (1,5:1) (3000: 2000 px). Ein weiter verbreitetes Format ist der sogenannte goldene Schnitt (1,62:1 px). Dies ist eher ein Format für Fach- und Sachbücher. Anbieter wie Amazon (2500:1536 px) und Apple iBooks (2040:1563 px) verlangen wiederum eigene Formate für das Buchcover Hier ist es sinnvoll, wenn Du dich im Vorfeld informierst, wenn Du bei einem speziellen Anbieter veröffentlichen möchtest. Das Standardformt für die meisten Cover ist Oktav (1,5:1)

Buchcover selbst erstellen und einfach gestalten

Wer sein erstes Romancover selbst erstellt, wird in verschiedenen Phasen der Gestaltungen immer wieder mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Dies könnte vor allem dann der Fall sein, wenn man ein möglichst ansprechendes und ausgefallenes Buchcover designen möchte. Dies muss nicht zwangsläufig sein. Häufig reicht eher ein schlichtes Cover, welches jedoch den Inhalt deines Romans auf den Punkt bringt.

Schlichte Cover mit einem Bildelement - Es muss nicht immer ausgefallen sein.
Schlichte Cover mit einem Bildelement – Es muss nicht immer ausgefallen sein.

Schaut man sich als Beispiel die beiden Cover zu den Werken von Franz Kafka und Louis de Berniéres an, sieht man sehr schön, dass der Verlag in beiden Fällen mit einem Bildelement den Kern des Romans getroffen hat. Ähnliches gilt für den Herrn der Ringe mit dem goldenen Ring als einziges Motiv. Diese Buchcover sind nicht spektakulär und haben sicherlich auch keinen Preis gewonnen, doch sie dürften potentielle Leser ansprechen und überzeugen. Bevor Du dich in wilde Designexperimente stürzt, sollte zumindest ein Coverentwurf eher schlichter gestaltet sein.

Wenn Du alle deine Entwürfe fertig hast, kommt die Zeit deine Romancover Freunden, Bekannten und der Familie zu präsentieren. Bitte die Betrachtet um ein ehrliches Feedback. Deine Fragen könnten hier sein: Welchen Genre wurdest Du mein Buchcover zuordnen? Welche Handlung erwartetest Du im Roman, wenn Du das Cover betrachtest. Sollten die Antworten nicht wie gewünscht ausfallen, bleibt häufig nichts weiter übrig, als ein neues Buchcover zu gestalten oder das Design einer anderen Person zu überlassen.

Rechtliche Fragen von Autoren – Ratschläge vom Fachanwalt

Rechtliche Fragen von Autoren – Ratschläge vom Fachanwalt

Während des Schreibens an einem Roman entstehen für Autoren immer wieder rechtliche Fragen. Darf ich eigentlich aus einem anderen Buch zitieren? Was muss ich bei der Titelwahl beachten? Oder wie weit ist es erlaubt, autobiographische Inhalte in einem Buch zu verarbeiten? Prof. Dr. Christian Russ von der Kanzlei Fuhrmann Wallenfels aus Wiesbaden beantwortet einige zentrale Fragen, die sich Autoren beim Schreiben ihres Buches immer wieder stellen. Er ist Rechtsanwalt für Medienrecht und ist in diesem Bereich Lehrbeauftragter an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und der Rhein-Main-Universität in Wiesbaden.

Prof. Dr. Christian Russ (Bildquelle: © fotostudio9. by marco stirn)

Ein-Buch-schreiben.com: Autoren zitieren immer gerne aus anderen Büchern oder geben ganze Passagen von Songtexten wieder, um zum Beispiel die Stimmung der Hauptperson wiederzugeben. Doch wie weit darf man in einem Roman zitieren, ohne Urheberrechte zu verletzen? Ein ähnliches Problem dürfte sich bei der Titelwahl für ein Buch ergeben. Darf ich als Autor einen bereits existierenden Buchtitel wählen? Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich dazu, wenn ein weiteres Buch mit „meinem“ Titel auf dem Markt erscheint?

Christian Russ: Bei der Thematik „Zitat“ (§ 51 UrhG) muss man folgendes beachten: Das Urheberrecht unterscheidet zunächst einmal zwei Arten von Zitaten. Beim „Großzitat“ wird ein komplettes Werk in einem Buch „zitiert“. Typische Fälle sind der Abdruck eines Fotos, eines Gemäldes, eines Gedichts oder – wie in Ihrem Beispiel – der Abdruck eines Songtexts. Das ist nur dann zulässig, wenn der Abdruck der wissenschaftlichen Auseinandersetzung dient und hierfür das zitierte Werk als Beleg für die eigenen Ausführungen abgedruckt wird. Dagegen geht es beim „Kleinzitat“ nur um Ausschnitte („einzelne Stellen“) eines bereits anderweitig veröffentlichten Werkes, die nun in einem selbständigen Sprachwerk (Roman, Essay, Gedicht oder Rede) zitiert werden. Hier geht es meist um die Frage des zulässigen Umfangs solcher „Stellen“. Dazu werden öfter Faustregeln von zwei bis drei Sätzen oder einigen Zeilen genannt. Da der mögliche Umfang eines Zitats aber von Fall zu Fall variieren kann, sind solche Faustregeln nur ungefähre Anhaltspunkte. Bei allen Zitaten gilt, dass der Urheber in üblicher Weise benannt werden muss, also direkt am zitierten Text, mit einer Fußnote oder an anderer Stelle im Buch.

Für den Titelschutz (§ 5 Abs. 3 MarkenG) gelten folgende Richtlinien: Zunächst ist immer erst zu klären, ob es sich um einen originellen („kennzeichnenden“) oder nur um einen inhaltsbeschreibenden Titel handelt. Denn Titelschutz besteht nur für einen kennzeichnenden Titel, der das eine Werk von allen anderen unterscheidbar macht: Der Titel „Diabolus“ ist daher geschützt, der Titel „Lehre der Betriebswirtschaft“ ist nur inhaltsbeschreibend und frei. Im belletristischen Bereich haben wir es meist mit schutzfähigen Titeln zu tun. Aus diesem Grund muss immer recherchiert werden, ob es den gewünschten Titel schon so oder so ähnlich gibt, damit man sich nicht Unterlassungs- oder Schadensersatzansprüchen ausgesetzt sieht. Das Titelrecht steht immer demjenigen zu, der den Titel im geschäftlichen Verkehr auf eigene Rechnung verwendet, bei Selfpublishern also regelmäßig dem Autor. Stellt ein Autor fest, dass ein anderes Buch nach dem eigenen unter einem verwechslungsfähigen Titel erschienen ist, so können über einen Anwalt Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche durchgesetzt werden.

Ein-Buch-schreiben.com: Viele Autoren verarbeiten ihre Erlebnisse in einem Roman. Hierzu gehören zum Beispiel schlechte Erfahrungen mit dem früheren Partner oder eine schwere Kindheit im Elternhaus. Hier kann ein Roman schnell zur Abrechnung mit der Vergangenheit werden. Natürlich müssen die autobiographischen Inhalte nicht immer negativer Natur sein. So könnte man die Liebesgeschichte eines Sommers verarbeiten. Doch wie weit darf man bei autobiographischen Inhalten gehen und wann werden Persönlichkeitsrechte verletzt? Spielt es eine Rolle, ob man negative oder positive Erlebnisse verarbeitet?

Christian Russ: Damit sprechen Sie eine so allgemein nur sehr schwer zu beantwortende Frage an. Denn jeder Fall liegt hier anders – und es kommt immer auf den Einzelfall an. Generell ist Vorsicht geboten, wenn nicht nur die beschriebene Person, sondern auch deren näheres Umfeld die Bezugnahme erkennen kann. Denn dann besteht die Gefahr, dass diese Personen die beschriebenen Geschehnisse insgesamt für bare Münze halten und nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können. Aus diesem Grund ist es immer sinnvoll, tatsächliche Geschehnisse nur so darzustellen, dass die betreffenden Personen auch für „Insider“ nicht eindeutig erkennbar sind. Wen es interessiert: Das Bundesverfassungsgericht hat die Grundsätze zu dieser Thematik anhand des Buches „Esra“ von Maxim Biller festgeschrieben, wie man in diesem Urteil nachlesen kann.

Ein-Buch-schreiben.com: Während des Schreibens an einem Buch entstehen für Autoren immer wieder rechtliche Fragen. Dies dürfte besonders für Selfpublisher gelten, welche bei der Veröffentlichung eines Buches auf sich allein angewiesen sind. Viele Autoren scheuen vor allem aus Kostengründen, rechtlichen Rat bei einem Fachmann für Medien- und Urheberrecht einzuholen. Doch wie laufen Erstkontakt und eine Beratung mit einem Fachanwalt ab? Wie kann man bei einzelnen Zweifelsfragen vorgehen?

Christian Russ: Meist wird man zunächst telefonisch kontaktiert. Wenn es ganz einfache Fragen sind („Was muss ich tun, damit mein Werk urheberrechtlich geschützt ist…?“), beantworte ich die auch mal schnell am Telefon. Wenn es kompliziert wird, lasse ich mir Unterlagen schicken. Der Kontakt läuft meist per Mail, zu persönlichen Gesprächen kommt es nur in sehr komplexen Sachen. Die Abrechnung der Anwälte erfolgt im Regelfall nach einem anwaltlichen Gebührengesetz (RVG). Da es in Urhebersachen schwierig ist, einen Streitwert festzusetzen, vereinbare ich mit meinen Mandanten in diesen Fällen einen Stundensatz und rechne nach tatsächlichem Aufwand ab. Wenn es um Beratungsmandate geht, bleibt die Rechnung auch meist im mittleren dreistelligen Bereich. Wem das zu teuer ist, der kann Mitglied bei einem schriftstellerischen Verband – etwa dem DJV oder dem Selfpublisher-Verband – werden und die dortigen Rechtsauskünfte in Anspruch nehmen. Dem Rechtsrat aus dem Bereich „Family, Internet & Friends“ stehe ich dagegen eher skeptisch gegenüber.

Fazit

Prof. Dr. Christian Russ von der Kanzlei Fuhrmann Wallenfels aus Wiesbaden gab in dem Interview Orientierung bei einigen wichtigen Fragen für Autoren. Beim Zitieren muss man zwischen einem „Großzitat“ und „Kleinzitat“ unterscheiden. In einem Roman, der nicht der wissenschaftlichen Auseinandersetzung dient, ist ein „Kleinzitat“ von zwei bis drei Sätzen oder Zeilen zulässig. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine grobe Faustregel. Zitiert ein Autor in seinem Buch aus einem anderen Werk, muss immer der Urheber genannt werden. Im belletristischen Bereich haben wir es mit originellen und so schutzfähigen Titeln zu tun. Bevor man seinen Roman zum Beispiel als Selfpublisher veröffentlicht, ist eine ausführliche Recherche zum gewählten Buchtitel wichtig. So besteht auch keine Gefahr, dass später Schadensersatzansprüche auf einen zukommen.

Die Frage, wie weit man autobiographische Inhalte in seinem Roman verarbeiten darf, ist laut Prof. Russ schwierig zu beantworten. Es kommt hier immer auf den Einzelfall an. Man sollte in jeden Fall darauf achten, dass die beschriebene Person für das Umfeld nicht erkennbar sind. Eine gewisse Orientierung bei der Frage kann das Grundsatzurteil zum Roman „Esra“ von Maxim Biller bieten. Bei rechtlichen Fragen sollte man keine Berührungsängste haben und einen Fachanwalt für Medien- und Verlagsrecht kontaktieren. In einem ersten Telefongespräche kann man bereits einzelne Fragen klären. Eine Rechnung für Beratungsmandate bleibt häufig im mittleren dreistelligen Bereich.

Alles Wissenswerte zur ISBN

Alles Wissenswerte zur ISBN

ISBN ist eine Abkürzung für Internationale Standard Buch Nummer. Die Kennziffer für Bücher wurde in den 60er Jahren eingeführt. Jede Buchnummer wird weltweit nur einmal vergeben und verliert nie ihre Gültigkeit, selbst wenn das betreffende Buch seit Jahren vergriffen ist Die Vergabe der ISBN Nummer erfolgt durch nationale Organisationen im jeweiligen Land. In Deutschland vergibt die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH (Agentur für Buchmarktstandards) die Kennziffer an Verlage. Auch Privatpersonen können eine Internationale Standard Buch Nummer erhalten, wenn diese ein Buch veröffentlichen wollen. Wie Du eine entsprechende Nummer für deinen Roman bekommst und was sie kostet, erfährst Du in einem extra Beitrag.

ISBN
Die Internationale Standard Buch Nummer auf dem Buchrücken eines Romans.

Eine ISBN bietet eine Vielzahl von Vorteilen. Über die Kennziffer lassen sich Bücher weltweit eindeutig identifizieren. Dazu lässt sich dank der Nummer jeder Roman problemlos über den Buchhandel bestellen, da nach der Vergabe der Internationalen Standard Buch Nummer zugleich ein Eintrag ins Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) erfolgt. Die Buchnummer ist keine Pflicht, ist jedoch für jeden Autor und seinen Roman ratsam. Wenn Du einige Bücher aus deinem Regal nimmst, wirst Du sehen, dass faktisch alle Bücher eine ISBN haben. Dabei wird Dir sicherlich auch auffallen, dass es Nummern mit 10 und 13-Ziffern gibt.

Unterschiede zwischen ISBN-10 und ISBN-13

Die ISBN-10 ist eine alte Kennziffer zur eindeutig Identifizierung von Büchern. Seit dem 01. Januar 2007 gilt die Internationale Standard Buch Nummer mit 13 Zahlen. Im englischsprachen Raum und in Osteuropa konnten die Verlage mehr keine Nummern für ihre Veröffentlichungen vergeben, deshalb wurde die neue Buchnummer notwendig. Wenn Du heute ein Buch in einem Verlag oder als Self-Publisher veröffentlichst, hat es immer eine ISBN-13. Doch nicht nur Bücher bekommen eine ISBN. Mittlerweile gibt es Multimedia Produkte oder Software (z.B. Lernsoftware mit Beiheft) mit einem redaktionellen Anteil. Auch diese Medien erhalten eine Buchnummer.

Wer sich ein wenig mit der Internationalen Buch Nummer auskennt, kann  nur anhand der Ziffern erkennen, woher ein Buch kommt oder ob es sich um einen großen Verlag handelt. Jede ISBN Nummer weltweit setzt sich aus fünf Bestandteilen zusammen. Die ersten drei Zahlen sind das Präfix mit der Nummer 978 oder 979. Mit diesem Präfix entstand die ISBN-13 und es lassen sich nun vielmehr Buchnummern vergeben. An zweiter Stelle steht die Ländernummer, welche auch Gruppennummer genannt wird. Der deutsche Sprachraum mit Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein hat die Ländernummer 3. Unter einer Gruppennummer wird gleichsprachige Literatur zusammengefasst. Dies sieht man sehr schön an der Ländernummer 2, hierzu gehören Bücher auf Französisch aus Frankreich und Kanada.

Teil 1 978 Präfix 978 oder 979
Teil 2 3 Ländernummer für nationale oder geographische Sprachgruppen
Teil 3 8361 Verlagsnummer in nationaler oder geographischer Sprachgruppe
Teil 4 1224 Titelnummer für ein einzelnes Buch in einem Verlag
Teil 5 6 Prüfnummer, um die Richtigkeit der ISBN zu ermitteln

Der dritte Teil einer ISBN ist die Verlagsnummer. Diese Zahl kann in Deutschland zwischen 3 und 7 Stellen bestehen. Die Agentur für Buchmarktstandards vergibt diese Nummer. Der Verlag legt daraufhin die Titelnummern (Teil 4) fortlaufenden für seine Publikation fest. Anhand einer ISBN wie 978-3-8361-1224-6 kannst bereits erkennen, ob es sich um einen größeren Buchverlag handelt. Der Verlag im Beispiel hat bereits 1224 Titel veröffentlicht. Ganz große Verlage wie Rowohlt haben auch mehrere Verlagsnummern. Am Ende der ISBN Nummer steht die Prüfziffer. Anhand dieser Nummer kann man errechnen, ob die gesamte Zahlfolge korrekt ist. Darüber hinaus hat die Prüfziffer keine weitere Aussagekraft. Möchtest Du wissen, zu welchem Buch eine ISBN gehört, kannst Du dies auch über eine spezielle Suchmaschine im Internet kostenlos ermitteln.

EAN, ISSN, ASIN –  Unterschiede zur ISBN?

Neben der Internationalen Standard Buch Nummer gibt es weitere standardisierte Nummern weltweit. Für Autoren kann es wichtig sein, hier die Unterschiede zu kennen. Die EAN (Europäische Artikel Nummer) mit 13 Stellen findet man auf allen Produkten. Hierzu gehören zum Beispiel Lebensmittel, Bekleidung und elektronische Geräte. Seit dem 01. Januar 2007 sind EAN und ISBN identisch. Wenn Du deinen Roman veröffentlichst und eine Internationale Standard Buch Nummer beantragst, musst Du dich nicht zusätzlich um eine EAN kümmern. Wichtig für die Bestellung deines Romans über einen Buchhändler ist sowieso nur die ISBN. Die Gleichsetzung von EAN und ISBN-Nummer dient mehr der internationalen Standardisierung.

ISBN und EAN
ISBN (Ländercode 85 Brasilien) und EAN (unten) sind identisch

Vielleicht stehen in deinem Bücheregal auch einige Publikationen mit einer ISSN (International Serial Standard Number). Diese immer 8-stellige Nummer ist für Zeitschriften und Schriftenreihen gedacht. Dazu gehören beispielsweise fortlaufende Schriften wie lose Blattsammlungen oder Jahrbücher. Für die wenigsten Autoren dürfte eine ISSN von Bedeutung sein. Wenn Du deinen Roman (selbst bei einem Mehrteiler) veröffentlichst, brauchst Du eine bzw. mehrere ISBN.

Bei Amazon findet man die ASIN (Amazon Standard Identifikationsnummer). Diesen 10-stelligen Code hat der Online-Händler eingeführt. Diese Kennziffer aus Zahlen und Buchstaben findet man vor allem bei eBooks. Aber auch bei Büchern verwendet Amazon diesen Code. Die 10-stellige ASIN entspricht dabei der alten ISBN-10. Bei der Kennziffer des Online-Händlers handelt es sich um einen betriebsinternen Code ohne internationalen Standard. Die ASIN bringt einen Vorteil mit. Möchtest Du deine eBooks als Self-Publisher nur über Amazon verkaufen, musst Du keine ISBN beantragen. Alle elektronischen Bücher erhalten bei Veröffentlichung eine ASIN zugeteilt

Lektorat für Romane – Was müssen Autoren beachten?

Lektorat für Romane – Was müssen Autoren beachten?

Das Lektorat des eigenen Romans wird häufig stiefmütterlich behandelt. Das Buch ist fertig und soll endlich zum Verlag. Wer dazu sein Werk als Self-Publisher veröffentlicht, nimmt es mit den Korrekturen vielleicht nicht ganz so ernst. Über ein paar Fehler im Text werden die Leser schon hinwegsehen, es zählen doch vor allem die Handlung und der Inhalt. Dieses Vorgehen mancher Autoren mag etwas überspitzt klingen, doch die Botschaft dahinter dürfte klar sein: Du solltest das Lektorat deines Romans sehr ernst nehmen. Wer sein Buch mit zahlreichen Fehlern an einen Verlag schickt, hat schon von Anfang an verloren. Kein Lektor wird sich näher mit einem Manuskript befassen, welches bereits auf der ersten Seite mehrere Fehler in Rechtschreibung und Zeichensetzung hat.

Lektorat
Der Duden – Dein bester Freund beim Lektorat, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

Auch für Self-Publisher gilt. Wer seinen Roman ohne ausreichende Korrekturlesung einfach veröffentlicht, könnte sich über Rezensionen wie folgt ärgern: „Spannende Story. Doch ein Lektorat hätte den Buch gut getan.“ Oder „Gutes Buch, jedoch der Autor hätte noch einen Lektor darüber lesen lassen sollen.“ Willst Du wirklich solche Rezensionen unter einer Veröffentlichung mit deinem Namen lesen? Eigentlich wäre es doch sehr schade, um die ganze Mühe, die Du Dir mit deinem Werk gemacht hast? So ist es an der Zeit wieder einen guten alten Freunden kennenzulernen: Konrad Duden.

Drei Schritte beim Lektorat für Romane

Doch wie sollte ein Autor bei einem Lektorat vorgehen? Ein Verfahren in drei Schritten kann gewährleisten, dass am Ende ein möglichst fehlerfreier Text steht. In einem ersten Schritt solltest Du dein „fertiges“ Buch lesen und immer wieder lesen, um möglichst viele Fehler in Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung auszumerzen. Hast Du an einigen Stellen Zweifel, wie es zum Beispiel bei der Kommasetzung aussieht, frage Freunde und Bekannt um Hilfe. Dazu gibt es verschiedene Seiten und Foren im Internet, wo man Zweifelsfälle diskutieren kann. Zum einem Lektorat gehören natürlich auch die Verbesserung der Stilistik und das Auffinden von logischen Fehlern. Feile ruhig noch etwas an einzelnen Formulierungen, auch wenn Du auf der Jagd nach Rechtscheibfehlern bist, dies wird deinem Text gut tun. Erst wenn Du das Gefühl hast, mehr keine Fehler zu finden, kannst Du dein Buch zum Lektorat an eine zweite Person geben.

Vielleicht hast Du einen guten Freund oder Bekannten, der das Korrekturlesen deines Romans übernehmen kann. Natürlich sollte dieser einigermaßen felsenfest in der deutschen Sprache sein. Im Regelfall dürfte es dann so laufen: Die Person dürfte beim Lektorat deines Romans noch eine größere Anzahl von Fehlern finden. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn man ist gegen seine eigenen Fehler betriebsblind. Sicherlich bleiben bei der Korrektur des Buches noch einige Fehler unentdeckt. Wer ein weitgehend perfektes Manuskript möchte, sollte sich an einen Lektor wenden.

Hier wären wir beim besagten dritten Schritt auf dem Weg zum fehlerfreien Text, welcher vor allem für Self-Publisher gedacht und sinnvoll ist. Wer sein Buch in Eigenregie veröffentlichen möchte, sollte zumindest über ein professionelles Lektorat nachdenken. Dies ist natürlich eine Kostenfrage. Im folgenden Abschnitt erfährst Du, was ein Lektor in etwa kostet und wie man den Preis für das Lektorieren berechnen kann. Wer sein Manuskript an einen Verlag schickt, sollte sich diesen dritten Schritt sparen. Kann man mit seinem Roman einen Buchverlag oder Literaturagenten überzeugen, erfolgt im Regelfall ein kostenloses Lektorat oder zumindest Korrektorat. Sollte der Verlag hingegen vor der Veröffentlichung Geld hierfür verlangen, sollten bei Dir die Alarmglocken klingeln. Möglicherweise bist Du an einen der berüchtigten Zuschussverlage geraten.

Was kostet ein Korrektorat oder Lektorat für Autoren?

Es sind bereits die Begriffe Korrektorat und Lektorat gefallen. Bevor man überhaupt über die Preise für ein professionelles Lektorat redet, sollte man die Unterschiede kennen. Ein Korrektorat umfasst im Regelfall die Durchsicht von Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Ein Lektorat eines Romans geht noch wesentlich weiter. Hier erfolgt eine Überprüfung auf inhaltliche und logische Fehler, dazu stehen einzelne Formulierungen und die Stilistik auf dem Prüfstand. So ist es nicht verwunderlich, dass diese umfassende Form der Textkorrektur teurer als ein Korrektorat ist. Ein mittlerer Preis für ein Lektorat liegt bei 6 bis 7 Euro pro Normseite. Damit Du einschätzen kannst, was Dich ein professioneller Lektor kosten würde, musst Du die Zeichenzahl deines Buches auf Normseiten umrechnen.

Normseite
Die Normseite mit 1800 Zeichen aus dem Schreibmaschinenzeitalter, Bild © by Tim Reckmann / pixelio.de

Eine klassische Normseite umfasst 1800 Zeichen mit Leerzeichen. Dies entspricht einer Buchseite mit 30 Zeilen á 60 Zeichen (etwa 300 Wörter). Diese Definition stammt noch aus der Zeit der Schreibmaschinen, wo man eine Seite von oben bis oben vollgeschrieben hat. Die VG Wort sieht eine Standardseite mit 1800 Zeichen als nicht mehr zeitgemäß und definiert die Normseite mit 1500 Zeichen mit Leerzeichen. An dieser Definition orientieren sich heute viele Lektorate und Übersetzer. Damit Du die Kosten für ein Lektorat deines Romans richtig einschätzen kannst, musst Du dein Manuskript in Normseiten umrechnen. Dazu nimmst Du bei Word einfach die Zeichenzahl mit Leerzeichen (unter Wörter zählen) und teilst diese durch 1500. Schon hast Du die Anzahl der Normseiten ermitteln.

Doch bevor Du überhaupt eine Normseite ermittelst. Solltest Du Dich beim Dienstleister erkundigen, wie dieser eine solche Seite definiert. Diese Informationen findet man im Regelfall auf der Internetseite des Anbieters. 1500 Zeichen sind die Definition der VG Wort. Doch einige Lektorate rechnen auch mit 1600 Zeichen oder mit 250 Wörtern pro Normseite. Doch nun haben wir genug über Zeichenzahlen philosophiert. Was würde nun das Lektorat eines Buches mit 300 Normseiten kosten. Bei 6 Euro pro Seiten wären dies 1800 Euro. Bei einem Korrektorat sind die Kosten einige hundert Euro niedriger. In jedem Fall ist es ein stolzer Preis für einen Self-Publisher, der seinen ersten Roman vielleicht in einer Auflage von 400 Exemplaren verkauft.

Möchtest Du für die Korrektur deines Buches nicht so tief in die Tasche greifen, gibt es eine interessante Alternative. Im Internet findet man eine Vielzahl von ehrenamtlichen Lektoren, welche jungen Autoren gerne weiter helfen. Einen solchen Service bietet auch die Leselupe an. Hierbei handelt es nicht um ein professionelles Lektorat. Vielmehr steht das inhaltliche Rezensieren wie ein Austausch zwischen Autor und Lektor im Vordergrund, der für beide Seiten vor allem Spaß an der literarischen Arbeit bedeutet.

Ein Lektorat ist wichtig

In diesem Beitrag wurde das Thema Lektorat ausführlich behandelt. Vielleicht findest Du es übertrieben, deinen Roman in drei Schritten zu korrigieren. Hinzu kommt noch die Frage der Kosten für einen professionellen Dienstleister. Doch es ist wichtig, dass Du nach einer gründlichen Überarbeitung deines Werkes es zumindest noch eine zweite Person lesen lässt. Bekanntlich ist man gegen seine eigenen Fehler betriebsblind. Lasse dieser Person ausreichend Zeit für die Korrekturen. Du hast vielleicht über ein Jahr an deinem Buch geschrieben und kannst nun nicht einige Wochen auf die Textkorrektur warten?

Dieser Ratgeber soll alle Autoren ein wenig für die Bedeutung eines Lektorats sensibleren. Mit einem Roman mit wenigen Fehlern steigen die Chancen auf eine Veröffentlichung im Verlag. Um es deutlicher zu formulieren: Erst dann besteht die Chance auf eine Veröffentlichung. Oder würdest Du dich als Verlagslektor längere Zeit mit einem Manuskript mit Fehlern in Grammatik und Rechtschreibung widmen, wenn auf deinem Schreibtisch so viele Einsendungen liegen, dass das Wort rechtzeitiger Feierabend zur Utopie wird? Auch als Self-Publisher solltest Du auf einen möglichst fehlerfreien Text achten. Eine oberflächliche Überarbeitung des eigenen Romans rächt sich spätestens bei den Rezensionen. Ob man Geld in ein professionelles Lektorat investieren möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden.

ISBN beantragen – Tipps für Autoren

ISBN beantragen – Tipps für Autoren

Die ISBN (Internationale Standard Buch Nummer) spielt eine zentrale Rolle auf dem Buchmarkt. Mit einer ISBN Nummer kann man jedes Buch weltweit eindeutig identifizieren und problemlos bestellen. Möchtest Du deinen Roman einem breiten Publikum anbieten, solltest Du auf jeden Fall eine ISBN beantragen. Dieser Beitrag ist besonders wichtig für alle Autoren, welche ihren Roman in einem Selbstverlag oder als Self-Publisher veröffentlichen möchten. Doch was steckt hinter der Buchnummer und warum ist diese so wichtig?

ISBN-13
Die ISBN-13 mit 13 Ziffern gilt seit dem 01. Januar 2007

Die Internationale Standard Buch Nummer wurde  in den 60er Jahren eingeführt. Das Ziel war eine eindeutige Kennzeichnung von Büchern weltweit. Zuerst gab es die ISBN-10 mit 10 Ziffern. Seit dem 01. Januar 2007 besteht die Buchnummer aus 13 Zahlen. In Osteuropa und im englischsprachigen Raum konnten die Verlage mehr keine neue ISBN beantragen, deshalb war diese Erweiterung auf 13 Ziffern notwendig. Wenn Du heute eine Nummer für dein Buch (z.B. im Selbstverlag) beantragst, kommst Du immer eine ISBN-13. Erst über eine solche eindeutige Nummer ist dein Roman problemlos über den Buchhandel erhält und es erfolgt ein Eintrag in das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).

Für die Vergabe der Nummer gelten folgende Regelungen. Jede ISBN wird weltweit nur einmal vergeben. Veröffentlichst Du dein Buch ein weiteres Mal mit verändertem Text (z.B. bei einer erweiterten Fassung) oder einem neugestalteten Cover, musst Du eine neue ISBN beantragen. Dies gilt auch für verschiedene Formen der Veröffentlichung. Hardcover, Taschenbuch und eBook bekommen jeweils eine extra Nummer. Bei einem eBook ist es sogar so, dass jedes Dateiformat (z.B. EPUB und MOBI) eine extra ISBN erfordert. Nur bei einer unveränderten Neuauflage (gilt auch bei kleinen Korrekturen im Text) benötigt man keine neue ISBN Nummer. Die Buchnummer darf in Deutschland nur die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH vergeben. Die Agentur für Buchmarkstandards, wie die Organisation auch genannt wird, verkauft ISBN Nummern an die deutschen Verlage und Einzelpersonen.

ISBN beantragen – Wie bekomme ich eine Buchnummer?

Wer seinen Roman über einen Verlag veröffentlicht, muss sich nicht selber um die ISBN kümmern. Jeder Verlag weltweit vergibt für seine Veröffentlichungen automatisch eine fortlaufende Nummer. Dies gilt natürlich auch für alle Autoren, welche ihren Weg über eine Literaturagentur zum Verlag finden. Veröffentlichst Du deinen Roman hingegen über einen Anbieter für Self-Publishing wie ePubli, BoD oder BookRix, kannst Du selber entscheiden, ob Du eine ISBN beantragen möchtest oder nicht. Dabei ist es in jedem Fall ratsam, eine Buchnummer für sein Werk zu beantragen. Bei einem Dienstleister für Self-Publishing kannst Du eine ISBN für einen geringen Aufpreis kaufen. Dazu gibt es immer wieder attraktive Aktionen bei den Anbietern. Bei einer Buchveröffentlichung bekommt man zum Beispiel die Buchnummer geschenkt oder für einen Aktionspreis.

In Deutschland vergibt die Agentur für Buchmarktstandard die ISBN (Bildquelle: MVB)
In Deutschland vergibt die Agentur für Buchmarktstandards die ISBN an Selbsverlage (Bildquelle: MVB)

Die dritte Variante neben einer Veröffentlichung im Verlag oder als Self-Publisher ist der Selbstverlag. Hier musst Du einiges beachten. Eine ISBN für einen Eigenverlag bekommt man direkt bei der Agentur für Buchmarktstandards. Eine Einzel-ISBN für Selbstverlage „mit voraussichtlich einmaliger Verlagsproduktion“ kostet 90,98 Euro inklusive MwSt. Möchtest Du ein weiteres Buch veröffentlichen, musst Du erneut eine ISBN beantragen und es fallen wieder die gleichen Kosten an.

Will man mehrere Bücher veröffentlichen, kann man auch einen kleinen Verlag gründen. Hier wird in jedem Fall eine Gebühr von 146 Euro für eine ISBN-Verlagsnummer fällig. 10 Buchnummern kosten dann 27 Euro und für 100 Nummern werden 94 Euro fällig. Dies Variante ist deutlich günstiger als eine einzelne Buchnummer. Jedoch wer einen Verlag gründet, muss auch ein Gewerbe anmelden. Du bist dann allein für Druck, Vertrieb und Verkauf deiner Bücher verantwortlich. Damit ist viel Verantwortung, Zeitaufwand und auch ein finanzielles Risiko verbunden. Bevor Du dich für diesen Schritt entscheidest, solltest Du dich genau informieren und eventuell beraten lassen. Der erste Anlaufpunkt kann die Infoseite der MVB sein. Es gibt eine ausführliche Infoseite für Selbstverleger und Verlagsgründer.

Wann muss ich keine ISBN beantragen?

Du brauchst keine Internationale Standard Buch Nummer, wenn Du deinen Roman nur in deinem Freundes- oder Bekanntenkreis verschenken möchtest. Ebenso verhält es sich, wenn Du das Buch ausschließlich über deine eigene Internetseite verkaufst und verschickst. Die ISBN Nummer ist nur für den Vertrieb über den Buchmarkt gedacht. Wer dazu ein eBook ausschließlich auf Amazon veröffentlichen und darüber verkaufen möchte, kann ebenso auf eine ISBN verzichten. Amazon vergibt mit der ASIN eine extra Nummer für eBooks. Amazon verlangt ausdrücklich keine Buchnummer für elektronische Bücher.

Möchtest Du dein eBook neben Amazon auch über andere Online Shops verkaufen, musst Du mit großer Wahrscheinlichkeit eine ISBN beantragen. Die meisten Online Shops verlangen für eBooks eine Internationale Standard Buch Nummer.