Eine Kurzgeschichte schreiben – Wissenswertes zur short story

Eine Kurzgeschichte schreiben – Wissenswertes zur short story

Jeder Autor sollte Kurzgeschichten schreiben. Die kurzen Geschichten sind eine tolle Möglichkeit, den eigenen Schreibstil zu verbessern und bieten die Möglichkeit, beim Schreiben zu experimentieren. In diesem Beitrag erfährst Du alles Wissenswerte zur short story. Wir gehen auf Geschichte und Merkmale der Literaturgattung ein, die dank des Internets heute noch einmal ihre Blütezeit erfährt.

Die Kurzgeschichte hatte ihre erste Blütezeit im 19. Jahrhundert und steht in einem engen Zusammenhang mit der Entwicklung des Zeitschriftenwesens. Mit zahlreichen Zeitschriften und Zeitung auf dem Markt entstand ein hoher Bedarf an kurzen Geschichten zur Unterhaltung der Leser. Besonders für englischsprachige Autoren war es finanziell attraktiv, eine short story in einer Zeitung zu veröffentlichen, auf diese Weise ließen sich auch mehrere Leser erreichen. Bekannte Vertreter der Literaturgattung sind zum Beispiel Lewis, Fitzgerald, Faulkner und Hemingway. Die Kurzgeschichten richteten sich an ein Publikum, das Literatur in kürzerer Zeit konsumieren wollten. Eine short story lässt sich in einer Sitzung lesen.   

Warum nicht einmal ein Kurzgeschichte schreiben

In Deutschland war die Kurzgeschichte als Literaturgattung unmittelbar nach dem Krieg sehr populär. Die kurzen Geschichten in einer einfachen und sachlichen Sprache stellten eine ideale Möglichkeit für einen literarischen Neuanfang und eine Abgrenzung zur  pathetischen Literatur des Nationalsozialismus dar. Es wurden vor allem Themen der Nachkriegszeit verarbeitet. In den Geschichten stehen die kleinen Leute mit ihren alltäglichen Sorgen im Mittelpunkt. Mit dem kommenden Wirtschaftsaufschwung Mitte der 60er Jahre verlor die Kurzgeschichte in Deutschland an Bedeutung.

Im Zeitalter des Internets hat die Kurzgeschichte wieder an Relevanz gewonnen. Autoren können ihre Geschichten in zahlreichen Literaturforen veröffentlichen und erhalten ein schnelles Feedback vom Leser. Dazu hat der Nobelpreis 2013 an Alice Munro dazu beigetragen, dass die Literaturgattung wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt. Das Werk der kanadischen Autorin besteht aus etwa 150 Kurzgeschichten.

Warum macht es Sinn Kurzgeschichten zu schreiben?

Doch was zeichnet die Literaturgattung aus? Es gibt einige Merkmale, die Du in zahlreichen Geschichten dieser Gattung findest. Hierzu gehört eine Länge von wenigen Seiten. Klare Vorgaben zum Umfang gibt es nicht. Eine gute Faustregel: Die Geschichte lässt sich in einer Sitzung lesen. Kurzgeschichten werfen den Leser häufig mitten in die Handlung (in medias res) und werden chronologisch erzählt. Als Erzählperspektive wählen viele Autoren den personalen Erzähler (Er-Erzähler).

Kurzgeschichten umfassen nur wenige Seiten.

Die Erzählungen sind konfliktreich mit wenigen Charakteren und spielen an wenigen Orten. Die kurze Geschichte behandelt im Regelfall einen entscheidenden Einschnitt im Leben einer Person. Die Hauptpersonen solcher Erzählungen sind die „kleine Leute“. Kurzgeschichten thematisieren häufig aktuelle Probleme der Zeit und vermitteln den Leser zwischen den Zeilen eine Botschaft. Die Geschichte hat ein offenes Ende mit einer Pointe und regt so zum Nachdenken an.

Diese Merkmale zeichnen zahlreiche Kurzgeschichten aus. Es ist jedoch nicht notwendig, dass Du Dich strikt an das beschriebene Muster hältst. Die kurzen Geschichten bieten viele Möglichkeiten zum Experimentieren und sind aus diesem Grund bei vielen Autoren beliebt. 

Warum macht es Sinn Kurzgeschichten zu schreiben?

Eine Kurzgeschichte bietet Dir also Möglichkeiten zum Experimentieren. Es gibt jedoch mehr Gründe sich als Autor mit der Literaturgattung näher zu befassen. Wer eine solche Geschichte schreibt, muss sich bei der Handlung auf das Wesentliche konzentrieren und unwichtige Details konsequent weglassen. Es ist durchaus eine Herausforderung, eine solche kurze Geschichte zu schreiben. Weiterhin ist jede abgeschlossene Kurzgeschichte immer ein Erfolgserlebnis. Gerade wenn ein Autor schon lange an einem Roman sitzt, kann das Abschließen kleiner Geschichten für etwas Motivation sorgen und für die Arbeit am Buch beflügeln.

Wer dazu ein Feedback zu seinem Schreibstil möchte, sollte Kurzgeschichten schreiben und online veröffentlichen. Heute gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten Literatur im Internet zu publizieren. Als Beispiel sei nur die Literaturseite Leselupe.de genannt. Wer hier etwas online stellte, kann sich über viele Leser und ein schnelles Feedback freuen. Aufrufzahlen im dreistelligen oder gar vierstelligen Bereich sind keine Seltenheit. Es gibt auch die Möglichkeit mehrere Versionen deiner Kurzgeschichte online zu stellen. Auf Leselupe.de kannst Du auch zahlreiche Geschichten von anderen Autoren lesen.

Kurzgeschichten haben mitunter das Potential für ein umfangreicheres Werk. Der Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ mit einer Spielzeit von etwa 160 Minuten basiert auf einer short story von F. Scott Fitzgerald. Die Geschichte ist im Jahr 1922 in einem amerikanischen Magazin erschien. Das Beispiel von Fitzgerald verdeutlicht übrigens sehr schön, dass es keine verbindlichen Merkmale für eine Kurzgeschichte gibt. Die short story des amerikanischen Autors umfasst 9135 Wörter, was 36 Normseiten entspricht.

Fazit des Buchinsiders: Wie schreibt man eine Kurzgeschichte?

Es gibt keine verbindlichen Merkmale für eine short story. Doch gerade, wenn Du Dich mit der Literaturgattung erst wenig befasst hast, macht es Sinn, folgende „Regeln“ der Gattung einzuhalten:

  • Die Geschichte lässt sich in einer Sitzung lesen
  • Der Leser wird Mitte ins Gesehen geworfen
  • Die Kurzgeschichte wird chronologisch erzählt, der personale Erzähler (Er-Erzähler) dominiert
  • Häufig steht ein entscheidender Einschnitt im Leben eines Charakters im Fokus
  • Es werden Themen/Probleme der Zeit behandelt, die Sorgen der „kleinen Leute“ stehen im Mittelpunkt
  • Die Kurgeschichte hat ein offenes Ende und eine Botschaft an den Leser

Doch warum solltest Du als Autor überhaupt eine short story schreiben? Bei den kurzen Erzählungen kannst Du nach Herzenslust experimentieren und es ist eine gute Schreibübung. Weiterhin bietet jede beendete Geschichte ein Erfolgserlebnis. Dank zahlreicher Literaturforen kann jeder Autor seine Werke veröffentlichten und bekommt hilfreiches Feedback.

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