Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Motivation zum Schreiben finden – Nieder mit der Schreibunlust

Vielleicht kennst Du es, Dir fehlt immer wieder die Motivation zum Schreiben an deinem Roman. Fast jeder Autor kommt irgendwann an den Punkt, wo er Zweifel an seinem Buch hat. Die Story, welche Dich zu Beginn überzeugt hat, wirkt nun platt und wenig originell. Dazu zeigen deine Figuren nicht wirklich Tiefe und sind eigentlich stereotyp. Bedenkt man dazu die Fortschritte, welche Du mit deinem Roman machst, wirst Du irgendwann vor deinem Rentenalter fertig. Solche Selbstzweifel sind echte Motivationskiller und führen zu Schreibunlust. Doch Zweifel am eigenen Werk sind nicht der einzige Grund für fehlende Motivation zum Schreiben. Es kann zum Beispiel an fehlender Selbstdisziplin oder mangelnden Zeitmanagement liegen.

Schreibblockade
Wenn Seiten leer bleiben – Keine Motivation zum Schreiben, Bild © by Kersten Schröder / pixelio.de

Die Tipps richten sich an Autoren, welche regelmäßig keine Lust am Schreiben empfinden, obwohl es nicht an Zeit mangelt. Nicht jeder der Ratschläge sollte sich für jeden Autor eignen. Das Ziel ist es, wieder mit einem oder mehreren der Tipps in einen regelmäßigen Schreibfluss zu kommen und seinen Roman zu Ende zu bringen.

Einfach mit dem Schreiben beginnen

Fehlt Dir Motivation zum Schreiben an deinem Roman, kann es helfen, einfach mit dem Schreiben zu beginnen. Klingt irgendwie unlogisch? Dies kann aber funktionieren, wenn Du mit deinem inneren Schweinehund einen Deal machst. Ich schreibe eine halbe Stunde an meinem Buch und wende mich dann wieder anderen Dingen zu. Alternativ kannst Du auch eine bis zwei Seiten aushandeln. Die Idee dahinter: Wenn Du erst einmal im Schreibfluss bist, ist deine Schreibunlust vielleicht dahin und Du hast die richtige Motivation zum Schreiben. In der festgelegten Zeit solltest Du dann auch mit voller Konzentration an deinem Roman schreiben und diese effektiv nutzen. Beliebte Ablenkungen durch das Smartphone und die Sozialen Medien sind in dieser Zeit tabu.

Selbst wenn Du jeden Tag nur eine oder zwei Seiten deines Buches schreibst, wirst Du sehen wie dein Roman Fortschritte macht und die Seitenzahl wächst. Fortschritte beim Schreiben sind häufig eine Motivation um weiterzuschreiben.

Feste Schreibzeiten festlegen

Der erste Tipp hat es gezeigt: Wer regelmäßig an seinem Buch schreibt, dürfte es leichter mit der Motivation haben, als Autoren, welche alle Jubeljahre einmal zur Feder greifen. Es ist ratsam, regelmäßiges Schreiben zur Gewohnheit zu machen. Lege feste Schreibzeiten fest. So arbeitest Du zum Beispiel drei Mal die Woche eine Stunde an deinem Roman. Bekommst Du mit der Zeit richtig Lust am Schreiben, kannst Du diese Schreibzeiten auf vier Tage erweitern oder Dir ein Zeitfenster von über einer Stunde setzen. Das große Ziel ist es hier, Schreiben an deinem Roman zu einer selbstverständlichen Routine werden zu lassen, welche zu deinem Wochenablauf gehört.

Kreatives Schreiben
Lege regelmäßige Schreibzeiten für die Arbeit an deinem Buch fest, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Wer feste Schreibzeiten hat, sollte dies auch ruhig der Familie und den Freunden mitteilen. So schreibst Du zum Beispiel am Montag, Mittwoch und Freitag von 18 bis 19 Uhr an deinem Buch. Du machst auch keine Ausnahmen, um Dich mit Freunden im Café zu treffen. Nach 19 Uhr stehst Du dann deinen Freunden und Bekannten wieder voll zur Verfügung.

Einen schönen Schreibort und kreativen Ort finden

Für manche Autoren kann es Sinn machen, die Arbeit vom heimischen Schreibtisch an einen anderen Ort zu verlegen. Vielleicht motiviert Dich ein bestimmter Ort zum Schreiben an deinem Roman. Das Flair eines historischen Lesesaals in einer Universitätsbibliothek kann zum Beispiel Autoren einen Motivationsschub geben. Hier sitzt man zwischen vielen Gleichgesinnten, welche eifrig und konzentriert an Hausarbeiten schreiben oder für eine Prüfung lernen. Wer möchte, kann Schreiben hier auch etwas zelebrieren. Wenn Du die Bibliothek betrittst, bist Du in diesem Moment nur Schriftsteller und alle Zeit in der Bücherei gilt nur deinem Buch. Eine kleine Pause in der Cafeteria darf man sich auch gönnen, schließlich ist dein Werk in der letzten Stunde wieder einige Seiten länger geworden.

Ein Ortwechsel kann nicht nur motivieren, sondern auch wunderbar bei Schreibblockaden helfen oder wenn es an neuen Ideen fehlt. Kreative Orte können Bibliotheken, Cafés oder Parks sein. Jeder Autor findet seine Inspiration an einem anderen Ort und für jeden Schriftsteller sollte es zumindest einen kreativen Ort geben.

Deadlines setzen

Manche Menschen lieben Deadlines. Umso näher die Abgabefrist rückt, umso produktiver werden diese Personen. Am Ende halten diese Menschen die Deadline (wenn auch in letzter Minute) ein und liefern dazu noch gute Arbeit ab. Gehörst Du auch zu den Personen, welche eine Art Hassliebe zu Abgabefristen haben und unter Druck besonders produktiv wie motiviert sind. Dann kannst Du Dir für deinen Roman Deadlines setzen. Das sechste Kapitel muss zum Beispiel in zwei Wochen fertig sein. Man hört tatsächlich immer wieder von Autoren, welche sich zur Motivation zum Schreiben künstliche Abgabefristen setzen und die Deadlines dann auch einhalten. Dieses System funktioniert bei einigen Schriftstellern recht gut. Doch Du hast sicherlich schon die Schwäche des Konzepts erkannt: Eine künstliche Deadline ist keine verpflichtende Abgabefrist.

Manche halten es mit Douglas Adams und sagen sich: „Ich liebe Deadlines! Ich mag dieses zischende Geräusch, das sie machen, wenn sie vorbeifliegen!“ Siehst Du es ähnlich, wird Dich eine künstliche Deadline nicht motivieren, doch manche Autoren kriegen auf diese Weise einen echten Motivationskick.

Meilensteine feiern und sich belohnen

Gerade wenn Du neben Beruf, Studium oder Schule an deinem Roman arbeitest, wird es einige Zeit dauern, bis Du dein Werkes fertiggestellt hast. Das Schreiben eines Buches besteht aus vielen Etappen. Dazu gehören zum Beispiel die Planung und Gliederung des Romans, die Ausarbeitung der Figuren, das Schreiben der ersten Kapitel und Überarbeitungen. Häufig lassen sich Arbeitsphasen nicht klar trennen und jeder Autor arbeitet etwas anders an seinem Roman. Für die Motivation kann es sehr hilfreich sein, sich Meilensteine zu setzen und das Erreichen dieser Punkte ein wenig zu feiern. Ein Meilenstein könnten die ersten 100 Seiten oder die erste Fassung des Romans sein.

Mehrere Meilensteine setzen und beim Erreichen feiern, Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de

Bist Du bis zu einen solchen Punkt gekommen, kannst Du Dich richtig schön belohnen. Wie die Belohnung am Ende aussieht, hängt ganz von deinen Vorlieben ab. Es handelt sich wohlgemerkt um Meilensteine. Nimmt man jede Kleinigkeit als Anlass zum Feiern, verliert man irgendwann die Motivation.

Sich anderen Aufgaben zuwenden

Trotz verschiedener Tipps hast Du an einem Tag einfach keine Motivation zum Schreiben? Doch die Arbeit an einem Buch besteht nicht nur aus dem Verfassen von Text. Vielleicht musst Du noch etwas zu deinem historischen Roman recherchieren und einen Fachartikel lesen. Oder Du kannst Dich auch für ein Lektorat deiner letzten Kapitel erwärmen? Eher keine so schöne Aufgabe? Manchmal macht es auch Sinn, die Vielzahl von Notizen am Schreibtisch zu ordnen und auszumisten, welche man sich zur seiner Geschichte gemacht hat. Diese vermeintlich unwichtige Aufgabe hat man immer vor sich hingeschoben, doch irgendwann muss man seinen Schreibtisch um einige Papierstapel erleichtern. Ein andere Aufgabe erfühlen hilft auch bei Schreibblockaden. Auch wenn man keine einzige Zeile schreibt, bringt man seinen Roman einen Schritt weiter.

Solltest Du übrigens an einem Tag überhaupt keine Motivation für deinen Roman haben, obwohl Du eigentlich an diesem Tag (feste Schreibzeit) immer schreibst, zwinge Dich nicht unter allen Umständen dazu. Die Gefahr ist ziemlich groß, dass das Niedergeschriebene schon bald im Papierkorb landet. Gelegentliche Schreibunlust ist erlaubt, solange es nicht zum Regelfall wird.

Eine Literaturgruppe finden

In jeder größeren Stadt sollte es eine oder mehrere Literaturgruppen geben. Es macht großen Sinn, sich einer solchen Gruppe anzuschließen. Hier triffst Du auf gleichgesinnte Autoren, kannst Dich austauschen und bekommst wertvolles Feedback. Eine Autorengruppe kann unheimlich zum Schreiben motivieren, schließlich kann und will man hier regelmäßig die Fortschritte seines Romans vorstellen. Hier können Deadlines als Motivation bei vielen Autoren wiederum funktionieren. Wenn Du ankündigst, nächste Woche das vierte Kapitel vorzulesen, bemühst Du Dich sicherlich um die Fertigstellung des Abschnitts. Es wäre doch schade, deine Autorenkollegen zu enttäuschen. Wenn es ideal läuft, ist eine Literaturgruppe eine sanfte Kontrollinstanz. Die Mitglieder motivieren sich gegenseitig und sorgen dafür, dass alle Schriftsteller Fortschritte machen.

Wo findest Du eine solche Literaturgruppen in deiner Stadt? Eigentlich sollte man alle gewünschten Informationen in Internet erhalten. Unter dem Stichwort Literaturgruppe Berlin oder Hamburg findet man gleich mehrere Einträge bei Google. Leider sind nicht alle Gruppen offen, manche sind geradezu „geschlossene Gesellschaften“ und nehmen keine neuen Autoren auf. Doch mit etwas Suchen und Glück sollest Du eine Literaturgruppe finden.

Die inneren Dämonen bekämpfen

Nun kommen wir zum letzten und wichtigsten Tipp gegen Schreibunlust. Es ist häufig der innere Kritiker, der einen zweifeln lässt und jede Motivation zum Buch schreiben eiskalt killt. So ist die Geschichte einfach nur platt, schon tausend Mal erzählt, die Figuren ohne Tiefe und man wird mit seinem Roman sowieso nicht fertig. Kennst Du solche Selbstzweifel und echte Motivationskiller. Es ist wichtig, dass Du solche innere Dämonen bekämpfst. Es ist ratsam dein aktuelles Projekt fertigzustellen und nicht mit einer neuen vermeintlich besseren Idee zu beginnen. In ein paar Wochen könnest Du wieder am gleichen Punkt sein und alles verwerfen. Am Ende hast Du eine Vielzahl unfertiger Manuskripte und letztendlich nur Fragmente deines Schreibens.

Inneren Kritiker bekämpfen und Motivation zum Schreiben finden, Bild: Markus Vogelbacher/ pixelio.de

Der Erfolgsautor Andreas Eschenbach hat es sehr gut auf den Punkt gebracht: „Wenn ich mir per Zeitmaschine einen einzigen Ratschlag in meine frühen Jahre schicken könnte, dann wäre es dieser: Brich Manuskripte nicht mittendrin ab, um andere anzufangen. Egal, wie schlecht es dir im Moment vorkommt – schreib es fertig!(Quelle: andereaseschbach.de) Eschenbach nennt schlechte fertigstellte Romane eine gelungene Trainingseinheit, unfertige Bücher hingegen reine Zeitverschwendung. Diese Einschätzung klingt vielleicht hart. Du sollest in jeden Fall deinen Roman fertigstellen und den Schlachtruf beherzigen: Nieder mit den inneren Dämonen! Nieder mit der Schreibunlust!

Weiterhin keine Motivation zum Schreiben? Was tun?

Trotz aller Tipps kannst Du keine rechte Motivation zum Schreiben finden. Hier machst es Sinn, Dir die Frage zu stellen: Warum habe ich überhaupt mit meinem Roman begonnen? War es der Wunsch eine Geschichte zu erzählen? Oder ist dein Wunsch eher, ein Buch zu veröffentlichen und ein bekannter, erfolgreicher Schriftsteller zu sein? Vielleicht macht das Schreiben einfach auch keinen Spaß mehr? Einzelne Personen beginnen einen Roman aus falschen Motiven (Bekanntheit, Geld) und nicht aus der Lust am Schreiben. Dann gibt es wiederum Autoren, welche sich unter einen Buch schreiben etwas anderes vorstellen. Es ist leider nicht so, dass die Seiten nur so aus der Feder fließen und man eine geniale Geschichte erzählt. Schreiben ist harte Arbeit und vieles läuft nicht wie gewünscht.

Die tolle Story, die man im Kopf hat, lässt sich nicht so leicht wie erwartet zu Papier bringen. Man hat mit Schreibblockaden zu kämpfen und die erste Fassung bedarf selbstverständlich einer Überarbeitung. Dazu steht am Ende noch das lästige Lektorat an. Ein Autorenleben ist nicht einfach und die erste Euphorie folgt häufig die Schreibunlust. Solltest Du nach mehrfachen Versuchen keine Motivation zum Schreiben finden, bist Du vielleicht nicht zum Autor geschaffen. Es soll niemand entmutigt werden, ein Buch zu schreiben. Doch wer bereits Jahre an einem Erstlingswerk schreibt, sollte zumindest seine Motivation für sein Schreiben hinterfragen.

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