Spannung im Roman erzeugen – 6 Tipps für Autoren

Spannung im Roman erzeugen – 6 Tipps für Autoren

Wie lässt sich Spannung im Roman erzeugen? Es gibt einige Mittel zur Spannungserzeugung, die jeder Autor kennen sollte. Dieser Beitrag behandelt gängige Mittel, um dein Buch spannend zu machen und den Leser zu fesseln.

Es gibt verschiedene Mittel, um Spannung in einem Roman zu erzeugen. Bevor wir uns diesen Mittel zuwenden, ist es sinnvoll die Frage zu klären: Wann ist ein Buch spannend? Der Leser blättert Seite um Seite um und liest immer weiter. Er kann das Buch nicht weglegen, obwohl es bereits spät ist und er eigentlich schlafen müsste. Er taucht voll in die Welt des Buches ein. Man kann Spannung als anhaltendes Interesse an einem Roman definieren, der Leser möchte wissen, wie die Handlung weiter geht und identifiziert sich mit den Figuren.

Wie kannst Du den Leser fesseln?

Dieser Beitrag erläutert einige Mittel, wie Du die Handlung spannend machen kannst und den Leser fesselst. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig, es werden die gängigsten Verfahren vorgestellt.

Identifikation mit den Figuren

Wenn sich der Leser mit den Figuren des Romans identifiziert, dann fiebert er mit den Charakteren mit. Befindet sich der Held zum Beispiel in Gefahr, liest der Leser solange weiter, bis die Figur der Not entronnen ist oder leidet, wenn der Charakter scheitert. Für eine Identifikation des Lesers brauchst Du einmal lebendige Romancharaktere, wie Du solche Charaktere erstellst, erläutern wir in einem extra Beitrag. Weiterhin braucht es Zeit. Der Leser wird sich nicht auf den ersten Seiten mit den Figuren identifizieren, er muss mit den Romanfiguren erst vertraut werden.

Andeutungen

Andeutungen sind ein Mittel, um Spannung im Roman zu erzeugen. Solche Andeutungen erfolgen häufig in einem Nebensatz und machen den Leser auf die spätere Handlung neugierig. Ein Beispiel wäre der Satz: „Er konnte nicht wissen, dass er sie das letzte Mal gesehen hatte.“ Ein solcher Hinweis deutet auf ein gravierendes Ereignis hin und sollte den Leser auf den weiteren Verlauf der Handlung neugierig machen. Andeutungen können auch wesentlich subtiler als im genannten Beispiel sein. Viele Beispiele für dezente Hinweise auf den weiteren Handlungsverlauf finden sich im Roman „Das Geisterhaus“. Isabel Allende gelingt es, durch kleine Andeutung Spannung zu erzeugen.

Unerwartete Ereignisse

Überraschende Ereignisse können ein Mittel zur Spannungserzeugung sein. Besonders dramatisch ist der unerwartete Tod einer Hauptfigur. Ein Beispiel wäre der  überraschende „Tod“ von Gandalf in Moria. Der Zauberer wird als Gandalf der Weiße wieder nach Mittelerde zurückgeschickt, womit wir ein weiteres unerwartetes Ereignis haben. Bei den überraschenden Wendungen muss es sich nicht immer um Tod und Auferstehung handeln.  Bereits kleinere unerwartete  Ereignisse können das Interesse des Lesers erwecken, hier ist dein Einfallsreichtum als Autor gefragt.

Zeitnot

Durch Zeitnot lässt sich gut Spannung erzeugen. Wenn deinen Helden nur wenig Zeit zum Handeln bleibt, fiebert der Leser mit. Ein Klassiker ist das Entschärfen einer Bombe in wenigen Minuten. Es könnte jedoch auch darum gehen, einen Unschuldig vor der Hinrichtung zu retten oder eine Hochzeit zu verhindern. In jeden Fall läuft die Zeit gegen die Figuren deines Buches. Im Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne spielt begrenzte Zeit die zentrale Rolle und die Reise von Phileas Fogg fesselt den Leser dadurch. Verne macht es am Ende des Romans besonders spannend. Fogg erreicht den Reform Club erst drei Sekunden vor Ablauf der Wettfrist und gewinnt am Ende die Wette.       

Unklarheiten

Bleiben einzelne Details der Handlung im Unklaren, kann dies einen Roman spannend machen. Du kannst als Autor zum Beispiel die Motivation eines Charakters offen lassen oder ihn widersprüchlich handeln lassen. Spannung ist auch das Herbeisehnen von Antworten. Bleiben Fragen offen, motiviert dies den Leser weiter zu lesen. Der Cliffhanger, einer der Klassiker um Spannung zu erzeugen, spielt massiv mit Unklarheiten und verschiebt offene Fragen auf später.

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Unklarheiten und Rästel sorgen für Spannung

Cliffhanger

Das Prinzip des Cliffhangers ist es, Antworten an einer besonders spannenden Stelle schuldig zu bleiben und auf später zu verweisen. Dieses Verfahren stammt aus dem Fortsetzungsroman. Besonders im 19. Jahrhundert wurden in Zeitschriften Romane in mehreren Teilen veröffentlicht. Die Geschichte endete jede Woche an einer spannenden Stelle und animierte so den Leser, die nächste Ausgabe zu kaufen, um zu wissen, wie es weitergeht. Das Prinzip kennen wir heute aus Filmen mit Fortsetzungen und insbesondere TV-Serien. Der Begriff Cliffhanger stammt übrigens aus England. Im Roman A Pair of Blue Eyes von Thomas Hardy, der in einer Zeitschrift als Fortsetzungsroman erschien, hängt der Held in einer Szene in den Steilhängen am Bristol Channel nur an einem Büschel Grass. Die Episode endete eben an dieser Stelle und der Begriff Cliffhanger war geboren.

Auch Du kannst mit Cliffhangern zum Beispiel am Ende eines Kapitels arbeiten, um den Leser zum Weiterlesen zu animieren. Übertreibe es jedoch nicht. Schaut man sich die Fortsetzungsromane als Ganzes an, wirkt ihr Aufbau durch die immer wieder kehrenden Cliffhanger als Höhepunkte künstlich.

Konflikt ist das A und O für einen Roman

Doch bei allen Mitteln zur Spannungserzeugung darf in keinem Roman der Konflikt fehlen. Ohne Konflikt lässt sich grundsätzlich keine Spannung erzeugen. Unter dem Begriff Konflikt versteht man einen Zusammenstoß von unterschiedlichen Interessen, Zielsetzungen und Wertvorstellung. Es kommt zum Kampf zwischen Personen, Gruppen oder Organisationen. In Roman werden Konflikte inszeniert und auf die Spitze getrieben. Ein gut gestalteter Romankonflikt allein sorgt maßgeblich für Spannung. Die sechs genannten Mittel sind letztendlich nur Hilfsmittel, um den Plot möglichst spannend zu gestalten.

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Kein Roman ohne Konflik, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Fazit des Buchinsiders: Mit welchen Mittel kannst Du Spannung im Roman erzeugen?

Es gibt einige Mittel, um Spannung im Roman zu erzeugen. Die gängige Verfahren, um den Leser zu fesseln, sind:

  • Identifikation mit den Romanfiguren
  • Andeutungen
  • Unerwartete Ereignisse
  • Zeitnot
  • Unklarheiten im Handlungsverlauf oder bei Charakteren
  • Cliffhanger

Jedoch ohne Konflikt lässt sich keine Spannung im Buch erzeugen. Ein gut gestalteter Konflikt sorgt bereits für einen spannenden Roman. Mit den sechs vorgestellten Mitteln, kannst Du deinen Roman noch spannender gestalten. 

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