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Schlagwort: Self-Publishing

Self-Publishing als Alternative zum klassischen Verlag

Self-Publishing als Alternative zum klassischen Verlag

Hast Du schon einmal über das Thema Self-Publishing nachgedacht? Sicherlich, viele Autoren möchten Ihr Buch am liebsten in einem bekannten, großen Verlag wie Suhrkamp, S. Fischer oder Weltbild veröffentlichen. Doch gerade der Weg ins Verlagsprogramm der großen Verlagshäuser ist schwer, da sich hier besonders viele unverlangte Manuskripte auf den Schreibtischen der Lektoren stapeln. Ein Erfolg bei einem größeren Buchverlag ist durchaus nicht ausgeschlossen und für jeden Autor einen Versuch wert, doch in der Realität schaffen es sehr wenige Manuskripte ins Verlagsprogramm der ganz Großen. Für jeden Buchautor gibt es jedoch eine Reihe von interessanten Alternativen. Sei es nun eine Veröffentlichung im Kleinverlag oder der Weg in einen Verlag über einen Literaturagenten, der über die notwendigen Kontakte zu Verlagslektoren verfügt. Alternativ kannst Du dein Buch auch als Self-Publisher unabhängig von einem Verlag und einer Agentur veröffentlichen. Das vielschichtige Thema „Self-Publishing“ gänzlich zu erklären, würde den Rahmen dieses kleinen Beitrags sprengen, jedoch wollen wir Dir einen kleinen einführenden Einblick nicht vorenthalten.

In den letzten Jahren hat sich ein Markt für Self-Publisher in Deutschland entwickelt. Wenn Du heute dein Buch veröffentlichen möchte, bist Du nicht mehr auf einen Verlag angewiesen. Mit der Publikationsform Book on Demand kann jeder Autor kostengünstig seinen eigenen Roman in den Buchhandel bringen. Immer mehr Schriftsteller entscheiden sich auch für die Veröffentlichung ihres Werkes als eBook, denn Experten sagen elektronischer Literatur eine große Zukunft in Deutschland und steigende Leserzahlen voraus.

Self-Publishing – Book on Demand und eBook

Grundsätzlich gibt es beim Self-Publishing zwei Möglichkeiten: Bringe dein Werk entweder als Book on Demand und / oder als eBook auf den Markt. Viele deutsche Anbieter für Self-Publishing ermöglichen beide Formen der Veröffentlichung. Books on Demand ist eine Publikationsform für Kleinstauflagen und basiert auf dem Digitaldruckverfahren. Das Buch liegt beim Dienstleister nur in elektronischer Form vor und wird erst auf Bestellung gedruckt. Wenn Du dein Werk als Book on Demand veröffentlichen willst, schicke deinen Roman im Regelfall als PDF-Datei an einen Anbieter wie BoD oder ePubli und bestimmen den Leistungsumfang für dein Buch. Einzelne Dienstleister bieten Zusatzleistungen wie Covergestaltung und Lektorat an, welche zusätzlich Geld kosten. Eine ISBN-Nummer ist bei immer mehr Anbietern im Grundpreis (der meist zwischen 50 Euro und 200 Euro liegt) mit inbegriffen. Bei der Auftragserteilung für dein Book on Demand legst Du auch selber den Verkaufspreis des Buches und deine Autorenmarge fest.

eBook-Reader
Ein Viertel der Deutschen liest mittlerweile eBooks, Bild © by Petra Brok / pixelio.de

Mit einem eBook erstellst Du ein elektronisches Buch, was man auf einem eBook-Reader, Tablet oder Computer lesen kann. eBooks erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit, dazu gibt es mittlerweile ein breites Angebot von eReadern. Experten gehen davon aus, dass der Markt für elektronische Literatur in Deutschland jedes Jahr langsam jedoch stetig wächst. Laut einer Umfrage der BITKOM im Jahr 2016 liest etwa ein Viertel der Deutschen eBooks. Besonders beliebt ist elektronische Literatur bei den 14- bis 29-jährigen Lesern mit einem Anteil von 36 Prozent. Ein Detail sollte man nicht unerwähnt lassen, der Anteil von eBook-Lesern stagniert seit Jahren in Deutschland. Doch diese Personen entscheiden sich immer häufiger für das Lesen auf einem eReader und entdecken dabei auch Literatur im Bereich Self-Publishing.

Wenn Du deinen Roman als eBook verkaufen möchtest, kannst Du das Buch wie gewohnt mit einem Textverarbeitungsprogramm schreiben. Nutze während des Schreibens keine ungewöhnlichen Schriftarten oder Formatierungen, damit es später beim Erstellen des eBooks keine Probleme mit dem Layout gibt. Um ein elektronisches Buch zu erstellen, gibt es kostenlose Programme wie Calibre oder den Mobipocket-Creator.  Vom Mobipocket-Creator gibt es schon länger keine neue Version, deshalb raten wir zu Calibre. Du kannst das eBook direkt über Online-Shops wie Amazon, Apple oder Kobo verkaufen. Diese Anbieter haben auf ihren Seiten eigene Apps zum Erstellen von eBooks. Beachte dabei, dass Amazon und Apple mit eigenen Formaten für elektronische Bücher arbeiten und die verkauften eBooks nur auf den Readern des jeweiligen Anbieters zu lesen sind.

Self-Publishing und die Rolle der Distributoren

Alternativ kannst Du ein elektronisches oder gedrucktes Buch auch bei einem Dienstleister wie BoD, Neobooks, ePubli oder BookRix verkaufen. Diese Online-Shops bieten elektronische Literatur in weitverbreiteten Formaten wie EPUB oder MOBI an. Dazu sind diese Distributoren noch in einer anderen Hinsicht interessant. Ein Dienstleister wie BookRix verteilt deinen Roman an zahlreiche Online-Shops, dafür behält er einen Teil vom Verkaufspreis des Buches als Honorar. Wenn Du dein Werk direkt über Amazon oder Kobo verkaufst, verdienst Du dort häufig mehr, trotzdem kann sich das Angebot der Distributoren unterm Strich lohnen: Du belieferst mehr Online-Shops, verkaufst mehr Bücher und verdienst mehr Geld.

Bevor Du Dich sich für einen Dienstleister entscheidest, solltest Du Dir das Angebot der Distributoren und auch der direkten Anbieter ganz genau anschauen. Die Dienstleister zahlen nicht nur unterschiedliche Honorare an die Autoren aus, es hängt dazu von deinem Verkaufspreis ab, was Du als Self-Publisher verdienst. Besonders gravierend sind die Unterschiede bei Kindle Direct Publishing (KDP) über Amazon. Kostet dein Buch dort 2,99 Euro bis 9,99 Euro (brutto), bekommst Du 70 Prozent als Autorenhonorar (vom netto). Verlangst Du für deinen Roman wiederum mehr als 9,99 Euro (brutto) gibt es nur 70 Prozent (vom netto) über KDP. Wenn Du zum Beispiel dein eBook günstig für 2,99 Euro verkaufst, gehen sicherlich mehr Exemplare über den virtuellen Ladentisch wie bei 11,99 Euro. Unterm Strich erzielst Du mit dem günstigeren Preis mehr Einnahmen mit Self-Publishing. Wie viel Prozent man vom Verkaufspreis als Autorenhonorar bekommt, hängt also auch maßgeblich von deiner Preisgestaltung ab.

Bei den Distributoren sind die Unterschiede beim Honorar nicht so gravierend wie bei KDP von Amazon. Bekannt Anbieter sind hier Xinxii, ePubli, Neobooks und BookRix, um nur einige Beispiele zu nennen. Relevante Fragen, bevor Du Dich für einen Distributor entscheidest, wären: Sind die Kosten für eine ISBN beim Dienstleister inklusive? Wie sieht es mit der Kündigung aus und entstehen zusätzliche monatliche Kosten? Wie hoch sind die Gebühren? Welche Shops werden beliefert? Nimm Dir wirklich Zeit, Dir die Angebote der Distributoren genau anzuschauen, diesen Rat kann man nicht oft genug geben. Ob man sich nun für klassisches Self-Publishing oder einen Distributor als Dienstleister entscheidet, in jedem Fall gilt: Bei allen Anbietern erhältst Du ein hohes Autorenhonorar für dein elektronisches Buch oder Book on Demand. Autoren als Self-Publisher erhalten häufig zwischen 50 bis 80 Prozent vom Verkaufspreis, was deutlich über den Honoraren in einem klassischen Verlag im Printbuch (etwa 5-15 Prozent) liegt.

Lektorat, Cover, Marketing – Alles in den Händen des Self-Publishers?

Als Self-Publisher muss man sich bei vielen Dienstleistern um alles selbst kümmern. Darunter fallen zum Beispiel Lektorat, Covererstellung, Veröffentlichung auf verschiedenen Plattformen, Preisgestaltung, Marketing, Rechtliches und Abrechnung. Überlege Dir genau, ob Du alle diese Aufgaben allein als Self-Publisher übernehmen willst. Bist Du zum Beispiel sicher, dass Du mit allen rechtlichen Fragen beim Self-Publishing vertraut bist? Wie sieht es dazu mit steuerrechtlichen Fragen aus? Wie versteuert man Einnahmen aus Buchverkäufen? Hast Du darüber hinaus keine Erfahrung bei der Gestaltung eines Covers, solltest Du diese Aufgabe einem Profi überlassen. Ein amateurhaftes Cover schreckt den Leser ab und wirkt sich negativ auf den Verkauf aus.

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Mit Self-Publishing wird der Traum vom eigenen Buch wahr, Bild © by Peter Smola / pixelio.de

Sei als Self-Publisher auch bereit, zentrale Aufgaben abzugeben, selbst wenn Dir dadurch Kosten entstehen. Träume als Self-Publisher mit einem Book on Demand oder eBook nicht von zu großen Verkaufszahlen. Immer mehr Autoren gehen heute diesen Weg der Veröffentlichung, wodurch es ein breites Angebot an Literatur auf dem Markt gibt. Als Self-Publisher wirst Du im Regelfall trotz hoher Autorenhonorare nicht reich mit deinem Buch. Lege also deinem Chef nicht zu früh die Kündigung auf den Tisch. Du wirst jedoch sicherlich eine gute Anzahl von begeisterten Lesern für Ihren Roman finden und erfüllst Dir am Ende Ihren Traum vom eigenen Buch. Und mit ansteigender Leser- und Fanzahl von Buch zu Buch, steigen dann meist auch kontinuierlich deine Verkaufszahlen.

ISBN beantragen – Tipps für Autoren

ISBN beantragen – Tipps für Autoren

Die ISBN (Internationale Standard Buch Nummer) spielt eine zentrale Rolle auf dem Buchmarkt. Mit einer ISBN Nummer kann man jedes Buch weltweit eindeutig identifizieren und problemlos bestellen. Möchtest Du deinen Roman einem breiten Publikum anbieten, solltest Du auf jeden Fall eine ISBN beantragen. Dieser Beitrag ist besonders wichtig für alle Autoren, welche ihren Roman in einem Selbstverlag oder als Self-Publisher veröffentlichen möchten. Doch was steckt hinter der Buchnummer und warum ist diese so wichtig?

ISBN-13
Die ISBN-13 mit 13 Ziffern gilt seit dem 01. Januar 2007

Die Internationale Standard Buch Nummer wurde  in den 60er Jahren eingeführt. Das Ziel war eine eindeutige Kennzeichnung von Büchern weltweit. Zuerst gab es die ISBN-10 mit 10 Ziffern. Seit dem 01. Januar 2007 besteht die Buchnummer aus 13 Zahlen. In Osteuropa und im englischsprachigen Raum konnten die Verlage mehr keine neue ISBN beantragen, deshalb war diese Erweiterung auf 13 Ziffern notwendig. Wenn Du heute eine Nummer für dein Buch (z.B. im Selbstverlag) beantragst, kommst Du immer eine ISBN-13. Erst über eine solche eindeutige Nummer ist dein Roman problemlos über den Buchhandel erhält und es erfolgt ein Eintrag in das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).

Für die Vergabe der Nummer gelten folgende Regelungen. Jede ISBN wird weltweit nur einmal vergeben. Veröffentlichst Du dein Buch ein weiteres Mal mit verändertem Text (z.B. bei einer erweiterten Fassung) oder einem neugestalteten Cover, musst Du eine neue ISBN beantragen. Dies gilt auch für verschiedene Formen der Veröffentlichung. Hardcover, Taschenbuch und eBook bekommen jeweils eine extra Nummer. Bei einem eBook ist es sogar so, dass jedes Dateiformat (z.B. EPUB und MOBI) eine extra ISBN erfordert. Nur bei einer unveränderten Neuauflage (gilt auch bei kleinen Korrekturen im Text) benötigt man keine neue ISBN Nummer. Die Buchnummer darf in Deutschland nur die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH vergeben. Die Agentur für Buchmarkstandards, wie die Organisation auch genannt wird, verkauft ISBN Nummern an die deutschen Verlage und Einzelpersonen.

ISBN beantragen – Wie bekomme ich eine Buchnummer?

Wer seinen Roman über einen Verlag veröffentlicht, muss sich nicht selber um die ISBN kümmern. Jeder Verlag weltweit vergibt für seine Veröffentlichungen automatisch eine fortlaufende Nummer. Dies gilt natürlich auch für alle Autoren, welche ihren Weg über eine Literaturagentur zum Verlag finden. Veröffentlichst Du deinen Roman hingegen über einen Anbieter für Self-Publishing wie ePubli, BoD oder BookRix, kannst Du selber entscheiden, ob Du eine ISBN beantragen möchtest oder nicht. Dabei ist es in jedem Fall ratsam, eine Buchnummer für sein Werk zu beantragen. Bei einem Dienstleister für Self-Publishing kannst Du eine ISBN für einen geringen Aufpreis kaufen. Dazu gibt es immer wieder attraktive Aktionen bei den Anbietern. Bei einer Buchveröffentlichung bekommt man zum Beispiel die Buchnummer geschenkt oder für einen Aktionspreis.

In Deutschland vergibt die Agentur für Buchmarktstandard die ISBN (Bildquelle: MVB)
In Deutschland vergibt die Agentur für Buchmarktstandards die ISBN an Selbsverlage (Bildquelle: MVB)

Die dritte Variante neben einer Veröffentlichung im Verlag oder als Self-Publisher ist der Selbstverlag. Hier musst Du einiges beachten. Eine ISBN für einen Eigenverlag bekommt man direkt bei der Agentur für Buchmarktstandards. Eine Einzel-ISBN für Selbstverlage „mit voraussichtlich einmaliger Verlagsproduktion“ kostet 90,98 Euro inklusive MwSt. Möchtest Du ein weiteres Buch veröffentlichen, musst Du erneut eine ISBN beantragen und es fallen wieder die gleichen Kosten an.

Will man mehrere Bücher veröffentlichen, kann man auch einen kleinen Verlag gründen. Hier wird in jedem Fall eine Gebühr von 146 Euro für eine ISBN-Verlagsnummer fällig. 10 Buchnummern kosten dann 27 Euro und für 100 Nummern werden 94 Euro fällig. Dies Variante ist deutlich günstiger als eine einzelne Buchnummer. Jedoch wer einen Verlag gründet, muss auch ein Gewerbe anmelden. Du bist dann allein für Druck, Vertrieb und Verkauf deiner Bücher verantwortlich. Damit ist viel Verantwortung, Zeitaufwand und auch ein finanzielles Risiko verbunden. Bevor Du dich für diesen Schritt entscheidest, solltest Du dich genau informieren und eventuell beraten lassen. Der erste Anlaufpunkt kann die Infoseite der MVB sein. Es gibt eine ausführliche Infoseite für Selbstverleger und Verlagsgründer.

Wann muss ich keine ISBN beantragen?

Du brauchst keine Internationale Standard Buch Nummer, wenn Du deinen Roman nur in deinem Freundes- oder Bekanntenkreis verschenken möchtest. Ebenso verhält es sich, wenn Du das Buch ausschließlich über deine eigene Internetseite verkaufst und verschickst. Die ISBN Nummer ist nur für den Vertrieb über den Buchmarkt gedacht. Wer dazu ein eBook ausschließlich auf Amazon veröffentlichen und darüber verkaufen möchte, kann ebenso auf eine ISBN verzichten. Amazon vergibt mit der ASIN eine extra Nummer für eBooks. Amazon verlangt ausdrücklich keine Buchnummer für elektronische Bücher.

Möchtest Du dein eBook neben Amazon auch über andere Online Shops verkaufen, musst Du mit großer Wahrscheinlichkeit eine ISBN beantragen. Die meisten Online Shops verlangen für eBooks eine Internationale Standard Buch Nummer.