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Schlagwort: Zeitfresser

Zeitmanagement für Autoren – Zeitkiller eliminieren

Zeitmanagement für Autoren – Zeitkiller eliminieren

Im ersten Teil ging es um ein besseres Zeitmanagement für Autoren. Seine Zeit besser einzuplanen, ist nur ein Aspekt eines guten Selbstmanagements. Ebenso wichtig ist es, Zeitkiller zu erkennen und nach Möglichkeit zu eliminieren. Auf diese Weise kannst Du wertvolle Zeit für dein Buch und das Schreiben gewinnen. Es gibt eine Menge von typischen Zeitfressern, welche jeder kennt. Andere Zeitkiller sind wiederum recht individuell und Du wirst diese vielleicht gar nicht in der Auflistung finden.

Zeitkiller
Schon fünf vor zwölf – Wo ist die Zeit geblieben? Bild © by Lupo / pixelio.de

Was nicht im Beitrag behandelt wird, sind offensichtliche Zeitkiller wie Fernsehen, Computer spielen oder in der Kneipe sitzen. Das man auf diese Weise keine Fortschritte bei seinem Buch macht, dürfte klar sein. Hier hapert es einfach an der notwendigen Schreibdisziplin. Im Folgenden geht es um Zeitfresser, welche deinen Schreibprozess behindern können.

Facebook & Co – Der Zeitkiller Nummer 1

Was ist heute für die meisten Menschen der Zeitkiller Nummer 1? Richtig, das Internet und vor allem die Sozialen Medien. Mit Facebook, Twitter und Co. kann man sehr viel Zeit verschwenden. Vielleicht möchtest Du nur noch schnell sehen, was deine Freunde gepostet haben, bevor Du mit dem Schreiben beginnst. Am Ende bleibst Du länger in den Sozialen Medien als geplant. Die Zeit, welche Du für dein Buch eingeplant hast, schwindet dahin. Oder Du bist gerade an deinem Roman dran und es kommt ständig eine Nachricht über WhatsApp, welche Du nach Möglichkeit sofort beantwortest. Selbst eine klassische E-Mail kann schon dafür sorgen, dass Du von deiner Arbeit am Roman abgelenkt wirst.

Wie Du siehst, sind die Sozialen Medien echte Zeitkiller und lenken uns von unserer eigentlichen Arbeit dem Schreiben ab. Zu einem effektiven Zeitmanagement gehört es, solche Zeitfresser zumindest während des Schreibens zu eliminieren. Wenn Du an deinem Buch arbeitest, solltest Du am besten dein E-Mailprogramm und den Browser schließen. Dazu macht es Sinn, dein Smartphone abzuschalten.  So bist Du letztendlich gegen Ablenkungen gefeit und kannst in Ruhe arbeiten.

Perfektionismus ist der perfekte Zeitkiller

Perfektionismus ist ein weiterer bekannter Zeitkiller. Feilst Du zum Beispiel ewig lange an deinen Sätzen, bis diese perfekt sind? Bei der abschließenden Korrektur des Kapitels ändern sich dann doch wieder viele Formulierungen. Oder kann es Dir bei der Recherche nicht genau genug sein? Für deinen historischen Roman bist Du schon am siebten Fachbuch dran, viel Neues erfährst Du dort nicht. Oder Du mistest deine alten Notizen zum Roman aus, dabei schaust Du deine Unterlagen immer und immer wieder durch. Am Ende könnte ja noch etwas im Papierkorb landen, was man braucht.

Diese hier genannten Beispiele sind alles Zeitkiller. Bei einem übersteigerten Perfektionismus hilft auch das beste Zeitmanagement nichts. Von Aristoteles ist ein tolles Zitat für alle Perfektionisten überliefert: „Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht.“ Dies sollst Du nicht als Aufforderung verstehen, unpräzise zu arbeiten. Aber es stellt sich die Frage, wie genau man zum Beispiel bei einem historischen Roman sein muss und kann. Du arbeitest immerhin an einer fiktiven Geschichte und nicht an deiner Promotion in Geschichte. Man könnte es im Zeitmanagement auf folgende Formel bringen: Etwas weniger Perfektionismus ist etwas mehr Zeit für die eigentliche Arbeit an deinem Roman.

Aufschieberitis als Zeitkiller

Du kennst sicherlich die sogenannte Aufschieberitis. Hier schiebt man unangenehme Aufgaben immer wieder hinaus und erledigt stattdessen weniger wichtige Dinge. Der Fachbegriff für dieses Aufschieben von Aufgaben heißt Prokrastination (lateinisch von Aufschub, Vertagung). Auch hier handelt es sich letztendlich um einen Zeitkiller, auch wenn dies nicht so offensichtlich ist. Das Problem entsteht eben dadurch, dass letztendlich notwendige und wichtige Aufgaben liegen bleiben. Du widmest Dich dann vielleicht einer anderen Tätigkeit, welche im schlimmsten Fall Zeitverschwendung ist.

Nehmen wir einmal an, Du bist kein großer Freund vom Korrekturlesen. Diese Tätigkeit ist aber auch monoton und echt anstrengend. Statt Dich dem notwendigen Lektorat deines Romans zu widmen, recherchierst Du lieber noch einmal nach Verlagen für dein Manuskript. Zwar hast Du bereits eine Liste von passenden Buchverlagen für deinen Roman, aber man könnte ja etwas übersehen haben. Letztendlich bringt die Recherche keine neuen Erkenntnisse und die notwendigen Korrekturen wurden nur hinaus geschoben. Ein gutes Zeitmanagement sieht anders aus. Jeder hat so seine Aufgaben, welche er ungern angeht und am liebsten hinausschiebt. Letztendlich müssen diese getan werden, auch wenn dies einfach gesagt ist. Wenn Du größere Probleme mit Aufschieberitis hast: Es gibt im Internet auch Artikel, welche sich speziell mit dem Thema Prokrastination beschäftigen.

Persönliche Zeitkiller

Jeder hat sicherlich seine persönlichen Zeitfresser. Dauert bei Dir das Tippen am Computer zum Beispiel ungewöhnlich lange? Oder Du bist Dir unsicher bei der Kommasetzung und musst immer wieder nachschlagen? Vielleicht kämpfst Du auch mit Word und Formatierungen des Textes dauern bei Dir immer ungewöhnlich lange? Dies alles sind persönliche Zeitkiller. Man kann die Zeitfresser jedoch analysieren und so weit wie möglich eliminieren. Vielleicht lernst Du 10-Finger-Tippen. Es gibt hierzu kostenlose Lernprogramme im Internet. Die Zeit, welche Du hier investierst, zahlt sich später wieder aus. Vielleicht lernst Du nicht wirklich mit 10 Fingern zu Tippen, aber ein wenig schneller dürfte es nach etwas Übung schon gehen.

1-Finger-Tippen - Ein echter Zeitkiller beim Schreiben Bild © by Petra Bork / pixelio.de
1-Finger-Tippen – Ein echter Zeitkiller beim Schreiben Bild © by Petra Bork / pixelio.de

Das Tippen am Computer ist nur ein Beispiel. Jeder kennt seine ganz persönlichen Zeitkiller, diese können durchaus auch etwas skurril sein. Zu einem guten Zeitmanagement gehört es auf jeden Fall, diese Probleme anzugehen. In den meisten Fällen gibt es eine Lösung hierfür, auch wenn man etwas Zeit investieren muss. Auf lange Sicht lohnt es sich.

Zeitfresser eliminieren und Zeit gewinnen

Das Erkennen und Bekämpfen von Zeitkillern kann noch effektiver als eine gute Zeitplanung sein, wie diese im ersten Teil behandelt wurde. Auf diese Weise kannst Du wirklich Zeit für dein Buch gewinnen. Auch hier ist wiederum Disziplin die Grundlage für ein gutes Zeitmanagement. Sei einfach konsequent und schalte dein Smartphone aus, auch wenn Du neugierig auf eingehende Nachrichten bist. Dazu solltest Du bereit sein, deine Gewohnheiten zu ändern. Dies gilt besonders für die Perfektionisten unter den Autoren und für alle Personen mit einem Hang zu Aufschieberitis. Es ist sicherlich nicht immer einfach Zeitkiller zu bekämpfen, doch die Mühe lohnt sich: Am Ende hast Du mehr Zeit für dein Buch.