Wie teile ich einen Roman in Kapitel ein?

Wie teile ich einen Roman in Kapitel ein?

Du zerbrichst Dir den Kopf, wie Du die Kapitel deines Romans gestalten solltest? Dieser Beitrag beleuchtet die Funktion von Buchkapitel näher und stellt Möglichkeiten der Einteilung vor. Weiterhin geben wir eine Einschätzung, wie lange ein Romankapitel sein soll? Wenn Du diesen Beitrag gelesen hast, fällt es Dir leichter, dein Buch zu strukturieren.

Wie teile ich meinen Roman in Kapitel ein? Wie lang sollte ein Romankapitel sein und ist eine bestimmte Kapitelzahl sinnvoll? Solche Fragen stellen sich viele Autoren, wenn sie an ihrem Buch arbeiten. Zerbrichst Du Dir ebenso den Kopf, wie Du deinen Roman in Kapitel einteilen solltest? Es gibt leider kein Patentrezept, jeder Autor muss seine eigene Lösung finden.

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Wie teile ich meinen Roman in Kapitel ein?

Jedoch mit etwas Grundwissen zur Funktion von Buchkapiteln fällt Dir die Strukturierung deines Werkes gleich leichter. Weiterhin werfen wir einen Blick auf klassische Einteilungen von Romankapiteln nach Orten oder Daten. Für einige Genre wie Reiseliteratur oder historische Romane eigenen sich solche Lösung. Doch bei einem Großteil von Romanen ergibt sich eine solche Einteilung nicht automatisch aus der Handlung.

Was ist die Funktion von Kapiteln in einem Roman

Dein Leser erwartet ein gut strukturiertes Buch. Kapitel sind Lesehäppchen, sie markieren die Möglichkeit für Lesepausen. Wenn ein Leser vor dem Schlafengehen noch dein Buch zur Hand nimmt, blättert er häufig zum nächsten Kapitel. 15 Seiten lassen sich gut vor dem Schlafen lesen. Ein Buchkapitel mit 40 Seiten wiederum schreckt manchen Leser ab. Wenn Du Dir einige Bücher als Beispiele ansiehst, stellst Du schnell fest, dass sich viele Autoren für kürzere Kapitel mit gleichmäßiger Länge entscheiden. Es gibt keine Regel zur Kapitellänge oder Anzahl. Wer eine breite Leserschaft ansprechen möchte und nicht für eine spezielle Zielgruppe schreibt, sollte seine Kapitel nicht zu lange gestalten und gleichmäßig verteilen. Dabei sollten die Leseeinheiten wiederum nicht zu kurz sein, was den Lesefluss hemmt. 

Doch wie sollte ein Autor Buchkapitel aufteilen? Ein Kapitel besteht aus mehreren Szenen. Wie viele Szenen Du dem Leser als Lesehäppchen präsentiert, hängt von deinem Fingerspitzengefühl ab. Es kann sinnvoll sein, ein Buchkapitel an einer besonders spannenden Stelle enden zu lassen, um den Leser zum Weiterlesen zu animieren. Cliffhanger sollte ein Autor bewusst und sparsam setzen. Endet jedes Kapitel an einem besonders spannenden Punkt, verliert dieses Mittel schnell seinen Reiz. Ein Kapitel kann mit einem Cliffhanger enden, dies sollte jedoch nicht der Regelfall sein.

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Manche Autoren teilen einen Roman bei der Überarbeitung in Kapitel

Teile deinen Roman in möglichst sinnvolle Einheiten auf. Bei einem Fantasy-Roman können es einzelne Abenteuer des Helden (z.B. ein Kampf mit den Orks) sein. Ein Krimi folgt bei der Kapiteleinteilung wiederum einer anderen Logik. Hier wären sinnvolle Einheiten: Der Fund der Leiche, die Befragung der Verdächtigen, der Konflikt mit einem Hauptverdächtigen usw. Manche Autoren teilen ihren Roman auch erst bei der Überarbeitung in Buchkapitel auf, weil man dann die Handlung von Anfang bis Ende im Blick hat. Auch dies kann ein Weg sein, seinen Roman zu strukturieren.

Buchkapitel nach Orten oder Daten einteilen

In einigen Fällen ergibt sich die Kapitelaufteilung logisch aus der Romanhandlung. So etwas ist bei Reiseromanen oder Roadmovies der Fall. Du kannst die Kapitel nach den Reiseorten benennen. Nicht immer folgt ein Autor einer solchen logischen Struktur. Beim Reise- und Abenteuerroman „In 80 Tagen um die Welt“ wählt Jules Verne eine andere Einteilung. Kapitel 1 hat den sperrigen Titel „In welchem Phileas Fogg und Passepartout einander als Herr und Diener akzeptieren“. Solche Kapiteltitel dürften die meisten Leser abschrecken und sind heute nicht mehr üblich. Abenteuerromane wurden häufig für die Jugend bearbeitet. In einer deutlich gekürzten Fassung von  „In 80 Tagen um die Welt“ hat ein Editor die Kapitel zum Beispiel so benannt: „San Francisco – New York“,  „New York – Liverpool“ usw.

Ein Beispiel für einen historischen Roman mit einer Einteilung nach Daten ist „Der Name der Rose“. Umberto Eco hat sein Buch in sechs Tage untergliedert, dazu gibt es eine weitere Einteilung nach dem Tagesablauf im Kloster (z.B. Prima, Laudes oder Vesper). So ergibt sich automatische eine Kapiteleinteilung. Schreibst Du an einem historischen Roman, ist eine solche Lösung eine Option. Häufig macht es hier Sinn, seine Kapitel nach Jahreszahlen oder konkreten, historischen Daten (z.B. 18. Juni 1815) zu benennen.

Brauchen Kapitel einen Titel?

Muss ich meine Buchkapitel überhaupt benennen? Neben der Einteilung der Romankapitel zerbrechen sich viele Autoren über die Benennung den Kopf. Eine Benennung ist nicht zwingend notwendig. Es gibt zahlreiche Bücher mit Einteilungen wie 1. Kapitel, 2. Kapitel usw. Einige Autoren entscheiden sich auch für fortlaufende Zählungen wie 1,2,3,4 oder I, II, III, IV. Wichtig ist es nur, sein Buch in passende Lesehäppchen einzuteilen. Wählst Du einen Titel, sollte dieser den Leser neugierig machen und doch nicht zu viel verraten, auch hier ist wieder Fingerspitzengefühl gefragt.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, seinen Roman in Kapitel einzuteilen und diese zu benennen (oder auch nicht). Häufig hilft es, sich Beispiele anzusehen und sich so inspirieren zu lassen. Nimm Bücher von verschiedenen Genres aus deinem Bücherregal und schaue Dir an, wie es andere Autoren gelöst haben. Wie lang sind die Kapitel im Durchschnitt? Wie steht es um die Kapitelzahl? Hat der Autor die Romankapitel benannt oder nicht? Am Ende musst Du deine ganz eigene Lösung finden, doch Beispiele können ungemein helfen.

Fazit des Buchinsiders: Wie teile ich einen Roman in Kapitel?  

Es gibt kein Patenrezept für die Einteilung von Buchkapiteln, jeder Autor muss eine individuelle Lösung finden. Dabei solltest Du immer bedenken: Romankapitel sind Lesehäppchen, sie markieren die Möglichkeit für Lesepausen. Ein Kapitel besteht im Regelfall aus mehreren Szenen. Einige Orientierungspunkte:

  • Ein Romankapitel sollte nicht zu lang sein, sonst lässt es sich nicht in einer Lesesitzung beenden
  • Zu kurze Buchkapitel hemmen den Lesefluss
  • Cliffhanger sollte ein Autor am Kapitelende sparsam einsetzen
  • Bei einigen Romangenre bietet sich eine Kapiteleinteilung nach Orten oder Daten an
  • Buchkapitel müssen nicht zwangsläufig benannt werden

Es hilft dazu, sich Beispiele anzuschauen. Wie teilen andere Autoren ihren Roman in Kapitel ein. Am Ende muss Du deine eigene Lösung finden, doch Beispiele können bei der Strukturierung helfen.

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