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Testleser für einen Roman finden

Testleser für einen Roman finden

Dein Buch ist fertig. Nun möchtest Du deinen Roman als Self-Publisher veröffentlichen oder an einen Verlag schicken. Bevor Du diesen Schritt tust, kann es sinnvoll sein, Testleser für deinen Roman zu finden. Doch wieso solltest Du überhaupt mit Testlesern arbeiten? Solche Leser können Dir helfen, deinem Buch vor einer Veröffentlichung oder dem Versenden an einen Verlag den letzten Schliff zu geben. Tester erkennen zum Beispiel logische Fehler im Handlungsverlauf, geben Feedback zu den Charakteren und verweisen auf unglückliche Formulierungen. Testleser können ebenso helfen, die letzten Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu finden. Jedoch solltest Du deine Tester nicht als Lektoren missbrauchen.

Testleser
Wie finde ich Testleser für meinen Roman? , Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Zuerst einmal stellt sich die Frage, wann Du das Manuskript aus der Hand gibst. Die Antwort ist einfach: Wenn es nach deiner Ansicht nichts mehr an deinem Roman zu verbessern gibt. Du hast dein Manuskript mehrfach korrekturgelesen und findest mehr keine Fehler? Der Plot deines Romans ist schlüssig und die Charaktere sind überzeugend? Nun ist der Zeitpunkt gekommen, Testleser für dein Buch zu finden.

Testleser finden und richtig auswählen

Die richtige Auswahl der Tester ist die schwierigste Aufgabe. Bei der Wahl stellen sich viele Fragen. Soll ich mich für Bekannt oder Fremde entscheiden? An wie viele Personen schicke ich mein Manuskript? Wie bestimme ich meine Zielgruppe? In welcher Form soll das Feedback erfolgen?

1. Bekannte oder Fremde als Testleser?

Zuerst solltest Du für Dich die Frage klären, ob Du deinen Roman einen Bekannten oder einer fremden Person zum Lesen geben möchtest. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Gibst Du dein Manuskript direkt an Freunde oder Familie weiter, musst Du häufig nicht lange nach Testlesern suchen. Weiterhin dürfte es unkompliziert sein, Feedback zu erhalten. Im persönlichen Gespräch kann eine bekannte Person Dir mitteilen, was ihm an deinem Buch gefällt und was nicht. Das Feedback eines Freundes kann mitunter spärlich ausfallen. So könnte die Person einfach nur sagen, dein Buch hätte ihr gut gefallen. Oder noch schlimmer: Ein Familienmitglied möchte deine Gefühle nicht verletzten und lobt einen Roman, der ihn eigentlich gar nicht gefallen hat.

Ein solches Feedback bringt Dich nicht weiter oder kann sogar schädlich sein. Von fremden Personen als Testleser bekommst Du im Regelfall ein konstruktiveres Feedback. Mitunter fällt die Kritik nicht positiv aus und es gibt mehr Änderungsvorschläge zu deinem Roman als Dir lieb ist. Nur mit einem solchen Feedback kannst Du dein Buch verbessern und dem Manuskript den letzten Schliff geben. Wer mit Testlesern arbeitet, sollte grundsätzlich mit Kritik umgehen können.

2. An wie viele Personen schicke ich mein Manuskript?

Weiterhin stellt sich die Frage, an wie viele Personen Du dein Buch zum Testlesen schickst. Es macht immer Sinn, mit einer ungeraden Zahl zu arbeiten. Auf diese Weise gibt es kein Unentschieden bei positiven und negativen Rückmeldungen. Drei bis fünf Testleser sind im Regelfall ausreichend. Eine größere Zahl ist nicht empfehlenswert. Jeder zusätzliche Tester erhöht deinen Aufwand. Es ist ratsam, mit den einzelnen Personen regelmäßig zu kommunizieren. Weiterhin bedeutet jedes Manuskript mit Anmerkungen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand für Dich. Viel sinnvoller ist es, mit einer überschaubaren Zahl von Lesern zu arbeiten, diese jedoch sorgfältig auszuwählen.

Ein weiterer Punkt ist noch wichtig. Setze vor dem Verschicken eine sinnvolle Deadline für die Rückgabe des Manuskripts. Kommuniziere diesen Termin ganz klar. Wie viel Zeit Du den Testlesern gibst, hängt vor allem von der Länge deines Romans ab. Mitunter kannst Du mit den einzelnen Testern einen Termin zum Zurückgeben vereinbaren. Die Termine der Leser sollten möglichst nah beieinander liegen. Habe den Mut, ein Manuskript zurückzufordern, wenn ein Testleser nach der Deadline deinen Roman nicht zurücksendet. Eine Verlängerung der Abgabefrist um wenige Tage oder eine Woche ist in Ordnung. Es macht jedoch keinen Sinn, ewig auf ein Feedback zu warten. Auch unvollständige Anmerkungen im Manuskript können weiterhelfen.

3. Wie finde ich die richtigen Leser für mein Genre?

Nun kommt die schwierigste Frage: Wie finde ich die richtigen Testleser? Suche möglichst nach Lesern, die mit deinem Genre vertraut sind und im besten Fall bereits Erfahrung mit Testlesen haben. Hast Du einen Krimi geschrieben, ist es sinnvoll nach speziellen Literaturforen für Krimi-Fans zu suchen. Solche Gruppen findest Du über Google oder auf Facebook. Entscheide Dich zum Beispiel für eine Facebook-Gruppe mit vielen Mitgliedern. In einem Posting kannst Du nach Testlesern suchen.

Benne das Genre (wenn auch möglich das Subgenre) deines Buch und beschreibe so gut wie möglich, den Grundcharakter deines Romans. Ein Beispiel wäre: „Ich suche fünf Testleser, die gerne Liebesgeschichten (New Adult) mit Humor lesen.“ Mache dazu Angaben, wie lang dein Manuskript in Normseiten ist und wie viel Zeit die Tester haben. Häufig melden sich mehr Testleser als Du benötigst. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, etwas zu der Auswahl der Leser zu schreiben. So kannst Du angeben, bevorzugst Tester auszuwählen, die mit deinem Genre besonders vertraut sind. Alternativ kannst Du einfach „auslosen“. Nun gilt es, mit etwas Fingerspitzgefühl die richtigen Personen auszuwählen. Schreibe auch den nicht ausgewählten Lesern und bedanke Dich für das Interesse.

Eine Auswahl über die Sozialen Medien ist nur ein Weg, um Testleser zu finden. Wer bereits ein zweites Buch veröffentlicht, sucht zum Beispiel unter seinen Fans (über die Autorenseite) nach Testern. Wer im Literaturbereich gut vernetzt ist, kann vielleicht Buchblogger oder Autorenkollegen zum Testlesen gewinnen. Je mehr Bücher Du veröffentlicht hast, umso leichter findest Du gute Tester. Für Autoren mit ihrem ersten Buch ist es wiederum schwer, geeignete Leser zu finden. Man kennt nur wenige Personen, die infrage kommen. Leser aus dem eigenen Bekanntenkreis sind bekanntlich nicht immer ideal. Bist Du in verschiedenen Autorengruppen aktiv, kannst Du gezielt Personen in diesen Gruppen fragen, mit welchem Du bereits Kontakt hattest. Eine Ausschreibung für Testleser auf Facebook funktioniert immer.

4. In welcher Form soll das Feedback erfolgen?

Abschließend stellt sich die Frage, in welcher Form das Feedback erfolgen soll. Viele Leser dürften sich einfach ein Word-Dokument wünschen. Dort können sie Anmerkungen eintragen und Du kannst die Änderungen nachverfolgen. Mitunter musst Du die Formatierung deiner Datei ändern. Manche Tester wünschen sich vielleicht eine OpenOffice- oder Staroffice-Datei. Es dürfte nur eine Kleinigkeit sein, das gewünschte Datenformat zu erstellen. Spreche mit jedem Testleser ab, in welcher Form er mit deinem Roman arbeiten möchte. Wünscht er sich ein ausgedrucktes Manuskript, scheue nicht die Kosten für Papier und Porto.

Fragebogen
Es kann Sinn machen, mit einem Fragebogen zu arbeiten, Bild © by Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Es kann auch Sinn machen, einen Fragebogen für deine Testleser zu erstellen. Ein solches Dokument könnte folgende Fragen enthalten: Was erwartest Du von diesem Buch? Welche Note würdest Du der Buchidee geben? Welche Note gibst Du dem Schreibstil? Sprechen Dich die Charaktere an? Bewerte das Buch abschließend mit einer Note? So könnten einzelne Fragen für die Testleser aussehen. Acht darauf, dass der Fragebogen nicht zu lang wird und sich die meisten Fragen mit einem Kreuz oder wenigen Sätzen beantworten lassen. Es ist sinnvoll, deine Tester entweder Schulnoten oder Bewertungen auf einer Skala von ein bis zehn vergeben zu lassen. Ein Fragebogen sorgt für ein einheitliches und vergleichbares Feedback von deinen Lesern. Bleibe nach Möglichkeit immer im Kontakt mit deinen Lesern, mitunter bekommst Du auch ein Zwischenfeedback.

Der Umgang mit den zurückgesandten Manuskripten

Wenn Du die bearbeiteten Manuskripte zurückbekommst, bedanke Dich auf jeden Fall beim den Testlesern, auch wenn das Feedback so gar nicht nach deinem Geschmack ausfällt. In einem ersten Schritt ist es sinnvoll, Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu korrigieren. Selbst wenn Du deinen Roman sehr genau korrekturgelesen hast, bleiben solche Fehler nicht aus. In einem zweiten Schritt prüfe die Anmerkungen zu Schreibstil, Fehler im Handlungsverlauf und Charakterlogik. Du musst nicht alle Bemerkungen übernehmen. Doch wenn zwei Testleser die gleichen Details bemängeln, solltest Du diese Anmerkungen ganz genau prüfen. Am Ende entscheidest Du, was Du vom Feedback übernimmst.

Hast Du deinen Roman veröffentlicht, ist es eine nette Geste, wenn Du deinen Testlesern ein Belegexemplar schickst. Wer möchte, kann die Tester auch in Danksagungen erwähnen.