Was ist die Normseite?

Was ist die Normseite?

Während deiner Arbeit an deinem Roman ist Dir sicherlich bereits die Normseite begegnet. Was steckt genau hinter dem Begriff und vor allem, wie wichtig ist das Format für Autoren? Eine klassische Normseite hat 30 Zeilen mit 60 Anschlägen. Füllt man eine ganze DIN-A4-Seite, ergeben sich 1800 Zeichen (mit Leerzeichen). Die Definition stammt noch aus dem Schreibmaschinen-Zeitalter. In der Praxis ist jedoch kaum eine Seite von oben bis unten mit besagten 1800 Zeichen vollgeschrieben. Es gibt Überschriften, Absätze und Dialoge. Welche Bedeutung hat heute die Normseite für Autoren?

Normseite
Die Normseite mit 1800 Zeichen stammt aus dem Schreibmaschinenzeitalter, Bild © by Regina Kaute / pixelio.de

Es ist sinnvoll, beim Schreiben eines Buches von Anfang mit dem Format zu arbeiten. So hast Du immer im Überblick, wie viele Buchseiten dein Roman während des Schreibens hat. Autoren fragen sich immer wieder, in welcher Form sie das Manuskript an einen Verlag schicken sollen.  Schickst Du Leseprobe und Exposé mit 30 Zeilen und max. 60 Anschlägen an einen Buchverlag, macht dies im Regelfall einen ersten guten Eindruck auf den Lektor. Die Normseite ist keine Voraussetzung für eine Veröffentlichung, wir empfehlen Autoren jedoch, bei Textprobe und Exposé mit diesem Format zu arbeiten. Dieser Ratschlag gilt selbstverständlich nicht, wenn der Verlag auf seiner Internetseite andere Angaben zum Manuskript macht.

Eine Normseite erstellen

Möchtest Du eine Normseite für deinen Roman erstellen, kannst Du Dich an den unten stehenden Formatierungen orientieren. Auf unserer Seite kannst Du eine kostenlose Manuskript-Normseite (mit Zeilenzählung) herunterladen.

  • Seitenränder: 2,19 cm (oben), 1,78 cm (unten), 3,17 cm (links) und 2,54 cm (rechts)
  • 60 Zeichen pro Zeile und 30 Zeilen pro Seite (so kommst Du auf etwa 1.800 Zeichen pro Seite bzw. rund 250 Wörter pro Seite)
  • Schriftgröße 12 und 24 pt Zeilenabstand
  • Schriftart: Mit Serifen (z.B. Times New Roman, Courier New) zur besseren Lesbarkeit
  • Flattersatz, linksbündig
  • Seitenzählung

Da es eine Vielzahl von verschiedenen Programmen für Textverarbeitung gibt, kann es sein, dass Du einige der Angaben leicht anpassen musst. Im Regelfall solltest Du mit diesem Formatierungsangaben problemlos eine Seite mit 30 Zeilen und 60 Anschlägen erstellen.

Die Normseite für Lektoren

Die Normseite spielt auch eine wichtige Rolle für Lektoren, wenn es um die Abrechnung der erbrachten Leistungen geht. Viele Lektoren orientieren bei ihrer Arbeit an der Definition der VG Wort. Die Verwertungsgesellschaft sieht die Normseite mit 1800 Zeichen als nicht mehr zeitgemäß an und definiert die Seite mit 1500 Zeichen. Einige Dienstleister rechnen auch mit 1600 Zeichen oder einfach 250 Wörtern pro Seite. Wenn Du Dich für ein professionelles Lektorat interessierst, solltest Du Dich vorab auf der Homepage des Anbieters informieren oder Dich telefonisch erkundigen. Nur so kannst Du sicher abschätzen, was Dich ein professionelles Korrektorat oder Lektorat für deinen Roman kostet.

Die hier genannten Regelungen für die Normseite gelten nur für Deutschland. In anderen deutschsprachigen Ländern wie Österreich oder der Schweiz sieht es wiederum anders aus.

2 Gedanken zu „Was ist die Normseite?

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    mit Spannung und Interesse las ich einige Ihrer Themen. Einige Tipps kann ich gut gebrauchen, denn ich bin seit 3 Monaten krank geschrieben und versuche die vile Freizeit zu nutzen, um meinen schon vor einigen Jahren begonnenen Jugendroman zu beenden. Interessant sind Ihre Vorschläge zur Erstellungeiner Normseite. Im Internet findet man eine Vielzahl von Auslegungen und Hinweisen für die Strukturierung einer Normseite. Was mich noch mehr interessiert und ich bisher in keinem von Ihnen angebotenen Thema gefunden habe – wieviel Seiten sollte ein Buch denn haben, wenn es mit Ihren Vorschlägen für eine Normseite geschrieben wird. Ist das Genre dann egal, oder gibt es zu jedem Genre eine andere Mindest- bzw. Maximalanzahl an Seiten?
    Mit freundlichen Grüßen
    Jens Weise

    1. Hallo Jens,

      im Internet findet man eine Vielzahl von Hinweisen zur Normseite. Wichtig ist es vor allem, dass ein Autor ein sauber formatiertes Manuskript an einen Verlag schickt, was einen guten Eindruck hinterlässt. Zur Länge eines Buches lässt sich folgendes sagen. Ein Roman sollte eine Länge von 200 bis 500 Seiten haben. Dies entspricht 50.000 bis 125.000 Wörtern, wenn eine Normseite 250 Wörter umfasst. Der Richtwert von 200 bis 500 Seiten gilt vor allem für „Mainstream-Romane“, die sich an ein breites Lesepublikum wenden und den üblichen Lesegewohnheiten entsprechen. Für Romane, die sich an eine kleinere und „spezielle“ Leserschaft wenden, können wiederum andere Romanlängen gelten.

      Schöne Grüße vom

      Insider

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